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Ein letzter Wintersturm im März in der nördlichen Bretagne am Leuchtturm Pontusval und an der Plage des Amiets.
Es ist immer spannend mit Leuten zu reden, die sich dazu entschieden haben, auszuwandern. Wir treffen Claudia in Les Amiets, wo wir im Mobil erstmal Kaffee trinken und reden. Dann laufen wir eine Runde durch die Blütenpracht am Strand. Weitere Fotos folgen bald. Vom Pferdestall, der bald Ferienhaus ist und vom Lastenfahrrad mit dem Claudia ihren Hund zu den Stränden fährt.
1. Dein erster Besuch in der Bretagne war ja eher ein Zufall. Erzähle mal wie es dazu kam.
Als ich 17 Jahre alt war, meinten meine Eltern, ich soll für sie, meinen Bruder und mich, das Urlaubsziel für eine Woche in den Pfingstferien aussuchen. In der Tageszeitung stieß ich auf eine Anzeige für ein schönes Ferienhaus in der Bretagne. Es gefiel mir gut, da es ein für hier typisches bretonisches Steinhaus war. Wir buchten es. Erst danach stellten wir fest, wie weit entfernt von Süddeutschland die Bretagne doch ist, eigentlich zu weit für eine Woche Urlaub. Aber nun war es schon gebucht und wir fuhren hin. Das Ferienhaus war in Kerfissien und in dieser Region bin ich dann auch hängen geblieben.
2. Was hat dir auf Anhieb in der Bretagne gefallen?
Ich war fasziniert von den verschiedenen Farbtönen des Meeres, es gab so unglaublich viele Blautöne und das ganz besondere Licht hier in der Bretagne.
Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bretonen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich mit meiner Familie in einem Restaurant in Plouescat war und mein Vater eine Meeresfrüchteplatte bestellt hat. Die Senior-Chefin hat wohl unsere Unwissenheit und leichte Verzweiflung bemerkt, denn sie kam zu unserem Tisch. Mit Händen und Füßen konnten mein Vater und sie sich verständigen und sie hat ihm gezeigt, wie man so einen Krebs knackt.
Die Ruhe hier, die Natur, kein Lärm, die Einsamkeit, die Gelassenheit. Das beste Beispiel dafür ist für mich die Supermarktkasse. Jeder hält erst einmal ein Schwätzchen mit der Kassiererin. Sie wartet dann geduldig, bis man die Einkäufe in die einzelnen Taschen verpackt hat, beim Kassieren erklärt sie einem noch die einzelnen Gutscheine und faltet den Kassenzettel. Und die Menschen in der Schlange dahinter stört es nicht. Es ist so toll sich darauf einzulassen. Ich liebe das.
3. Wie oft warst du in der Bretagne, bis du dich dazu entschieden hast, ein Haus zu kaufen?
Über 15 Jahre verteilt, unzählige Male. Oft mehrfach im Jahr. Selbst wenn ich z.B. in Skandinavien oder Italien im Urlaub war, hat es mich dann doch noch im selben Jahr in die Bretagne gezogen. Die Sehnsucht war immer riesig.
4. Wie kam es dann dazu, dass du ausgewandert bist?
Als ich das Ferienhaus gekauft habe, war schon klar, dass dies mal mein Rentensitz werden wird. Ich hab mich mit unserem Wohnort, den Menschen und der Region sehr verbunden gefühlt. Die Urlaube waren immer sehr intensiv und ich wollte nicht mehr weg. Auch für meinen Mann war klar, dass er hierher möchte. Die Ruhe und Weite der bretonischen Landschaft, dass viele Alltagsthemen wesentlich entspannter und friedlicher angegangen werden, das hat es ihm angetan. Wir haben dann irgendwann beschlossen, dass wir nicht bis zur Rente warten werden, vielleicht noch höchstens 10 Jahre…
Im Herbst 2021 sagte ich dann zu meinem Mann, warum noch solange warten, man weiß nie, ob man sich dann seine Träume noch erfüllen kann. Lass uns mal rechnen, planen, recherchieren…Und nach intensivem Einlesen ins französische Sozialversicherungssystem, Beratung und diversen Erkundigungen haben wir im Dezember 2021 unsere Jobs und unsere Wohnung gekündigt und sind seit 2022 nun fest hier.
5. Welcher Strand gefällt dir am besten?
Jeder Strand für sich ist schön. Es kommt ganz auf meine Tageslaune an. Habe ich Lust auf einen langen Sandstrand, eine kleine Bucht oder möchte ich interessante Felsformationen sehen? Wir haben das Glück, dass unser Haus nicht weit von verschiedenen Buchten und langen Sandstränden entfernt liegt. So dass wir jeden Tag die Wahl haben. Zudem hängt für uns hier viel von den Gezeiten ab. Oft sind Urlauber enttäuscht, weil der Eindruck entsteht, dass das Wasser immer weit weg ist. Es kommt aber darauf an, was man möchte, danach richtet sich die Wahl des Strandes. Ein Spaziergang auf dem Meeresboden, Muscheln sammeln, kleine Meerestiere beobachten, geht bei Ebbe wunderbar in den größeren Buchten, diese sind dann meist komplett leer. Baden geht wiederum an den langen Sandstränden auch bei Ebbe. Und mit dem Mond wechseln ja auch wieder die Gezeiten und dadurch die Uhrzeit von Hoch- und Niedrigwasser.
