Unsere ersten spanischen Leuchttürme
Erst nach einem weiteren Besuch des Hafenstädtchens St Jean de Luz fahren wir weiter. Der Stellplatz war nachts wider Erwarten recht ruhig. Der Berufsverkehr weckt uns morgens dann frühzeitig, was auch in Ordnung ist.
Der französische Leuchtturm Socoa
Die Küste Richtung Spanien hat hier einiges zu bieten. Sie ist auf ganz eigenartige Weise extrem steil. Wir stehen hoch oben und staunen über die Natur. Wie Pfannkuchen sind die Felsen hier aufeinandergestapelt und umgefaltet. Gigantische Pfannkuchen. Mir macht dieses schräge Gefälle etwas Angst. Nachts träume ich sogar davon.
In engen Gassen versteckt sich ein kleiner Leuchtturm. Den muss ich mir erlaufen, weil wir mit dem Mobil nicht hinkommen. Der Weg ist weit, der Küstenpfad ist gerade vor dem Leuchtturm Socoa gesperrt. Ich muss ganz außen herum und bekommen doch keinen schönen Blick auf den kleinen Turm. Also laufe ich wieder zurück und mache durch den Zaun und bei der Absperrung Fotos. Ich klettere nicht drüber, obwohl ich es könnte und es auch nicht gefährlich ist. Bin ich noch zu brav?

Küste in Frankreich kurz vor der spanischen Grenze

Socoa Leuchtturm, Frankreich
Das ist der letzte Leuchtturm in Frankreich. Jetzt fahren wir nach Spanien. Yippieh! Wir schaffen es nach Spanien. Endlich. Seit 8 Jahren wollen wir hier hin, jetzt endlich haben wir es geschafft.
Faro de Higuer
Der erste Leuchtturm steht direkt hinter der Grenze. Von Frankreich aus haben wir ihn schon gesehen. Ich muss mich aber erst mal an den spanischen Verkehr gewöhnen. Eigentlich geht alles gemächlich und fair. Aber diese ganzen Schilder sind neu für mich. Und diese Schwellen vor den Fußgängerübergängen sind beachtenswert. Zum Schutz des Mobils. Die Dinger sind ganz gewaltig hubbelig. Ich kann die höchstens mit 10 km/h nehmen und es gibt viele davon. Also tuckern wir so vor uns hin auf unseren ersten spanischen Straßen. Der Leuchtturm steht, wie kann es anders sein, auf einer Klippe. Wir fahren im Hafen entlang, da gibt es einen schönen Stellplatz direkt am Strand. Wäre ne Idee, hier zu übernachten.
Aber wir wollen zuerst den Leuchtturm sehen. Da zeigt ein Schild zu einem Campingplatz und dem Leuchtturm, wir fahren in eine Art grünen Tunnel. Die Straße wird eng, sie wird steil und sie schlängelt sich in engen Serpentinen den Hügel hoch. Von Null auf ich weiß nicht wieviele Meter. Mir ist es zu steil. Dass das ne Einbahnstraße ist, steht unten nicht. Das hätte ich aber gern gewußt. Mein Puls war wohl gut über 100, wir stehen schließlich vor dem Leuchtturm. Uff, dem ersten spanischen Leuchtturm. Das Gebäude sieht nach klassischem Leuchtturm aus. Turm mit Lampe und Wohngebäude direkt neben an. Davor ein Garten. Alles ist abgeschlossen, prohibito el paso schilder. Neben dem Leuchtturm gibt es ein kleines Restaurant, in dem ein paar Leute sitzen und spanische Schlagermusik aus einem billigen Lautsprecher tönt. Etwas weiter entlang der Straße ist ein gigantischer Campingplatz, mit hohen Mauern, wie eine Festung gesichert. Leider bieten sich da wenig Blickrichtungen und Fotomöglichkeiten zum Leuchtturm an. Wir laufen mal in die eine, dann in die andere Richtung. Die Küste sieht hier ganz anders aus, wie die vor ein paar Kilometern in Frankreich. Es ist steil, die Felsen liegen scheinbar planlos im Wasser. Das Meer ist ruhig. Die Bäume blühen und duften um die Wette.

Faro de Higuer, Spanien

Faro de Higuer, Spanien
Wir ziehen weiter. Nicht durch den engen, grünen Tunnel, sondern schön gemächlich auf einer breiten zweispurigen Straße wieder raus aus dem Ort.
Der Faro Zumaia
Auf der Autobahn fahren wir zum nächsten Leuchtturm in Zumaia. Im Ort fahren wir eine ganze Weile entlang der in Spanien sehr präsenten Reihenhochhäusern, im Hafen wird gebaut, Bauzäune sperren den interessanten Bereich ab. Schade. Wir suchen den Leuchtturm und finden ihn erst mal nicht. Erst der Blick nach oben hilft weiter. Im Hafen gibt es einen hohen Fels, und darauf thront der Leuchtturm mit blauer »Mütze«. Tja, das ist ne fotografische Herausforderung. Auch, wenn das Wetter blauer nicht sein kann – Himmel tiefblau, Meer blau, Leuchtturm blau – wir tun uns schwer. So wandern wir entlang der Küste durch frisches Grün und gelbe Blumen. Auch da geht die Küste steil nach oben, der kleine Wanderpfad klammert sich mit Mühe an die Küste. Hoch oben gibt es einen Aussichtspunkt, sogar mit Glaskuppel. Wir suchen uns den Weg dorthin, vorbei an weiteren Hochhäusern laufen wir höher und immer höher hinauf. Dann wieder dieses Schild: prohibito el Paso. Das gilt sicher nur für Autos, denken wir und laufen weiter. Kurz vor dem Ziel, eine Frau saugt vor dem Haus ihr Wohnmobil – wie ist das denn den Hang hinauf gekommen, frage ich mich. »Nein, hier dürft ihr nicht durch, das ist alles privat« meint sie als ich nachfrage. »Gibt es denn eine Möglichkeit, wie es heute doch geht, für zwei Minuten?« Frage ich. Sie erlaubt es uns schließlich, ein paar Fotos zu machen. Wir sollen aber nicht groß drüber reden. Nach drei Fotos sind wir auch wieder weg. Naja, vielleicht waren es auch vier Fotos.

