Wir bereisen mit Vorliebe die Küsten der Welt. Leuchttürme ziehen uns dabei natürlich in ihren Bann. Unser Blog wimmelt daher nur so von Leuchtturmfotos und -erlebnissen. Klick Dich am besten mal durch die Sammlung dieser Seiten, oder gehe durch die einzelnen Reiseberichte.
Im Delius Kalsing Verlag erscheint der „Leuchttürme 2014, Gabi Reichert 2014″
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Die Küstenlandschaft von Texel verschwindet im dichten Nebel. An diesem tristen Tag besichtigen wir den Leuchtturm trotzdem und tauchen ein in die traurige Geschichte der Insel.
Ein Leuchtturm mit außergewöhnlicher Geschichte
Leuchttürme sind außergewöhnliche Bauwerke, sie stehen an interessanten Orten und haben eine beachtenswerte Architektur. Geschichtliche Ereignisse umranken die meist runden Türme wie Efeu. Der Leuchtturm von Texel mit seiner bewegten Geschichte bildet da keine Ausnahme.
Arien, der Leuchtturmguide, sitzt an der Kasse. Draußen ist es so neblig, dass außer uns keine anderen Touristen den Weg zum Leuchtturm gefunden haben. Gerade wegen dieser extrem schlechten Sicht lohnt sich für uns der Besuch an diesem Tag. Arien hat Zeit. Wir unterhalten uns eine Stunde lang angeregt. Der Leuchtturm hat eine grausige Geschichte, dazu passt das triste Novemberwetter gut.
Aber fangen wir mal von vorne an.
Zwei Inseln werden zu einer und tückische Sandbänke
Der nördliche Teil von Texel heißt Eierland. Früher sammelten die Anwohner dort Möweneier, daher der Name. Eierland war vor 200 Jahren noch eine eigenständige Insel, durch Landgewinnungsmaßnahmen verband sie sich mit Texel und gehört seit 1835 zu Texel.
Die Sandbänke in der Region sind tückisch, hunderte von Schiffen sind hier schon in stürmischem Wetter auf Grund gelaufen und verloren Mannschaft und Ladung.
Texel brauchte also dringend einen Leuchtturm, doch es dauerte Jahrzehnte, bis der texeler Notar Johannes Ludovicus Kikkert sich mit dieser Forderung in Rotterdam durchgesetzt hatte. Es erforderte zahlreiche Briefe und Eingaben, bis der Bau genehmigt wurde. Im Jahr1864 war es endlich soweit: der Turm war betriebsbereit.
Der Aufstand der Georgier
Arien erzählte uns über die Zeit des zweiten Weltkriegs, da erreichte der Turm traurige Berühmtheit. Die deutschen Besatzer bauten zahlreiche Bunker als Teil des Atlantikwalls um den Leuchtturm herum.
Die auf Texel stationierten, 800 zwangsverpflichteten Soldaten eines georgischen Batallions, meuterten am 6. April 1945, als sie an die Ostfront verlegt werden sollten. Sie hatten nichts zu verlieren. Entweder sie starben an der Front im Kampf, oder sie wurden bei der Heimkehr nach Russland als Deserteure hingerichtet. In einem Anflug von Verzweiflung brachten die Kriegsgefangenen den Großteil der deutschen Besatzung auf Texel um. So hätten sie wenigstens eine Chance, in ihrem Land als Helden zu gelten.
Doch der Plan ging nicht auf, einigen der 400 deutschen Soldaten gelang die Flucht, und die benachbarten Kampfeinheiten wurden alarmiert. Die Artillerie drängte die Rebellen nach heftiger Schlacht zurück. Der Leuchtturm war die letzte Zuflucht. Zahlreiche Georgier verschanzten sich im stabilen Turm, die deutschen Soldaten nahmen ihn unter schweres Feuer. 50 Georgier verloren im Leuchtturm ihr Leben, weitere 60 wurden gefangengenommen und umgehend exekutiert. Bis dahin war es relativ ruhig gewesen auf der niederländischen Insel, die als Europas letztes Schlachtfeld das Leben von 600 Georgiern, 800 Deutschen und 120 Texelern gekostet hat.
Arien erzählt, dass sein Großvater einer derjenigen war, welche helfen musste, die gefallenen Georgier aus dem Turm zu schleppen. Unser Gespräch nimmt eine traurig- philosophische Wendung.