Hinzu kommt noch die Wassertemperatur. Bei steigendem Wasser ist die Temperatur niedriger als bei abfließendem Wasser. Und das Wasser in den Buchten ist meist wärmer. Außerdem sind die Buchten bei Niedrigwasser ein Paradies zum Planschen für Kinder.
Die Landschaft ändert sich bei Ebbe und Flut total, es ist spannend das zu beobachten. Es lohnt sich, wenn man sich auf die Gezeiten einlässt, man macht tolle Erfahrungen.
6. Du machst einen besonderen Wassersport, magst du da mal etwas drüber erzählen?
Gerne, ich mache Aquagym en mer, also Aquagym im Meer, und das das ganze Jahr über. Das Wasser hat im Winter ca. 10 Grad. Insgesamt sind wir mehr als 50 Frauen jeden Alters und unsere Trainerin. Es gibt immer mehrere Termine pro Woche und jeder meldet sich an wie er Lust hat. Wir haben Equipment für die Übungen, um Arme und Beine zu stärken, wie z.B. Schwimmnudeln, in Frankreich heißen die übrigens „Frites“. Das tolle ist die Gemeinschaft unter den Frauen, der Spaß den alle haben, natürlich auch der Sport, und die gemeinsame Freude am Wasser, an der Natur und unserer Region. Unsere Trainerin sucht verschiedene Standorte zwischen Guissény und Plounéour-Trez aus, je nach Uhrzeit, Gezeiten, Wind und Wellengang. Es kommt dann auch mal vor, dass die Wellen höher als vermutet sind und wir alle überspült werden. Im Winter tragen wir einen langen Neopren, Handschuhe, Schuhe und bunte Strickmützen. Man kommt ganz gut rein in den Neopren, das Ausziehen ist die größere Herausforderung, vor allem bei kühleren Außentemperaturen. Ich bewundere immer die älteren Bretonen, die man auch im Winter noch im Badeanzug schwimmen sieht.
7. Ihr baut gerade ein Ferienhaus aus. Wann wird es fertig sein und welche Pläne habt ihr noch mit dem Projekt?
Wir sind guter Dinge dieses Jahr fertig zu werden. Nein, Scherz, also ja, wir werden ab 2024 spätestens vermieten. Wer schon für nächstes Jahr Interesse hat, darf sich gerne melden. Für dieses Jahr können wir aber noch kein Datum nennen. Wir sind ein zwei Mann Team und es gibt bei einem alten Haus immer Unvorhergesehenes. Als wir angefangen haben standen nur die Grundmauern und das Dach, es war nur ein Erboden drin. Das Haus ist wirklich alt, das Grundgerüst stammt aus dem 15. Jhh. Es ist ein, für unsere Region typisches Steinhaus. Wir lassen viel von unserer Kreativität und Individualität fließen.
Wir würden gerne mit interessierten Urlaubern unsere Kenntnisse über die Region teilen. Wer möchte kann sich bei uns auf einen regen Austausch und Insidertipps freuen. Es gibt hier interessante Ecken zu entdecken, die man nicht im Reiseführer findet. Genauso auch die Menschen der Region, ein Einkauf beim Biobauern, beim Fischer vor Ort oder bei der Rinderfarm, bietet mehr persönlichen Kontakt und Gespräche als auf dem Markt und im Supermarkt.
8. Ihr wohnt in Guissény. Ist das eine ruhige Wohngegend mit netten Nachbarn?
Guissény ist ein kleiner Ort direkt am Meer im Nordwesten der Bretagne, im Departement Finistère. Unser Haus ist nur 1,2 km von der Bucht entfernt. Wir wohnen außerhalb vom Ort, in einer kleinen Sackgasse mit vier anderen Häusern und ansonsten nur Felder um uns herum. Es ist sehr ruhig, zum Ortskern ist es nur 1 km. Dort findet man alles was man braucht, einen kleinen Supermarkt, der 7 Tage die Woche geöffnet hat, Bäckerei, Post, Tabakladen, usw.
Wer Ruhe und Natur sucht ist hier genau richtig. Guissény hat kleine Buchten, einen langen Sandstrand und auch die Wanderwege im Hinterland sind sehr abwechslungsreich, dort kann man die Pflanzenvielfalt der Bretagne entdecken. In unserem Naturschutzgebiet gibt es einen großen See, der bei Vogelkundlern sehr beliebt ist. Die ortsansässigen Enten trifft man auch öfter auf der Landstraße. Wir haben hier tatsächlich schon einen Eisvogel gesehen.
Guissény hat diverse Vereine, die Konzerte, Begegnungsfeste und Märkte veranstalten. Die klassischen Konzerte in der Chapelle de Brendaouez, das jährliche Rockkonzert, unser berühmtes Muschelessen am Nationalfeiertag, Theateraufführungen am Meer usw., sind eine tolle Möglichkeit die hier ansässigen Menschen und Gepflogenheiten kennenzulernen. Die bretonische Gemeinde in Guissény ist sehr groß, sie organisieren z.B. das typische „Fest Noz“, ein bretonisches Fest, bei dem man die traditionellen Tänze und Musik erleben kann.
