Wir verließen die Aland Inseln im Sonnenschein – wir hatten wirklich viel Glück mit dem Wetter gehabt.
Der Leuchtturm in Bönan
Die Nordlichtvorhersage ließ auf einen grünen Nachthimmel hoffen. Etwa 150km nördlich von Grisslehamn, in Bönan, gab es einen Leuchtturm, den wir fotografieren wollten. Wir machten uns etwas weiter nördlich größere Hoffung auf ein Nordlichterlebnis. Doch der Himmel zog sich zu, wie schade. In Bönan gibt es ein neues, modernes Leuchtfeuer, der alte, hölzerne Turm steht neben an. Er ist zu einem Museum umgebaut worden, welches im September natürlich schon geschlossen war.
Wir übernachteten in der Nähe des Leuchtturms in der Hoffnung auf besseres Licht am frühen Morgen.
Tatsächlich sah ich nach dem Aufwachen blauen Himmel, soweit mein Wohnmobilfenster es zuließ. Schnell waren wir auf den Beinen und am Leuchtturm. Doch das Schauspiel dauerte nicht lange; innerhalb weniger Minuten war der Himmel wieder komplett bedeckt. Ein Sonnenstrahl kam durch und beschien die beiden Leuchttürme theatralisch vor dunklen Wolken. Dann zogen wieder graue Wolken über den Himmel und wir zogen weiter nach Süden.

Leuchtturm in Bönan

Leuchtturm in Bönan – von der Meerseite sieht er ganz anders aus!
Defekte Gasversorgung
Unsere Gasversorgung hatte den Geist aufgegeben. Anfangs lief nur die Warmwasserheizung nicht, dann setzte der Herd aus, dann lief auch der Kühlschrank nicht mehr, was uns in Schwierigkeiten brachte. Der Kram im Gefrierfach drohte zu verderben, wir konnten ihn jedoch nicht kochen.
Auf Aland versuchten wir erst gar nicht, das Gasproblem zu beheben. In Gävle gab es einen großen Wohnmobilhändler, der sogar einen deutschen Gasdruckminderer vorrätig hatte. Glücklicherweise war es nur dieses Teil, welches wir ersetzen mussten!
Bei Freunden in Askö
So zogen wir gen Süden, wir wollten noch mal unsere Freunde bei Askö besuchen. Maria hatte geschrieben, dass Aron auf ein LARP gehen würde und gefragt, ob Noah mitkommen wollte. Klar wollte der! Und Noah hatte plötzlich gar nichts mehr gegen das Zelten einzuwenden. LARP steht für Live Action Role Playing – auf Deutsch – ein mittelalterliches, fantasy Rollenspiel. Noah kann später noch ausführlicher drüber scheiben.
Den ganzen nächsten Tag planten wir also Noahs LARP, welche Kleidung würde er brauchen, wie viele Lebensmittel müsste er einpacken. Aron ist ein LARP-Profi, er beriet unseren Sohn. Amy überlegte und überlegte, ob sie auch mitgehen sollte. Schließlich entschied sie sich dagegen, was auch an der relativ hohen Teilnahmegebühr von 65 Euro lag. Das LARP dauerte vier Tage lang.

Aron und Noah beim LARP
Jetzt waren unsere beide Söhne allein unterwegs und wir mit Amy allein. Das fühlte sich seltsam an!
Flußkrebse fischen – die schwedische Delikatesse im August und September
Ich ging mit Jake, Viktorias englischem Freund, früh morgens zum Flusskrebsfischen – darüber werde ich einen extra Blogbeitrag verfassen!

mit Jake und Niklas beim Flußkrebsfischen

So sehen die dann aus, wenn sie auf dem Teller liegen
Ein Mädchen-Shopping-Tag
Viktoria hatte die geniale Idee, zusammen mit Amy einen richtigen Mädchen-Shopping-Tag zu unternehmen. Die beiden zogen los, als sich morgens der Nebel lichtete und sie waren bis zum Abend nicht mehr zu sehen. Giggelnd, mit Tüten beladen, kamen sie schließlich wieder daheim an. Amy war verändert, sie strahlte feminin. Leider bin ich selbst nicht die feministe und bräuchte auch mal eine Freundin, die mich bezüglich Klamotten berät. Mit mir macht Shopping keinen Spaß – ich lande immer nur in Buch- oder Fotoläden. In Schweden gibt es wesentlich mehr Secondhand-Läden als in Deutschland. So belastete der Ausflug der beiden Mädels die Reisekasse eigentlich gar nicht. Amy hatte weniger als 20 Euro ausgegeben.

