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Wer im tiefsten Winter lieber daheim im Warmen sitzt, verpasst die tollsten Fotomotive. Also keine Angst vor Kälte und Schnee, die aktuelle Kameratechnik kann schon einiges vertragen, ohne gleich kaputt zu gehen. Auch während unserer fünfmonatigen Winterreise in Schweden, Lappland und auf den Lofoten haben uns unsere Kameras und Objektive ohne Murren und Zicken treu begleitet.
Vorbereitung der Kameraausrüstung für den Winter
Neben dem obligatorischen Funktionscheck der Ausrüstung packen wir für eine winterliche Fototour zusätzliche Akkus ein. Den Intervalltimer für Langzeit-, Nacht- und Serienaufnahmen dürfen wir nicht vergessen. Die Beinklemmungen unserer Manfrotto-Alustative bekommen ein paar Tropfen Öl ab, Werkzeug zur Nachjustierung der Klemmkraft haben wir dabei, da Klemmkräfte sich in der Kälte ändern können.
Die meisten Kameramodelle arbeiten laut Herstellerangabe nicht bei Minustemperaturen. Von Canon wird der Arbeitsbereich unserer Kameras mit 0-40° C angegeben.
Aber die Praxis hat uns gezeigt, dass selbst stundenlanges Fotografieren bei Temperaturen unter -15° C möglich ist. Selbt bei -40° C in Lappland war es kein Problem, sofern die Kamera nicht über Nacht im Auto völlig durchgekühlt wurde.
Sobald die Kameraausrüstungen zurück im Haus waren, haben wir sie einige Zeit in den Kamerataschen akklimatisieren lassen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Ist trotzdem mal was feucht geworden, trocknet das gute Teil im warmen Zimmer wieder schnell, da im kalten Winter die Raumluft gewöhnlich staubtrocken ist.
Der kältebedingte Kapazitätsverlust bei Kamera-Akkus störte uns nur zum Teil. Die 1800 mAh Akkus der Canon 5D MkII und der 7D zeigen kaum Leistungsverluste, während die 1100 mAh Akkus der 5D MkI und der 40D wesentlich schneller den Dienst quittieren. Einen Zusammenhang zwischen Batteriegröße/-kapazität und Kälteresistenz darf gern vermutet werden.
Essentiell bei Alu-Stativen ist ein Griffschutz, sonst frieren unbehandschuhte Hände sofort am Metall fest. Neopren-Manschetten, Griffband für Tennisschläger oder Korkband für Fahrradlenker sind für diese Zwecke gut geeignet.
Ein Dreibein im kniehohen Schnee benimmt sich wie ein störrischer Esel. Kaum hineingedrückt, schiebt es sich wieder hoch. Da bleibt nichts anderes übrig, als den Schnee wegzuschaufeln oder gut festzutrampeln. Sorgfalt beim Aufstellen und kräftiges Andrücken ist bei Serien- und Langzeitaufnahmen eminent wichtig. Durch den stundenlangen Druck kann der Schnee unter den Stativbeinen erweichen und nachgeben, dann ist die Qualiät der Aufnahmen dahin.
In der Dämmerung und in der Nacht ist eine kleine LED-Leuchte zur Kontrolle der Kameraeinstellungen äußerst hilfreich.
1. Farbakzente
In der typischen Schneelandschaft herrschen Weiß und Blau vor, das wirkt auf den Bildern leicht kalt und monoton. Deshalb kann es interessant sein, wärmere Farben in die Komposition einzubeziehen. Das können farbenfroh gekleidete Menschen sein, aber auch Gebäude, Straßenbeleuchtung, Felsen, Moos etc. Zu Sonnenauf- und -untergang wird die Vorherrschaft der kalten Farben gebrochen. In dieser Zeitspanne zeigt sich die Winterlandschaft von ihrer „wärmsten“ Seite.

Reste eines Bootwracks vor schneebedeckten Bergen, im Moorfjord bei Laukvik , Lofoten

schräges Sonnenlicht fällt auf einem Fels, Waldlandschaft in Schweden

in der blauen Winterlandschaft tut ein wenig rot und gelb dem Gemüt sehr gut, Henningsvaer, Lofoten

Gabi’s rote Warnweste hebt sich in der Winterlandschaft bei Eggum heab
2. Wetterwechsel
Haltet die Wettervorhersage im Auge. Wetterwechsel von sonnig nach bewölkt und umgekehrt sind äußerst dankbare Motivquellen. Heraufziehende dunkle Wolken, vor denen die Sonne mit ihren letzten Strahlen die Landschaft streichelt, bringen Dramatik ins Bild. Aufklarender Himmel nach kräftigen Schneeschauern enthüllt eine weiß gepuderte Märchenwelt. Jungfräulicher Schnee liegt auf den kleinsten Zweigen. Und gerade mitten im Schlechtwetter gelingen ungewöhnliche Bilder, die sonst kaum jemand macht.