Die Menschen hier sind unglaublich offen und freundlich. Wir haben viel Kontakt zu unseren Nachbarn, die alle 70 plus sind. Sie haben uns direkt in ihre Nachbarschaft aufgenommen. Dies beinhaltet nicht nur die Menschen in unserer Straße, der Umkreis ist wesentlich größer. Der Austausch ist immer interessant und wir lernen viel von den „älteren“ Bretonen. Das Klima hier ist anders als in Deutschland, die Jahreszeiten sind wesentlich milder, was z.B. auch Einfluss auf das Anbauen von Gemüse hat, der Ablauf unterscheidet sich, zudem ist die Vielfalt immens. Das haben uns unsere Nachbarn beigebracht, wie auch, dass man die Wäsche vor 17 Uhr abhängt, da sie sonst wieder feucht wird, wie lange man bei einer Apéritif Einladung bleibt, wie lange so ein französisches Dîner doch gehen kann (und wie man die vielen Gänge schafft) und noch mehr. Als unser Nachbar, er ist Landwirt, festgestellt hat, dass es ihm, aufgrund des Alters, zuviel wird sich weiter um seine Hühner und den Gemüseanbau zu kümmern, hat er uns seine zwei Hühner vererbt, was für ein Vertrauensbeweis. Nun leben Josephine und Gertrude bei uns.
Ein Guissénien hat letztes Jahr zu mir gesagt: „Wenn ihr nach einem ganzen Winter hier, immer noch bleiben wollt, dann gehört ihr hierher.“ Und ja, wir können mit Gewissheit sagen, wir gehören hierher!
9. Wie kommt ihr beide mit der Sprache klar?
Ich konnte schon Französisch als wir hierher gezogen sind. Ich mag die Sprache, den Singsang. Ich unterhalte mich viel, bin offen, habe keine Schwierigkeiten mit Telefonaten und rede immer drauflos. Ich denke es ist wichtig keine Hemmungen zu haben. Meine Grammatik ist grauenhaft und ich möchte mehr Vokabeln lernen. Einmal in der Woche gehe ich zu einem Französischkurs für Ausländer und ich übe täglich Zuhause. Mein Mann tut sich schwerer, er hatte keine Französischkenntnisse. Und Deutsch und Englisch sind mit Französisch nicht vergleichbar. Es hilft nur lernen, umsetzen und dranbleiben.
Um hier zu leben ist die Sprache essentiell.
Spannend ist natürlich auch, dass die Bretonen eine ganz eigene Sprache haben, die nichts mit dem Französischen zu tun hat. So findet man hier alle Ortsschilder oder die Hinweisschilder für öffentliche Gebäude nicht nur auf französisch, sondern auch auf bretonisch.
Als Urlauber geht es natürlich auch ohne Sprachkenntnisse. Der Franzose freut sich aber sehr, wenn man die Grundkenntnisse wie „Bonjour“, „Au revoir“, „S’il vous plaît“ und ähnliches kann. Und es macht ja auch Freude, auf der Anfahrt in die Bretagne ein paar Wörter zu lernen.
Das Ferienhaus ist jetzt fertig und kann gemietet werden.
Claudia und Jans Facebook Seite zur Ferienwohnung
Die Webpage des Ferienhauses Kraou Bian
Bretagne Reiseberichte
Kreativität in der Zusammenarbeit von Fotografen aus Deutschland und der Bretagne am Strand von Amiets
Reise Bretagne Frühjahr 2023
Vor Jahren schrieb ich auf Reisen immer auf, was mich gerade beschäftigte.
Ich schrieb authentisch, wie es mir an den besuchten Orten gefiel, wie ich mich fühlte, wenn ich zum ersten Mal nach langer Zeit das Meer wieder sah, und ich berichtete auch drüber, was schief laufen kann, wenn man unterwegs ist.
In den letzten Jahren machten wir das nicht mehr, denn auf Dauer wird das langweilig. Wer möchte das schon lesen?
Wir schrieben nur noch Blogbeiträge, die unseren Lesern bei der Reiseplanung helfen sollten. Und das werden wir auch weiterhin machen.
Hurra – es gibt wieder Live Reiseberichte
Aber ich möchte wieder unser typisches, live- Reisetagebuch schreiben. Es tut mir selbst gut, wenn ich frei Schnauze berichten kann, was mich gerade bewegt, und kann aktuelle Fotos zeigen. Klar, nichts von alldem ist dann perfekt zu Ende editiert. Nicht der Text, es gibt weniger Infos zu den Regionen, und die Fotos sind tagesaktuell und nur basismäßig aus den RAW-Dateien entwickelt.
Natürlich bleiben wir weiterhin an den praktischen Reisetipps dran. Wir werden die teilweise schon existierenden Seiten für die Regionen auf dieser Tour noch ergänzen, wenn wir Neues entdecken. Hier im Reisetagebuch werde ich auf die entsprechenden Beiträge mit den Reisetipps verlinken.
Es wird also zwei Reiserubriken geben: Das Reisetagebuch und nachfolgend die Reiserecherchen mit Fototipps.
Du kannst die stressigen Reisevorbereitungen überspringen – weiter unten, wo du die Bretagne- Fotos siehst, wird es wieder freundlicher.
Leider fange ich diesmal mit ziemlich vielen Reisevorbereitungspannen an. So ist das eben gelaufen!