Amy im Abendkleid

und im kurzen Blauen :-)
Wir brauchen ein neues Notebook
Der Grund, warum wir relativ lange bei unseren Freunden blieben, obwohl doch noch so viele Inseln auf uns warten, war unser Notebook. Es weigerte sich nun wirklich endgültig ans Stromnetz zu gehen. Wir hatten nur noch ein lahmes Notebook – das zuckt schon zusammen, wenn ich nur in die Nähe des Lightroom Buttons komme. Wir schreiben auch unterwegs für Magazine und natürlich für den Blog und sichern die Fotos – und das geht zu viert mit einem einzigen Notebook nicht.
Wir diskutierten lange, wie wir das Notebook ersetzen könnten. Ein Schwedisches kommt wegen der Tastatur nicht infrage. Direkt von Amazon nach Schweden schicken, funktionierte nicht, wegen der Steuer und der langen Versanddauer. Wir schickten es also nach Hause – Esra würde mit dem Notebook zusammen daheim ankommen. Und Esra würde es uns dann nach Schweden schicken.
Trotzdem brauchten wir aufgrund des unüberschaubaren Angebot an Notebooks ziemlich lange, bis wir eins ausgesucht hatten. Es sollte nicht zu teuer sein, relativ leicht und lightroomtauglich – wir entschieden uns schließlich für das Acer Aspire
. Hauptsächlich wegen dem Bildschirm mit IPS Panel. Fast hätten wir ein günstigeres Internetnotebook gekauft, das machte aber wenig Sinn, weil ich dann wieder nur sehr eingeschränkt mit Lightroom arbeiten kann. In Deutschland hatten wir schon vergeblich versucht, die Notebooks reparieren zu lassen.
Nun, unser Plan ging auf. Esra schickte uns das Paket, es dauerte eine Woche, bis wir es in den Händen hielten. In der Zwischenzeit schrieben wir und fotografierten morgens Spinnenweben und Bäume im Nebel. Wir informierten uns über die nächsten Reiseziele – weitere Ostseeinseln stehen auf dem Plan und schrieben E-Mails. Jetzt war auch mehr Zeit, mit unseren Freunden zu erzählen als zu Beginn der Tour. Die Reise-Auszeit tat gut.
Gunter fluchte einen ganzen Abend vor sich hin, als er das neue unter Windows 8.1 laufende Notebook mit unseren Programmen versorgte. Lightroom – mein wichtigstes Programm – lief einfach gar nicht. Mit zwei Notebooks saßen wir da und recherchierten im Internet, bis endlich alles funktionierte! Endlich habe ich ein Notebook mit Tastenbeleuchtung, welches nicht überhitzt, wenn Lightroom läuft.
Die Westküste Ölands
Wir machten uns diesmal früh auf den Weg und kamen doch wieder nicht im Wald an. Der Sturm hatte Bäume über die Straße geknickt. Da kam unser Mobil unmöglich vorbei. So fuhren wir stattdessen zum langen Erik und sahen, was der Sturm hier angerichtet hatte. Die hohen Wellen hatten die schönen, über den Sommer aufgetürmten Steintürme umgeworfen. Das Wasser stand extrem hoch, nur ein paar Türmchen nahe beim Leuchtturm standen noch. Ich trippelte beim Fotografieren von einem Bein aufs andere. Hatte mir wohl in den nassen Klamotten eine Blasenentzündung geholt.
Da kommen wir nicht vorbei
Sturmschaden in Öland
Auch die Felsplatten des Neptuni waren komplett überspült. Eine Welle nach der anderen rollte über die Platten hinweg und den Steinwall hoch. Erstaunlich, wie schnell sich der Kalamarsund so „aufregen“ kann.
Der lange Erik
Der Leuchtturm von Högby
In Högby steht ein Leuchtturm, den wir sowieso aufsuchen wollten. Also fuhren wir dorthin. Ein schmaler Feldweg führt auf einer Landzunge zu dem Anwesen. Leider war das Tor verschlossen – Privatbesitz. Hier wohnt der ehemalige Fischer und Seefahrer, jetzt Künstler Stefan Lundh. Den hätte ich gerne interviewt, aber ich konnte keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse finden. So kletterten wir vor dem Zaun auf frn Felsen herum, um einen Blick zum Leuchtturm zu erhaschen. Der große, weiße, eiserne Leuchtturm strahlte in der Sonne! Jetzt schien sie wieder und die Landschaft erstrahlte in einem Glanz, den man nur nach einem heftigen Regen sehen kann.