Der Leuchtturm Zumaya, Spanien – irgendwie sitzt er wie auf einem Thron, meint ihr nicht auch?

Zumaya, Spanien – Die Blumen bringen etwas Farbe ins Bild

Zumaya, Spanien – eins der Fotos von oben herab, wo weitere Häuser stehen

Zumaya, Spanien – Wenn man nur die Leuchtturmfotos sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass er eigentlich fast in einer stinknormalen Wohnsiedling steht. Durch diese Straße muss übrigens das Wohnmobil gekommen sein, welches die Frau weiter oben gerade saugte.
Auf nach Andalusien
Wir haben kurzfristig entschieden, in den Süden nach Andalusien zu fahren, und dort unsere Spanientour fortzusetzen. Es ist noch kalt nachts, wir frieren uns einen ab. Da wir unseren Gasvorrat einteilen müssen, stellen wir die Heizung auch nicht an. Morgens haben wir nur 6° C im Innern des Womos. Da fällt das Aufstehen schwer. Viel Fahrerei ist heute angesagt. Quer durch Spanien ist kein Pappenstiel, das zieht sich ziemlich hin.
Heute wollen wir noch bis Palencia. Dort wollen wir auf den kostenlosen Stellplatz, den wir wahrscheinlich erst nach Sonnenuntergang erreichen.
Auf der spanischen Autobahn
Die spanische Autobahn ist übrigens wunderschön. Wir fahren durch eine extrem grüne, bergige Landschaft mit zahlreichen Tunneln. Es gibt auch einige Steigungen, wie die Kasseler Berge, aber schöner. Eine landschaftlich so beeindruckende Autobahnstrecke haben wir noch nicht gesehen. Die Mautgebühren sind günstiger als die in Frankreich.
In Palencia ist viel los, die Wohnmobilstellplätze sind fast alle belegt. Flair hat der Platz nicht – nun, als wir da stehen, gibt es wenigstens einen. Hinter uns diese typisch spanischen Wohnblocks, neben uns ein Park, aber mit hohem hässlichem Zaun. Bis 23:00 Uhr liegt noch Musik in der Luft, sie scheint aus dem Park zu kommen. Dann wird es ruhig. Nur die Vögel singen. Das ist immer der Vorteil, wenn wir nicht am Meer stehen, dann genieße ich die Singvögel. Im Dröhnen der Wellen höre ich die Singvögel nie.
Morgens radle ich in die Stadt und besorge eine SIM-Karte fürs mobile Internet. Der günstigste prepaid Tarif ist 20 Euro für 2 GB. Nicht wirklich prickelnd. Die freundliche Orange- Angestellte richtet mir die SIM Karte auf meinem Smartphone ein. Wir verständigen uns mit dem Google Translator in ihrem Telefon. Das klappt wunderbar. Das Einrichten dauert trotzdem mindestens eine Stunde. Wie schön, dass sie das macht, bei mir hätte es sicher noch länger gedauert.
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Küstenort Conil – Wellen und Leuchtturm Cabo Trafalgar
Conil
Ihr werdet es kaum glauben, aber selbst ich hab manchmal genug von Leuchttürmen. Manche sind wirklich anstrengend zu finden und erreichen. Ich will auch mal nur Strand. In unserem französischen Stellplatzführer steht ein Wohnmobilstellplatz in Conil und den fahren wir an. Eigentlich will uns der Navi mal wieder in eine enge Gasse schicken – davon gibts hier viele – ich ignoriere die »nette Dame« und meinen Gatten, der hektisch ruft:« Da lang, meint der Navi« und fahre die größere Straße am Fluß entlang. Das ist eine gute Entscheidung. Da stehen ein paar Mobile, da ist Platz, ein farbkräftiger Fluß fließt hier über einen weiten Sandstrand ins tiefblaue Meer. Genial! Die Stadt hängt ganz in weiß am Hang. Gigantisch sieht das aus.
Conil, Andalusien
Conil, ein surrealer Ort im Sandsturm
Aber, es wird noch besser. Wir schlüpfen schnell in ärmellose T-Shirts – ich schmier mir Sonnencreme auf meine weiße Haut, obwohl ich das normalerweise nicht mag, und raus aus dem Wohnmobil auf den Strand. Der kühle, angenehme Wind, ist hier ganz schön gemein. Der wirft mit Sandkörnern um sich. Mir wird ganz bang um die Kamera. »Lieber Wind, mach mir meine geliebte Kamera nicht kaputt« bete ich so insgeheim vor mich hin und fotografierte trotz Sturm weiter. Wie Wellen läuft der Sand über den Strand und schmirgelt unsere Füße und Beine bis hinauf zu den Knien.
In den engen Gassen der Stadt ist es dagegen windstill, schattig und gemütlich. Wir lassen uns also am Strand sandstrahlen und wenn wir genug davon haben ruhen wir uns in den Gassen davon aus. Wir schlendern durch die engen Sträßchen, schauen die Souvenirläden an, lesen die Speisekarten der Restaurants.
Die Stadt wirkt in diesem ultraklaren Licht mit dem Sandsturm richtiggehend surreal. Wir verbringen zwei wunderbare Tage in Conil, gehen abends Paella essen. Das hat sogar auch mal Vorteile, ohne die Kids unterwegs zu sein. Die Restaurantkosten sind zu zweit halbwegs erträglich.
Der Stellplatz ist übrigens kostenlos und unglaublich ruhig, wenn man mal von dem Wind absieht, der unaufhörlich am Womo rüttelt.
Conil, Andalusien
Jenny von den Weltwunderern war auch in Andalusien und begeistert von Conil.
Canyos de Meca: der Leuchtturm und die Wellen am Kap Trafalgar
Der kühle Wind von dem ich andauernd schreibe, hat sich zum böigen Wind, Sturm ist es vielleicht noch nicht, entwickelt. Es fällt uns schwer, zu laufen, Sand peitscht uns um die Ohren – meist auch in die Ohren. Es tut richtig weh.