Ein saublöder Reisebeginn
Da war wirklich der Wurm drin. Wir wollten in die Bretagne und fotografieren, aber es kam dauernd etwas dazwischen. So ein Frust aber auch. Ich werde jetzt nicht weit ausholen und nicht zu ausführlich schreiben. Das wäre viel zu lang. Und es ist gekürzt eigentlich schon zu lang.
Unsere Misere begann im September. Da waren wir reisebereit, unser Dackel geimpft, denn der sollte mit auf Tour. Aber unserer Tochter Amy brach das Auslandsemester in Dijon ab. Es brachte ihr nichts, und so kam sie nach fünf Wochen wieder zurück und wir blieben daheim, um sie noch zu empfangen.
Danach streikten die Raffinieren in Frankreich und wir verschoben die Reise noch ein Stückchen. Im Oktober und November waren wir voll damit beschäftigt unsere Kalender zu verkaufen und jemanden neues für die Buchhaltung und Steuer zu finden. Unser bisheriger guter Steueranwalt ist leider verstorben.
Im Januar und Februar machte uns die Steuer dann wirklich einen Strich durch die Reisepläne. Es war extrem schwierig, einen Steuerberater zu finden. Alle waren voll ausgelastet und immer noch mit der Grundsteuer beschäftigt. Wir hatten gut ein halbes Jahr und mehr als 60 Anfragen gebraucht, bis wir endlich mit der Sucherei Erfolg hatten.
So lange wir noch in der Heimat weilten, fotografierten wir intensiv für ein Weingut. Die Fotoausrüstung war also ständig in Benutzung und alles damit in Ordnung. Später komme ich darauf nochmal zurück.
Die ganze Zeit arbeitet ich parallel unter Hochdruck an unserem Blog. Von außen siehst du das nicht, aber er ist jetzt wesentlich schneller. Die Blogbeiträge sind besser strukturiert. Schau dir mal den Beitrag über die europäischen Leuchttürme an. Auch einige Blogbeiträge über die Inseln haben wir grundlegend überarbeitet. Wir veröffentlichten ein paar Reportagen in Reisemagazinen. Einige dieser Berichte findest du jetzt auch hier im Blog:
Gotland
Bornholm
Aland
Die bretonischen Inseln liegen uns ganz besonders am Herzen. Für deine Reiseplanung überarbeitete ich die Übersichtsseite zur Belle Ile nochmal umfassend. Die anderen Inseln folgen so nach und nach.
Wasserprobleme im Wohnmobil
Die Grand Marees, die Springtiden um den Neumond herum im März wollten wir UNBEDINGT erleben. Also beeilten wir uns mit dem Packen des Wohnmobils und bereiteten alles soweit vor.
Beim Füllen des Wassers platzte das Reihenfilter vor der Wasserpumpe. Das merkten wir erst, als der Zwischenboden unter Wasser stand. Gunter fuhr die 20 km zu Fritz Berger nach Bad Kreuznach, aber das Teil war nicht vorrätig. Wir bestellten es im Internet. Es dauerte und dauerte. Also fing Gunter tags darauf noch einmal die Recherche an. In Bad Kreuznach war das Teil auf Lager. Waren die Mitarbeiter nicht in der Lage gewesen, richtig nachzuschauen? Also nochmal hinfahren und das Ersatzteil holen. Der Einbau war etwas fummelig und anstrengend, klappte aber und alles war wieder dicht.
Jetzt war endlich alles gepackt und alle Fotoarbeiten daheim abgearbeitet. Am nächsten Tag sollte es früh losgehen. Rechtzeitig würden wir zur Springtide in Saint Malo sein. Endlich.
Heizung im Haus
Am Sonntagmorgen dann die nächste Überraschung. Das Heißwasser im Haus war eiskalt, die Heizung auch. Schon seit einem Jahr suchten wir jemanden, der Heizung warten sollte. Aber, wie bei der Steuer – es war niemand zu bekommen. Es sei denn wir würden uns für eine neue Heizung entscheiden?!?! Nun denn, jetzt war sie kaputt. Die Zentralsteuerung hatte den Geist aufgegeben.
Glücklicherweise schaute ein Freund von uns mit drauf. Er kam zur gleichen Diagnose. In eBay fanden wir ein gebrauchtes Steuerelement. Da hatten wir gerade Glück, dass jemand es just an diesem Tag anbot. Ungeduldig warteten wir mal wieder auf die Post.
Wenigstens konnte ich weiter am Blog arbeiten. Da war noch genügend Arbeit zu tun. DieDatenbank war extrem voll. Gut, dass ich das noch entdeckt habe und aufräumen konnte. Wir hätten spätestens in der Bretagne gemerkt, dass die Webpage nicht mehr funktioniert. Irgendwie haben Selbständige immer was zu tun. Ruhetage einzulegen muss ich wirklich dringend lernen.
Vier Tage später baute unser Freund das neue Steuerelement in die Heizung ein. Es passte, der Einbau klappte, aber die Heizung heizte nicht. Der Brenner lief nicht. Also noch einen Tag warten, bis unser Freund in den späten Abendstunden nach seiner Arbeit noch einen gebrauchten Brenner einbauen konnte. ENDLICH lief wieder alles. Wie angenehm doch warmes Wasser sein kann.