Leuchtturm Högby
Später am Nachmittag fuhren wir wieder zum westlichen Küstenweg. Vom Auto aus sieht man nicht, wie vielfältig diese Küste wirklich ist. Ständig wechseln die manigfaltigen Strandabschnitte – hier liegen kleine Kieselsteine, dort große Felsen und dann finden sich riesige Felsplatten und Raukare. Das sind turmartige Gebilde aus Kalkstein, welche durch die Gewalt des Wassers geformt wurden.
Unser Womo auf der Küstenstraße
Im Wald
Eine Fototour entlang der Küste Ölands
Vor dem Naturschutzgebiet machten wir Halt und kochten was zum Essen. An dieser Stelle plätschert ein kleiner Wasserfall über Kalkplatten ins Meer. Die Wellen hatten hier eine Hohlkehle in den Stein gewaschen. Wir hatten am Strand nur wenig Platz, denn immer wieder knallten mächtige Wellen bis zu den Kalkfelsen. Ich hatte zwar Stiefel an, wurde trotzdem ständig nass. So gefällt mir das Nasswerden jedoch wesentlich besser :-)
Abends an der Küste
Felsen im Abendlicht, Öland
Abends wollten wir auf einem Platz in der Nähe des Trollskogen übernachten, damit wir morgens gleich vor Ort sind. Auf dem Weg dorthin liefen uns Rehe, Hasen und ein Elch vor das Wohnmobil. Die Straße war wieder frei, aber ich hatte dummerweise im Internet über Öland recherchiert und dabei herausgefunden, dass es in diesem Teil der Insel einen Serienkiller geben soll. Ob der bereits im Gefängnis sitzt, war nicht erwähnt. Auf dem Parkplatz zum Trollskogen war es absolut stockfinster und einsam – das machte mir Angst. Wir übernachteten alternativ in einem einsamen Hafen neben einem einsamen deutschen Mobil.
Noch so ein Regentag auf Öland
Morgens weckte uns wieder strömender Regen. Stundenlang trommelten dicke Regentropfen lautstark aufs Dach des Mobils und laut Wettervorhersage sollte das auch so bleiben. Wir hatten noch Schreibarbeit vor uns und ein klammes Mobil. Also, wieder auf nach Byxelkrok, wo wir den Hafenmeister mittlerweile gut kannten.
Dort schrieben und arbeiteten wir den Rest des Tages. Ich lief zwischendurch im Regen die Küste entlang und machte spät abends nach Sonnenuntergang sogar ein paar blaue Felsen-Meer-Stimmungsfotos.
Alles Blau an der Felsküste Ölands
Sturm im Trollskogen
Die Wettervorhersage hatte Regen und Sturm vorhergesagt. Es war trüb, grau und windig, aber halbwegs trocken. Direkt am Hafen von Byxelkrok beginnt ein Strand mit kleinen und großen Felsen. Dort entlang wanderten wir zum kleinen Leuchtturm von Tokenås. Weit ist es nicht, doch gerade, als wir dort ankamen, fing es an zu regnen. Wir machten halbherzig ein paar Fotos und hetzten zurück. Klatschnass kamen wir wieder beim Wohnmobil an.
Leuchtturm Tokenås
Leuchtturm Tokenås
Wir werden vom Regen überrascht
Es hörte natürlich gerade auf zu regnen, als wir wieder im Warmen saßen. Wenn ich zum ersten Mal auf einer neuen Insel bin, fühle ich mich unleidlich, wenn ich gezwungenermaßen im Wohnmobil rumzuhängen muss. Der Drang nach draußen, zum Erkunden unbekannter Landschaften, ist groß.
Auf zum Trollskogen
Deshalb fuhren wir kurz darauf trotz des schlechten Wetters zum nördlichen Ende der Insel zum Trollskogen, einem verwunschenen Wald. Hier passt das angedroschene Wort „verwunschen“ tatsächlich. Noch war es trocken und der angekündigte Sturm war noch nicht angekommen. Wir nahmen den Weg entlang der Bucht Grankullaviken, immer mit Blick zum langen Erik. Der Wald war schön, aber noch nichts Besonderes. Die knorrigen Eichen und die vom Wind geformten Bäume würden wir auf unserem Rückweg an der Ostseite der Halbinsel finden. Wir hatten gerade die Spitze der Halbinsel erreicht, waren also ungefähr vier Kilometer vom Wohnmobil weg, da legte der vorhergesagte Sturm plötzlich los.
