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Die Wettervorhersage meinte, in zwei Tagen sollte der Wind nachlassen und das Meer sich beruhigen. Sandra hatte die geniale Idee, dass wir eine gemeinsame Kajak Tour machen könnten. Diese Idee fand meine absoluten Zuspruch! Seit Jahren wünsche ich mir einen Kajak Lehrer. Endlich mal aufs Wasser!
Wir beschlossen, das Wohnmobil zu holen und nicht noch eine Nacht im engen Zelt zu schlafen – oder besser, versuchen zu schlafen. Allerdings hatte das zwei Nachteile. Die Strecke zum Mobil war weit. Wir schätzten sie auf ungefähr 70 km. Und, der Wind wehte mit Windstärke 8! Auf der Hauptinsel Alands gibt es auch ein paar Steigungen, so ganz flach ist es da nicht und am Ende der Insel, wo unser Mobil parkte ist es kaum mehr touristisch, was bedeutet, dass man dort auf der Straße fährt, wo auch etwas mehr Verkehr ist.
Morgens erzählten wir mit Heidrun und Eberhard und natürlich mit den Outdoor Freunden Sandra und Peter. Mir kam die glorreiche Idee unser Gepäck auf dem Campingplatz zu lassen. Heidrun und Eberhard würden die Taschen in ihrem VW Bus lagern. Die Fahrräder waren nun leicht. Der Wind kam gleich zu Beginn der Tour böig in unsere Richtung. Gerade die ersten Kilometer waren schwierig.
Meine Radfahr-Meditation
Doch durch das Radfahren kam ich zu mir selbst. Kam mal wieder gerade an einer Steigung eine Windböe in unsere Richtung, blieb das Rad fast stehen. Kampfgeist kam auf. Doch das macht keinen Sinn, man kann nicht gegen den Wind kämpfen. Ich strengte mich schnell zu sehr an und verlor an Energie und Mut. Dann besann ich mich, nahm das Radfahren wie eine Meditation und trat einfach weiter in die Pedale; am besten leicht und es war egal, wie schnell ich in dem Moment gerade vorran kam. Fährt man langsam immer weiter, kommt man auch irgendwann ans Ziel. Es wird aber einfacher.
Radfahren im Sturm ist anstrengend
Ich brauchte mehr Pausen als die anderen. Amy war glücklich darüber, denn so fühlte sie sich „stark“, denn sie musste nicht nach einem Stopp fragen. An einem Kaffee hielten wir, kauften etwas Schokoladiges und einen Becher Kaffee, leider mit saurer Milch, die ich dann reklamierte.
Schon nach 25 km war ich ziemlich fertig, da kam nach einer windigen Steigung ein großer Supermarkt. Wir gönnten uns ein Eis und einige Äpfel. Die Radstrecke wurde aber auch schöner, es gab viel zu sehen und ich hätte gern viel mehr fotografiert. Doch waren wir zu spät aufgebrochen.
In Richtung Lemland wurde es dann touristisch sehr einsam, es gab keine Läden, kaum Häuser. Aber jetzt war unser Wasser ausgetrunken. Wir teilten uns gut ein, hielten Ausschau nach einer Tankmöglichkeit für die Trinkflaschen – es gab keine! Zwei größere Flaschen bräuchen wir pro Person. Das merken wir uns fürs nächste Mal und vor allem, dass es trotz bewohntem Gebiet schwierig werden kann, Wasser zu bekommen. Gegen 18:30 Uhr – nach gut sechs Stunden – kamen wir beim Wohnmobil an. Wir hatten schließlich 78 km auf dem Tacho und nur die letzten 15 km etwas weniger oder sogar Rückenwind. Da lief es dann endlich gut!
Die Temperatur war gewaltig gefallen an dem Tag – ich schwitzte und fror zugleich. Im Mobil legte ich mir erstmal unter die warme Decke im Bett und wärmte mich auf.
Wir hatten es geschafft. Die Kids fanden die Tour toll, weil wir den ganzen Tag aktiv waren.
Das ist also das Geheimnis zum Erfolg glücklicher Teenager. Halte die jungen Leute in Bewegung.
So schloss sich als an diesem Tag der Kreis. Wir waren froh und es hatte uns großen Spaß gemacht. Wir hatten drei kleinere Inseln mit dem Rad erkundet! Föglö, Kumlinge, Vårdö
Den Sternenhimmel, der auf Aland übrigens ganz besonders sternenreich ist, betrachtete ich vom Fenster des Mobils aus. Ich war zu müde, um jetzt noch Nachtaufnahmen zu machen, obwohl es mich gereizt hätte.