Nochmal Wasserprobleme im Wohnmobil
Jetzt geht’s aber endlich los. Vielleicht habe ich Glück und könnte wenigstens die Grand Maree in Saint Malo mit richtig hohen Wellen in Saint Malo fotografieren? Bisher hatte immer der passende kräftige Wind gefehlt, als wir dort waren. Jetzt sah es richtig super gut aus.
Ich duschte morgens mit heißem Wasser, packte gerade die letzten Sachen ein, da rief Gunter herauf: „Heute fahren wir nicht in die Bretagne!“ „Hä?“ Jetzt macht er schlechte Scherze, mein Mann, war mein erster Gedanke. Aber nein! Der Druckausgleichsbehälter im Womo war geplatzt, und wieder stand unser Wohnmobil unter Wasser. Der hätte auch die Tage vorher platzen können. Diesmal schauten wir direkt im Internet nach, ob das Teil auch in Bad Kreuznach lagerte und holten es dann ab.
Die verpassten Wellen
Am 25. März fuhren wir dann endlich los. Grand Maree mit Sturm war leider schon am 24. März gewesen. Da warte ich nun schon einige Jahre drauf, und wieder knapp vorbei.
Kreditkarten
Kurz vor unserer Abfahrt in dieser blöden Reparaturhektik kamen unsere neuen Kreditkarten an. Wir lasen den beiliegenden Brief nicht, sondern überflogen ihn nur. Ein Fehler, den wir nicht noch einmal machen werden. Wir hätten nämlich die Kreditkarten zuhause im Geldautomaten aktivieren müssen. So taten wir uns auf der Autobahn schwer, mit den Karten zu tanken. Irgendwann kam die Meldung: „Zu viele falsche Pin-Eingaben“. Mit einer von Gunters Bankkarten konnten wir gerade so noch tanken. Anders wäre das wirklich ganz übel gewesen. Wir brauchten dann mehrere Anrufe bei der Bank und mehrere Anläufe an verschiedenen französischen Bankautomaten, bis die Karten wieder freigeschaltet und aktivert waren.
Gasdruckreduzierventil
Das nächste Problem, welches wir noch lösen mussten, war Gasgeruch im Wohnmobil. Manchmal roch es, manchmal nicht. Wir hatten das Gasdruckreduzierventil erneuert, und da schien etwas nicht ganz dicht zu sein. Nur fanden wir den Fehler tagelang lang nicht. Das war echt stressig. Glücklicherweise ist es zur Zeit noch ziemlich kühl. Wir drehten nachts das Gas ab und somit war auch der Kühlschrank aus.
Mit Hilfe von Gasleckspray fanden wir die undichte Stelle und fragten bei einem sehr freundlichen Wohnmobilhändler in Dinard nach. Er zog die Schraube, die wir schon einige Male angezogen hatten, so richtig brutal an. So fest anzuziehen hatten wir uns nicht getraut. Außerdem meinte er, die französischen Gasflaschen würden in fast leerem Zustand stark riechen. Jedenfalls ist die Luft im Mobil wieder frisch und es riecht nach Meer und leckerem Käse.
Saint Malo
Jetzt mal zu den positiven Seiten. Wir sind in der Bretagne. Zum ersten Mal ohne Zwischenstopp in der Normandie. Der Stellplatz in Rochebonne, Saint Malo ist leer. Abends gegen 17 Uhr stehen wir ganz allein da. Ich freue mich, als ein zweites Mobil ankommt. Der Stellplatz liegt ideal am Strand von Rochebonne. Entlang des Strandes brauchen wir zu Fuß etwa eine Stunde bis Saint Malo, schneller geht es mit dem Fahrrad. Das Meer ist ruhig, aber es liegt noch tonnenweise Sand auf der Promende von Paramé. Wellen und Wind vor zwei Tagen müssen gigantisch gewesen sein. Die Wellen haben an einem strandnahen Hotel sogar zwei Fenster eingeschlagen.
Abends und morgens verschwindet die Sonne hinter Wolkenbänken, tagsüber ist das Wetter ganz nett. Wir fotografieren nicht viel, genießen einfach mal das Meer, den weiten Strand, die frische Luft und die ruhige Vorsaisonstimmung in den Gassen der Intra-Muros, der Altstadt von Saint Malo.
Mit den Rädern suchen wir zwei kleinere Leuchttürme im Außenbezirk der Stadt und kommen mit den Rucksäcken auf dem Rücken und im Verkehr doch ins Schwitzen. Diese Kombination aus Neuem und Bekannten ist ein guter Reisestart.
Saint Malo – Sehenswürdigkeiten nicht nur für Fotografen
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Saint Malo Sehenswürdigkeiten für Fotografen findest du ausführliche Reisetipps hier im Blog.
Dinard
Dinard – der Küstenwanderweg ist das Ziel
Nach zwei Nächten fahren wir die wenigen Kilometer nach Dinard zum Campingplatz Port Blanc. Ich bezahle in einem Anflug von Verschwendungssucht die 3,50 Euro extra pro Nacht, damit wir einen Meerblick genießen können. Darüber freue ich mich die nächsten Tage ganz besonders. Das sollten wir uns wirklich öfters mal gönnen: Vom Womo aus direkt aufs Meer zu schauen.
Ich nehme mein erstes Bad im Meer. Die Wellen knallen ziemlich heftig auf den Strand, von oben herab sehen sie so harmlos aus. Als ich hüfttief im Wasser stehe, sind sie plötzlich gewaltig. Ich traue mich nicht zu schwimmen. Macht ja nichts, ich spüre auch so den Kälteimpuls mit Prickeln in den Beinen und Unterleib und bin den Rest des Tages warm.