In Canyos de Meca besuchen wir den nächsten Leuchtturm am Kap Trafalgar. Der Leuchtturm steht inmitten einer Dünenlandschaft. Ob das ne gute Idee ist, bei dem Sturm durch Dünen zu laufen?
Sandverwehungen auf den Straßen
Wir fahren in die Straße zum Leuchtturm und finden gerade noch genügend Platz zum Wenden. Sandverwehungen machen die Straße unpassierbar. Wir quetschen das Mobil an eine breitere Stelle am Straßenrand und müssen jetzt aber ein ganzes Stück zurm Leuchtturm zurücklaufen. Das Meer ist wild, da hat der Sturm auch seine Vorteile. Die Wellen knallen nur so auf den steil abfallenden Strand. Ich wechsele unter diesen Bedingungen im Freien keine Objektiver und schleppe lieber zwei Kameras mit herum. Eine mit Tele und eine mit Standardzoom. Das macht das Vorankommen im weichen Sand nicht einfacher. Aber es lohnt.
Leuchtturm Trafalgar, Andalusien
Wellen am Leuchtturm, Andalusien
Wellen am Leuchtturm, Andalusien
Der Leuchtturm Trafalagar
Der Leuchtturm Trafalgar ist noch bewohnt, wahrscheinlich kann man ihn deswegen nicht besichtigen. Er steht auf einer Landzunge in etwa 20m Höhe auf der Düne, das Bauwerk selbst ist 30m hoch. Das hat einen großen Vorteil: Zu beiden Seiten rauschen Wellen an der Landzunge vorbei an steil abfallende, große Sandstrände. Durch den Wind sind die Wellen besonders hoch und wild. Wir sehen keine Surfer im Wasser. Die Wellen sind ideal für uns Fotografen. Mensch, hab ich Freude, da zu fotografieren. Das Licht stimmt, eine Welle rollt nach der anderen aufs Land zu, meist staffeln sich mehrere Wellen perfekt hintereinander. Nur der Sturm macht die Sache etwas schwieriger.
Der Weg zurück zum Mobil ist am Stand entlang unmöglich. Zuviel Sand wird uns da ins Gesicht geblasen. Wir gehen etwas weiter im Land auf der Straße zum Mobil zurück.
Ich will am liebsten gleich hier bleiben. Der Platz ist ideal. Stellplätze gibt es nicht, aber Campingplätze.
Holzsteg Trafalgar, Andalusien
Leuchtturm Trafalgar, Andalusien
Sandverwehungen auf der Zufahrtsstraße zum Leuchtturm, Andalusien
Der Leuchtturmwärter kommt, Andalusien
Der Leuchtturm in Barbate
Einen Ort weiter in Barbate gibt es einen weiteren Leuchtturm mit Hafen, den wir sehen möchten. Und auch einen Stellplatz, der sich vielleicht für die Nacht eignet. Die Straße wird recht eng, führt durch einen dieser traumhaften duftenden Pinienwälder über einen Hügel ins nächste Dorf. Der Stellplatz dort ist wirklich trostlos, ein riesiger, staubiger Schotterplatz beim Industriehafen. Ein einsames Restaurant steht auf dem tristen Platz, Metallschilder klappern im Wind. Würde jetzt ein Cowboy im Mantel um die Ecke reiten, wäre das Bild perfekt.
Es ist gerade Markttag mit vielen Ständen. Vor allem Klamotten gibt es dort zu kaufen. Mich wundert es, dass die nicht wegfliegen. Wir laufen mal die Stände ab und schauen uns alles an. Auch Barbate hat einen großen Sandstrand und direkt an der Promenade steht der Leuchtturm. In der Thunfischregion findet man immer wieder metallene Thunfische an den Promenaden. Der hiesige macht sich gut mit dem Leuchtturm und den Palmen. Mir läuft ein tiefschwarzer Händler durchs Bild. Als ich trotzdem weiter fotografiere fordert er 5 Euro von mir und lacht. Die geb ich ihm natürlich nicht.
Barbate Leuchtturm, Andalusien
Leuchtturm Barbate, Andalusien
Campingplatz am Leuchtturm Trafalgar
Der Strand am Capo Trafalgar gefällt uns wesentlich besser. In unseren Stellplatz- und Campingführern ist der Platz dort nicht aufgeführt, wir fragen also einfach nach. 25 Euro kostet es, wir bleiben. Die Parzellen sind sehr eng, wir müssen etwas rangieren. Für den Sommer stehen überall auf dem Platz Rohrgestelle, wo später für den Sonnenschuzt Stoff drüber gespannt wird. Deswegen gibt es nur wenige Plätze die sich für unser hohes Mobil eignen.
Der Weg zu den Dünen ist allerdings sehr kurz, perfekt.
Leider ziehen gegen Mittag Wolken auf, wir fotografieren trotzdem Wellen, aber sie sind nicht mehr so leuchtend, wie noch vor ein paar Stunden. Die Küste unterhalb des Leuchtturms ist prägnant, die Felsformationen dort sind einen ganzen Abend Fotografieren wert. Mal sehen, ob das Licht mitspielt.
Nein, wir haben Pech. Der ideale Platz, aber nicht das beste Wetter. Ich fotografiere trotzdem und laufe mehrmals zum Leuchtturm und am Strand entlang. Das kostet richtig viel Kraft durch den weichen, vom Wind verwehten Sand. Ich finde ein Meerohr (Abalone) und bin glücklich.
Wir sind kurz vor Sonneaufgang wieder auf den Beinen. Das Wetter ist wechselhaft. Perfekte Bedingungen. Bis der Regen anfängt. Aber das macht mir auch nichts aus. Diese Regenstimmung hat auch was interessantes. Nass, aber glücklich ziehen wir weiter entlang der Küste.
