Überall feinsandige Dünen in Tarifa
Zwischen Trafalgar und Tarifa gibt es noch einen Leuchtturm. Auf den Fotos, die ich im Internet fand, sieht er nicht sonderlich schön aus. Ein altes Gebäude, dem ein Leuchturmlicht aufgesetzt wurde. In unserer Karte ist er am Ende der kleinen Straße Punta Paloma eingezeichnet. Schon gleich zu Beginn der Straße wandert eine Düne über die enge Fahrbahn.
Schweres Fahrzeug steht am Straßenrand bereit, um die Sandmassen wieder weg zu räumen, weil der immerwährende Wind permanent Sand durch die Gegend bläst. Direkt hinter der Düne gibt es einen Parkplatz, ich bin dafür, von hier aus zu laufen. Man weiß ja nie, wie die Straße weitergeht. Wir laufen also und suchen den Leuchtturm. Ein Pinienwald säumt die Straße, das ist auf den ersten beiden Kilometern ganz nett. Dann wird die Straße, eigentlich ist es mittlerweile ein kleiner Weg, so eng, dass die Autos, die hineinfahren, nur sehr mühevoll und mit viel Rangiererei wenden können. Gunter meint, am ausgeschilderten Restaurante gibt es ganz sicher eine Wendemöglichkeit. Nun, wir sind ja zu Fuß, also damit haben wir heute keine Probleme. Wir laufen noch ein, zwei Kilometer auf Schotter weiter. Das Restaurant am Ende des Weges ist geschlossen, der enge Parkplatz mit einer Eisenkette versperrt. Die Küste ist jetzt steil, am Wegesrand wachsen Kakteen gigantischen Ausmaßes, in den steilen Felsen klettern Ziegen immer höher hinauf auf der Suche nach frischem Grün, ihre Glocken läuten zu uns herunter. Der Pfad wird enger, Parkverbotsschilder hängen zu hunderten (gefühlt) vor jedem Haus. Jede Zufahrt ist steil und eng. Wären wir tatsächlich hier mit dem Mobil reingefahren,Spaß hätte das nicht gemacht. Schade, dass an den Straßen keine Hinweisschilder stehen, für welche Art Fahrzeug sie sich eignen. Ich traue den kleinen Wegen jedenfalls nicht mehr und werde künftig eher mein Fahrrad auspacken.
Den Leuchtturm finden wir nicht. Wir treffen aber auf dem Rückweg ein holländisches Ehepaar, welches auch den Leuchtturm sucht. Später sehen wir auf einer anderen Landkarte, dass er ein gutes Stück weiter Richtung Barbate steht und nur durch eine längere Wanderung zu erreichen ist.
Wir schauen uns noch die Wanderdüne an. Sie überrollt den Wald, am Straßenrand sehen wir tote Bäume. Ein Wanderpfad zieht sich durch den Pinienwald, komplett auf Sand, steil hinunter zum Strand. Ich komme schon beim Runterlaufen mächtig in Schwitzen. Ich laufe aber trotzdem ziemlich flott wieder die Düne hoch. Langsam geht das auch nicht, der Sand ist weich und nachgiebig, man rutscht immer wieder runter, so steil ist es. Im kargen Boden finden einige Pflanzen trotzdem noch genügend Nährstoffe um farbenfrohe Blüten zu produzieren.

Düne, Puente Paloma, Andalusien

Pflanzen in der Düne, Andalusien

Wanderweg zum Strand, Andalusien

Pflanzen in der Düne, Andalusien

Düne und Bäume, Andalusien
Surferparadies Tarifa
Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Tarifa. Die Sonne scheint wieder, was für ein Empfang für uns! Tarifa ist der südlichste Festlandpunkt Europas. Von hier aus sind es nur 14 km bis Afrika. Die hohen Berge in Afrika, direkt an der Küste geht es etwa 800 Meter hoch, sehen mit den fotogenen Wolken umwerfend aus. Wir haben etwas Mühe, einen Parkplatz zu finden. Anscheinend sind fast alle Besucher auf die kostenlosen Plätze aus. Wir finden einen am blauen Bordstein, das heißt, wir können zwei Stunden gegen Gebühr parken. Der Strand ist weitläufig, Surfer treiben im Wasser, Surfbretter stehen überall in den Surfschulen bereit. Auf einer Landzunge steht ein weißer Leuchtturm, den man leider nicht besuchen kann. Er steht auf militärischem Sperrgebiet. Schade. Es gibt kleine Buchten und weite Strände. Da Sonntag ist, sind die auch ganz ordentlich besucht. Wir mögen das Flair der Stadt auf Anhieb.

Surfer und der Leuchtturm in der Ferne, Andalusien
In der Meerenge, der Straße von Gibraltar, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen wohnen zahlreiche Meeressäuger. Wale und Delfine tummeln sich in den Gewässern. An Land tummeln sich die Anbieter der Waltouren. Ich will logischerweise sofort mitfahren. Eine zwei stündige Tour kostet 30 Euro. Das ist zeitlich und finanziell überschaubar. Für den nächsten Tag nehme ich mir eine Tour vor.

Strandaktivitäten, Andalusien

Statue am Hafen von Tarifa, Andalusien

Felsformationen und Blick nach Afrika, Andalusien

Blick über den Strand und die südlichste Stadt Europas – Tarifa, Andalusien

Tarifa, Andalusien

Blick nach Marokko, Andalusien
Vorsicht bei der Stellplatzsuche!
In der Stadt soll es auch einen Stellplatz geben, doch die Tür zum Parkplatz ist verschlossen. Etwa 10 Kilometer außerhalb der Stadt gibt es laut ADAC Campingführer einen weiteren Stellplatz, den wir anfahren. Wir finden ihn auch direkt. Er ist nicht zu übersehen, denn da stehen sicher 40 Wohnmobile. Die Einfahrt ist schon recht holprig, aber was uns danach erwartet, damit haben wir nicht gerechnet. Anscheinend gab vor Kurzem heftigen Regen. Die Zufahrt ist extrem – EXTREM – löchrig. Aber, als wir einmal reingefahren sind, geht es nicht mehr rückwärts. Wir holpern im Schritttempo so vor uns hin. Mir liegen die Nerven blank – das arme Fahrwerk unserer alten Kiste. Wir bewegen uns zentimeterweise vorwärts und selbst da räumt es uns hinten noch die Schränke aus, so tief sind die Löcher. Ich will da so schnell wie möglich wieder raus. Ja, die anderen haben es auch alle geschafft, ich weiß. Wir nehmen die kleinstmögliche Schleife und retten uns, so schnell es geht wieder auf befahrbaren Untergrund.
Gemütlicher Campingplatz – Camping Tarifa
Ein paar Kilometer weiter Richtung Tarifa finden wir einen Campingplatz für 18 Euro. Der ist gemütlich, schattig, mit Pinien und dem Strand in 100 Metern Entfernung. Ja, das ist mir lieber. Wir verbringen den ganzen Abend an der Küste und fotografieren bis weit nach Sonnenuntergang.