Mit gewaltigem Rauschen folgte ein Regenschauer, und wir waren innerhalb weniger Sekunden klatschnass. Wir suchten Unterschlupf unter einem Baum, das nützte aber nichts. Nass waren wir jetzt eh! Ja, Ihr fragt Euch, wo ist denn die Regenkleidung? Hatten wir dabei! Nur halt keine Regenhosen. Der Sturm war gefährlich, die Bäume bogen sich bedenklich, rundherum knarzte und knackte es. Wir schauten ängstlich hinauf zu den Baumwipfeln, mit besonderem Augenmerk auf den morschen Kandidaten, und beschleunigten unsere Schritte nochmals.
Im Trollskogen
Wo können wir uns unterstellen?
Wieder kamen wir klatschnass am Mobil an. Also wieder zurück zu unserem Hafenplatz, wo es Strom zum Heizen gibt. Wir parkten das Wohnmobil mit der Nase in Windrichtung und breiteten unsere Kleidung im gesamten Innenraum zum Trocknen aus. Draußen stürmte so heftig, dass Fahrräder, Mülltonnen und alles, was nicht festgebunden war, wild durch die Gegend flog. Die schöne blaue Ölandfahne mit dem Hirsch drauf flatterte so heftig, dass sie schließlich abriss und wegzufliegen drohte.
Regenpausen, die gar keine sind
Ich ging in den Regenpausen raus, um ein paar Fotos zu machen. Die hatte ich bereits im Blog gezeigt. Natürlich fing es wieder an, zu regnen und ich ein weiteres Mal nass. So hatten wir immer Nachschub an nassen Sachen.
Als wäre es noch nicht nass genug, fiel uns auch noch die Spülwanne beim Hinaustragen herunter und der Teppichboden wurde mit Spülwasser durchtränkt. Mühsam trockneten wir die Teppiche mit ein paar alten Handtüchern, die wir hinterher dem Müll werfen konnten. Zum Glück hingen wir im Hafen von Byxelkrok am Strom. Aber wo war der denn plötzlich? Zuerst dachten wir, das Wasser hätte einen Kurzschluss in unserer Elektrik verursacht, es zeigte sich aber bald, dass der Sturm wohl eine Stromleitung gekappt hatte. Im gesamten Hafen herrschte Stromausfall.
Im Hafen von Byxelkrok
Um uns die Zeit zu vertreiben, und um nachzuschauen, wie weit der Stromausfall reichte, fuhren wir die Küste entlang nach Süden. Das war schon was ganz anderes, wie auf Aland. Hier ging es ständig direkt am Meer entlang. In den Häusern entlang der engen Straße war es entweder dunkel, oder es brannten Kerzen. Erst zwanzig Kilometer weiter trafen wir auf funktionierende Straßenlaternen. Als wir am Abend zurückkamen, lag unser Hafen immer noch im Dunkeln. Der Hafenmeister meinte, die Leute hier wären das gewohnt, sie hätten immer einen Wasservorrat und auch Gaskocher bereit. Er berechnete uns an diesem Tag keinen Strom. Das Mobil war klamm und es roch muffig. Später am Abend gingen die Lichter wieder an.
Der Lange Erik, Byxelkrok und 90 Segelboote
Auf dem Weg nach Öland übernachteten wir eine Nacht in Oskarskamn. Die Campingplätze waren bereits geschlossen, so parkten wir auf einem Schotterplatz, der im Sommer für Besucher dient. An den zahlreichen, runden Spuren im Sand hätten wir vermuten können, dass die Nacht nicht ruhig wird. Ständig kamen Autos, sie fuhren zwei, drei Runden, wechselten den Fahrer und zogen von dannen. Bis nachts um 3:00 Uhr ging das so. Aber dann übertrieben sie wirklich, sie rasten im Kreis, kamen bis auf 5 m an uns heran und bespritzten uns mit Steinen. An Schlaf war nicht zu denken.
Ein ruhiger Campingplatz und ein lebhafter Schotterplatz
Morgens liefen wir über den ruhigen Campingplatz, der auf einer kleinen Halbinsel lag. Nebel zog über das Wasser und die felsige Küste, Schwäne suchten in Strandnähe nach Futter. Wir fotografierten ein wenig und fuhren Richtung Öland.