Nachts am Leuchtturm Trafalgar, Andalusien
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
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El Puerto de Santa Maria – Leuchtturm im Puerto Sherry
Leuchttürme in Rota
Entlang der Küste Richtung Gibraltar haben wir uns noch ein paar Leuchttürme vorgenommen. Der erste, oder besser gesagt, die ersten beiden fanden wir im Hafen von Rota. Da das Parken etwas umständlich war, dauerte die Fotosession nicht lange. Wir wollten keinen Strafzettel riskieren. Die zwei Türme von Rota sind für mich außergewöhnlich. Der größere der beiden ist recht hoch und hat ein rotes Band. Mit den Palmen und dem weichen Morgenlicht sieht er fantastisch aus. Das Leuchtfeuer steht auf einem Torbogen und Autos fahren drunter durch. So einen Leuchtturm habe ich bisher nicht gesehen. Ich bekomme die beiden auch gut zusammen auf ein Foto.
Leuchtturm in Rota, Andalusien
Leuchtturm im Doppepack in Rota, Andalusien
El Puerto de Santa Maria
In der belebten Region um El Puerto de Santa Maria gibt es nicht so viele Touristen. Hier trifft man eher die Leute, die hier wohnen. Uns gefällt die Flussmündung auf Anhieb besonders gut. Kleine Pfeiler stehen im Wasser als Markierung für die Boote, und oben drauf wachsen kleine Palmen. Alles ist farbenfroh. Direkt am Ende des Flusses liegt ein großer Parkplatz, auf dem ein paar Wohnmobile stehen, ansonsten ist er mit Autos belegt. Ein Mann sitzt im Kassenhäuschen, er notiert das Nummernschild bei der Einfahrt, bezahlt wird beim Verlassen des Platzes. Ein Wohnmobil kostet für 24 Stunden 6 Euro. Die Sonne knallt kräftig vom Himmel. Zum Glück weht immer noch ein kühler Wind. Wir öffnen alle Fenster und die Vorhänge wehen durchs Mobil.
Burganlage in Puerto de Santa Maria, Andalusien
Beim ersten Erkunden denke ich, den Leuchtturm, auf den wir es abgesehen hatten, relativ nah gesehen zu haben. War leider nicht so. Sonst hätten wir die Räder genommen. So laufen wir los. Fotografieren alte Gebäude und eine Burganlage. Beides, das gut Erhaltene und das Verfallene hat irgendwie einen besonderen Reiz. Das Beiwerk macht es aus, überall Palmen und oft knallige Farben. So langsam fängt Andalusien an, uns mehr und mehr zu gefallen.
Im Visitor Center organisieren wir uns eine Landkarte, der Leuchtturm ist tatsächlich weiter weg, als wir geschätzt haben. Wir laufen entlang des Flusses und laufen und laufen und laufen.
Im Hafengebiet gibt es eine große Werft und Hochhäuser. Wir erreichen einen weit ausladenden Strand. Da würden etliche Fußballfelder drauf Platz finden. So ist es auch. Schulklassen und Vereine nutzen den Strand für den Sportunterricht. Gut, dass der Wind so schön kühl weht. Sonst kämen wir uns wie in der Wüste vor. Unendlich weit zieht sich der Sand – mal ist er ganz hart und verkrustet, dann wieder kommen wir kaum voran, weil wir in den feinen, weichen Sand tief einsinken. Zwischendrin stehen immer wieder Gruppen von Palmen herum, fast als wären es Oasen.
Schließlich erreichen wir den Yachthafen. Er ist von gigantischen Betonwänden umgeben. Von einer Seite sehen die trist aus, von der anderen sind sie kunterbunt bemalt. Jetzt sehen wir ihn endlich, diesen besonders dicken Leuchtturm – der mich ein wenig an Hunderwasserarchitektur erinnert. Aber wir kommen noch nicht nah genug heran. Also marschieren wir nochmal ein, zwei Kilometer außen um den Hafen rum. Neben Hotel- und Restaurantanlagen, die wunderbar in Schuss sind, stehen Bauruinen. Das wirkt so surreal.
Verfallene Häuser, Puerto Sherry, Andalusien
Palmen am Strand von Puerto Sherry, Andalusien
Der Leuchtturm Puerto Sherry sieht fantastisch aus. Wir finden keine Infos zum Turm, auch die Dame im Touristinfo konnte mir nichts über ihn sagen. Der Namen des Hafens hat sicher etwas mit dem Sherry zu tun, der hier hergestellt wird.
Auf dem Rückweg werden unsere Füße müde, wir schaffen es aber ganz gut und gerade noch vor der Dunkelheit. Das waren etwa 20 km, die wir da auf Asphalt marschiert sind. Mit dem Rad wäre das ein Leichtes gewesen. Nun, da hatten wir das Abendessen auch verdient.
Der Leuchtturm im Hafen von Puerto Sherry, Andalusien
Der Leuchtturm im Hafen von Puerto Sherry, Andalusien
Die Betonmauern im Hafen von Puerto Sherry, Andalusien
Viele Wohnmobilisten nutzen unseren heutigen Stellplatz, um Cadiz mit dem Katamaran zu besuchen. Ich würde ja auch gern in die Stadt, wir entscheiden uns aber erstmal dagegen.
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
Spanische Leuchtturm-Seiten
Der höchste Leuchtturm Spaniens – Chipiona, Andalusien
6. Mai 2017/von GabiEl Puerto de Santa Maria – Leuchtturm im Puerto Sherry
8. Mai 2017/von GabiLeuchttürme in Westen Andalusiens und die Sandalgarve
19. Mai 2017/von GabiFaro Cabo Silleiro, Galizien, Spanien
Cabo Trafalgar, Andalusien
Illa Pancha, Galicien, Spanien
Cabo Silleiro, Galicia, Spanien
Der höchste Leuchtturm Spaniens – Chipiona, Andalusien
Wir erreichen Andalusien
Heute ist der Tag, an dem wir in Andalusien ankommen werden. Noch sind wir nicht sicher, ob wir erst ans Meer wollen, oder in Sevilla eine Stadttour machen sollen. Der Verkehr in die Stadt hilft uns, die Entscheidung für das Meer zu treffen. Die Verkehrslawine staut sich schon weit vor der Stadtausfahrt.
Stellplatz mit Campingplatzflair zum fairen Preis – mit WIFI
Nachmittags erreichen wir bei Sonnenschein das Meer. In Sanlucar de Barameda fahren wir einen Stellplatz mit Campingplatzcharakter an. Der Platz ist mit 8 Euro sehr günstig, hat Dusche, Toilette, viel Platz und schnelles WiFi.