„Niemand redet auf der Insel über die Greueltaten und Grausamkeiten des Krieges“ meint Arien. „Geht mal in die Seniorenheime und fragt nach! Da kommt nichts.“ Er selbst hat als Soldat in einigen Kriegen gekämpft. Ich denke deswegen war es ihm möglich, die Geschichte so bildhaft zu erzählen, aber auch die Sinnlosigkeit und die aussichtslose Situation der Georgier zu schildern.
Der Leuchtturm im Leuchtturm
Der Turm hatte durch den Beschuss großen Schaden erlitten. Die Turmspitze mit dem Licht war weggepustet worden, die Außenmauern schwer beschädigt. Nach dem Krieg musste ein neues Leuchtfeuer für die Schifffahrt her. Die Versorgungslage war schwierig, für ein neues Licht fehlten die Resourcen, aber ein gebrauchtes Licht konnte aufgetrieben werden. Dessen Basis war aber einiges breiter. Darum entschloss man sich, einen zweiten Mantel aus Backsteinen um den alten Turm zu bauen und die Spitze darauf zu setzen. Nach der Reparatur war der Leuchtturm um einiges dicker, dafür aber kürzer als zuvor.
Nachdenklich stiegen wir die Treppen nach oben. Im 4. Stockwerk ist ein Zugang zwischen die beiden Wände, da kann man noch die Einschusslöcher am Innenturm sehen.
Oben auf der Balustrade ist die Aussicht an diesem Tag eher eine Innensicht. Von oben herab können wir nicht mal den Boden erkennen.
Am nächsten Tag sieht es schon besser aus!
Ein paar Fakten auf einen Blick:
- Der Leuchtturm von Texel ist der einzige niederdändischer Ort von dem man aus die Sonne über dem Meer auf- und untergehen sehen kann
- Zwischen Texel und Nordpol liegt nur Meer
- Der Turm ist 35 Meter hoch, (43 Meter vor 1945) und steht auf einer 20 Meter hohen Düne.
- Er hat sieben Stockwerke und 153 Stufen.
- Seit 2003 ist der Leuchtturm nicht mehr bemannt, das schon länger automatisierte Licht aber noch in Betrieb.
Am nächsten Tag hat der Wind den Nebel von der Insel weggeblasen. Der Himmel ist wieder blau und wir steigen frohen Mutes nochmal die Treppen des Turms hinauf. Diesmal sind wir nicht die einzigen Besucher. Anfang November ist am Strand und Leuchtturm noch eine ganze Menge los.
Für Hunde sind die engen Treppen des Leuchtturms ungeeignet.
Aussicht vom Leuchtturm – vor allem bei gutem Wetter:
- Im Westen sieht man die gefährlichen Sandbänke und den breiten Strand, der sich seit 1994 nach dem Bau eines Meerdammes gebildet hat.
- Im Norden liegt der Vliehors, eine Sandinsel.
- Im Osten geht der Blick übers Wattenmeer, bei Flut sieht man nur die Sandbänke.
- Im Süden schweift der Blick über die Nordhälfte von Texel.
Zum Schutz der Vögel wird der Leuchtturm angestrahlt
Texel ist für seinen Vogelreichtum berühmt. So herrscht auch um den Turm herum reger Vogelflugverkehr. Früher prallten Unmengen von Zugvögeln, angelockt durch das Leuchtfeuer, an den Turm geknallt und verendeten. Um das zu verhindern bekam der Leuchtturm eine eigene Beleuchtung, seither kommen nur noch gelegentlich Vögel dort um.
Ausführliche Informationen zum Aufstand der Georgier findet man im Luftfahrt- und Kriegsmuseum nahe des Inselflughafens.
Im Strandräubermuseum Flora können sich Besucher ein Bild von der Gefährlichkeit der Sandbänke vor Texel machen. Wir haben auch dieses Museum besucht und werden demnächst drüber berichten.
Wie immer gibt es hier Infos, Fotos, Filmchen und ganz viel zum Schmökern zum Leuchtturm Kalender 2016!