Pinien vor dem Campingplatz, Andalusien

Pinien vor dem Campingplatz, Andalusien

Pinien vor dem Campingplatz, Andalusien

Pinien vor dem Campingplatz, Andalusien

Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien

Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien

Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien
Stadtbummel Tarifa
Wir trödeln morgens etwas, duschen, befreien mal das Mobil vom gröbsten Dreck und sortieren die Fotos. Gegen Mittag fahren wir wieder nach Tarifa rein, im Randbezirk gibt es einen Parkplatz für Busse und Mobile. Die Stadt ist nicht groß, wir laufen etwa eine halbe Stunde am Strand zum Whalewatching-Büro. Ich buche die Tour für 16:00 Uhr, die Vorfreude steigt. Gunter verträgt das Bootfahren nicht so gut, er verzichtet lieber darauf. Jetzt haben wir Zeit, uns die kleinen Gassen und Restaurants anzuschauen. Überall gibt es Surfersouvenirs, Flipflops, T-Shirts und an jeder Ecke was Leckeres zu Essen. In einem kleinen Restaurant futtern wir was Kleines. Ich möchte nicht ganz nüchtern aufs Meer raus fahren.

Suerferparadies Tarifa, Andalusien

Suerferparadies Tarifa, Andalusien

Kirche in Tarifa, Andalusien
Wal- und Delfintour in Tarifa
Die Gruppe der Touristen für die Waltour ist ziemlich groß. Fast 200 Leute können bei einer Tour mitfahren. Bisher bin ich nur im Norden auf Wal- oder Delfintour gegangen (Die Azoren mal ausgenommen). Ich wundere mich darüber, dass doch viele in Flipflops, T-Shirt und kurzen Hosen aufs Boot gehen. Aber, sie haben Recht, es ist ganz schön warm, auch auf dem Meer.
Das Wetter ist gut, es weht zwar der obligatorische Wind, aber das Meer liegt flach vor uns. Trotzdem schaukelt das Boot ziemlich hin und her. Wir finden relativ schnell große Tümmler, die Spaß haben vor dem Bug her zu schwimmen. Ich lehne mich weit nach draußen, um ein paar Fotos zu schießen. Gerade habe ich einen Delfin im Visier, da dreht er sich und macht einen gewaltigen Platscher. Ich bin klatschnass, samt Kamera. Seltsamerweise bin ich die Einzige, die nass wird. Die anderen lachen und haben ihren Spaß mit mir. Ich versuche sofort, die Kamera gründlich abzutrocknen. Die Tourbegleiterin meint, dass das wenigstens die beste Art ist, nass zu werden. Ja, das finde ich auch. Die Kamera hat es weggesteckt, ich sowieso. Die Fotos sind super gut geworden. Das Nasswerden hat sich gelohnt.

großer Tümmler in der Straße von Gibraltar, Andalusien

großer Tümmler in der Straße von Gibraltar, Andalusien

große Tümmler in der Straße von Gibraltar, Andalusien

Danach war ich nass, Andalusien

großer Tümmler in der Straße von Gibraltar, Andalusien

Das Walbeobachtungsboot, Andalusien

kleines Fischerboot im Hafen von Tarifa, Andalusien
Wir halten noch nach dem Blas der Pottwale Ausschau, aber da scheint heute keiner in der Nähe zu sein. Zwei Stunden später sind wir wieder zurück im Hafen von Tarifa.
Wir schlafen diese Nacht an der Straße, wo wir geparkt haben. Viele weitere Mobile stehen auch noch da. Auch hier ist der Strand nur 100 Meter entfernt.