Ich erkunde direkt den Strand. Der ist ganz nett, aber nicht bemerkenswert. Einige Häuser stehen ziemlich weit vorne am Strand. Es sieht schmutzig aus und runtergekommen. In einem Wasserkanal, der völlig verdreckt ist, quaken Frösche. Als das Licht abends gut wird, wollen Gunter und ich am Strand entlang laufen. Ich hatte da eine Landspitze ausgemacht, die ich mir gern angesehen hätte.
Der Strand am Stellplatz, Andalusien
Sackgassen
Doch nun ist die Flut so hoch, dass die Häuser den Weg absperren. Da kommen wir zu beiden Richtungen nicht vorbei. Nun, dann laufen wir einfach ne Gasse lang und dann dahinter wieder am Strand, denken wir uns. Wir laufen und laufen und plötzlich stehen wir vor einer verschlossenen Tür. Da war kein Hinweisschild, dass es eine Sackgasse ist. Also wieder zurück und in die andere Richtung. Das gleiche Spiel. Und die Gassen sind nicht mal schön. So macht das keinen Spaß. Wir geben auf. Überall nur Sackgassen.
Der Leuchtturm von Chipiona, Andalusien
Chipiona – der höchste Leuchtturm Spaniens
Am nächsten Morgen packen wir die Räder aus und fahren Richtung Süden nach Chipioia. Dort steht der höchste Leuchtturm Spaniens. Auf dem Navi hat Gunter sich die Strecke angesehen und gecheckt, wie wir fahren müssen. Ich habe sicherheitshalber das Smartphone mit Landkarten in der Hosentasche und los geht’s ins Gassenwirrwarr. Doch wir haben Glück, finden einen guten Radweg und sind relativ schnell die ca. 6 km gefahren. Der von Palmen gesäumte Leuchtturm sieht im Morgenlicht wunderbar aus. Wir haben Freude an der Fotografie. Leider hat der Leuchtturm nicht geöffnet – ich hätte den natürlich gern besichtigt. Da steht eine Telefonnummer an, die man anrufen muss, um einen Termin zu vereinbaren. Oder man soll im Touristenbüro nachfragen. Da fahren wir versehentlich dran vorbei auf dem Rückweg.
Leuchtturm von Chipiona, Andalusien, Spanien
Schöne Gezeitenbecken in Chipiona, Andalusien, Spanien
Einer der saubersten Strände Spaniens in Chipiona
Der große Strand von Chipiona ist einer der besten und saubersten Strände Spaniens. Es ist erst Anfang Mai und es tummeln sich schon einige Leute am Strand. Gut verteilt stehen bunte Sonnenschirme im Sand. Wir ziehen die Schuhe aus und laufen im Wasser. Fotografieren mal in die Richtung und mal wieder in die andere. Die hochstehende Sonne sorgt für extrem knallige Farben.
Der Rückweg zum Stellplatz ist genauso einfach, wir sind in den drei, vier Stunden auf dem Rad ein klein wenig rot geworden in der Sonne.
Mittags machen wir Siesta, ruhen uns aus, schlafen sogar ein und schreiben dann noch für unseren Blog. Die Leute auf dem Stellplatz sind sehr freundlich, wir finden ein paar Gesprächspartner.
Leuchtturm in Bonanza
In die andere nördliche Richtung soll im Ort Bonanza (!) auch noch ein Leuchtturm stehen. Gunter überlegt, mit dem Mobil zu fahren, mir ist das Fahrrad lieber. Was ich noch bereuen werde. Denn in diese Richtung gibt es keinen wirklichen Radweg. Wir fahren in schlechter Abgasluft mit dem Verkehr. Auf dem Hinweg finden wir wenigstens die Strandpromenade. Dort radeln wir durch die dort schlendernden Menschenmassen. Die Promenade sieht gepflegt und angenehm aus. Bald kommen wir nach Bonanza. Dieses Kaff macht seinem Namen Ehre, es hat was von Wildwest. Alles ist irgendwie schäbig und heruntergekommen. Selbst die Boote, die am Strand liegen, haben schon weitaus bessere Tage gesehen. Sie müssen im verdreckten Strand als Motivbeiwerk für das Leuchtturmfoto herhalten. Der steht nämlich im Hafenindustriegebiet, umgeben von einem hässlichen Zaun. Aber erst muss Gunter den gröbsten Dreck wegräumen. Vor dem Leuchtturm stehen Zitronenbäume, ein paar Früchte hängen noch am Baum, die meisten liegen verschimmelt und vergammelt am Boden. Wir versuchen, das beste aus dem Motiv herauszuholen. Dabei wäre das so ein schöner Leuchtturm. Wie schade, dass dieses bewundernswerte Bauwerk nicht in Schuss gehalten wird.
Leuchtturm in Bonanza, Andalusien
Leuchtturm in Bonanza, Andalusien
Auf dem Rückweg kommen wir gewaltig von der geplanten Route ab. Wir stecken jetzt voll im Verkehr des Industriegebietes fest. Vermeintliche Abkürzungen Richtung Küste enden mal wieder in Sackgassen oder auf Privatgelände. Stünde doch nur an der Einfahrt ein Schild. Hier, mitten in den Bussen und LKWs, ist die Luft zum Schneiden dick, es stinkt fürchterlich nach Abgasen. Ich bin leicht genervt, denn ich hatte mir das so vorgestellt, dass ich auf dem Rückweg noch mal ein paar Fotos von der Strandpromenade von Sanlucar mache und kurz ins Städtchen reinschaue. Das war dann wohl ein Satz mit X.
Letztendlich haben wir an dem Tag 30 Kilometer mit dem schweren Fotorucksack auf dem Rücken in der prallen Sonne hinter uns. Wie gut, dass auf dem Stellplatz eine heiße Dusche auf uns wartet. Übrigens wirft man in Spanien anscheinend das Klopapier nicht ins Klo, sondern einen Mülleimer. Wie wir gehört haben, sind die Abwasserrohre sehr eng und verstopfen durch das Klopapier.