Fischtrockengestelle in Henningsvaer, Lofoten

heraufziehende Schneewolken mit beginnendem Schneefall, Lofoten

Schneebeladene Wolke über dem Vestfjord, kurz darauf saßen wir mitten im Schneegestöber

schnelle und häufige Wetterwechsel sind auf den Lofoten normal, Norwegen

nach einem Schneesturm sind die Bäume rundum gepudert, Schweden
3. Vollmondnächte und Schnee
Je weiter die Winterreise nach Norden geht, desto kürzer werden die Tage, länger die Nächte, bis sich hinterm Polarkreis das letzte Tageslicht verliert. Was liegt dann näher, als in der Nacht auf Motivsuche zu gehen. Bei Vollmond im Schnee zu wandern ist ein unvergessliches Erlebnis. Konturen und Schatten sind extrem ausgeprägt. Künstliches Licht von Ansiedlungen setzt einen warmen Kontrapunkt.
Generell sollte die Schärfe nachts manuell auf Unendlich eingestellt werden. Der Autofokus müht sich dabei im Dunkeln vergeblich ab. Aber Achtung, fast alle Objektive lassen sich über die Unendlich-Markierung hinaus einstellen. Wer also einfach den Entfernungsring bis zum Anschlag dreht, überfokussiert unter Umständen und erntet unscharfe Aufnahmen. Oft fällt das erst daheim am Monitor auf. Moderne Gehäuse mit Live-View-Funktion bieten einfache und direkte Kontrolle vor der Aufnahme unter Verwendung der Ausschnittsvergrößerung auf dem Display. Ansonsten ermittelt man bei Tag die exakte Unendlichposition für jedes Objektiv und die wichtigsten Brennweiten und macht sich Notizen.
Optischen Stabilisatoren müssen generell bei Stativeinsatz abgeschaltet werden.

mondbeschienene Winterlandschaft bei Hov auf den Lofoten

Blick aus dem Wohnzimmerfenster: glitzernder Schnee in heller Mondnacht, Schweden

Schatten in der Nacht, Schweden
4. Gedämpfte Farben bei bedecktem Himmel
An trüben Wintertagen gelingen oft Aufnahmen mit melancholichem Touch. Die konturarme Landschaft und die gedämpfte Farbigkeit lassen feine Strukturen besser hervortreten, und die Kälte wird im Bild fühlbar. Siehe auch unter Punkt 10 – Nebelaufnahmen, wo mit Konzentration auf nahe Objekte und einer Portion Überbelichtung hauchzarte Kompositionen entstehen.

Trübe Aussichten: Küstenlandschaft bei Eggum, Lofoten

Reifüberzogene Bäume, Schweden

Winter am See, Schweden

blaue Stunde, Winter am See, Schweden
5. Akzente setzen mit dem Aufhellblitz
Gerade in der Dämmerung lassen sich mit dem Anblitzen des Vordergrundes starke kalt-warm und hell-dunkel Kontraste realisieren. Digitale Kameras bieten hier vielfältige Möglichkeiten der gezielten Blitzdosierung und des entfesselten Blitzens.

Hellt man mit dem Blitz etwas auf, wir das vorherrschende Blau der winterlichen Landschaft erst richtig deutlich

Eisskulptur am See in Schweden, auch hier konkurriert das Blitzlicht mit dem kräftigen Blau
6. Sichtbarmachung von Schneetreiben
Fallender Schnee ist auf Fotos schlecht erkennbar, wenn kein dunkler Hintergrund zur Verfügung steht. Abhilfe schafft das Anblitzen der Schneeflocken. Je nach Belichtungszeit und Windstärke erhält man kreisrunde oder mehr dynamische, kometenartige Punkte. Für die letzeren habe ich eine heftige Windboe abgewartet, die mich fast umgeworfen hätte. Dafür kommt das Sturmgefühl gut rüber. Interessant sind auch Aufnahmen durch die Windschutzscheibe beim Fahren mit Fernlicht im Schneesturm.

Schneefall mit Aufhellblitz

Es schneit – ja, wo denn? Ohne Beleuchtung sind die Schneeflocken kaum zu erkennen.

Schneesturm. Langzeitsynchronisation des Blitzes auf den 2. Verschlussvorhang

leise rieselt der Schnee, hier war es windstill
7. Wintersonne
Scharen von Fotografen und anderen Menschen lockt es an sonnigen Wintertagen hinaus in die Kälte. Die Luft ist klar, die Sonne scheint brillant, das schreit geradezu danach, direkt ins Licht hineinzufotografieren und auch die Sonne mal mit ins Bild zu nehmen. Gegenlicht schafft Raumtiefe und bringt aufstiebenden Schnee und Eiskristalle zum Aufleuchten.