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- Januar – Bjuröklub Fyr, Schweden
- Februar -South Breakwater Light, Aberdeen, Schottland
- März – St Ives Lighthouse, Cornwall, Großbritannien
- April – Timmendorfer Strand, Insel Poehl, Deutschland
- Mai – Rhubjerg Knude, Dänemark
- Juni – Bülk, Kieler Förde, Deutschland
- Juli – Phare du Beg Léguer, Bretagne, Frankreich
- August -Phare de la Hague, Manche, Frankreich
- September – Staint-Valery-en-caux, Normandie, Frankreich
- Oktober – Bass Rock, North Berwick, Schottland
- November – Lindesness, Norwegen
- Dezember – Eshaness, Shetland, Schottland
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Wir reisen zum ersten Mal mit Dackel Grindel. Es macht sehr großen Spaß mit Hund in Schottland unterwegs zu sein. Wir treffen sehr, sehr viele Hunde und ihre Besitzer und kommen dadurch noch öfters ins Gespräch. Oftmals kommen Leute aus Läden heraus, um den Dackel zu knuddeln. Grindel liebt Sandstrände, sie bleibt immer dicht bei uns – es sei denn ein toter Vogel liegt in den Dünen und riecht gut – so können wir die Fotografie sogar mit Hund ausführen. An der Leine funktioniert es eher nicht. Grindel ist immer gut gelaunt, sie springt und rennt und buddelt Löcher. Wir hätten nicht gedacht, dass das soviel mehr Spaß macht mit Hund unterwegs zu sein. Nun, im Wohnmobil haben wir signifikant mehr Sand.
Wir sind noch wenige Tage in Schottland unterwegs und das soll nur mal eine kurze Meldung sein. Das Wetter ist weiterhin so gut, dass wir mehr draußen sind, als vor Notebook zu sitzen. Und wenn wir uns dann ins Mobil zurückziehen sind wir einfach nur platt. Die meisten Berichte werden also kommen, wenn wir wieder daheim sind.
Wir haben einen Tischaufsteller mit Dackel Grindel und Leuchttürmen zusammengestellt. Schau ihn dir an!
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Elie liegt am Firth of Forth in Fife (sprecht das mal laut aus ohne zu lachen!)
Als wir in Elie auf den Parkplatz am Leuchtturm und Strand fahren schlägt unser Herz schon höher. Der Strand und der kleine Leuchtturm sehen fotogen aus, das Licht spielt mit und am Himmel hängen gut verteilt ein paar Wölkchen. Wir greifen das Stativ, satteln die Fotorucksäcke, nehmen Grindel an die Leine und ziehen los. Die Kids und der Dackel ziehen alsbald ihre eigenen Kreise, wir brauchen länger, da wir ständig neue Fotos sehen und festhalten.
Eine Umkleidekabine aus dem 18. Jahrhundert
Wir kommen mit ein paar Leuten ins Gespräch und lernen, dass die Trumruinen keine Burgfragmente sind, sondern die Überreste einer noblen Umkleidekabine sind. Der Lady’s Tower war die Umkleidekabine der Lady Anstruther in den 1770er Jahren. Jedesmal wenn sie badete, musste ein Diener mit einem Glöckchen bimmeln, damit ja keiner der Einheimischen in die Nähe kam.
Das Licht wird besser und besser, die Wolken spielen mit und bescheren uns einen fotografisch erfolgreichen Abend.
Am Parkplatz steht mal wieder das Schild „No overnight parking“. Da die Zufahrt mit einer zwei Meter hohen aufgeklappten Schranke versehen ist, fahren wir weg, obwohl wir lieber bleiben würden. Das Leuchttürmchen hat eine außergewöhnliche Form und steht zudem vorne auf den Felsen direkt am Meer – den wollen wir noch in der Nacht und am Morgen fotografieren. Wir quetschen uns schließlich auf einen Parkplatz am Hafen. Ich treffe beim spätabendlichen Spaziergang eine Familie, mit der ich bereits in North Berwick geredet hatte. Komisch, wenn jemand auf der Straße in einem Ort, wo du noch nie warst, deinen Namen ruft.
Die Kids schlafen noch und ich laufe früh allein den Strand entlang. Es ist friedlich und Grindel ist auf dem weichen Sandstrand unendlich glücklich. Sie buddelt, flitzt auch ohne Spielkameraden wild herum. Es macht einfach Spaß ihr zuzusehen und diese gute Laune aufzusaugen.
Ich fotografiere die Muster im Sand und den kleinen Leuchtturm. Wir frühstücken und fahren weiter gen Norden.
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Mit dem Radl in die Innenstadt von Edinburgh
Mit unserer Womo-Kiste nach Edinburgh hineinzufahren, steht leider außer Frage. Deshalb suchen wir uns einen Campingplatz in der Peripherie und finden auch gegen Mittag tatsächlich noch einen nicht reservierten Platz auf dem Muttonhall Campground. Zwar ohne Strom und auf der aufgeweichten Wiese, dafür mit netten Nachbarn, und für die Lage noch nicht mal so teuer. Wir zahlen knapp unter 30 Pfund.