Ich bin hundemüde, lade aber trotzdem noch die Fotos runter und schreibe am Blog. Das schnelle WiFi will ich ausnutzen.
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Spanische Leuchtturm-Seiten
Der höchste Leuchtturm Spaniens – Chipiona, Andalusien
6. Mai 2017/von GabiEl Puerto de Santa Maria – Leuchtturm im Puerto Sherry
8. Mai 2017/von GabiLeuchttürme in Westen Andalusiens und die Sandalgarve
19. Mai 2017/von GabiFaro Cabo Silleiro, Galizien, Spanien
Cabo Trafalgar, Andalusien
Illa Pancha, Galicien, Spanien
Cabo Silleiro, Galicia, Spanien
Drei Leuchttürme in Südfrankreich und Nordspanien
Unsere ersten spanischen Leuchttürme
Erst nach einem weiteren Besuch des Hafenstädtchens St Jean de Luz fahren wir weiter. Der Stellplatz war nachts wider Erwarten recht ruhig. Der Berufsverkehr weckt uns morgens dann frühzeitig, was auch in Ordnung ist.
Der französische Leuchtturm Socoa
Die Küste Richtung Spanien hat hier einiges zu bieten. Sie ist auf ganz eigenartige Weise extrem steil. Wir stehen hoch oben und staunen über die Natur. Wie Pfannkuchen sind die Felsen hier aufeinandergestapelt und umgefaltet. Gigantische Pfannkuchen. Mir macht dieses schräge Gefälle etwas Angst. Nachts träume ich sogar davon.
In engen Gassen versteckt sich ein kleiner Leuchtturm. Den muss ich mir erlaufen, weil wir mit dem Mobil nicht hinkommen. Der Weg ist weit, der Küstenpfad ist gerade vor dem Leuchtturm Socoa gesperrt. Ich muss ganz außen herum und bekommen doch keinen schönen Blick auf den kleinen Turm. Also laufe ich wieder zurück und mache durch den Zaun und bei der Absperrung Fotos. Ich klettere nicht drüber, obwohl ich es könnte und es auch nicht gefährlich ist. Bin ich noch zu brav?
Küste in Frankreich kurz vor der spanischen Grenze
Socoa Leuchtturm, Frankreich
Das ist der letzte Leuchtturm in Frankreich. Jetzt fahren wir nach Spanien. Yippieh! Wir schaffen es nach Spanien. Endlich. Seit 8 Jahren wollen wir hier hin, jetzt endlich haben wir es geschafft.
Faro de Higuer
Der erste Leuchtturm steht direkt hinter der Grenze. Von Frankreich aus haben wir ihn schon gesehen. Ich muss mich aber erst mal an den spanischen Verkehr gewöhnen. Eigentlich geht alles gemächlich und fair. Aber diese ganzen Schilder sind neu für mich. Und diese Schwellen vor den Fußgängerübergängen sind beachtenswert. Zum Schutz des Mobils. Die Dinger sind ganz gewaltig hubbelig. Ich kann die höchstens mit 10 km/h nehmen und es gibt viele davon. Also tuckern wir so vor uns hin auf unseren ersten spanischen Straßen. Der Leuchtturm steht, wie kann es anders sein, auf einer Klippe. Wir fahren im Hafen entlang, da gibt es einen schönen Stellplatz direkt am Strand. Wäre ne Idee, hier zu übernachten.
Aber wir wollen zuerst den Leuchtturm sehen. Da zeigt ein Schild zu einem Campingplatz und dem Leuchtturm, wir fahren in eine Art grünen Tunnel. Die Straße wird eng, sie wird steil und sie schlängelt sich in engen Serpentinen den Hügel hoch. Von Null auf ich weiß nicht wieviele Meter. Mir ist es zu steil. Dass das ne Einbahnstraße ist, steht unten nicht. Das hätte ich aber gern gewußt. Mein Puls war wohl gut über 100, wir stehen schließlich vor dem Leuchtturm. Uff, dem ersten spanischen Leuchtturm. Das Gebäude sieht nach klassischem Leuchtturm aus. Turm mit Lampe und Wohngebäude direkt neben an. Davor ein Garten. Alles ist abgeschlossen, prohibito el paso schilder. Neben dem Leuchtturm gibt es ein kleines Restaurant, in dem ein paar Leute sitzen und spanische Schlagermusik aus einem billigen Lautsprecher tönt. Etwas weiter entlang der Straße ist ein gigantischer Campingplatz, mit hohen Mauern, wie eine Festung gesichert. Leider bieten sich da wenig Blickrichtungen und Fotomöglichkeiten zum Leuchtturm an. Wir laufen mal in die eine, dann in die andere Richtung. Die Küste sieht hier ganz anders aus, wie die vor ein paar Kilometern in Frankreich. Es ist steil, die Felsen liegen scheinbar planlos im Wasser. Das Meer ist ruhig. Die Bäume blühen und duften um die Wette.
Faro de Higuer, Spanien
Faro de Higuer, Spanien
Wir ziehen weiter. Nicht durch den engen, grünen Tunnel, sondern schön gemächlich auf einer breiten zweispurigen Straße wieder raus aus dem Ort.
Der Faro Zumaia
Auf der Autobahn fahren wir zum nächsten Leuchtturm in Zumaia. Im Ort fahren wir eine ganze Weile entlang der in Spanien sehr präsenten Reihenhochhäusern, im Hafen wird gebaut, Bauzäune sperren den interessanten Bereich ab. Schade. Wir suchen den Leuchtturm und finden ihn erst mal nicht. Erst der Blick nach oben hilft weiter. Im Hafen gibt es einen hohen Fels, und darauf thront der Leuchtturm mit blauer »Mütze«. Tja, das ist ne fotografische Herausforderung. Auch, wenn das Wetter blauer nicht sein kann – Himmel tiefblau, Meer blau, Leuchtturm blau – wir tun uns schwer. So wandern wir entlang der Küste durch frisches Grün und gelbe Blumen. Auch da geht die Küste steil nach oben, der kleine Wanderpfad klammert sich mit Mühe an die Küste. Hoch oben gibt es einen Aussichtspunkt, sogar mit Glaskuppel. Wir suchen uns den Weg dorthin, vorbei an weiteren Hochhäusern laufen wir höher und immer höher hinauf. Dann wieder dieses Schild: prohibito el Paso. Das gilt sicher nur für Autos, denken wir und laufen weiter. Kurz vor dem Ziel, eine Frau saugt vor dem Haus ihr Wohnmobil – wie ist das denn den Hang hinauf gekommen, frage ich mich. »Nein, hier dürft ihr nicht durch, das ist alles privat« meint sie als ich nachfrage. »Gibt es denn eine Möglichkeit, wie es heute doch geht, für zwei Minuten?« Frage ich. Sie erlaubt es uns schließlich, ein paar Fotos zu machen. Wir sollen aber nicht groß drüber reden. Nach drei Fotos sind wir auch wieder weg. Naja, vielleicht waren es auch vier Fotos.
