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Wir überarbeiten zur Zeit unsere Fotos und Berichte von früheren Reisen. Im Mai 2009 hatten wir die Insel Værøy auf den Lofoten besucht.

Eine dunkle und stürmische Fährfahrt

Schon früh am Tag beginnt es hier auf Moskenøy im Süden der Lofoten zu regnen und zu stürmen. Es schüttet so stark, dass wir im Mobil bleiben. In den kurzen Regenpausen finden wir in Å schöne Fotomotive mit dunklen, tiefhängenden Regenwolken. Å ist diesmal nicht die Ångström-Einheit aus dem Physik-Unterricht, sondern das berühmte Museumsdorf mit dem ultrakurzen Namen an der Südspitze der Lofoten. Hier endet auch die Europastraße 10. Jetzt im Frühjahr liegt ein ständiger Duft nach getrocknetem Kabeljau  in der Luft.

Das Fischerdorf mit dem kurzen Namen, Å in Norwegen

Das Fischerdorf mit dem kurzen Namen, Å in Norwegen

Küste bei Å, Norwegen

Küste bei Å, Norwegen

Regenwolken auf der Fährfahrt

Regenwolken auf der Fährfahrt

Gegen Abend stellen wir uns im heftig strömenden Regen am Fährableger an. Und diesmal, zum ersten Mal überhaupt, müssen wir rückwärts auf die Fähre fahren. Ich sehe natürlich im strömenden Regen gar nichts in den Rückspiegeln. Die Fähre ist vollbesetzt und wir müssen die letzten Millimeter ausnutzen. Das bedeutet ohne Sicht exakt einzuparken. Und die Rampe ist noch steil dazu. Uff, das ist wirklich kein Spaß.

Kleiner Hafenleuchtturm auf Vaeroy

Kleiner Hafenleuchtturm auf Vaeroy, Norwegen

Die Fahrt ist auch nicht angenehm, wir schaukeln gewaltig hin und her, und uns wird es ziemlich mulmig. Hier in der Meerenge zwischen Moskenøy und Værøy werkelt der berühmt/berüchtige Moskenstraumen, der gewaltigste Malstrom der Welt. Heftigste Gezeitenströme erzeugen massive Verwirbelungen, die auch unserer dicken Fähre ziemlich zusetzen. Es ist kalt und windig, trotzdem verbringe ich die meiste Zeit fotografierend auf dem Oberdeck. Die Wolken ziehen sehr dramatisch über uns hinweg. Die Wellen klatschen und spritzen bis aufs Deck. Meine Kamera ist hinterher ziemlich klamm vom vielen Salz.

Zu Gast bei Aina und Bjoernar

Wir besuchen eine Familie mit drei Kindern, die wir vorher über das SERVAS-Netzwerk kontaktiert haben. Bei Aina und Bjoernar werden wir herzlich aufgenommen und fühlen uns sofort wohl. Aina kreiert originelle Kleidung und Accessoires, und alles, was für den Haushalt praktisch ist. Hier ist ihre Webpage: http://kaosheimen.blogspot.com/

Wir parken am Schuppen von Aina und Bjoernar, Vaeroy, Norwegen

Wir parken am Schuppen von Aina und Bjoernar, Vaeroy, Norwegen

Bei uns würden wir Ainas Kreationen als trendige Kindermode bezeichnen, die Stücke sind wirklich sehr gelungen. Allerdings entwirft Aina nicht nur Kleidung für die jüngeren unter uns, auch für Erwachsene gibt es Einiges zu entdecken. Sie hat auch ausgefallene Damenmode in ihrem Sortiment. Handschuhe, Kleider, Westen, Schals und Mützen. Mal sind sie einfarbig, mal gemustert und zumeist mit aufwändigen Verzierungen versehen, welche die eigentlich „normale“ und bequeme Kleidung noch wertiger macht. Bei Ainas Produkten steht Geld verdienen nicht an erster Stelle, auf einer solch abelegenen Insel, wie Værøy ist es sehr praktisch, derartige Gebrauchsgegenstände und Kleidung selbst herstellen zu können. Hier gibt es schließlich nicht viele Möglichkeiten, einzukaufen.

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Panoramen fast wie aus dem Flugzeug

Am nächsten Morgen haben wir die Gelegenheit, mit Bjoernar den Berg hochzufahren, das ist eine fantastische Gelegenheit, denn bei diesem unbeständigen Wetter hätten wir mit unseren drei Kindern nicht ohne weiteres zu Fuß auf den Weg gemacht. Amy und Noah haben trotzdem keine Lust, mit auf den Berg zu fahren und bleiben bei Aina. Ihnen ist es draußen zu kalt und sie geniessen es, wieder einmal in einem geräumigen warmen Haus zu sein.

Blick über Vaeroy, Norwegen

Blick über Vaeroy, Norwegen

Das Mastadfjellet im Südwesten von Vaeroy, Norwegen

Das Mastadfjellet im Südwesten von Vaeroy, Norwegen

Oben auf dem Berg laufen wir über die grasigen Matten und haben eine herrliche Panoramasicht auf Værøy. Wir haben auch Glück mit dem Wetter und werden nur einmal kurz nass. Von hier oben können wir das schlechte Wetter schon von weitem sehen. Unsere Fotografenseele würde die Regenwolken kaum als schlecht bezeichnen, denn sie sind dramatische,sich dauernd ändernde Motive.