Wir laufen wieder den Küstenpfad lang, aber das Licht ist heute nicht so doll. Meine Canon R6 hat zur Zeit Probleme mit dem Autofokus, was ziemlich frustrierend ist. Die Fotos sind einfach nicht so knackscharf wie gewohnt. Mal sehen, ob ich diesen Fehler finde.
Fotogalerie Dinard
Es gibt endlich wieder mehr Unterwasserfotos
Fotos von den Lebewesen in den Gezeitentümpeln sind spannend. Ich fotografiere ja schon seit einigen Jahren in den Gezeitenbecken und Häfen. Für diese Reise habe ich mir eine neue Kamera gekauft, die Olympus TG 6. Die Pentax-Kameras sind uralt und nicht mehr dicht. In Saint Malo und in Dinard bin ich damit beschäftigt, die neue Kamera zu testen. Darüber schreibe ich dann mehr in unserem Blogbeitrag über die Unterwasserfotografie. Jedenfalls finde ich ein paar sehr interessante Lebewesen und bin bisher von der kleinen Kamera begeistert.
Der Küstenwanderweg bis nach Dinard beschrieben wir schon im Blogbeitrag vom letzten Jahr.
Wie du auch Unterwasserfotos machen kannst: Fototipp Unterwasserfotografie
Seiten
Vari Trike – Reha auf dem Trike
Mein Rad ist knallgelb, aber es ist aus einem ganz anderen Grund DER Hingucker. Es hat drei Räder und wird mit Beinen UND Arme angetrieben. So ein Rad zu fahren, war mein langgehegter Wunsch. Wie plötzlich ich mich allerdings dazu gedrängt sah, diesen Wunsch in Realität umsetzen zu müssen, das hatte ich nicht geahnt. Ich brauchte nach einem Unfall dringend ein Reha Bike.
Ein Unfall führt mich zum Varibike-Trike
Ein kleiner Fehltritt beim Wandern ließ mich mit mehreren Knochenbrüchen und Sehnenverletzungen an Bein, Arm und Schulter im Krankenhaus landen. Tschüss Fahrradfahren! Nicht mal zur Toilette konnte ich humpeln.
Wie gut einem die Bewegung in der Natur tut, merkt man erst, wenn es plötzlich nicht mehr geht. Ich bin ein Bewegungsmensch, und mich wochenlang passiv im Rollstuhl umherschubsen zu lassen ist gar nicht mein Ding.
Das Trike von Varibike für die Reha war meine Rettung in der Not.
Unabhängig voneinander treibt man das Rad entweder mit Arm – und/oder Beinantrieb an. Zudem sind die Handkurbeln und die Fußkurbeln voneinander entkoppelt, so dass es auch einarmig oder auch nur mit einem Bein zu fahren ist. Zum Lenken schwenkt man einfach den Vorderrahmen in die gewünschte Richtung.
Man kann das Varibike Trike mit den Armen oder den Beinen lenken.
Ich musste das Rad unbedingt Probefahren und vereinbarte eine Termin beim Hersteller. Ich schaffte es tatsächlich, mit nur einem Arm und einem Bein Rad zu fahren! Die schwierigste Übung dabei war das Ein- und Aussteigen, da brauchte ich Assistenz von meinem Mann.
Das neue „Extreme“ System des Varibike-Trikes
Das oben bereits erwähnte neueste Feature beim Varibike Trike ist das „Extreme“ System. Das Varibike „Extreme“ ist die Kombination von Liegerad, Varibike-Armkurbeln und Powercranks-Beinkurbeln.
Bei den Powercranks sind die Tretkurbeln voneinander entkuppelt, sie bewegen sich unabhängig voneinander. Die Kombination von Liegerad und Powercranks erlaubt erstmalig ein kraftvolles synchrones Beinkurbeln, ohne hohen Satteldruck auf den Genitalbereich.
Die Kombination Varibike-Armkurbeln und Extreme-Pedale ermöglicht ein ganz außergewöhnliches, rundes Ganzkörperrudern.
Radsportlern und Triathleten dürften die Powercranks (Extreme-Pedale beim Varibike) als Trainingsgeräte für den runden Tritt bekannt sein. Das Bein muss nicht nur treten, sondern auch ständig ziehen. Klickpedale sind obligatorisch, um nicht den Kontakt zum Pedal zu verlieren.
Das Radfahren damit muss geübt werden und ist arg anstrengend. Aber der Trainingseffekt ist enorm. Besonders Triathleten nehmen die Mühen auf sich, da das Fahren mit den Powercranks gleichzeitig die Laufmuskulatur trainiert.
Für mich war es anfangs wichtig, dass ich mit den Extreme-Pedalen nur mit einem Bein treten konnte, während das andere ruht. Aber, dass ich beim Radfahren meine Laufmuskulatur trainieren konnte, war absolut genial! So kam ich endlich wieder sicher auf die Beine.
Mit dem Varibike-Trike hatte ich ja zusätzlich noch die Unterstützung durch die Handkurbeln. Wenn ich ein Bein ausruhen wollte, war das die ideale Unterstützung.