Der Leuchtturm Zumaya, Spanien – irgendwie sitzt er wie auf einem Thron, meint ihr nicht auch?
Zumaya, Spanien – Die Blumen bringen etwas Farbe ins Bild
Zumaya, Spanien – eins der Fotos von oben herab, wo weitere Häuser stehen
Zumaya, Spanien – Wenn man nur die Leuchtturmfotos sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass er eigentlich fast in einer stinknormalen Wohnsiedling steht. Durch diese Straße muss übrigens das Wohnmobil gekommen sein, welches die Frau weiter oben gerade saugte.
Auf nach Andalusien
Wir haben kurzfristig entschieden, in den Süden nach Andalusien zu fahren, und dort unsere Spanientour fortzusetzen. Es ist noch kalt nachts, wir frieren uns einen ab. Da wir unseren Gasvorrat einteilen müssen, stellen wir die Heizung auch nicht an. Morgens haben wir nur 6° C im Innern des Womos. Da fällt das Aufstehen schwer. Viel Fahrerei ist heute angesagt. Quer durch Spanien ist kein Pappenstiel, das zieht sich ziemlich hin.
Heute wollen wir noch bis Palencia. Dort wollen wir auf den kostenlosen Stellplatz, den wir wahrscheinlich erst nach Sonnenuntergang erreichen.
Auf der spanischen Autobahn
Die spanische Autobahn ist übrigens wunderschön. Wir fahren durch eine extrem grüne, bergige Landschaft mit zahlreichen Tunneln. Es gibt auch einige Steigungen, wie die Kasseler Berge, aber schöner. Eine landschaftlich so beeindruckende Autobahnstrecke haben wir noch nicht gesehen. Die Mautgebühren sind günstiger als die in Frankreich.
In Palencia ist viel los, die Wohnmobilstellplätze sind fast alle belegt. Flair hat der Platz nicht – nun, als wir da stehen, gibt es wenigstens einen. Hinter uns diese typisch spanischen Wohnblocks, neben uns ein Park, aber mit hohem hässlichem Zaun. Bis 23:00 Uhr liegt noch Musik in der Luft, sie scheint aus dem Park zu kommen. Dann wird es ruhig. Nur die Vögel singen. Das ist immer der Vorteil, wenn wir nicht am Meer stehen, dann genieße ich die Singvögel. Im Dröhnen der Wellen höre ich die Singvögel nie.
Morgens radle ich in die Stadt und besorge eine SIM-Karte fürs mobile Internet. Der günstigste prepaid Tarif ist 20 Euro für 2 GB. Nicht wirklich prickelnd. Die freundliche Orange- Angestellte richtet mir die SIM Karte auf meinem Smartphone ein. Wir verständigen uns mit dem Google Translator in ihrem Telefon. Das klappt wunderbar. Das Einrichten dauert trotzdem mindestens eine Stunde. Wie schön, dass sie das macht, bei mir hätte es sicher noch länger gedauert.
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
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Hafenstädtchen St Jean de Luz, Frankreich
Das Baskenstädtchen St Jean de Luz
Ganz ehrlich ist mir der Verkehr hier im Süden zu heftig. Mir graut es davor, unsere lahme Kiste durch die Kreisel und den Verkehr zu lenken. Die Supermärkte sind meiner Meinung nach besonders schlimm. Die Verkehrführung ist meist unübersichtlich und verwirrend und wir müssen aufpassen, dass wir auch überall durchpassen.Wir finden endlich mal einen übersichtlichen Supermarkt und stocken in Ruhe unsere Vorräte auf.
Nach dem Einkauf fahren wir weiter in Richtung Süden und sehen im Vorbeifahren das Hafenstädtchen St Jean de Luz. Meine Facebook Freundin Andrea schwärmte so von diesem Ort. Jetzt wissen wir auch warum. Vom Womo aus haben wir einen Blick über den Hafen mit weißen Booten, Leuchttürmen und schmucken Häusern. Dazu logischerweise diese knalligen Farben. Wow! Wir sind gerade vorbei, da sahen wir den kleinen Stellplatz. Also fahren wir bis zum nächsten Kreisel, drehen eine Runde – wie praktisch – und steuern wieder auf St Jean de Luz zu. Ja, den Ort müssen wir ansehen!
knallige Farben in St Jean de Luz, Frankreich
Panorama im Hafen von St Jean de Luz – auf jeder Seite gibt es einen Strand und in der Mitte einen Leuchtturm
früh morgens im Hafen von St Jean de Luz, Frankreich
Der enge Stellplatz von St Jean de Luz
Das mit dem Stellplatz dort ist aber noch ne andere Sache. Der ist nämlich eng und hat außer dem Vorteil, dass er in St Jean de Luz ist, keinen Vorteil. Hinten ist ein Bahnhof, mit dem Heck parkt man fast bis zum Gleis. Der Lautsprecher der Durchsagen hängt nur ein paar Meter von unserem Mobil entfernt. Die Dame, die die Durchsagen macht, schein fast direkt hinter uns zu stehen. Vor uns liegt direkt die Straße. Und da fahren gefühlt alle Mopeds, die es in Frankreich gibt. Und die Dinger geben Vollgas. Echt, ich übertreibe nicht. Der Platz ist zudem extrem eng. Es ist der engste, den ich je gesehen habe. Zum Glück ist unser Mobil nur 6,3 m, wir passen genau in eine der drei freien Lücken. ABER, der Platz ist trotzdem gut. Das Städtchen ist nämlich fantastisch.