Auf nach Öland
Schneller als erwartet kam Kalmar und die Brücke zur Insel. Wir informierten uns im Touristenbüro, bekamen dort kostenlose Karten für den Norden und den Süden. Die Sonne schien, es sollte aber später regnen. So fuhren wir direkt in den Norden bis zum Leuchtturm. Ich lief mit den Kindern zum Ende der Insel, fotografierte den Leuchtturm mit schönem blauen Himmel. Hinter dem Leuchtturm am felsigen Strand bestaunten wir Hunderte von kleinen und größeren Steintürmchen. Das Essen war fertig, und als wir satt waren, zog Nebel über die Landschaft. Schwupps da war der Leuchtturm wieder weg. Jetzt mit völlig neuen Lichtbedingungen zogen wir alle noch mal über den nördlichsten Teil Ölands. Und ich muss sagen: Es war klasse! Die alten Eichen, die felsige Küste, Wellen, die vor sich hin plätscherten. Ach, wie schön! Und endlich mal wieder eine Insel mit Leuchttürmen :-)
Der lange Erik und eine Eiche
Einer dieser Steintürme
Der lange Erik – der Leuchtturm im Norden Ölands
Wir fuhren entlang der Küste nach Süden. Die Küste ist höchst interessant. So eine habe ich nämlich noch nie gesehen. Große Felsplatten liegen da am Strand, dazwischen Spalten und Gezeitenbecken und Moos und Algen. Wunderbar. Selbst im Nebel sah die Küste traumhaft und vor allem enorm fotogen aus. Ich holte flott das Stativ und legte los. Die Sonne neigte sich dem Horizont, es wurde rot. Der Nebel verstärkte diese verträumte Stimmung. Plötzlich sahen wir ein paar Segelboote, dann immer mehr und noch mehr. Es war gigantisch, sie schwebten aus dem Nebel auf uns zu, dazu diese beruhigende, stille Nebelstimmung und eine Sonne, die versuchte im Meer zu versinken.
Segelboote im Nebel
Die Segelboote steuerten alle auf den kleinen Hafen in Byxelkrok zu. Da würde sich doch sicher ein Platz für ein Mobil finden? Ja, der fand sich und Strom und Toiletten gab es auch. Wie genial. Im Hafen waren überall Kerzen aufgestellt, die Segelboote glitten lautlos aus dem Nichts in den Hafen. Dort wurde es lebendiger und die Leute liefen herum. Und wir mittendrin. Da waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort. Ich fotografierte dann noch den Trubel im Hafen und quatschte mit Leuten. Wollte herausfinden, woher die alle kamen. Es waren 90 Segelboot, die ein Rennen von Norrkobing nach Öland gemacht hatten. Am nächsten Morgen würden sie gegen 9:00 Uhr wieder zurücksegeln. Die Bedingungen wären super gut, meinte ein Segler, nun, vielleicht wäre ein wenig mehr Wind gut!
Naturschutzgebiet Neptuni åkra und die Segelboote
Naturschutzgebiet Neptuni åkra und die Segelboote
Stimmung im Hafen von Byxelkrok
Hafenstimmung Byxelkrok
die Segelboote kommen in den Hafen
Segelboot in der Abenstimmung
Trubel im Hafen
Es war geschäftig im Hafen in der Nacht. Trotzdem schliefen wir ganz gut, wir standen so nach am Strand, dass wir die Nacht über den Wellen lauschen durften. Ich hatte den Wecker gestellt, wenn es so neblig und trüb ist, verschlafe ich manchmal.
Durch den Nebel verspätete sich die Abfahrt der Segler etwas. Ich fotografierte die Boote, wie sie den Hafen verließen. Gegen 10:00 Uhr war der Hafen leer, viel Müll war geblieben. Vor allem Bierdosen. Segler scheinen viel Durst zu haben.
Morgens gehts im Nebel wieder Richtung Norrköping
Da es sowieso so neblig und sehr regnerisch war blieben wir einfach stehen. Die Wohnmobile waren auch losgezogen. Wir stöpselten uns in den Strom ein und schrieben für Magazine. Deswegen hänge ich hier mit dem Bericht etwas hinterher.
Gegen Abend kam der Hafenmeister und kassierte, der Hafenstellplatz kostete 140 SEK mit Strom. Das fanden wir OK, vor allem, weil wir jetzt auch die Duschen und die geheizten Toiletten benutzen durften.