Warmes Abendlicht am vereisten Strand von Sidselbjerg, Westjütland, Dänemark

Gefrorene Wellen am Abend, Jütland, Dänemark. Das Eisblau kontrastiert wunderbar mit den Himmelsfarben

die letzten Sonnenstrahlen des Tages berühren die Bergspitzen, Lofoten
8. Winterdetails
Die Winterlandschaft steckt voller kleiner Wunder. Morgendlicher Rauhreif verwandelt banale Pflanzenteile in Kunstwerke, auf den Fenstern im Haus wachsen Eisblumen in unendlich vielfältigen Mustern, die von der aufgehenden Sonne in schillernde Farben getaucht werden. Also Augen auf für die kleinen Dinge.

reifbedeckte Pflanzen leuchten im Licht der tiefstehenden Sonne auf, Askö, Schweden

Eiswürfel in der Welle: es war so kalt, dass wir dachten, die Welle bleibt gleich gefroren stehen. Dänemark

Schnee und Wellen abstrakt in monochromem Blau, Lofoten

Schneekristalle am Wegesrand ganz nah, Schweden
9. Winterstürme
Das sind die Tage, wo kaum jemand freiwillig draußen in der Natur verharrt. Es war düster, der Wind rüttelte an Ausrüstung und am Fotografen. Hohe Empfindlichkeitseinstellung und recht offene Blende waren ein Muss. Die resultierenden Bilder zeigen deshalb mehr Körnigkeit und auch mehr Unschärfen, was allerdings die Authentizität des Erlebten noch unterstreichen dürfte.

Sturm in Unstad, riesige Wellenmonster wälzen sich gegen den Wind Richtung Strand, Lofoten

Sturm auf den Lofoten, eiskaltes Wasser gischtet gegen die Felsen

Ein trüber Tag mit Sturm auf den Lofoten
10. Nebel – keine Farben
Nebel ist eine der fotogensten Naturerscheinungen, nicht nur im Winter. Mit etwas Überbelichtung entstehen zarte, duftige Bilder mit träumerischem Flair.
Nebel betont naheliegende Motive, der Hintergrund verschwindet hinter einer weißen Wand. Das schafft natürlich Möglichkeiten, mit der Perspektive zu arbeiten. Auf der einen Seite kann das Motiv völlig von seiner Umgebung gelöst und völlig flach dargestellt werde. Zum anderen lässt sich der Effekt der Luftperspektive (Kontrast mit der Entfernung abnehmend, dabei Helligkeit zunehmend und Farben verblassend) auf sehr engem Raum für die Tiefendarstellung gestalterisch nutzen.