Wohnhäuser in Tarifa, Andalusien

Wohnhäuser in Tarifa, Andalusien

Kitschiger Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien

Palmen im Sonnenuntergang, Andalusien
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Steilküste Falesia, Algarve
Es fällt mir schwer, Manta Rota zu verlassen. Am liebsten würde ich hier mal zwei Wochen bleiben und jeden Morgen und Abend zur Lagune laufen. Doch wir ziehen erstmal weiter.
Als Erstes besorgen wir uns in einem großen Einkaufszentrum eine SIM Karte fürs Internet. Wir fragen nicht groß rum, sondern gehen in den ersten Shop, das ist Vodafone, und kaufen 40 GB für drei Wochen für 20 Euro. Die Angestellte spricht gutes Englisch. Innerhalb von zwei Minuten ist die Karte eingerichtet, wir müssen keinen Personalausweis zeigen und nichts unterschreiben. Ja, so mag ich das.
Wir ziehen weiter entlang der Küste. Leider verpassen wir eine Abfahrt zu einem kleinen Küstenstädtchen. Und dann kommt schon Faro. Dort wollen wir uns die Küste anschauen, aber das ist gar nicht so einfach. Wie in Manta Rota gibt es hier einige Orte, die eine Lagunenlandschaft haben. Manchmal braucht man da ein Boot, um zum Strand zu kommen. Wir lassen den Leuchtturm in Faro aus diesem Grund aus und besuchen nur kurz den Praia de Faro. Den Strand von Faro. Der ist über eine kleine Brücke erreichbar. Der enge Parkplatz ist schon ziemlich vollgeparkt, wir quetschen uns in eine freie Ecke und schauen uns um. Doch bleiben wollen wir nicht, auch, wenn der Ort als schöner Stellplatz für Mobile beschrieben wird. Uns ist es einfach zu eng.
Vilamoura
In Quarteira und Villamoura suchen wir Leuchttürme im Hafen. Doch das ist schwieriger als gedacht. Ein Hotel reiht sich hier ans nächste. Im ersten Hafen werden wir abgewiesen, das ist ein Fischereihafen, da dürfen nur Leute, die dort arbeiten, hinein. In Villamoura finden wir zwar einen Platz fürs Mobil, aber in diese Gegend passen wir als Camper nicht hin. Hotel und Ferienanlagen lassen hier fast keinen Blick auf den Strand zu. Die beiden Hafenleuchttürmchen sehen zwar recht nah aus, aber als ich loslaufe erweist sich das als Trugschluss. Ich komme ihnen kaum näher. So wirklich schön sind die auch nicht. Ich mache ein paar Fotos und bin auch schon wieder weg.
Hafenleuchttürmchen – sieht ja ganz nett aus, aber das Vorankommen auf diesen riesigen Felsen ist wirklich sehr mühsam, sodass ich nicht weiter nach vorne laufe.
So sieht es in der anderen Richtung aus
Stellplatz in Falesia
Nein, wir suchen uns lieber einen Stellplatz. Ein paar Kilometer vor Albufeira gibt es in Falesia einen Stellplatz, der sehr gelobt wird. Wir kurven durch zig Gassen und durch zahlreiche Kreisel dorthin und ergattern den letzten Platz für 7,50 Euro. Durch den Pinienwald sind es nur 500m zur Küste. Wir stehen hoch oben und schauen auf die Miniaturfiguren am Strand unten hinab. Auch die Wellen sehen von hier klein aus. Ich denke wir schauen von circa 30 m hinunter auf das Wasser. Die Steilküste besteht hier aus Sandstein und Ton. Sie wird vom Regen ausgewaschen, was ganz spezielle Muster in den Stein wäscht. Die Farben sind jedoch am beeindruckendsten. Das Abendlicht färbt sie noch einen Tick roter. Wir sind begeistert. Über Treppen und Stege erreichen wir den engen Strand, die Flut ist auch gerade da.
Zahlreiche Sonnenschirmchen stehen bereit für zahlende Strandbesucher. Sie sind jetzt so spät am Nachmittag alle verlassen. Wir laufen den Strand entlang und nach ein paar hundert Metern sind wir fast ganz allein. Hier ist der Strand auch einfach nur Strand. Keine Schirmchen, kein Restaurant, nur Sand, Wellen und diese außergewöhnliche Steilküste, die eher in eine Wüste im Westen der USA passen würde. An einem Restaurant führt ein Steg in ein Tal, welches sich durch diese Landschaft zieht. Hier kontrastiert das rot, orange und weiß des Steins mit dem frischen Grün der Bäume. Am Ende des Tals führen die Treppen hoch hinaus zu einer Aussichtsplattform. Es gibt sogar einen Fahrstuhl. Wir konzentrieren uns so auf das Fotografieren, dass es uns nicht auffällt, dass wir in einer Hotelanlage gelandet sind. Dort findet auch gerade noch ein Empfang statt, mit Buffet, Sekt und allem, was dazu gehört.
Gunter in Falesia
Wir wollten gern oberhalb der Klippen und nicht am Strand zurücklaufen, aber das ist nicht möglich. Über den Golfplatz dürfen wir nicht laufen. Das Areal des Hotels ist riesig – Hilfe! Wir kommen hier nicht raus! Also kämpfen wir uns doch über den weichen Sand zurück zum Stellplatz.
Der Stellplatz ist ganz nett, aber voll. Hier gibt es unglaublich viele extrem große Wohnmobile mit kleinem Auto. Dauercamper. Auch in Manta Rota trafen wir schon Leute, die drei oder vier Wochen blieben, hier sieht es ähnlich aus. Nur scheinen die Leute noch länger zu bleiben.
Wir ziehen weiter zum nächsten Stellplatz.
Flipflops anziehen!
Der Stellplatz ist voll
Gemütlicher Stellplatz in Gale
Eigentlich sind wir auf der Suche nach einem bestimmten Strand, als wir ein Wohnmobil Schild sehen. Um enge Gassen und ein Parkproblem zu vermeiden, entschließen wir uns, einfach da zu bleiben. Wir sind noch sehr früh dran, sind gerade mal an Albufeira vorbeigefahren und haben wieder das große Glück, den letzten Stellplatz zu bekommen. Uff, hier muss man früh sein. Der Platz ist super sauber und gemütlich eingerichtet. Es gibt ein beheiztes kleines Pool, einen Aufenthaltsraum, eine schattige Sitzecke, eine kalte und eine heiße Dusche aber keine Toiletten. Der Platzwart begrüßt uns mit Handschlag, er ist unglaublich freundlich und hilfsbereit. So hat uns noch nie jemand empfangen. Cool!
Pool auf dem Stellplatz, Gale
Stellplatz Gale
Die Leute, die hier stehen, sind noch länger da, als auf den anderen Plätzen, die wir bisher besucht haben. Ein deutsches Ehepaar steht bereits seit zwei Jahren hier mit dem großen Weltreisemobil. Fast fühlen wir uns wie auf einem englischen Campingplatz, denn 80 % der Gäste sind aus England oder Irland. Da so viele Dauercamper da sind, gibt es fast keinen Platz für die Besucher, die die Gegend für ein oder zwei Tage erkunden möchten.