Sturm auf Öland
Nur ganz kurz, wir sind auf Öland. Es stürmt, es regnet, es ist ungemütlich. Aber trotzdem schön. Ich war vorhin im Sturm fotografieren, wurde klatschnass aber es war klasse! Der Wind peitschte mir Regentropfen ins Gesicht, vielleicht waren es auch Tropfen von den Wellen. Es tat weh – hinterher fühlte sich die Haut frisch an. Für Thalasso hätte ich zahlen müssen :-)
Morgens war es noch halbwegs trocken
Die Wellen wehen über die HafenmauerDie Wellen wehen über die Hafenmauer
Plötzlich wurden die Wellen riesiggross
Eine Welle nach der anderen….
Tag 3 der Radtour durch Schweden – Der Göta-Kanal
Tag drei unserer Tour begann sehr früh – wer früh einschläft wacht auch früh auf – und um halb neun waren wir fahrbereit. Da die Campingplatzrezeption noch nicht geöffnet hatte und wir die sanitären Anlagen sowieso nicht genutzt hatten, da sie nur mit Schlüssel zugänglich waren, sahen wir das mit dem Bezahlen nicht so eng und machten uns aus dem Staub. Wir hatten ja keine Kosten verursacht.
Nach einer Weile fanden wir eine schöne Parkbank direkt an einer Kanalschleuse, dort frühstückten wir. Es gab Käsebrote und Obst. Um uns herum war alles grün und wir waren fast ganz allein. Der Kanal hatte ein paar Tage zuvor den Vollbetrieb eingestellt, ab jetzt wurden die Schleusen nur noch auf Anmeldung geöffnet, und so war es recht Still auf dem Wasser. Der Göta-Kanal ist ein Freizeit-Kanal, der nicht kommerziell genutzt wird.
Hier frühstückten wir
Die Schleusen des Göta-Kanals
Ein Kuh-Pferd!
Wir fuhren noch eine Weile am Kanal entlang. Irgendwann kam uns die Wilhelm Tham entgegen, eines der drei Kanalschiffe, die die Strecke immer rauf und runter fahren. Es wurde viel gewunken. Gelegentlich mussten wir einen kleinen Abstecher in den Wald machen, wenn der Radweg nicht direkt am Kanal verlief. Das war immer der Fall, wenn es eigentlich gerade gar keinen Kanal gab, sondern die Boote durch einen der vielen Seen in Schweden fuhren.
Eigentlich war alles richtig schön – die Landschaft, die Stille, der idyllische Kanal – nur das Wetter wollte nicht so ganz kooperieren, es war schrecklich wechselhaft. Es regnete immer nur so lange, bis man die Regenjacke angezogen hatte, dann kam die Sonne heraus. Man schwitzt und zieht die Jacke wieder aus. Ach, wie schön, die Sonne kommt ra… auch Mist, jetzt regnet es schon wieder! Das wiederholte sich immer schön. Einmal wollten uns die Wolken mal richtig zeigen, was sie für uns auf Lager hatten und ließen es ordentlich schütten, doch zum Glück fanden wir einen trockenen Fleck bei einem kleinen Kiosk, der bei diesem Wetter vergeblich auf andere Touristen warten würde. Wir kauften zwei Eis am Stiel, auch wenn das Wetter eher einen warmen Kakao diktiert hätte, und warteten geduldig.
Wir trafen auf das Kanal-Schiff Wilhelm Tham
Die Landschaft war, gelinde gesagt, nicht übel!
Anja-Melanie
Schilderbaum
Im Wald
Noch eine Schleuse
Ein kleiner Wasserfall
Da hat uns ein Regenschutt erwischt
Schließlich kam die Sonne wieder heraus, wir banden uns die Regenjacken um und führen weiter. In der nächsten Siedlung kauften wir ein. Dort hörte der Radweg dann auch auf und es ging auf den Landstraßen weiter, die zum Glück erstklassig mit Radwegschildern versehen waren. Einen großen Unterschied machte es nicht, denn es war sowieso kaum jemand unterwegs. Wir fuhren stundenlang und machten an jeder Kurve halt, um zu fotografieren. Es war sehr hübsch.
In Berg, einer sehr kleinen Siedlung am Kanal, beobachteten wir geschäftiges Treiben an den Schleusentreppen, dort wurde ein Kanalschiff geschleust. Wir wollten Essen gehen, doch es ließ sich kein geeignetes Restaurant finden. Also weiter.
Blick in den Wald
Eine Allee
Beim Roxensee
Da wird gerade ein Boot geschleust
Der Radweg nach Borensberg verlief wieder brav am Kanal entlang, und im Abendlicht setzte die Umgebung noch einen drauf, was das Idyllische angeht. Wir sahen eine schwimmende Schlange im Kanal und eine süße Kröte neben diesem. Außerdem liefen überall Kühe und Schafe herum.