Nebelwand am See, Schweden. Der Hintergrund ist vollständig ausgeblendet

Nebelschwaden ziehen über den Feldern dahin, Schweden

Am Öljaren-See im schwedischen Winter. Beispiel für Tiefenstaffelung

Birke im Nebel, Schweden. Zweidimensionale Wirkung ohne Tiefe

„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Weitere Infos im umfangreichen Ebook im Buchladen – hier klicken!
Blogstöckchen zum Thema Reisen – von Beethoven bis Badewanne
Alexandra von Silvesterkind warf mir ein Blogstöckchen zu. Gerne beantworte ich ihre inspirierenden Fragen. Danke Alex!
Das Beantworten von Fragen zum Thema Reisen finde ich anregend. Ich komme da auf Ideen, die mir allein nicht eingefallen wären. Ich empfinde das fast wie eine Art Therapie oder ein Reflektieren. Beim Beantworten von Alexandras Fragen merke ich, dass ich vielleicht zu wenig in mich gehe und das ganze Erlebte verdaue. Hmm – es wird wohl endlich Zeit, den Gedanken freien Lauf zu lassen und zu philosophieren. Ihr werdet bald ausführlicher zur meiner Reisephilosophie von mir hören! Versprochen!
Welches Land hat dich am meisten beeindruckt?
Wellen auf den Lofoten, Norwegen
Wir waren vor den Kindern oft in den USA unterwegs und kannten Europa fast gar nicht. Unsere ersten langen Reisen mit den Kindern führten uns dann wieder in die USA und Kanada und dann nach Neuseeland. Europa kam uns erstmal ziemlich langweilig und klein vor. Als wir dann zum ersten Mal nach Norwegen kamen, waren wir vollkommen aus dem Häuschen. So grandios kann Natur in Europa sein?! Unglaublich! Mit Großbritannien geht es uns übrigens genauso, und mit Frankreich und Dänemark und sogar mit der deutschen Ostseeküste!
Es ist genial, dass jedes Land, dem man genügend Zeit widmet, plötzlich wunderschön erscheint, und die Menschen dort überaus nett und hilfsbereit sind!
Welches Land hat dich zur Verzweiflung gebracht?
In Belgien suchten wir mal einen schönen Küstenabschnitt. Leider Fehlanzeige. Allerdings war auch das Wetter extrem mies. So hielten wir nur einmal kurz an und verliessen das Land schleunigst Richtung Frankreich.
Die Nummer 1 auf deiner Bucket List ist…
Grönland
Gibt es ein Ritual, das du auf jeder Reise vollführst?
Ja, die Speicherkarten für die Kameraausrüstung kommen in dem praktischen, kleinen Mäppchen in meine Hosentasche und von da an habe ich sie immer dabei.
Was ist dein liebster Soundtrack beim Koffer packen?
Opern-arien oder Beethoven’s Fünfte. Aber richtig laut muss es sein!
Wo gibt es den schönsten Sonnenuntergang?
Felsen unter Wasser, Sandness, Lofoten – Im Sonnenuntergang konzentriere ich mich gerne auf Details!
Im Norden. Je weiter nördlich desto besser. Allerdings nur vor oder nach der Mitternachtssonne. Die steht mir im Juni/Juli viel zu hoch. Also April/Mai oder August/September! Dann ist es dort gigantisch! Bis zur totalen Erschöpfung kann ich dann fotografieren – wenn es nicht regnet!
Wen würdest du gerne in die Wüste schicken?
Humorlose Menschen.
Navigatöse Wendy – da kommen wir auch manchmal vom Weg ab!
Bei welcher Gelegenheit hast du dich als Reisender blamiert?
Bei den ersten Reisen in die USA mit meinem Englisch, das macht mir mittlerweile glücklicherweise keine Probleme mehr. Ich würde gerne noch andere Spachen sprechen, wenigstens die essentiellen Sachen. Wenn wir lange und in vielen Ländern unterwegs sind, dauert es manchmal lange, bis ich mich mit den jeweiligen Münzen vertraut gemacht habe. An den Kassen ist es dann ein wenig peinlich, wenn man sein Kleingeld nicht kennt.
Wie orientierst du dich, Kompass, Smartphone, Karten etc.?
Gunter liest die Karten und wir haben eine Navigatöse – Wendy – über die sich mein Gatte gern und oft aufregt.
Badewanne, Isle of Lewis – eher ungeeignet für meine Zwecke!
Was vermisst du am meisten, wenn du unterwegs bist?
Erst nach ein paar Monaten – die Badewanne!
Stell dir vor, du könntest durch die Zeit reisen – wohin geht’s?
Das ist schwierig. Zum einen wäre es schön mehr unberührte Natur erleben zu können. Zum anderen waren zu den Zeiten, als es noch wilde Natur gab, die sozialen Bedingungen – besonders für Frauen – nicht unbedingt überzeugend. Hmm, wahrscheinlich würde ich nicht allzuweit in die Vergangenheit gehen, vielleicht in die 60er und dann nach San Francisco.
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Vor nicht allzulanger Zeit nahmen wir an der Blogparade von Jenny teil. Nur Ausreiserin Nicole und Lutz beantworteten die Fragen, deswegen nutze ich die leicht abgewandelt ganz frech noch einmal.
Und das Blogstöckcher werfe ich diesemal an die munteren Kommentartoren in unserem Blog: Gerhard von der Lichtpumpe, Sandra von Rensan, Christian von Chicken-photo, Ricarda von Trollgjengen Maria – von Naturfotografie und mehr
Habt Ihr Lust unsere Fragen zu beantworten?