Ich nutze dankbar das 30° C warme Pool. Da fällt es mir fast schwer, wieder aus dem Wasser herauszukommen, denn die Luft hat nur 27 ° C.
Wir treffen norwegische Freunde in Portugal
Vor 9 Jahren kam ich auf dem Campingplatz in Stø auf den Vesterålen mal ins Gespräch mit einem Ehepaar aus Svolvaer. Die beiden wanderten ein Jahr später nach Portugal aus. Facebook sei dank, sind wir all die Jahre in Kontakt geblieben. Ann Barbro berichtete immer wieder mal von ihren Erlebnissen in der Algarve.
Jetzt, nach so vielen Jahren, sind wir endlich mal in der Nähe. Wir verabreden uns auf dem Stellplatz. Ann Barbro und Eric kommen aus Portimao und wir sitzen im Mobil und quatschen. Da das nicht ganz so gemütlich ist, laden uns die beiden zu sich nach Hause zum Essen ein. Wir fahren gemeinsam mit dem Auto in die Stadt. Es ist schon erstaunlich, wie träge das Mobil ist, merke ich gerade, als ich im wendigen Auto sitze. Das Haus, welches Ann Barbro und ihr Mann gekauft haben steht mitten in der Stadt, von außen sieht es ziemlich klein aus, innen ist es sehr geräumig und gemütlich. Die beiden hatten uns von ihrem Lärmproblem erzählt, jetzt können wir uns das live anhören. Dazu berichte ich aber im nächsten Blogbeitrag ausführlicher – hier sei nur kurz gesagt, dass es sich um ein sehr außergewöhnliches Fluglärmproblem handelt.
Leuchtturm am Ponta da Piedade
Nach dem Essen fahren wir noch gemeinsam zum Leuchtturm in Lagos beim Ponta da Piedade.
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
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Leuchttürme in Westen Andalusiens und die Sandalgarve
Um in den äußersten Westen Andalusien zu kommen, müssen wir ein weitläufiges Flußdelta umfahren. Erst geht es landeinwärts Richtung Sevilla, dann wieder hin zur Küste. Die Landschaft bekommt ein neues Gesicht. Die Pinien wachsen hier anders – ich kann es nicht genau beschreiben. Sie haben wohl eine breitere Baumkrone. Jedenfalls ist die Straße kerzengerade, zur linken Seite versperrt eine riesige, mit Bäumen bewachsene Düne die Sicht aufs Meer. Ich würde mir das alles gerne genauer ansehen, doch soviel Zeit haben sogar wir nicht. Am liebsten würden wir gleich im nächsten Winter wieder hierher kommen.
Der Leuchtturm El Picachio
Der Leuchtturm El Picacho steht mitten in der Stadt auf einer Anhöhe. Das Gebiet drumherum ist parkähnlich angelegt oder so gewachsen. Im Sommer scheint hier eine Farm-Ausstellung stattzufinden. Jetzt ist noch alles ruhig, wir sind die einzigen Besucher. Das Wetter ist nicht ganz optimal, es ist trüb, die dichten Pinienkronen schlucken Licht. Wir wünschen uns etwas Sonne, schauen in den Himmel und geben die Hoffnung auf. Wir fotografieren natürlich trotzdem.
Leuchtturm El Picachio, Andalusien
Leuchtturm El Picachio, Andalusien
Leuchtturm El Picachio, Andalusien
Lauter Stellplatz in Huelva am Monument Colon
Etwa 20 km weiter Richtung Westen gibt es einen Stellplatz an der Mündung der Flüsse Odiel und Tinto. Dort steht nur ein einziges deutsches Wohnmobil am winzigen Strand. Eine gewaltige Statue schaut auf uns herab.
Die Polizei fährt gerade vorbei und checkt, ob alles in Ordnung ist. Dann kommt die Sonne raus und fast wäre ich wieder zurück zum Leuchtturm gefahren. Doch das Schauspiel hält nicht lange genug. Gegen 23:00 Uhr wird es auf dem Platz, der eh viel zu laut ist, wegen der Eisenbahnlinie und der Hauptverkehrsstraße, noch lauter. Etwa 20 Meter vor unserem Mobil treffen sich einige jungen Leute, die sich lautstark unterhalten und ihre Späßchen treiben. Gegen Mitternacht parkt auch noch ein Auto direkt neben uns, und ein Pärchen streitet sich lautstark bei herutntergekurbelten Fenstern. Dazu dreht der junge Mann alle zwei Minuten sein bis zum Anschlag aufgedrehtes Radio auf einen anderen Sender. Uff, das ist gigantisch laut. Ob wir doch in der Nacht weiterfahren sollen? Ich setze meine Kopfhörer auf und lenke mich ab. Irgendwann fährt die Polizei wieder auf der Straße oben vorbei und die beiden verschwinden. Endlich Ruhe– es ist mittlerweile nach 2:00 Uhr in der Nacht.
Unser Womo auf dem bisher lautesten Stellplatz unserer Reisekarriere
Monument am Fluß, Huelva, Andalusien
zehn Minuten gutes Licht, dann regnet es wieder, Andalusien
Leuchtturm-Tour, El Rompido
Morgens statten wir dem schönen Leuchtturm El Picachio noch einen zweiten Besuch ab. Wir freuen uns über das bessere Wetter. Danach starten wir zu unserem letzten spanischen Leuchtturm. Genau gesagt sind das zwei Leuchttürme in El Rompido, denn der alte Leuchtturm wurde irgendwann zu klein, da haben sie daneben einen höheren hingebaut. Diese beiden Leuchttürme sind mit dem Mobil sehr einfach zu erreichen. Direkt unterhalb gibt es einen großen Parkplatz. Schwere Gewitterwolken hängen in der Luft, wir beeilen uns mit dem Fotografieren, denn es sieht so aus, als regnet es bald. Es donnert, es blitzt, es schüttet. Wir rennen schnell zurück ins Mobil, kochen was Leckeres. Als der Himmel schon wieder fast ganz blau ist, fotografieren wir die beiden Türme nochmal in aller Ruhe. Cool, wenn das Wetter so schnell wechselt.
El Rompido, Andalusien, Spanien – nur noch ein paar Sekunden und es schüttet
El Rompido, Andalusien, Spanien – eine Stunde später sieht es so aus.
El Rompido, Andalusien, Spanien – der alte und der neue Leuchtturm
El Rompido, Andalusien, Spanien – Souvenirshops mit Palmen und schon sieht es wieder ganz anders aus.
Auf nach Portugal
Ja, und dann geht es für uns zum ersten Mal mit dem Wohnmobil nach Portugal. An der Grenze wird kontrolliert, auch wir zeigen unsere Pässe. Die spanischen Autos werden rausgewunken und durchsucht. Es dauert eine ganze Weile, bis wir durch sind. Hier in Portugal an der Algarve spricht jeder Englisch mit uns. Das ist praktisch. Wir registrieren unser Womo mit der Kreditkarte für die Autobahn und los gehts.
Der Leuchtturm Sto. Antonio