In Borensberg waren wir uns recht sicher, dass wir einen Platz auf einem Campingplatz finden würden, immerhin waren in der Karte gleich zwei davon eingezeichnet. Der erste von den beiden hatte allerdings gleich am Eingang ein großes Schild, welches uns darüber informierte, dass man hier keine Leute mit Zelten beherbergte. Was soll’s, dann eben zum anderen. Dumm nur, dass es da genauso aussah. Also echt, was für eine Frechheit – ein Campingplatz, wo man nicht zelten darf. Da kann ich auch eine Gaststätte eröffnen, in der keine Getränke ausgeschenkt werden! Deutsche Schimpfworte hallten durch die leeren Gassen Borensbergs.
Schließlich fanden wir einen Wohnmobilstellplatz. Der war zwar auch nicht für Zelte gedacht, doch immerhin waren sie nicht explizit verboten, und es gab eine öffentliche Toilette in der Nähe. Wir hätten auch in der Wildnis Campen können, doch uns war nach Sanitären Anlagen, nachdem wir schon in der letzten Nacht darauf verzichtet hatten. Ich versuchte, mit unserem winzigen Kocher etwas Haferbrei zuzubereiten, was nicht wirklich funktionierte, da der Wind die ganze Hitze weg pustete. Also gab es grenzwertig lauwarme Milch mit Haferflocken und Obst als Abendessen. Eigentlich nicht weiter schlimm, denn wir hatten eine Bärenhunger, da schmeckt alles gut. Tagesbilanz: 90,3km in ca. sieben Stunden gefahren.
Da müsste man wohnen!
Der Radweg am Kanal war prächtig
Blökende Hindernisse
Ruhige Tage in Askö
Wir verließen die Aland Inseln im Sonnenschein – wir hatten wirklich viel Glück mit dem Wetter gehabt.
Der Leuchtturm in Bönan
Die Nordlichtvorhersage ließ auf einen grünen Nachthimmel hoffen. Etwa 150km nördlich von Grisslehamn, in Bönan, gab es einen Leuchtturm, den wir fotografieren wollten. Wir machten uns etwas weiter nördlich größere Hoffung auf ein Nordlichterlebnis. Doch der Himmel zog sich zu, wie schade. In Bönan gibt es ein neues, modernes Leuchtfeuer, der alte, hölzerne Turm steht neben an. Er ist zu einem Museum umgebaut worden, welches im September natürlich schon geschlossen war.
Wir übernachteten in der Nähe des Leuchtturms in der Hoffnung auf besseres Licht am frühen Morgen.
Tatsächlich sah ich nach dem Aufwachen blauen Himmel, soweit mein Wohnmobilfenster es zuließ. Schnell waren wir auf den Beinen und am Leuchtturm. Doch das Schauspiel dauerte nicht lange; innerhalb weniger Minuten war der Himmel wieder komplett bedeckt. Ein Sonnenstrahl kam durch und beschien die beiden Leuchttürme theatralisch vor dunklen Wolken. Dann zogen wieder graue Wolken über den Himmel und wir zogen weiter nach Süden.
Leuchtturm in Bönan
Leuchtturm in Bönan – von der Meerseite sieht er ganz anders aus!
Defekte Gasversorgung
Unsere Gasversorgung hatte den Geist aufgegeben. Anfangs lief nur die Warmwasserheizung nicht, dann setzte der Herd aus, dann lief auch der Kühlschrank nicht mehr, was uns in Schwierigkeiten brachte. Der Kram im Gefrierfach drohte zu verderben, wir konnten ihn jedoch nicht kochen.
Auf Aland versuchten wir erst gar nicht, das Gasproblem zu beheben. In Gävle gab es einen großen Wohnmobilhändler, der sogar einen deutschen Gasdruckminderer vorrätig hatte. Glücklicherweise war es nur dieses Teil, welches wir ersetzen mussten!
Bei Freunden in Askö
So zogen wir gen Süden, wir wollten noch mal unsere Freunde bei Askö besuchen. Maria hatte geschrieben, dass Aron auf ein LARP gehen würde und gefragt, ob Noah mitkommen wollte. Klar wollte der! Und Noah hatte plötzlich gar nichts mehr gegen das Zelten einzuwenden. LARP steht für Live Action Role Playing – auf Deutsch – ein mittelalterliches, fantasy Rollenspiel. Noah kann später noch ausführlicher drüber scheiben.