#9 – Polarlicht, Konvertierung der RAW Daten in Lightroom
Ohne Frage ist die RAW-Konvertierung der Polarlicht-Fotos einer der wichtigsten Schritte zum fertigen Bild.
Lightroom – die eierlegende Wollmilchsau
Wir benutzen dazu das Programm Adobe Lightroom 6
.
Aktuell Lightroom Classic.
Ein mächtiges Werkzeug mit einer Unmenge an Einstell-Möglichkeiten. Lightroom ist Datenbank, Raw Konvertierung und Bildbearbeitung in einem. Ich bekomme damit schnell einen Überblick über meine Bilddateien und bearbeite die RAW-Dateien ohne jede einzelne separat öffnen zu müssen. Bei Zeitrafferaufnahmen und Serienbildern ist es sehr einfach, ganze Bildstrecken mit einem Klick synchron zu bearbeiten. Trotzdem empfehle ich es auch Anfängern, weil es nach ein wenig Einarbeitung unheimlich viel Arbeit spart und Details aus den RAW-Fotos herausholt, die man nicht für möglich gehalten hätte. Mein Tipp: Traut Euch dran, das Programm ist genial!!
So bearbeite ich die Polarlicht RAW Daten
Jetzt möchte ich Euch einen kleinen Einblick in meinen persönlichen Workflow geben. Ich beschreibe dabei nicht alles haarklein – das könnte eher verwirren. Die Beispielfotos sollten für sich sprechen!
Mir ist natürlich klar, dass es bei der RAW-Konvertierung Dutzende von verschiedenen Herangehensweisen gibt. Lightroom bietet so viele Möglichkeiten, dass jeder seinen eigenen Weg geht, oder finden kann.
Auch ob man die Bordmittel von Lightroom zum Entrauschen nimmt, oder ein Zusatzprogramm wie Noise Ninja (jetzt Photo Ninja), Nik Sharpener oder Photokit Sharpener, ist jedem selbst überlassen. Hauptsache das Ergebnis gefällt.Bis zum Jahr 2023 hat sich Lightroom in eine wahrlich mächtiges Bildbearbeitungstool verwandelt. Ich brauche zur Zeit fast keinen Photoshop mehr und könnte auch auf Entrauschungstools verzichten. Das Lightroom interne Entrauschungswerkzeug eignet sich gerade für Polarlicht-Fotos ideal.
Ansonsten nutze ich gerne die Plugins von Topaz, vor allem das Topaz Denoise.
RAW Konvertierung Polarlicht
Klickt auf das Bild um eine große, lesbare Version anzusehen! Das ist ein Vergleich zwischen unbearbeitet und bearbeitet.
Die Polarlichtbilder sind nicht nur mit hohen ISO Werten aufgenommen, sondern zusätzlich noch Langzeitaufnahmen von mehreren Sekunden. Das ist kameratechnisch eine Herausforderung! Rauschen ist dabei leider nicht zu vermeiden. Ich entrausche bereits ein wenig in Lightroom. Siehe die Reiter „Rauschreduzierung“.
Das Foto exportiere ich als Tiff und entrausche es dann mit Noise Ninja in Photoshop. Dabei achte ich darauf, nur den Himmel, nicht aber die Landschaft, in diesem Fall die Holzbalken der Kunstinstallation zu entrauschen.So etwas ist 2023 alles nicht mehr nötig! Einmal entrauschen und es passt!
Zusammenfassend
Klickt nicht dauernd mit dem Zoom auf die Fotos und ärgere ich nicht über die Körnigkeit. Es sind eben keine Sonnenschein- Tagaufnahmen! Das Entrauschen ist essentiell, denn die hohe ISO verbunden mit der langen Belichtungszeit lässt euch keine Wahl. Druckt die Fotos auf DIN A 4 aus und schau hin, wie gut sie wirken!
Übertreibt es nicht mit der Farbsättigung, das sieht schnell zu grün oder lila und unecht aus. Haltet bei der Fotografie und Bearbeitung das Histogramm im Blick. Es wird sich nicht über das ganze Spektrum verteilen, sondern in der linken Hälfte befinden. Immerhin handelt es sich um Nachtaufnahmen, die nicht aussehen sollen als wäre es taghell gewesen!
Nur aus RAW Konvertiert, völlig unbearbeitet
In Lightroom angepasst, in Photoshop mit Noise Ninja entrauscht, fürs Blog verkleinert und nachgeschärft!
Die Kurzanleitung Polarlichtfotografie als PDF zum Ausdrucken gibt es kostenlos für Newsletterabonnenten
Polarlichter fotografieren
Das Buch: Dein Weg zum Nordlichtfoto
10 Tipps für die Fotografie im (nordischen) Winter
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Wer im tiefsten Winter lieber daheim im Warmen sitzt, verpasst die tollsten Fotomotive. Also keine Angst vor Kälte und Schnee, die aktuelle Kameratechnik kann schon einiges vertragen, ohne gleich kaputt zu gehen. Auch während unserer fünfmonatigen Winterreise in Schweden, Lappland und auf den Lofoten haben uns unsere Kameras und Objektive ohne Murren und Zicken treu begleitet.
Vorbereitung der Kameraausrüstung für den Winter
Neben dem obligatorischen Funktionscheck der Ausrüstung packen wir für eine winterliche Fototour zusätzliche Akkus ein. Den Intervalltimer für Langzeit-, Nacht- und Serienaufnahmen dürfen wir nicht vergessen. Die Beinklemmungen unserer Manfrotto-Alustative bekommen ein paar Tropfen Öl ab, Werkzeug zur Nachjustierung der Klemmkraft haben wir dabei, da Klemmkräfte sich in der Kälte ändern können.
Die meisten Kameramodelle arbeiten laut Herstellerangabe nicht bei Minustemperaturen. Von Canon wird der Arbeitsbereich unserer Kameras mit 0-40° C angegeben.