In Villa Real fotografieren wir direkt den ersten portugiesischen Leuchtturm Sto. Antonio. Der steht im Stadtgebiet und da er so hoch ist, tun wir uns schwer, ihn gescheit inst Bild zu setzen. Aber wunderschön ist er.
Die Straßen sind merklich schlechter als die spanischen. Es holpert und rüttelt das Mobil durch. Beim Fahren ist volle Konzentration angesagt. Ich brauche immer ein wenig Zeit, um mich an ein neues Land zu gewöhnen. Die Verkehrsschilder, die Ortsnamen und die Leute…
Santo Antonio, Algarve, Portugal
Santo Antonio, Algarve, Portugal
Sandstrand und Lagune in Manta Rota
In Manta Rota finden wir einen genialen Stellplatz direkt am Strand. Etliche Mobile parken schon hier, als wir durch eine Schranke reinfahren. Das Wetter bleibt wechselhaft. Mir gefällt das eh besser als ständiger blauer Himmel. Der Strand sieht in jedem Licht anders aus. Einen Nachteil hat die Sache allerdings, wenn es besonders gut aussieht, wird man nass. Ich kann es nicht lassen, renne nicht zurück zum Mobil, sondern fotografiere weiter, als die Wolken besonders tief hängen und der Regenbogen die Landschaft verziert. Ich werde natürlich klatschnass, als micht der Gewitterschauer überfällt. Die Angst um die Kamera und das Smartphone in meiner Hosentasche, treiben mich schließlich zum Parkplatz zurück. Dort wechsele ich schnell die Klamotten, packe das Smartphone in eine Plastiktüte, trockne die Kamera ab und schon ziehe ich wieder los. Der weite Stand ist jetzt völlig leergefegt. Ganz allein bewundere ich dieses Schauspiel. Die Wolken, die Sandbänke, der Regenbogen und das Licht auf dem Meer. Genial! Leider habe ich gerade jetzt keine Ersatzbatterie in der Hosentasche. Als das letzte Fünkchen Batteriestrom verbraucht ist, habe ich meine Bilder im Kasten und laufe ich hochzufrieden wieder zum Mobil zurück.
In dem französischen Wohnmobil nebenan wir kräftig gefeiert. Nach der letzten Nacht haben wir da keine Lust drauf. Wieder diese Bässe, die unefiltert zu uns durchdringen. Wir stellen uns einfach zwanzig Meter weiter hin und gut ists.
Regenwolke über dem Praia de Manta Rota – Portugal
Holzsteg zum Strand – Praia de Manta Rota – Portugal
Praia de Manta Rota – Portugal
Wolken und Wellen – Praia de Manta Rota – Portugal
Muschelsammeln in der Lagune
Morgens bin ich wieder früh auf den Beinen. Der Strand ist einfach zu faszinierend. Nur eine Frau ist auch schon munter und läuft barfuß Richtung Lagune. Diese Ruhe tut mir gut.
Genau mit dieser netten Frau komme ich etwas später ins Gespräch. Sie hat eine Kiste voller Muscheln unter dem Mobil stehen. Das finde ich interessant. Wir tauschen uns direkt über die besten Fundorte aus. Die Lagune bei Ebbe ist der Geheimtipp. Gegen Mittag ziehe ich los und finde auch solch genialen Muscheln – eigentlich sind es Schnecken. Der Weg ist recht weit, weil die Sonne knallt, fällt mir der Rückweg schwerer. Ich will später nochmal hierher kommen.
Wir bleiben zwei Tage in Manta Rota und laufen immer wieder zur Lagune. Leider ist die Ebbe immer zur Mittagszeit. Ich hätte diese Farbe und Muster im Sand gern im besseren Morgen- oder Nachmittagslicht fotografiert.
Doris und ihr Mann sind super nett. Ihr geht es auch so, dass sie nicht nur Muscheln, sondern auch den Müll aufsammeln möchte. Kurzerhand tun wir uns zusammen: Eine hält die Tüte auf, eine sammelt den Müll ein. Wir füllen drei Müllsäcke und fühlen uns hinterher etwas besser. Oft werden die beliebten Touristenstrände professionell gesäubert. Aber es ist noch zu früh im Jahr. Im Gegensatz zum Norden (Schottland, Norwegen) wo wir mehr Abfall von den großen Schiffen gefunden haben, liegt hier eher Touristenmüll an den Stränden. Flipflops, Plastik, Flaschen.
Ich würde ja gerne noch länger bleiben, doch was erwartet uns wohl noch in der Algarve? Wir sind neugierig und ziehen weiter.
Blick auf die Lagune, Manta Rota
Quinta de Cima, Algarve, Portugal
Quinta de Cima, Algarve, Portugal
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
Spanische Leuchtturm-Seiten
Der höchste Leuchtturm Spaniens – Chipiona, Andalusien
6. Mai 2017/von GabiEl Puerto de Santa Maria – Leuchtturm im Puerto Sherry
8. Mai 2017/von GabiLeuchttürme in Westen Andalusiens und die Sandalgarve
19. Mai 2017/von GabiFaro Cabo Silleiro, Galizien, Spanien
Cabo Trafalgar, Andalusien
Illa Pancha, Galicien, Spanien
Cabo Silleiro, Galicia, Spanien
Cabo Trafalgar – Der ideale Wellenstrand
Kap Trafalgar ist bisher in Andalusien unser Lieblingsort. Von Gibraltar aus, fahren wir direkt wieder dorthin zurück, mieten uns wieder auf den Campingplatz ein, um unseren beiden Lieblingsstränden so nah wie möglich zu sein. Diesmal spielt das Wetter mit. Wir sind zu allen Zeiten draußen am Meer, versuchen uns in der Mittagshitze etwas zu zügeln und auszuruhen. Trotzdem holt sich Gunter einen heftigen Sonnenbrand. Er hatte die Arme eingecremt, nicht aber den Nacken und die Schultern.
Unser Womo auf dem Campingplatz – die Parzellen sind recht klein. Es ist fast nichts los, wir haben viel Ruhe, Andalusien
Die Strände am Cabo Trafalgar
Wie sieht es in Trafalgar aus? Vom Campingplatz aus kommt man zuerst am Kitesurferstrand vorbei. Wenn die Surfer weg sind, angeln abends immer Leute. Die Farben des Meeres wirken absolut unwirklich. Das liegt am Sand und dem flachen Wasser. Weiter entlang des Strandes liegt ein angespültes, etwa acht Meter langes Holzboot, welches sich bereits ein wenig zerlegt hat. Ich freue mich, als ich endlich ein kleineres Stück Holz finde, welches nicht allzuschwer zum Mitnehmen ist. Das wandert als Souvenir in den Zwischenboden des Mobils.
Ja, und dann erreichen wir den Leuchtturm, der etwas erhöht auf ein paar Felsen steht. Und von da aus schaut man auf einen langen, relativ steil abfallenden Strand. Dort knallen oft die Wellen und dort tummeln sich die Surfer.
Kitestrand in Trafalgar, Andalusien – diese Farben!!
Wir haben das große Glück, dass die Wellen heute mächtig auf den Strand zu rollen, die Sonne durchscheint die Wellen von hinten. Ah, welche Farben, was für ein Wahnsinnsspaß. Genau deswegen sind wir nochmal hierher gekommen.