Das Wetter ist heute sonnig mit leichter Bewölkung, zum Stadtzentrum sind es nur zirka 8 Kilometer, mit dem Rad keine große Aktion, denken wir. Also Kamerarucksäcke aufgesetzt und los gehts. Komischerweise treten sich die ersten Kilometer extrem schwer, als würden wir mit angezogenen Bremsen fahren. Die Bäume am Straßenrand stehen auch alle leicht angewinkelt, aha, es geht offensichtlich stramm bergauf, dazu kommt noch Gegenwind.
Hügeliges Edinburgh
Laut Plan müssen wir einer Haupteinfallsstraße Richtung Innenstadt folgen, und allmählich wird auch der Verkehr dichter. Es geht mal ein sehr langes Stück bergab, wir machen Strecke, dann folgt wieder ein Anstieg. Das ruft uns in Erinnerung, dass Edinburgh auf und umgeben von Hügeln liegt. Inzwischen schwimmen wir voll im Autoverkehr mit. Radwege gibt es nur sporadisch, und dann sind sie oft zugeparkt. Meist wird die Bus-Spur zum Radweg deklariert, aber auch da parken Lieferwagen. Mal hört die Spur auf, dann fängt sie wieder an. Mitten im jetzt dichten Verkehr macht das kaum Spaß, auch wenn es jetzt dauernd bergab geht.
Endlich treffen wir in der City ein, später und mehr geschwitzt, als ursprünglich vorgehabt. Esra war einige Wochen vorher mit dem Rad in Edinburgh unterwegs und hat uns erzählt, dass kaum Autos in der Innenstadt herumfahren, und das es total einfach mit dem Verkehr wäre. Wir fragen uns ernsthaft, in welcher Stadt er wohl gewesen ist, die er mit Edinburgh verwechselt hat. Stop-and-Go Verkehr und hektisch herumrasende Lieferwagen überall machen das Vorankommen zur Qual. Wir binden unsere Räder kurzerhand an ein Geländer unterhalb des Schlosses und erkunden zu Fuß weiter.
Edinburgh Festival und Trubel in den Gassen
Die Royal Mile von der Burg zum königlichen Holyrood-Palast ist für den Autoverkehr gesperrt, aber völlig überfüllt. Das Edinburgh Festival steht bevor, es ist der Tag der Generalproben und Unmengen von Touristen drängen sich schon jetzt durch die Straßen. Hunderte von Vorstellungen, Darbietungen, Installationen und Ausstellungen wird es in den nächsten Tagen zu sehen geben. Die Generalproben laufen aber schon heute. Auf dem Schloss üben Militärkapellen für das Edinburgh-Tatoo, in den Gassen zeigen Straßenkünstler ihre Performance, überall weisen Schilder auf unzählige weitere Attraktionen hin.
Aussicht vom Carlton Hill
Nach einer gehörigen Dosis Royal Mile schwingen wir uns wieder auf die Räder und fahren den steilen Carlton Hill hinauf. Die Aussicht von dort oben ist fantastisch, besonders bei dem guten Wetter. Der Hügel ist zudem vollgepflastert mit Monumenten: Nelson Monument, Dugald Stewart Monument, Robert Burns Monument, das National Monument und viele andere Gebäude, die für sich allein schon den Aufstieg lohnen. Dazu ein blauer Himmel und wattebauschige Wolken, es ist ein Traum.
Die Edinburgher Burg im Abendlicht
Viel später als geplant stürzen wir und wieder in die Wirren der Innenstadt, um noch ein paar Bilder mit der Burg im Abendlicht einzufangen. Dann suchen wir unseren Rückweg. Der Abendverkehr ist nicht viel besser als der am Mittag, und jetzt geht es auch nicht enden wollend bergauf. Scheiß Hügel! Der Fotorucksack zieht uns städnig den Berg hinunter. Müde und durchgeschwitzt trotz der kühlen, feuchten Luft kämpfen wir uns voran. Das letzte Teilstück gerät zur rasanten Schussfahrt, da merken wir, wie steil der erste Teilabschnitt wirklich ist.
Fazit: Die Idee, mit dem Rad nach Edinburgh reinzufahren war gut. Der Bus hätte länger gedauert. In der Stadt selbst allerdings wäre es vielleicht besser gewesen so einen Tourbus zu nehmen, der nach und nach alle Attraktionen anfährt. Oftmals war uns das Rad in den bevölkerten Gassen im Weg. Insgesamt haben wir an einem Tag jedoch Vieles abklappern können und bekamen einen sehr guten ersten Eindruck der Stadt. Wir haben nur wenige Besichtungen in Museen und so gemacht und überhaupt nicht in Läden gebummelt.