Aber die Praxis hat uns gezeigt, dass selbst stundenlanges Fotografieren bei Temperaturen unter -15° C möglich ist. Selbt bei -40° C in Lappland war es kein Problem, sofern die Kamera nicht über Nacht im Auto völlig durchgekühlt wurde.
Sobald die Kameraausrüstungen zurück im Haus waren, haben wir sie einige Zeit in den Kamerataschen akklimatisieren lassen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Ist trotzdem mal was feucht geworden, trocknet das gute Teil im warmen Zimmer wieder schnell, da im kalten Winter die Raumluft gewöhnlich staubtrocken ist.
Der kältebedingte Kapazitätsverlust bei Kamera-Akkus störte uns nur zum Teil. Die 1800 mAh Akkus der Canon 5D MkII und der 7D zeigen kaum Leistungsverluste, während die 1100 mAh Akkus der 5D MkI und der 40D wesentlich schneller den Dienst quittieren. Einen Zusammenhang zwischen Batteriegröße/-kapazität und Kälteresistenz darf gern vermutet werden.
Essentiell bei Alu-Stativen ist ein Griffschutz, sonst frieren unbehandschuhte Hände sofort am Metall fest. Neopren-Manschetten, Griffband für Tennisschläger oder Korkband für Fahrradlenker sind für diese Zwecke gut geeignet.
Ein Dreibein im kniehohen Schnee benimmt sich wie ein störrischer Esel. Kaum hineingedrückt, schiebt es sich wieder hoch. Da bleibt nichts anderes übrig, als den Schnee wegzuschaufeln oder gut festzutrampeln. Sorgfalt beim Aufstellen und kräftiges Andrücken ist bei Serien- und Langzeitaufnahmen eminent wichtig. Durch den stundenlangen Druck kann der Schnee unter den Stativbeinen erweichen und nachgeben, dann ist die Qualiät der Aufnahmen dahin.
In der Dämmerung und in der Nacht ist eine kleine LED-Leuchte zur Kontrolle der Kameraeinstellungen äußerst hilfreich.
1. Farbakzente
In der typischen Schneelandschaft herrschen Weiß und Blau vor, das wirkt auf den Bildern leicht kalt und monoton. Deshalb kann es interessant sein, wärmere Farben in die Komposition einzubeziehen. Das können farbenfroh gekleidete Menschen sein, aber auch Gebäude, Straßenbeleuchtung, Felsen, Moos etc. Zu Sonnenauf- und -untergang wird die Vorherrschaft der kalten Farben gebrochen. In dieser Zeitspanne zeigt sich die Winterlandschaft von ihrer „wärmsten“ Seite.
Reste eines Bootwracks vor schneebedeckten Bergen, im Moorfjord bei Laukvik , Lofoten
schräges Sonnenlicht fällt auf einem Fels, Waldlandschaft in Schweden
in der blauen Winterlandschaft tut ein wenig rot und gelb dem Gemüt sehr gut, Henningsvaer, Lofoten
Gabi’s rote Warnweste hebt sich in der Winterlandschaft bei Eggum heab
2. Wetterwechsel
Haltet die Wettervorhersage im Auge. Wetterwechsel von sonnig nach bewölkt und umgekehrt sind äußerst dankbare Motivquellen. Heraufziehende dunkle Wolken, vor denen die Sonne mit ihren letzten Strahlen die Landschaft streichelt, bringen Dramatik ins Bild. Aufklarender Himmel nach kräftigen Schneeschauern enthüllt eine weiß gepuderte Märchenwelt. Jungfräulicher Schnee liegt auf den kleinsten Zweigen. Und gerade mitten im Schlechtwetter gelingen ungewöhnliche Bilder, die sonst kaum jemand macht.
Fischtrockengestelle in Henningsvaer, Lofoten
heraufziehende Schneewolken mit beginnendem Schneefall, Lofoten
Schneebeladene Wolke über dem Vestfjord, kurz darauf saßen wir mitten im Schneegestöber
schnelle und häufige Wetterwechsel sind auf den Lofoten normal, Norwegen
nach einem Schneesturm sind die Bäume rundum gepudert, Schweden
3. Vollmondnächte und Schnee
Je weiter die Winterreise nach Norden geht, desto kürzer werden die Tage, länger die Nächte, bis sich hinterm Polarkreis das letzte Tageslicht verliert. Was liegt dann näher, als in der Nacht auf Motivsuche zu gehen. Bei Vollmond im Schnee zu wandern ist ein unvergessliches Erlebnis. Konturen und Schatten sind extrem ausgeprägt. Künstliches Licht von Ansiedlungen setzt einen warmen Kontrapunkt.
Generell sollte die Schärfe nachts manuell auf Unendlich eingestellt werden. Der Autofokus müht sich dabei im Dunkeln vergeblich ab. Aber Achtung, fast alle Objektive lassen sich über die Unendlich-Markierung hinaus einstellen. Wer also einfach den Entfernungsring bis zum Anschlag dreht, überfokussiert unter Umständen und erntet unscharfe Aufnahmen. Oft fällt das erst daheim am Monitor auf. Moderne Gehäuse mit Live-View-Funktion bieten einfache und direkte Kontrolle vor der Aufnahme unter Verwendung der Ausschnittsvergrößerung auf dem Display. Ansonsten ermittelt man bei Tag die exakte Unendlichposition für jedes Objektiv und die wichtigsten Brennweiten und macht sich Notizen.
Optischen Stabilisatoren müssen generell bei Stativeinsatz abgeschaltet werden.
mondbeschienene Winterlandschaft bei Hov auf den Lofoten
Blick aus dem Wohnzimmerfenster: glitzernder Schnee in heller Mondnacht, Schweden