Dann widmen wir uns dem Küstenabschnitt direkt unterhalb des Leuchtturms. Das ist eine Spielwiese für Fotografen. Die Felsformationen sind außergewöhnlich und abwechslungsreich. Da finden sich »gefaltete« Felsformationen, Felsplatten, kreisrunde Löcher (teilweise entstanden die auf natürliche Art, teilweise auch von Menschenhand – da wurde in früheren Zeiten Säulen herausgebohrt). Wir freuen uns über die Sonne und den schönen Sonnenuntergang und fotografieren bis nach 21:00 Uhr.
Leuchtturm Trafalgar mit diesen speziellen „Felspfannkuchen“, Andalusien
Leuchtturm Trafalgar und Felsen, Andalusien
Diese Felsplatten sind mehrere hundert Meter lang, Andalusien
Löchrige Felsformationen, Andalusien
Sandbänke, Andalusien
Der Hintereingang zum Campingplatz wird relativ früh geschlossen – da sind wir froh, es diesmal gerade noch geschafft zu haben. Ich war einmal allein unterwegs und nicht so glücklich. Der Weg außen herum ist weit, vor allem wenn man gerade müde aus den Dünen und dem weichen Sand des Strandes schwer mit Fotogepäck beladen zurückkommt.
Wir verbringen zwei fantastische Tage an diesen Stränden und beim Leuchtturm.
Bervor ich es vergesse – hier kommen noch ein paar Wellen.
Wellen am Cabo Trafalgar – sie waren so dynamisch, dass sie ne Menge Sand aufwirbelten.
Wellen am Cabo Trafalgar – und meisten kamen mehrere Wellen hinterheinander
Wellen am Cabo Trafalgar – Kristallklar. So gute Bedingungen hatte ich noch nie!
Wellen am Cabo Trafalgar – am nächsten Morgen sah es wieder anders aus.
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Der Fels von Gibraltar
Wir entscheiden uns, Gibraltar mit dem Rad zu umrunden. Wenn man bedenkt, dass Gibraltar zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Welt zählt, ist das vielleicht keine so gute Idee. Doch, da all diese Leute, die auf diesem britischen Felsen wohnen auch Autos haben, ist es auch keine gute Idee, dort noch unser Mobil hin zu lenken.
Wir radeln also mit dem schweren Fotorucksack auf dem Rücken munter los. Zuerst ist die Grenzkontrolle dran. Die Personalausweise werden kontrolliert, wir sind schnell durch, weil wir mit den Rädern an den Autos vorbeiradeln können.
Tarifa – weite Surfstrände und eine Delfin Tour
Überall feinsandige Dünen in Tarifa
Zwischen Trafalgar und Tarifa gibt es noch einen Leuchtturm. Auf den Fotos, die ich im Internet fand, sieht er nicht sonderlich schön aus. Ein altes Gebäude, dem ein Leuchturmlicht aufgesetzt wurde. In unserer Karte ist er am Ende der kleinen Straße Punta Paloma eingezeichnet. Schon gleich zu Beginn der Straße wandert eine Düne über die enge Fahrbahn.
Schweres Fahrzeug steht am Straßenrand bereit, um die Sandmassen wieder weg zu räumen, weil der immerwährende Wind permanent Sand durch die Gegend bläst. Direkt hinter der Düne gibt es einen Parkplatz, ich bin dafür, von hier aus zu laufen. Man weiß ja nie, wie die Straße weitergeht. Wir laufen also und suchen den Leuchtturm. Ein Pinienwald säumt die Straße, das ist auf den ersten beiden Kilometern ganz nett. Dann wird die Straße, eigentlich ist es mittlerweile ein kleiner Weg, so eng, dass die Autos, die hineinfahren, nur sehr mühevoll und mit viel Rangiererei wenden können. Gunter meint, am ausgeschilderten Restaurante gibt es ganz sicher eine Wendemöglichkeit. Nun, wir sind ja zu Fuß, also damit haben wir heute keine Probleme. Wir laufen noch ein, zwei Kilometer auf Schotter weiter. Das Restaurant am Ende des Weges ist geschlossen, der enge Parkplatz mit einer Eisenkette versperrt. Die Küste ist jetzt steil, am Wegesrand wachsen Kakteen gigantischen Ausmaßes, in den steilen Felsen klettern Ziegen immer höher hinauf auf der Suche nach frischem Grün, ihre Glocken läuten zu uns herunter. Der Pfad wird enger, Parkverbotsschilder hängen zu hunderten (gefühlt) vor jedem Haus. Jede Zufahrt ist steil und eng. Wären wir tatsächlich hier mit dem Mobil reingefahren,Spaß hätte das nicht gemacht. Schade, dass an den Straßen keine Hinweisschilder stehen, für welche Art Fahrzeug sie sich eignen. Ich traue den kleinen Wegen jedenfalls nicht mehr und werde künftig eher mein Fahrrad auspacken.
Den Leuchtturm finden wir nicht. Wir treffen aber auf dem Rückweg ein holländisches Ehepaar, welches auch den Leuchtturm sucht. Später sehen wir auf einer anderen Landkarte, dass er ein gutes Stück weiter Richtung Barbate steht und nur durch eine längere Wanderung zu erreichen ist.
Wir schauen uns noch die Wanderdüne an. Sie überrollt den Wald, am Straßenrand sehen wir tote Bäume. Ein Wanderpfad zieht sich durch den Pinienwald, komplett auf Sand, steil hinunter zum Strand. Ich komme schon beim Runterlaufen mächtig in Schwitzen. Ich laufe aber trotzdem ziemlich flott wieder die Düne hoch. Langsam geht das auch nicht, der Sand ist weich und nachgiebig, man rutscht immer wieder runter, so steil ist es. Im kargen Boden finden einige Pflanzen trotzdem noch genügend Nährstoffe um farbenfrohe Blüten zu produzieren.
Düne, Puente Paloma, Andalusien
Surferparadies Tarifa
Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Tarifa. Die Sonne scheint wieder, was für ein Empfang für uns! Tarifa ist der südlichste Festlandpunkt Europas. Von hier aus sind es nur 14 km bis Afrika. Die hohen Berge in Afrika, direkt an der Küste geht es etwa 800 Meter hoch, sehen mit den fotogenen Wolken umwerfend aus. Wir haben etwas Mühe, einen Parkplatz zu finden. Anscheinend sind fast alle Besucher auf die kostenlosen Plätze aus. Wir finden einen am blauen Bordstein, das heißt, wir können zwei Stunden gegen Gebühr parken. Der Strand ist weitläufig, Surfer treiben im Wasser, Surfbretter stehen überall in den Surfschulen bereit. Auf einer Landzunge steht ein weißer Leuchtturm, den man leider nicht besuchen kann. Er steht auf militärischem Sperrgebiet. Schade. Es gibt kleine Buchten und weite Strände. Da Sonntag ist, sind die auch ganz ordentlich besucht. Wir mögen das Flair der Stadt auf Anhieb.