Als ich das Varibike Trike zu ersten Mal mit beiden Beinen fuhr, realisierte ich schnell, dass mich das Fahren mit diesem Antrieb vor eine große Herausforderung stellen würde.
Mein anfänglicher Kampf mit den Extreme-Pedalen
Bei jeder Umdrehung mit dem Pedal gab es dieses „ins Leere treten“ bevor ich beim Zurückziehen des Beines wieder Widerstand fühlte. Ich konnte nicht wirklich rund treten, denn ich hatte das „Ziehen“ noch nicht gelernt und auch die Kraft dazu in den Beinen noch nicht aufbauen können.
Ich fluchte anfangs gewaltig vor mich hin, ich konnte das Rad nur hochkonzentriert fahren und war schnell erschöpft. Ließ ich auch nur kurz in der Konzentration nach, klackerte es sofort wieder im Beinantrieb.
Zu alldem kam noch der Armantrieb und die Lenkung mittels Schwenkbewegung des Vorderrahmens hinzu. Ich kam oft mit der Harmonie dieser vier eigenständigen Pedalen durcheinander und mein Gatte meinte, wenn ich so fahre, sähe ich aus, wie eine Spinne auf Drogen.
Gebremst wird das Varibike Trike mit einer kurzen Rückwärtsbewegung der linken Armkurbel. Die Bremskraft lässt sich gut dosieren, das hatte ich schnell im Griff. Zusätzlich hat das Trike noch eine arretierbare Hinterradbremse.
Der runde Tritt mit Beinen und Armen
Nach rund sechs Wochen hatte ich den runden Tritt gemeistert, ich konnte die Leerräume beim Treten vermeiden. Treten, kurbeln, lenken, bremsen und in die Kurven legen, das alles ist jetzt Routine und läuft fast unbewusst ab.
Ich bin nicht die Kräftigste, schon gar nicht mit lädierten Gliedmaßen, aber ich merkte nach einigen Wochen der Eingewöhnung, dass mich die kombinierten Kräfte von Treten, Ziehen und Armkurbeln sehr schnell vorankommen lassen und sich mein ganzer Körper straffer anfühlte.
Hier nochmal: Mein ganzer Körper war trainiert.
Besonders gern nutze ich mein Varibike-Trike als „Rudergerät.“ Dabei stehen die Bein und die Armkurbeln jeweils parallel zueinander und nicht um 180° versetzt, wie bei einem normalen Fahrrad. Dann kurbele und trete ich synchron und das bringt die ultimative Kraftentfaltung. Es katapultiert mich geradezu voran. Denn im Gegensatz zum klassischen Rudern, bei der nur die Zugbewegung mit Kraft ausgeführt wird, kann man beim Varibike durchgehend mit Kraft Rudern, also während der kompletten 360° Kurbelbewegung. Das Rudern hielt ich anfangs allerdings nur kurze Zeit durch, es ist extrem kräftezehrend. Jetzt ist es kein Problem mehr und ich kann recht lange rudern.
Anfangs war es schwierig langsam zu fahren
Langsam fahren, war für mich am anfang viel schwieriger. Ich schaffe den „ruckelfreien“ Antrieb nur bei ungewohnt schnellerer Trittfrequenz und voller Konzentration. Ich bin dann sehr flott, oft zu flott unterwegs. Aber auch das hatte den Vorteil, dass ich durch die aufgezwungene, schnelle Trittfrequenz Ausdauer aufbauen konnte.
Nach wenigen Wochen hatte ich endlich Bauchmuskeln!
Bei meinen täglichen Trainingseinheiten mit dem Varibike lag mein Augenmerk auf Arm- und Beinmuskulatur, meine Bauchmuskeln beachtete ich gar nicht. Muskelkater bekam ich da auch nicht. Nach fünf Wochen waren sie aber da – die lang ersehnten Bauchmuskeln.
Beim Liegeradfahren sind die Beine nach vorne gestreckt, anstatt nach unten wie beim „normalen“ Rad. Durch das alternierende Ziehen und Treten in halbliegender Position sind die Bauchmuskeln permanent gefordert, noch mehr, wenn ich im Rudermodus fahre. Ich war die erste Zeit so sehr mit den Bein- und Pomuskeln beschäftigt, dass ich die Veränderungen am Bauch erst wahrnahm, als ich die neuen Muskeln sogar im Alltag spürte. Ich hatte mehr Halt aus meiner Mitte heraus. Innerhalb von drei, vier Wochen hatte ich Muskeln trainiert, an denen ich mich schon jahrelang erfolglos abgemüht hatte.
Bei meinem Muskelaufbau- und Ausdauertraining war es enorm hilfreich, dass das Varibike „Extreme“ so viele Möglichkeiten des Antriebs durch unterschiedliche Muskeln bietet. Werden die Beine beim Rudern müde, paddelt oder rudert man einfach ein paar hundert Meter mit den Armen.
Schonung und Training des Knies
Mein Knie braucht nach einer Verletzung mit OP von vor drei Jahren regelmäßig Bewegung, um halbwegs schmerzfrei zu bleiben. Das fehlte mir sehr in der bewegungsarmen Zeit meines neuerlichen Unfalls. Das Knie schmerzte wie nie zuvor. Glücklicherweise kam das Varibike zur rechten Zeit.