Schatten in der Nacht, Schweden
4. Gedämpfte Farben bei bedecktem Himmel
An trüben Wintertagen gelingen oft Aufnahmen mit melancholichem Touch. Die konturarme Landschaft und die gedämpfte Farbigkeit lassen feine Strukturen besser hervortreten, und die Kälte wird im Bild fühlbar. Siehe auch unter Punkt 10 – Nebelaufnahmen, wo mit Konzentration auf nahe Objekte und einer Portion Überbelichtung hauchzarte Kompositionen entstehen.
Trübe Aussichten: Küstenlandschaft bei Eggum, Lofoten
Reifüberzogene Bäume, Schweden
Winter am See, Schweden
blaue Stunde, Winter am See, Schweden
5. Akzente setzen mit dem Aufhellblitz
Gerade in der Dämmerung lassen sich mit dem Anblitzen des Vordergrundes starke kalt-warm und hell-dunkel Kontraste realisieren. Digitale Kameras bieten hier vielfältige Möglichkeiten der gezielten Blitzdosierung und des entfesselten Blitzens.
Hellt man mit dem Blitz etwas auf, wir das vorherrschende Blau der winterlichen Landschaft erst richtig deutlich
Eisskulptur am See in Schweden, auch hier konkurriert das Blitzlicht mit dem kräftigen Blau
6. Sichtbarmachung von Schneetreiben
Fallender Schnee ist auf Fotos schlecht erkennbar, wenn kein dunkler Hintergrund zur Verfügung steht. Abhilfe schafft das Anblitzen der Schneeflocken. Je nach Belichtungszeit und Windstärke erhält man kreisrunde oder mehr dynamische, kometenartige Punkte. Für die letzeren habe ich eine heftige Windboe abgewartet, die mich fast umgeworfen hätte. Dafür kommt das Sturmgefühl gut rüber. Interessant sind auch Aufnahmen durch die Windschutzscheibe beim Fahren mit Fernlicht im Schneesturm.
Schneefall mit Aufhellblitz
Es schneit – ja, wo denn? Ohne Beleuchtung sind die Schneeflocken kaum zu erkennen.
Schneesturm. Langzeitsynchronisation des Blitzes auf den 2. Verschlussvorhang
leise rieselt der Schnee, hier war es windstill
7. Wintersonne
Scharen von Fotografen und anderen Menschen lockt es an sonnigen Wintertagen hinaus in die Kälte. Die Luft ist klar, die Sonne scheint brillant, das schreit geradezu danach, direkt ins Licht hineinzufotografieren und auch die Sonne mal mit ins Bild zu nehmen. Gegenlicht schafft Raumtiefe und bringt aufstiebenden Schnee und Eiskristalle zum Aufleuchten.
Warmes Abendlicht am vereisten Strand von Sidselbjerg, Westjütland, Dänemark
Gefrorene Wellen am Abend, Jütland, Dänemark. Das Eisblau kontrastiert wunderbar mit den Himmelsfarben
die letzten Sonnenstrahlen des Tages berühren die Bergspitzen, Lofoten
8. Winterdetails
Die Winterlandschaft steckt voller kleiner Wunder. Morgendlicher Rauhreif verwandelt banale Pflanzenteile in Kunstwerke, auf den Fenstern im Haus wachsen Eisblumen in unendlich vielfältigen Mustern, die von der aufgehenden Sonne in schillernde Farben getaucht werden. Also Augen auf für die kleinen Dinge.
reifbedeckte Pflanzen leuchten im Licht der tiefstehenden Sonne auf, Askö, Schweden
Eiswürfel in der Welle: es war so kalt, dass wir dachten, die Welle bleibt gleich gefroren stehen. Dänemark
Schnee und Wellen abstrakt in monochromem Blau, Lofoten
Schneekristalle am Wegesrand ganz nah, Schweden
9. Winterstürme
Das sind die Tage, wo kaum jemand freiwillig draußen in der Natur verharrt. Es war düster, der Wind rüttelte an Ausrüstung und am Fotografen. Hohe Empfindlichkeitseinstellung und recht offene Blende waren ein Muss. Die resultierenden Bilder zeigen deshalb mehr Körnigkeit und auch mehr Unschärfen, was allerdings die Authentizität des Erlebten noch unterstreichen dürfte.
Sturm in Unstad, riesige Wellenmonster wälzen sich gegen den Wind Richtung Strand, Lofoten
Sturm auf den Lofoten, eiskaltes Wasser gischtet gegen die Felsen
Ein trüber Tag mit Sturm auf den Lofoten
10. Nebel – keine Farben
Nebel ist eine der fotogensten Naturerscheinungen, nicht nur im Winter. Mit etwas Überbelichtung entstehen zarte, duftige Bilder mit träumerischem Flair.
Nebel betont naheliegende Motive, der Hintergrund verschwindet hinter einer weißen Wand. Das schafft natürlich Möglichkeiten, mit der Perspektive zu arbeiten. Auf der einen Seite kann das Motiv völlig von seiner Umgebung gelöst und völlig flach dargestellt werde. Zum anderen lässt sich der Effekt der Luftperspektive (Kontrast mit der Entfernung abnehmend, dabei Helligkeit zunehmend und Farben verblassend) auf sehr engem Raum für die Tiefendarstellung gestalterisch nutzen.
Nebelwand am See, Schweden. Der Hintergrund ist vollständig ausgeblendet
Nebelschwaden ziehen über den Feldern dahin, Schweden
Am Öljaren-See im schwedischen Winter. Beispiel für Tiefenstaffelung
Birke im Nebel, Schweden. Zweidimensionale Wirkung ohne Tiefe
„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Weitere Infos im umfangreichen Ebook im Buchladen – hier klicken!
#8 – Ist die Polarlicht-Fotografie besser bei Neumond oder Vollmond?