Surfer und der Leuchtturm in der Ferne, Andalusien
In der Meerenge, der Straße von Gibraltar, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen wohnen zahlreiche Meeressäuger. Wale und Delfine tummeln sich in den Gewässern. An Land tummeln sich die Anbieter der Waltouren. Ich will logischerweise sofort mitfahren. Eine zwei stündige Tour kostet 30 Euro. Das ist zeitlich und finanziell überschaubar. Für den nächsten Tag nehme ich mir eine Tour vor.
Strandaktivitäten, Andalusien
Statue am Hafen von Tarifa, Andalusien
Felsformationen und Blick nach Afrika, Andalusien
Blick über den Strand und die südlichste Stadt Europas – Tarifa, Andalusien
Tarifa, Andalusien
Blick nach Marokko, Andalusien
Vorsicht bei der Stellplatzsuche!
In der Stadt soll es auch einen Stellplatz geben, doch die Tür zum Parkplatz ist verschlossen. Etwa 10 Kilometer außerhalb der Stadt gibt es laut ADAC Campingführer einen weiteren Stellplatz, den wir anfahren. Wir finden ihn auch direkt. Er ist nicht zu übersehen, denn da stehen sicher 40 Wohnmobile. Die Einfahrt ist schon recht holprig, aber was uns danach erwartet, damit haben wir nicht gerechnet. Anscheinend gab vor Kurzem heftigen Regen. Die Zufahrt ist extrem – EXTREM – löchrig. Aber, als wir einmal reingefahren sind, geht es nicht mehr rückwärts. Wir holpern im Schritttempo so vor uns hin. Mir liegen die Nerven blank – das arme Fahrwerk unserer alten Kiste. Wir bewegen uns zentimeterweise vorwärts und selbst da räumt es uns hinten noch die Schränke aus, so tief sind die Löcher. Ich will da so schnell wie möglich wieder raus. Ja, die anderen haben es auch alle geschafft, ich weiß. Wir nehmen die kleinstmögliche Schleife und retten uns, so schnell es geht wieder auf befahrbaren Untergrund.
Gemütlicher Campingplatz – Camping Tarifa
Ein paar Kilometer weiter Richtung Tarifa finden wir einen Campingplatz für 18 Euro. Der ist gemütlich, schattig, mit Pinien und dem Strand in 100 Metern Entfernung. Ja, das ist mir lieber. Wir verbringen den ganzen Abend an der Küste und fotografieren bis weit nach Sonnenuntergang.
Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien
Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien
Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien
Stadtbummel Tarifa
Wir trödeln morgens etwas, duschen, befreien mal das Mobil vom gröbsten Dreck und sortieren die Fotos. Gegen Mittag fahren wir wieder nach Tarifa rein, im Randbezirk gibt es einen Parkplatz für Busse und Mobile. Die Stadt ist nicht groß, wir laufen etwa eine halbe Stunde am Strand zum Whalewatching-Büro. Ich buche die Tour für 16:00 Uhr, die Vorfreude steigt. Gunter verträgt das Bootfahren nicht so gut, er verzichtet lieber darauf. Jetzt haben wir Zeit, uns die kleinen Gassen und Restaurants anzuschauen. Überall gibt es Surfersouvenirs, Flipflops, T-Shirts und an jeder Ecke was Leckeres zu Essen. In einem kleinen Restaurant futtern wir was Kleines. Ich möchte nicht ganz nüchtern aufs Meer raus fahren.
Wal- und Delfintour in Tarifa
Die Gruppe der Touristen für die Waltour ist ziemlich groß. Fast 200 Leute können bei einer Tour mitfahren. Bisher bin ich nur im Norden auf Wal- oder Delfintour gegangen (Die Azoren mal ausgenommen). Ich wundere mich darüber, dass doch viele in Flipflops, T-Shirt und kurzen Hosen aufs Boot gehen. Aber, sie haben Recht, es ist ganz schön warm, auch auf dem Meer.
Das Wetter ist gut, es weht zwar der obligatorische Wind, aber das Meer liegt flach vor uns. Trotzdem schaukelt das Boot ziemlich hin und her. Wir finden relativ schnell große Tümmler, die Spaß haben vor dem Bug her zu schwimmen. Ich lehne mich weit nach draußen, um ein paar Fotos zu schießen. Gerade habe ich einen Delfin im Visier, da dreht er sich und macht einen gewaltigen Platscher. Ich bin klatschnass, samt Kamera. Seltsamerweise bin ich die Einzige, die nass wird. Die anderen lachen und haben ihren Spaß mit mir. Ich versuche sofort, die Kamera gründlich abzutrocknen. Die Tourbegleiterin meint, dass das wenigstens die beste Art ist, nass zu werden. Ja, das finde ich auch. Die Kamera hat es weggesteckt, ich sowieso. Die Fotos sind super gut geworden. Das Nasswerden hat sich gelohnt.
großer Tümmler in der Straße von Gibraltar, Andalusien
Wir halten noch nach dem Blas der Pottwale Ausschau, aber da scheint heute keiner in der Nähe zu sein. Zwei Stunden später sind wir wieder zurück im Hafen von Tarifa.
Wir schlafen diese Nacht an der Straße, wo wir geparkt haben. Viele weitere Mobile stehen auch noch da. Auch hier ist der Strand nur 100 Meter entfernt.
Wohnhäuser in Tarifa, Andalusien
Wohnhäuser in Tarifa, Andalusien
Kitschiger Sonnenuntergang, Tarifa, Andalusien
Palmen im Sonnenuntergang, Andalusien
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
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Regenwald, Kratersee, Pazifikküste – die natürliche Vielfalt der amerikanischen Westküste
Die Reise ist zwar vorbei, der Reisebericht allerdings noch lange nicht! Nach dem letzten Artikel über die Städte der Westküste berichte ich hier über die Zeit, als meine Kommilitonin und gute Freundin Sandra und ich wir uns wieder in die Natur wagten.
Im Bundestaat Washington findet man viele temperierte Regenwälder – es ist also nicht verwunderlich, dass man dort recht oft in einen Regenschauer gerät. 4.000 mm Niederschlag fallen an den feuchtesten Orten in Washington, und als wir dort im März herumziehen, fällt gerade ungewöhnlich viel Regen für die Region. Das Sauwetter treibt uns erst in die Städte, doch als es schließlich etwas abschwächt stehen wieder Nationalparks auf dem Plan.
Der Rockport State Park ist ein winzig kleiner Park, verglichen mit den grandiosen Nationalparks in den USA. Er ist gerade einmal eine Quadratmeile groß und relativ unbekannt, aber meine Eltern hatten mir schon vor der Reise geraten, dort unbedingt vorbeizuschauen.
Viel Grün im Rockport State Park, WA.