Die live Reiseberichte über die Aland Inseln mit zahlreichen Interviews
Zum ersten Mal planten wir eine längere Radtour mit Übernachtungen. In der Nacht davor schüttete es stundenlang, es hörte bis 12:00 Uhr mittags nicht auf. Ich lag Stunde um Stunde im Bett und überlegte, wie das wohl wird im Zelt und auf den Rädern. Aus früheren Zeiten hatte ich nasse Campingtouren in eher schlechter Erinnerung. Doch: wir hatten das jetzt vor und dann machen wir das auch!
Packen im Wohnmobil
Wir fingen also spät an zu packen, was im engen Mobil nicht ganz so einfach war. Außerdem haben wir in diese Richtung ja gar keine Routine. Immer stand die Frage im Raum: „Brauchen wir das oder nicht?“ Schließlich strahlte die Sonne vom wolkenverhangenen Himmel. Die erste Fähre war nur 9 km entfernt, es war schon Nachmittag und wir zogen los.
Von Svinö auf Lumparland nahmen wir die Fähre nach Degerby auf Föglö. Wir zahlten 24 Euro und verbrachten die halbe Stunde auf Deck. Der Blick von oben herab auf die Schären war wunderbar. Ich war aufgeregt! Würden wir auch was zum Essen finden – wir sind nicht vollständig auf Camping eingestellt, einen Kocher haben wir nicht und auch nicht genügend große Taschen für die Räder. Aber, wir sind ja in bewohntem Gebiet, da leben ja Leute, die auch was essen müssen.
Wir steigen auf die Räder um
Wir radelten direkt weiter und schauten uns den größten Ort der Insel nicht an. Leider. Aber wir wußten nicht, wie lange wir brauchen würden und wie alles klappen würde. Es waren nur etwa 10 einfache Kilometer bis zum Camping Platz. Ein einsames Zelt stand auf dem Platz, niemand war da.
Wir bauten gemütlich unser Zelt auf und organisierten uns etwas. Am Himmel zogen große, schwere Wolken auf. Einige Zeit später radelte ein Pärchen auf den Platz, auch Deutsche. Logischerweise schwätzten wir und hörten auch so schnell nicht mehr auf. Die beiden – Sandra und Peter – sind „Outdoor Profis“ und wir hatten viel zu lernen.
Wir hatten viel vergessen…
Hungrig schauten wir in unsere Essenstasche und merkten schnell, dass wir ziemlich hektisch gepackt hatten. Wir hatten Butter dabei aber das Knäckebrot vergessen, wir hatten frische Milch aber das Müsli im Womo liegen lassen. Jetzt waren wir doch weit vom nächsten Laden, der sowieso geschlossen hatte und konnte nichts mehr besorgen. So hielten wir uns an die abgekochten Eier und Nüsse.
Sandra gab Amy eine Runde Müsli aus, das war klasse! Wir saßen bis spät abends gemeinsam in der Küche und schlichen gerade zum Zelt als die ersten Blitze die dunkle Nacht erhellten. Und so ging es dann auch weiter.
Die erste Nacht im Zelt verbringen wir in einem Gewitter
An Schlaf war nicht zu denken. Wir hatten das Zelt falsch aufgebaut und alle Heringe auf das Innenzelt verwendet, am Schluss hatten wir keine mehr um das Außenzelt ordentlich zu spannen. Der Regen klatsche drauf und beide Zelte klebten innerhalb von Minuten nass aufeinander. Innen ist unser Viermann Zelt zu klein für vier Erwachsene mit Radgepäck. Wir lagen also dicht an dicht und zählten die Sekunden nach dem Blitz: einundzwanzig, zweiund…DONNER. Hui, ich hab Angst im Gewitter! Die Kids hatten keine, die schliefen alsbald wenn auch unruhig ein. Ich fand die ganze Nacht keine Ruhe, lag auch sehr unbequem auf der wenig aufgeblasenen Isomatte.
Wir müssen noch viel lernen – aber, es macht Spaß
Naja, irgendwo müssen wir ja anfangen unsere Campingerfahrung zu sammeln. Jetzt hatten wir schonmal ein paar Dinge gelernt.