Auf den ersten Touren mit dem Rad schmerzte das Knie anfangs eher mehr als weniger. Ich war ja auch andauernd unterwegs und aktiv. Jedenfalls merkte ich schnell, dass die Knieprobleme beim Treten wesentlich stärker waren als beim Ziehen. Ich verminderte die Kraft beim Treten und konzentrierte mich auf das Ziehen. Doch das Knie schmerzte noch immer.
Um die Bewegung auf dem Varibike zu analysieren, filmte ich mich mit einer Helmkamera. Aha – mein rechtes Knie pendelte hin und her und blieb nicht in der „Spur“, also auf Pedalabstand in der Rotationsebene. Ein weiterer Aspekt auf den ich mich konzentrieren musste, und das schaffte ich auch. Die Schmerzen beim Radfahren ließen nach und irgendwann waren sie ganz weg.
Knieschonendes Radfahren
Mein Physiotherapeut erklärte mir, dass man besonders mit der Zugbewegung die Haltemuskulatur des Knies stärkt. Die Ziehbewegung beim Radeln entspannt das Knie und schont zudem die Gelenkflächen. Aber die korrekte Knieposition beim Fahren ist für die Stabilität wichtig.
Weil ich auch über den Winter fast täglich mit dem Varibike trainierte, habe ich ordentlich Kondition und Muskelkraft aufgebaut. Als Nebeneffekt kann ich jetzt auch wieder längere Strecken schmerzfrei laufen. Die runde Trittbewegung der „Extreme“-Kurbeln ist extrem gelenkschonend, wenn man auf eine exakt parallele Trittbewegung achtet. Durch die absolute Sonderstellung des Rades, die Kombination mit Handkurbeln, gibt dem Thema Gelenkschonen noch einen weiteren Joker.
Bei auftretenden Knieschmerzen in den Belastungsspitzen kann ich diese mit gezielter Kraftverlagerung zu den Armkurbeln entschärfen.
Mehr Sportgerät als Langstreckentourer
Nach mehr als einem Jahr Fahrpraxis mit dem Varibike-Trike kann ich guten Gewissens sagen, das Gefährt ist mein täglicher Begleiter geworden. Ich habe den Luxus, mich spontan für eine kurze Tour auf das Trike zu schwingen und absolviere so mein Fitness-Training. Und das kann ich leicht mit anderen Dingen, wie Fotografieren oder Einkaufen verbinden.
Wenn ich mal ein paar Tage auf das Fahren verzichten muss, dann kribbelt es mich schon heftig in Fingern und Zehenspitzen, mein Körper verlangt wenigstens eine kurze Spritztour.
In meiner Heimatgegend unternahm ich mit den Trike noch keine Langstrecken Touren. Ich bin es gewohnt mich auf circa 20 km langen Touren auszupowern und müsste jetzt das Langsamfahren ersteinmal „lernen“.
Auf unserer kürzlichen Reise auf die niederländische Insel Ameland waren längere Wege kein Problem. Da konnte ich stundenlang fahren und die Aussicht aus der bequemen Sitzposition während des Fahrens genießen.
Falls ich mich irgendwann einmal eine Radreise unternehmen möchte, würde ich dafür mein Varibike-Trike auf konventionelle Tretkurbeln umrüsten. Damit bin ich dann zwar ein wenig langsamer unterwegs, kann aber meine Kräfte besser einteilen und ausdauernder fahren. Den runden Tritt habe ich jetzt gelernt.
Übrigens bin ich auf meinem „normalen“ Fahrrad jetzt wesentlich schneller unterwegs als vor dem Vari Trike Training.
Technische Spezifikationen meines Vari Trikes
RAHMEN Hochfestes Aluminium EN AW 7020
FARBE Gelb
BREMSEN Zwei Scheibenbremsen. Und eine Handbremse mit Feststellfunktion zum Parken. Optional: Rücktrittsbremse an einer Armkurbeln. Diese wird einfach durch eine Kurbelbewegung entgegen der Antriebsrichtung aktiviert.
LENKUNG Die innovative VariTrikelenkung ermöglicht antriebsneutrale alternierende Arm- und Beinkurbelbewegungen. Der vordere Rahmen neigt sich beim Lenken in Kurvenrichtung.
SITZ Die tiefe Sitzposition des Mesh-Sitzes sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt. Der Sitz ist in seiner Neigung einstellbar.
ARMKURBELEINHEIT An der Armkurbel kleines Antriebsritzel mit nur 22 Zähnen. Synchronkette mit Kettenschutz. Die Armkurbelposition ist 2-D (in Höhe und Tiefe) einstellbar und kann somit optimal an die Bedürfnisse des Fahrers angepasst werden.
VARIANTRIEB
Durch den VariAntrieb kann zwischen diesen 7 Antriebsstilen gewählt werden:
1. Cycling (wie beim Fahrrad)
2. Alternate mit Armen (ähnlich Paddeln)
3. Synchron mit Armen (ähnlich Rudern)
4. Alternate mit Armen + Cycling
5. Synchron mit Armen + Cycling
6. Rechter oder linker Arm
7. Rechter oder linker Arm + Cycling
Der Antriebsstil kann während der Fahrt gewechselt werden und dies ohne Umschalten.
SCHALTUNG Shimano Alfine 11-Gang. Betätigung durch Taster an der Armkurbeleinheit.
So sieht das Varibike Trike in Aktion aus:
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