Abend am Lagerfeuer
Kaum sind wir an unserem Mobil angelangt, begrüßt uns die Dackeldame Grindel stürmisch. Amy und Noah machten tagsüber die Region um den Campingplatz unsicher. Die drei besuchten ein Arboretrum, damit Grindel nicht zu viel Stadttrubel aushalten muss. Jedenfalls stürzt Grindel aus dem Mobil und rennt wie wild schwänzelnd um uns herum. Irgendwas riecht allerdings bei den Nachbarn super gut. Schupps da ist sie im Vorzelt der Nachbarn. Wir kommen ins Gespräch. „Habt ihr Lust auf ein Bier?“ fragt die freundliche Dame. „ja, klar!“ nach dem letzten Hügel der Radtour sagen wir nicht nein. Gerade noch hatte Gabi sich einen netten Abend am Lagerfeuer gewünscht, schon sitzen wir in bequemen Campingstühlen am knisternden Feuer. Unser Abendessen schiebt sich bedenklich Richtung Mitternacht. Am nächsten Morgen schlafen wir uns dafür erstmal aus und überlegen, noch einen Tag zu bleiben.
Forth Bridge
Die Entscheidung wird uns aber abgenommen, der Campingplatz ist leider ausgebucht. Wir machen uns darum auf in Richtung Forth Bridge. An deren Südende in South Queensferry herrscht absolutes Gedränge, und wir parken notgedrungen illegal auf einer Bushaltestelle, um ein paar Fotos zu schießen. Auf der anderen Seite der Brücke in North Queensferry geht es etwas entspannter zu, und wir parken fast direkt unter den Verstrebungen der älteren Eisenbahnbrücke. Die Fahrerei in den zahlreichen Kreiseln ist nervig. Doch diesmal haben wir uns ernsthaft vorgenommen, die Brücken zu fotografieren. Da lassen wir uns nich vom Verkehr abhalten.
Während ich was zu Essen zubereite, geht Gabi auf fotografische Entdeckungstour und findet tatsächlich was Außergewöhnliches: den kleinsten noch in Dienst stehenden Leuchtturm der Welt, der auch zu besichtigen ist.
Gabi: Ich packe das Rad aus dem Kofferraum und radle los. Es muss doch noch einen besseren Blick auf die Brücke geben? Gerne hätte ich auch hier übernachtet. Doch jede Sehenswürdigkeit im besten Licht aufzunehmen, schaffen wir sowieso nicht. Die Wolken sind fotogen, der Himmel ist blau und immer wieder kommt die Sonne raus. Schade, dass gerade Ebbe ist, mit Wasser wäre es schöner. Ich fahre also durch den Ort und schleppe das Rad unzählige Treppen hoch um zur Autobrücke New Forth Bridge zu kommen. Ein Schild informiert mich, dass ich mich als Radfahrer an die Geschwindigkeitbegrenzung von 20 MPH halten muss. Ich hab keinen Tacho am Rad, so schnell fahre ich eh nicht. Immer wieder halte ich, um die vor mir liegende rote Forth Bridge aufzunehmen. Jedesmal wird mir Angst und Bang: die Brücke wackelt und zwar richtig heftig. Metall schlägt klirrend auf Metall, es scheppert und die Lastwagen donnern lautstark an mir vorbei. In einer BBC Dokumentation wurde berichtet, dass die Kabel dieser Brücke marode sind. Sie reißen eins nach dem anderen. Es sind zwar sehr viele einzelne Kabel vorhanden, doch die kritische Masse ist nah. Eine neue Brücke wird bereits neben der alten gebaut. Sie soll nächstes Jahr fertig werden. Ein Radreisender fotografiert auch gerade, wir schwätzen eine Weile. Er ist dieses Jahr 50 geworden und fährt von John o‘ Groats nach Cornwall. Ich bin froh, die Brücke alsbald wieder zu verlassen. Im Wohnmobil wartet das Essen auf mich und ich bin ziemlich hungrig.
Nach dem Essen fahren wir weiter an der Küste entlang Richtung St. Andrews. Es ist schon Abend und wir beschließen, in Elie einen Stopp einzulegen. Auch hier steht ein interessanter Leuchtturm, der im Abendlicht leuchtend eine magische Anziehungskraft auf uns ausübt. Ein gelungener Abschluss eines motivreichen Tages. Doch darüber berichten wir besser im nächsten Blogbeitrag…






























