Den ganzen nächsten Tag planten wir also Noahs LARP, welche Kleidung würde er brauchen, wie viele Lebensmittel müsste er einpacken. Aron ist ein LARP-Profi, er beriet unseren Sohn. Amy überlegte und überlegte, ob sie auch mitgehen sollte. Schließlich entschied sie sich dagegen, was auch an der relativ hohen Teilnahmegebühr von 65 Euro lag. Das LARP dauerte vier Tage lang.
Aron und Noah beim LARP
Jetzt waren unsere beide Söhne allein unterwegs und wir mit Amy allein. Das fühlte sich seltsam an!
Flußkrebse fischen – die schwedische Delikatesse im August und September
Ich ging mit Jake, Viktorias englischem Freund, früh morgens zum Flusskrebsfischen – darüber werde ich einen extra Blogbeitrag verfassen!
mit Jake und Niklas beim Flußkrebsfischen
So sehen die dann aus, wenn sie auf dem Teller liegen
Ein Mädchen-Shopping-Tag
Viktoria hatte die geniale Idee, zusammen mit Amy einen richtigen Mädchen-Shopping-Tag zu unternehmen. Die beiden zogen los, als sich morgens der Nebel lichtete und sie waren bis zum Abend nicht mehr zu sehen. Giggelnd, mit Tüten beladen, kamen sie schließlich wieder daheim an. Amy war verändert, sie strahlte feminin. Leider bin ich selbst nicht die feministe und bräuchte auch mal eine Freundin, die mich bezüglich Klamotten berät. Mit mir macht Shopping keinen Spaß – ich lande immer nur in Buch- oder Fotoläden. In Schweden gibt es wesentlich mehr Secondhand-Läden als in Deutschland. So belastete der Ausflug der beiden Mädels die Reisekasse eigentlich gar nicht. Amy hatte weniger als 20 Euro ausgegeben.
Amy im Abendkleid
und im kurzen Blauen :-)
Wir brauchen ein neues Notebook
Der Grund, warum wir relativ lange bei unseren Freunden blieben, obwohl doch noch so viele Inseln auf uns warten, war unser Notebook. Es weigerte sich nun wirklich endgültig ans Stromnetz zu gehen. Wir hatten nur noch ein lahmes Notebook – das zuckt schon zusammen, wenn ich nur in die Nähe des Lightroom Buttons komme. Wir schreiben auch unterwegs für Magazine und natürlich für den Blog und sichern die Fotos – und das geht zu viert mit einem einzigen Notebook nicht.
Wir diskutierten lange, wie wir das Notebook ersetzen könnten. Ein Schwedisches kommt wegen der Tastatur nicht infrage. Direkt von Amazon nach Schweden schicken, funktionierte nicht, wegen der Steuer und der langen Versanddauer. Wir schickten es also nach Hause – Esra würde mit dem Notebook zusammen daheim ankommen. Und Esra würde es uns dann nach Schweden schicken.
Trotzdem brauchten wir aufgrund des unüberschaubaren Angebot an Notebooks ziemlich lange, bis wir eins ausgesucht hatten. Es sollte nicht zu teuer sein, relativ leicht und lightroomtauglich – wir entschieden uns schließlich für das Acer Aspire
. Hauptsächlich wegen dem Bildschirm mit IPS Panel. Fast hätten wir ein günstigeres Internetnotebook gekauft, das machte aber wenig Sinn, weil ich dann wieder nur sehr eingeschränkt mit Lightroom arbeiten kann. In Deutschland hatten wir schon vergeblich versucht, die Notebooks reparieren zu lassen.
Nun, unser Plan ging auf. Esra schickte uns das Paket, es dauerte eine Woche, bis wir es in den Händen hielten. In der Zwischenzeit schrieben wir und fotografierten morgens Spinnenweben und Bäume im Nebel. Wir informierten uns über die nächsten Reiseziele – weitere Ostseeinseln stehen auf dem Plan und schrieben E-Mails. Jetzt war auch mehr Zeit, mit unseren Freunden zu erzählen als zu Beginn der Tour. Die Reise-Auszeit tat gut.
Gunter fluchte einen ganzen Abend vor sich hin, als er das neue unter Windows 8.1 laufende Notebook mit unseren Programmen versorgte. Lightroom – mein wichtigstes Programm – lief einfach gar nicht. Mit zwei Notebooks saßen wir da und recherchierten im Internet, bis endlich alles funktionierte! Endlich habe ich ein Notebook mit Tastenbeleuchtung, welches nicht überhitzt, wenn Lightroom läuft.