Die Autos haben auch wenig Platz in der Stadt
Die zwei Hafenleuchttürme von St Jean de Luz
Da gibt es zwei Leuchttürme, eine alte Innenstadt, einen Wochenmarkt, richtig schöne Häuser am Strand, einen sauberen Sandstrand mit knalligem Meer und noch viel mehr. Einfach wunderbar. Wir laufen uns mittags, abends und morgens die Füße platt und findens gut. Im Hafen gibt es einen Second Hand Laden, so, wie es sie in England an jeder Ecke gibt. In Frankreich finden wir diese Läden eigentlich nie. Wir kaufen Espresso Tassen und kleine Kristallgläser für 3 Euro. Dazu kaufe ich mir im nächsten Supermarkt Baileys.
Durchfahrt verboten
Ein Hund am hundefreien Strand
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Biarritz, Frankreich
Das Stadtzentrum von Biarritz ist etwa 5 km vom Wohnmobilstellplatz entfernt. Das ist zu weit zum Laufen, finden wir und holen die Räder aus der Heckgarage.
Der Leuchtturm von Biarritz
Der Leuchtturm von Biarritz thront hoch oben auf einem kleinen Hügel. Von da aus hat man schon eine schöne Sicht auf die Stadt. Das Wetter ist noch trist, scheint aber aufzuklaren. Der Leuchtturm öffnet erst um 14:00 Uhr, wir fahren also weiter Richtung Stadt. Drei große Bagger bearbeiten den Sand am Strand vor der langen Promenade. Ich hab es gestern selbst gesehen: Das Meer gräbt hier ganz schnell Löcher in den Strand. Seit gestern Abend ist der Strand vor dem Wohnmobilstellplatz sicher einen Meter tiefer gelegen, da wo die Wellen ankommen. So viel Sand wurde da weggespült. Ich denke, dass hier deswegen immer Sand in großen Mengen nach vorne geschoben wird.
Sand, Felsen und kleine Brücken – der Strand von Biarritz
Der Strand von Biarritz ist wunderschön. Dicke, große – ja geradezu gewaltige – Felsen liegen gut verstreut am Strand. Dazwischen laufen Leute als Größenvergleich auf dem Sand und ein paar Surfer gibt es auch. Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen. Das ist Bilderbuchwetter und Urlaubskulisse. Wölkchen, blauer Himmel, Sonne, Strand, Felsen und ein Leuchtturm. Und Hochhäuser und Touristen. Das Letztere ist neu für uns. Wir finden es zur Abwechslung aber mal gut. Was Neues!
Wellen und Regenwolken in Biarritz, Frankreich
Abenstimmung in Biarritz, Frankreich
Besichtigung des Leuchtturms
Gegen 14:00 Uhr sind wir wieder am Leuchtturm. Da will ich rein. Der Eintritt kostet 2,50 Euro und die Frau ist sehr nett, sie möchte mal wieder ihr Deutsch auffrischen und freut sich, dass ich zuhöre. Zehn Leute dürfen auf einmal in den Leuchtturm. Es sind gerade Zehn drinnen, doch sie macht ne Ausnahme. Weil ich allein bin. Die Aussicht ist noch ein klein wenig besser ganz oben vom Leuchtturm aus. Aber nicht wesentlich. Das Treppenhaus ist langweilig, ich glaube, es waren so 280 Stufen, die sich nach oben zwirbeln. Dann wird es einmal kurz eng, ich stoße mir den Kopf an dem abgepolsterten Türrahmen. Hier scheint sich fast jeder den Kopf anzustoßen, deswegen das Polster.
Wir hatten das Stativ den ganzen Tag über auf dem Rad und dem Rücken mitgeschleppt und dann doch nicht benutzt! Blöd. Ich muss mal meine Begeisterung hinten anstellen und ruhiger fotografieren. Noch fühle ich mich etwas gehetzt. Wir haben doch Zeit.
Wellen, Surfer und ein grandioser Sonnenuntergang
Zurück am Mobil futtern wir was, und dann ist es auch schon wieder Zeit, den Strand zu besuchen. Diesmal gehen wir zu zweit und beide mit der kompletten Kameraausrüstung und Stativen. Was für ein genialer Abend. Die Wellen knallen an den Strand. Das Meer ist richtig wild. Das kann man an der Menge Surfer ablesen – an dem Abend sind sehr viele da. Wolken hängen am Himmel, aber sie lassen Lücken für das Sonnenlicht. Einzig der Wind ist kalt und bissig. Wir frieren. Ich merke, dass das Carbon Stativ ein wenig schwingt. Das ist mir neu. Das hatte ich beim Alu Stativ von Manfrotto nie. Diese Schwingungen werde ich mal im Blick halten und sehen, wieweit sie sich auf die Schärfe der Fotos auswirken. Ich habe an dem Tag sehr viele Panoramen fotografiert, mit Lightroom 6 lassen die sich wunderbar zusammensetzen. Abends sitze ich dann ewig am Rechner. Ich habe mal wieder viel zu viele Fotos geschossen, jetzt muss ich da durch. An Ausruhen ist nicht zu denken – wie war das noch mit dem »Langsamermachen«?
Biarritz, Sonnenuntergang – wir hatten großes Glück, dass die Sonne noch durchkam
Welle im Sonnenuntergang, Biarritz
Treibholzsammeln
Am nächsten Morgen ziehen wir direkt wieder zum Strand. Ich möchte diesmal Treibholz zum Basteln und für unsere Freundin Sabine mitnehmen. Hier liegt ne Menge schöne Holz rum. Der Müll hält sich an diesen Stränden hier in Grenzen, ich nehme an, dass professionell aufgeräumt wird.
Nach der ersten Foto- Holz- Sammeltour ziehen wir weiter. An diesem Tag kommen wir nicht weit, die Küste im Süden Frankreichs ist wunderschön.
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