Es regnete morgens bis ca. 9:00 Uhr, wir frühstückten. Ja, Nüsse und Eier! Sandra spendierte uns einen Teebeutel, so hatten wir was Warmes zum Trinken. Ich dachte, da wir eh keinen Kocher haben, brauchen wir ja keine Teebeutel.
Das Zelt stand nun im Wind und in der Sonne und trocknete ein wenig. So ganz packfertig wurde es zwar nicht, aber auf den kleinen Inseln sollte man die Fährzeiten im Blick halten. Wir räumten also das leicht feuchte Zeit in die Radtaschen und zogen los. Eine Seilfähre trennte uns vom Fähranleger, aber weit war es nicht. Ich hätte mir ja gern die Insel noch genauer angesehen, aber einen ganzen weiteren Tag würden wir dafür nicht brauchen.
Anregende Gespräche
Nun strahlte die Sonne wieder und wir standen mit Sandra und Peter am Anleger und warteten auf die Fähre. Diesmal kostete die Fahrt nichts und sie dauerte ca. 1,5 Stunden während wir von oben auf die Schären schauten und Peter ganz begeistert von vielen schönen Kajakanlegeplätzen erzählte, die er von oben sah. Wir lernten unglaublich viel über Fähren, die Schären, Kajakfahren und und und
Ich genoß die Fahrt in vollen Zügen. Es war klasse…
Und was halten unsere Teenager von diesem Unternehmen?
Noah fand es nicht so gut, weil er, wenn das Zelt einmal aufgebaut ist, nicht wirklich was mit seiner Zeit anzufangen weiß. Er meckerte also ziemlich ausgiebig und ließ es uns in allen Variationen wissen, dass es ihm nicht gefiel. Radelten wir erstmal, war es wieder gut. Wir müssen also überlegen, wie wir noch aktiver sein können. Wir sind ja ständig mit dem Schauen nach Motiven und dem Fotografieren beschäftigt.
Amy fand es ganz gut, nur die Tatsache, dass wir das Müsli vergessen hatten, war nicht wirklich prickelnd. Den Regen der Nacht hatten wir alle wohlbehalten überstanden – das Zelt war trotz falschem Aufbauens innen trocken geblieben. Nur brauchen wir entweder ein größeres Zelt oder zwei kleinere, damit es auch drinnen halbwegs gemütlich ist. Unsere Schlafsäcke und Isomatten sind viel zu groß als Radgepäck. Da nervt das Einpacken, weil wir riesige Mülltüten benutzen müssen, um sie halbwegs wasserdicht einzupacken.
Ich fand es erstmal klasse. Etwas Neues! Es war auf jedem Fall aufregend.
Da es so viel zu tun gibt, habe ich weing Zeit zu Schreiben, und den Text nicht nochmal korrekturlesen. Verzeiht also bitte alle Tipp- und sonstige Fehler.
Die live Reiseberichte über die Aland Inseln mit zahlreichen Interviews
Radtour um den Bodensee – nun, wenigstens halb rum!
GoPro Fotos!
Ich war in den letzten Monaten nicht fit, erholte mich von einer OP Anfang Januar nur sehr zögerlich. Der Bewegungsdrang war da, doch lange laufen konnte ich noch nicht lange. Ich brauche die Natur, um ganz gesund zu werden. Da das nur eine kurze Reise war, hatten wir den Kofferraum des Mobils frei für Fahrräder. Zwei passten gut hinein. Damit fuhren wir in die Städte und zu den Naturschutzgebieten. Endlich war ich wieder mobiler.
Die kurze Tour zum Bodensee hatte meine Lebensgeister erweckt; der Fotograf in mir erwachte. Das Radfahren tat mir unendlich gut.
Endlich wieder mobil – Wir unternehmen eine Radtour zum Abitur
Schließlich hatte Esra sein Abitur in der Tasche! Wir beide feierten es mit einer „kurzen“ Tour um den See. Wir starteten leider etwas spät in Meersburg, nahmen die Fähre nach Konstanz und fuhren durch die Schweiz und Österreich wieder nach Lindau, wo wir auf den Rest der Familie trafen.
Außer kurzen ca. 10 km langen Touren war ich über Jahre kaum Rad gefahren. Als die Jungs klein waren, war ich noch oft mit dem Fahrradanhänger unterwegs gewesen. Doch nach Amys Geburt funktionierte es nicht mehr mit dem Rad. Drei Kids und ein Hund waren zu viel. Wir wanderten mehr, als dass wir Rad fuhren.