Nordlichtfotografie funktioniert unserer Meinung nach besser in Nächten mit Mondlicht. Warum erklären wir auch anhand von Beispielfotos.
„Gemeinsam einsam“ – Littleisland Lighthouse, Norwegen
Die kleine Leuchtturm Insel Litoy wird von Elena Hansteenson betreut. Freiwillige Helfer aus allen Ländern arbeiten zusammen, um den Leuchtturm zu erhalten.
Tilmann Bünz im Interview – Die Leuchtturminsel Litløy bald auf Arte
Litløy vom Boot aus
Als ich die Reise durch Norwegen vorbereitete füllte ich mein Kindle noch mit Büchern. Es könnte ja sein, dass ich tatsächlich die Zeit finden würde, sie auch zu lesen. In Amazon stolperte ich über das Buch von Tilmann Bünz – Wer die Kälte liebt: Skandinavien für Anfänger
. Ihr habt Recht: Anfänger bin ich ja nicht gerade. Aber das war das erste von zwei Büchern und ich fing brav am Anfang an. Mir gelang es tatsächlich die unterhaltsamen Kapitel zu Norwegen unterwegs zu lesen. Wochen später kamen wir auf Litløy an. Elena erzählte, dass vor kurzem ein deutsches Filmteam auf der Insel drehte und von Tilmann, der dafür verantwortlich war. Sie zeigte mir seine beiden Bücher im Regal der Inselbibliothek. Aha! Das kenn ich doch, was für ein Zufall,
Vor kurzem fand Tilmann Bünz unser Blog und hinterlies einen Kommentar. Ich freute mich sehr. Er schickte mir das zweite Buch, Wer das Weite sucht: Skandinavien für Fortgeschrittene
mit Autogramm. Herr Bünz, vielen Dank dafür!
Jetzt haben wir ihn zur Leuchtturminsel interviewt! Am 24. – 26. März werden die Folgen auf Arte gezeigt und ich denke, dass unsere treuen Leser sicher viel Spaß haben werden, wenn sie den Leuchtturm, die Insel und Elena im deutschen Fernsehen sehen können, nachdem sie bei uns schon so viel drüber gelesen haben!
5reicherts: Können Sie sich kurz unseren Lesern vorstellen?
Tilmann Bünz: Mich zieht es immer wieder in den Norden.
Fünf Jahre war ich ARD-Korrespondent für Skandinavien und baltische Staaten mit Sitz in Stockholm. Aus der Zeit stammen zwei Bücher („Wer die Kälte liebt. Skandinavien für Anfänger und „Wer das Weite sucht .Skandinavien für Fortgeschrittene“). Ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und lebe in Hamburg und in Spillersboda, Schweden.
5reicherts: Wie sind Sie auf Elena und Litløy gestoßen?
Tilmann Bünz: Von Elena Hansteenson las ich in der Zeitschrift „Norr“ in einer Reportage über Segelreisen in den Lofoten. Ihre Internetseite ist ein Blickfang- und der kleine Leuchtturm ein Magnet. Wir planten grade für ARTE eineSerie über Menschen am Rande der Welt. Elena kam wie gerufen.
5reicherts: Wie lange und wie oft waren Sie auf Litløy? Wollten Sie unbedingt zu bestimmten Jahreszeiten in den Norden?
Tilmann Bünz: Wir haben die kürzesten Tage und die längsten Tage des Jahres 2013 auf Litloy verbracht. Das Licht im Winter ist unbeschreiblich schön, wenn die Sonne sich nicht blicken lässt aber von unten über den Horizont kommt. Die Kontraste sind viel, viel stärker als an Mittsommer. Elenas Projekte sind zu allen Jahreszeiten spannend: wir drehten die Wasserleitung im offenen Meer, die grossen Krebse an der Brücke, die Seetang-Ernte für den Kartoffelacker, die Tomatenplantage im Leuchturm, und natürlich das Polarlicht.
Das Bad im Nordatlantik bei neun Grad war auch ein Erlebnis.
5reicherts: Sie wanderten auch auf den Gipfel der Nachbarinsel Gaukværøya. Wie empfanden Sie den Weg dort hoch?
Tilmann Bünz: Anstrengend, vor allem für den der das Stativ schleppen muss.
(Anmerkung der 5reicherts: unsere anstrengende Wanderung zum Gipfel von Gaukværøya)
Norwegische Waldkatze, Sirius
5reicherts: Hat Ihnen Sirius Schlafprobleme bereitet?
Tilmann Bünz: Sirius hat Hausrecht. Es war nicht einfach, ihn vom Bett herunterzubewegen.
5reicherts: Wieviele kg Ausrüstung mussten Sie und Ihr Team auf Litløy herumschleppen?
Tilmann Bünz:Die Ausrüstung verteilen wir auf uns drei Leute: Kameramann, Tonmann und Reporter. Jeder trägt etwa zehn Kilo. Leider sind alle Teile vom Stativ bis zur Kamera ziemlich unhandlich. Gut, dass die Insel klein ist.
5reicherts: Könnten Sie sich vorstellen, längere Zeit auf so einer Insel zu wohnen?
Tilmann Bünz: Längere Zeit auf Litoya ? Ich bin vom Typus eher der Seemann als der Bauer, also nur begrenzt sesshaft. Ein paar Wochen könnte ich es auf einer kleinen Insel aber sicher aushalten.
5reicherts: Was wird Ihr nächstes Buchprojekt?
Tilmann Bünz: Mein nächstes Buch handelt von „ Schweden und der Schnaps“. Da gibt es einiges zu erklären.
Tilmann Bünz Bücher
Für Freunde des Nordens!
ARTE sendet unsere dreiteilige Serie vom 24. – 26 .März 2014 nachmittags um 16.10.
Die Reihe heisst „Menschen am Rande der Welt„ und hat drei Folgen: Lappland (inclusive Elenas Leuchturm), Grönland und Spitzbergen.
Herzlichen Dank für das Interview Herr Bünz!