Wir füttern unser Navi mit den Koordinaten und fahren in prasselndem Regen zu dem Park. „Gutes Wetter“ ist hier kein blauer Himmel, sondern ein Regen, der von Zeit zu Zeit ein bisschen nachlässt. Tatsächlich haben wir dann auch gutes Wetter im Park – es nieselt nur noch, während wir zwischen den moosbehangenen Bäumen hindurch wandern. Es riecht nach nassem Waldboden, alles um uns herum ist plitschnass. Wenn wir keine roten Jacken anhätten, dann könnte man in diesem Wald beinahe vergessen, dass noch andere Farben existieren außer einem saftigen Grün.
Wir bleiben nah beisammen und halten uns strikt an den Weg, sofern er auszumachen ist. Hier möchte ich mich wirklich nicht verlaufen. Ich glaube nicht, dass man uns jemals wieder finden würde. Wir müssen uns alle paar Meter um ein Hindernis herum oder über eines drüber bewegen, denn hier scheint alle drei Tage ein morscher, toter Baum auf den Wanderweg zu fallen.
Wir können unsere Wanderstiefel nicht sauber halten
Ein umgestürzter Baum auf dem Wanderweg.
Sandra’s neue Frisur
Als wir gerade unser Auto erreichen, nimmt der Regen wieder zu. Timing!
Wir bummeln die nächsten Tage noch in der Region herum und schauen im Olympic National Park vorbei. Bevor wir aber selbst Moos ansetzen, entschließen wir uns irgendwann, Washington zu verlassen und nach Oregon zu fahren. Dort ist das Wetter zwar genau so durchwachsen und nass, doch ein rollender Stein setzt bekanntlich kein Moos an. Wir halten uns an die Straßen entlang der Küste, oft ist es der Highway 101. Das Wetter gönnt uns sogar ein paar Stunden blauen Himmel am Meer. Unser nächstes großes Ziel ist nun der Crater Lake National Park in Oregon.
Morgens am Lake Quinault, Olympic National Park, WA: Dampfende Baumstämme in der Morgensonne.
Reißender Fluss im Olympic NP
Zahme Gut-Wetter-Wellen an der Pazifikküste
Posieren auf unserem Fahrzeug
Ein guter Platz zum Abendessen
Treibholz
Schlecht-Wetter-Wellen
Schlecht-Wetter-Wellen
Kurzer Exkurs: Vor 7.700 Jahren sprengte sich der wohl höchste Berg Oregons, Mount Mazama, mit einem spektakulären Krach in die Luft. Es muss (aus weiter, weiter Ferne betrachtet!) wirklich ein Anblick für die Götter gewesen sein – mündliche Überlieferungen der Ureinwohner von einem Kampf zwischen Himmel und Unterwelt werden diesem Ereignis zugeschrieben. Der Vulkan spie so viel Lava, Gestein und Asche in die Luft, dass er schließlich in sich zusammen stürzte. Er verlor bis zu einem Kilometer an Höhe. An Stelle eines markanten Gipfels klaffte für lange Zeit nur ein hässliches, tiefes und nach Schwefel stinkendes Loch, doch im Laufe der Jahrtausende füllte sich der Krater mit Schmelzwasser. Das Kaskadengebirge, welches parallel zur Küste verläuft, lässt keine Regenwolke aus dem Westen passieren. Der Niederschlag ist also enorm. Am Crater Lake fällt an 100 Tagen im Jahr Schnee, und dessen Schmelzwasser ist die einzige Wasserzufuhr des Sees. Kein einziger Fluss fließt hier oben. Wie auch? Der See liegt dort, wo einst der Gipfel von Mount Mazama lag.
Weil der See praktisch nur von Schneeschmelzwasser gespeist wird, ist er unglaublich klar. Keine Verunreinigungen werden von Fließgewässern hier abgelagert, und der National Park Service tut sein Bestes, dass auch kein Mensch hier Verunreinigungen ablagert. Er konnte allerdings nicht verhindern, dass in den 90ern ein Helikopter in den See stürzte. Der liegt immer noch am Grund des Sees, der übrigens der tiefste in den USA ist. Der See ist mit bis zu 40 Metern Sichtweite das klarste Gewässer der Welt, und in solch klarem Wasser kann Licht viel besser gebrochen werden, so dass der See in einem intensiven Blau erstrahlt, wenn die Sonne scheint.
Wizard’s Island im Crater Lake, OR.
Als wir uns auf den Weg dort hin machen, regnet es natürlich wieder. Den gesamten Abend davor und den ganzen Morgen während der Fahrt zum Crater Lake fällt uns der Himmel auf den Kopf. Aber es geschieht ein Wunder: Wir fahren gerade die letzten Meilen, es geht schon steil bergauf und am Straßenrand liegt immer mehr Schnee – da klart der Himmel auf! Nach all diesem Regen bekommen wir endlich eine kleine Pause, und die kommt grade zum richtigen Zeitpunkt.
Oben auf über 2.000 Höhenmetern liegt noch ordentlich Schnee. Bis zu vier Meter sind hier auch Mitte März noch drin, also ist unser erster Stop das Visitor Center, wo wir uns Schneeschuhe ausleihen, denn nur so können wir wandern gehen. Unterwegs treffen wir nur vier oder fünf andere Personen. Die großen und weitgehend leeren Parkplätze lassen uns wissen, dass es hier im Sommer gerammelt voll sein muss, aber warum sich jetzt im März niemand in dieses Winterwunderland traut, bleibt uns ein Rästel.
Ohne Schneeschuhe ist her nichts zu machen.
Sandra und ich beim Wandern
Die Schönheit der Landschaft könnte ich jetzt natürlich ausführlich und mit vielen Adjektiven beschreiben, doch ich lasse lieber die Bilder für sich sprechen. Wir stapfen am Rand des Kraters entlang, erklimmen steile Hänge und hinterlassenn auch hier und da die ersten Spuren in unberührtem Schnee. Es gibt ja keinen erkennbaren Weg, nur die Spuren anderer, die vor uns hier waren. Nach einer Weile müssen wir umkehren, um noch rechtzeitig wieder zurück zu sein, um die Schneeschuhe abzugeben. Mehr als ein paar Stunden könnten wir auch gar nicht in den Schneeschuhen wandern, wir kommen nur langsam voran und sind schnell erschöpft.
Als wir am frühen Abend den Park wieder verlassen, zieht der Himmel wieder zu. Nach wenigen Minuten Fahrt fallen die ersten Regentropfen, und es dauert nicht lange bis die Scheibenwischer wieder wild die Wassermassen von der Frontscheibe peitschen müssen. Das Wetter will uns wissen lassen, dass die wenigen schönen Stunden am Crater Lake alles andere als selbstverständlich waren. Und so können wir trotz des nahezu unablässigen Dauerregens sagen, dass wir Glück mit dem Wetter haben (…wenn es drauf ankommt!).
Teilweise geht es durch frischen Schnee…
Der „Wanderweg“ ist hier und da durch die Spuren anderer Wanderer definiert