Die Strecke halb um den Bodensee war etwa 90 km lang. Würde ich es schaffen?
Der Radweg entlang des Sees ist gut ausgeschildert. Wir hatten eine Bodensee-Radwanderkarte und verfuhren uns nur zweimal und auch nur kurz. Für meinen Geschmack hätte der Radweg näher am See liegen dürfen. In der Schweiz fuhren wir oft entlang der Bahn, der See lag 100 oder 150 m weiter weg. Dass es keine Steigungen gibt, ist einerseits praktisch, andererseits gibt es dann auch keine Gefälle, wo man mal rollen könnte.
Wir fuhren durch das teilweise sonnige Wetter, die Luft war kühl. Die Bedingungen waren ideal. Esra ist fit, er fährt seit Jahren viel und oft Rad. Trotzdem schlug ich mich ganz gut. Die ersten 40 km radelten wir munter vor uns hin. Hier und da, vor allem, wenn wir dem See sehr nahe kamen, machten wir kurzen Pausen und tranken viel stilles Wasser. Irgendwann merkte ich die Oberschenkelmuskeln schon mehr. Sie wurden müde. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich längere Pausen gemacht. Doch wir hatten noch einen weiten Weg vor uns, so strampelten wir immer weiter.
Pizza in der Schweiz
In Rorschach suchten wir uns eine Pizzeria, wir brauchten ein paar Kalorien. Die Pizza war lecker, die Preise so, wie in Norwegen. (24 Euro für zwei kleine Pizzen!) Wir gönnten sie uns trotzdem!
Das Hundertwasserhaus in Staade
Ich wusste, dass die Schweiz ein Hundertwasserhaus hat. Dachte, es wäre in der Nähe von St Gallen und redete sogar mit Esra drüber. Wäre der Umweg nicht so weit gewesen, ich hätte es mir so gern angesehen. Wir fuhren und fuhren und kurz hinter Rorschach, sah ich es in der Ferne und war mir gar nicht sicher, ob ich richtig sah! Wir näherten uns dem Haus. Es stand an einem belebten Kreisel, ein Aldi und andere Läden drum herum. Mitten im Gewusel lag es vor uns. Wie genial war das denn?! Wir überquerten auf einem „aus der Reihe tanzenden“ Zebrasteifen mit offenen Mündern die Straße.
Wir nahmen uns nicht die Zeit, die Galerie im Innern des Hauses anzusehen. Wie schade, dass wir gerade eine Pizza gemampft hatten – hier hätten wir so richtig nobel speisen können. Wir besichtigten die Dachterrasse und sahen uns in Ruhe das ganze Gebäude an. Glücklicherweise hatten wir die GoPro eingesteckt, so konnten wir ein paar Schnappschüsse machen.
So müssten alle Häuser aussehen. So würde ich gerne unser Haus am Meer bauen!
Hier die Webpage des Hundertwasserhauses!
Frohen Mutes und voller frischem Elan traten wir weiter in die Pedale. Den Hintern merkten wir jetzt auch schon!
Kurz vor Bregenz führt der Radweg etwas weiter ins Land hinein. Wir schauten auf die Berge in der Ferne und fuhren durch weite Felder. Uns brezelte die Sonne auf den Kopf, es gab kilometerweit keinen Schatten. Die Beine wurden schwerer und schwerer. Jetzt merkte Esra es auch an den Knien. Die Geschwindigkeit nahm etwas ab, wir bewegten uns schon gemütlicher durch die Landschaft.
Kurz hinter einer kleinen Brücke fanden wir uns in Österreich wieder. Wir wurden übrigens nirgends kontrolliert. In einer Kneipe saßen Leute bei Bier im Schatten. Lecker! Wir gönnten uns eine Pause, schlürften ein Radler – jetzt hatten wir das ja so richtig verdient und mensch war das erfrischend und weiter ging es durch Bregenz. Wir fuhren an einem Rummelplatz vorbei, fanden uns mit den Rädern fast in einem Schwimmbad wieder.
Gegen Abend fanden wir unsere Familie in Lindau auf dem Wohnmobilparkplatz wieder. Ich war glücklich und trotzdem noch recht fit! Es fühlte sich gut an, die fast 90 km mit dem Rad geschafft zu haben.
Gemeinsam fuhren wir mit dem Mobil nach Markdorf, wo Esra zwei Tage später sein Abi Zeugnis in Empfang nehmen durfte.
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