Hauskaninchen und die einsame Nordküste

Am nächsten Tag regnet es wieder fast ununterbrochen. Wir sind zwar ins Freie gegangen und etwas gewandert, werden aber in kurzer Zeit klatschnass. Gegen Abend lässt der Regen nach und wir fahren zur Nordküste. Dort zeigen wir Bjoernar, wie man Langzeitaufnahmen tätigt.

Die Kinder haben derweil Spaß mit den Kaninchen der Gastfamilie. Amy und Noah sind ständig draußen zum Füttern. Von einem Ausflug an die Küste, wir wollen Krebse und anderes Wassergetier suchen, kommen wir mit einem Eimer Löwenzahn zurück.

Im Norden von Vaeroy, Norwegen

Im Norden von Vaeroy, Norwegen

Kurz vor der Abfahrt der Fähre fahren Esra und ich mit dem Fahrrad noch eine Runde durch den Ort. Am Tag zuvor haben die Tour zu Fuß wegen des zu starken Regens abbrechen müssen. So bekomme ich nochmal einen schönen Eindruck von der Insel. Die Fähren fahren nicht täglich, da haben wir beschlossen, nach nur zwei Tagen wieder abzureisen. Ansonsten hätten wir noch einige Tage länger bleiben müssen. Ohne Campingplatz und Stromanschluss ist es uns dafür viel zu kalt. Der Mai fühlt sich hier im Norden noch an, wie Winter.

Fischerhütte mit Stockfisch, Vaeroy, Norwegen

Fischerhütte mit Stockfisch, Vaeroy, Norwegen

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Eine schrecklich musikalische Fährfahrt

Wieder müssen wir rückwärts auf die Fähre auffahren. Wir sind beinahe die Letzten, die noch draufkommen, denn wieder ist die Fähree vollbesetzt. Auf der Rückfahrt nach Å läuft auf den Monitoren des Passagierdecks der Eurovision Song Contest, das ist fast schlimmer wie Seekrankheit. Wir lernen auf dieser Fahrt zwei Mädels aus Frankreich und der Türkei kennen. Die beiden fahren wir dann noch mitten in der Nacht nach Å zur Jugendherberge. So spät fuhr kein Bus mehr, und ein Taxi hätte für die paar Kilometer 50 Euro gekostet. In Moskenes stellen wir uns auf einen noch geschlossenen Campingplatz. Strom fürs Heizen ist aber vorhanden. Die Küche und anderen Einrichtungen sind aber abgesperrt. Wir werfen 100 NOK in den Briefkasten, in der Hoffnung, das ist so in Ordnung.

Wissenswertes über Værøy

Værøy ist eine kleine Insel in Nord-Norwegen, und hat in etwa die Form eines Tyrannosaurus rex, mit einem gebirgigen Ausläufer als Kopf. Zwischen Værøy und der südlichen Spitze der Lofoten liegt der Moskenesstraumen, einer der stärksten Gezeitenströme der Welt. Nach ihm ist der Maelstrom benannt, ein gigantischer schiffeverschlingender Strudel.
Værøy und die Inseln der Kommune Røst sind Brutgebiete vieler Seevögel, darunter auch Papageitaucher.
Nach Værøy kommt man mehrmals wöchentlich mit der Fähre von Bodo oder Moskenes.

Blick über Vaeroy, Norwegen

Blick über Vaeroy, Norwegen

Papageitaucher und Lundehunde

Von Værøy stammt auch der norwegische Lundehund, eine speziell für die Jagd auf Papageitaucher gezüchtete Hunderasse. Lundehunde haben ein paar anatomische Besonderheiten, die sie zur Jagd in den Bruthöhlen der Papageitaucher befähigen. So können die Lundehunde ihre Schultergelenke auskugeln und ihren Kopf komplett zurück in den Nacken legen. Weil die Bewohner von Værøy und Røst auf andere Methoden der Vogeljagd umstiegen, war kein Bedarf mehr für diese scheuen und sensiblen Jagdhunde mehr vorhanden, und fast wären sie ausgestorben. Es ist nur ein paar enthusiastischen Hundeliebhabern zu verdanken, dass es diese Rasse noch gibt.

Papageitaucher, Vesterålen, Norwegen

Papageitaucher, Vesterålen, Norwegen

Lundehund

Lundehund, diese Rasse hat an jeder Pfote sechs Zehen

Seeadler, Lofoten, Norwegen

Seeadler, Lofoten, Norwegen

Adlerfang per Hand, eine außergewöhnliche Methode

von Esra Merlin Reichert.

Als sich die ersten Menschen auf Værøy ansiedelten, waren Schafe eine wichtige Existenzgrundlage. Gut zu wissen ist es auch, dass ein Adler gerne mal ein saftiges Lamm verputzt. Blöd nur, dass so ein Lamm, wenn es lange genug lebt, zu einem stattlichen Schaf heranwächst. Und die sind nun mal eine wichtige Lebensgrundlage der Bauern auf Værøy. Daher war es dort viele Jahrhunderte Sitte, Adler mit hinterhältigen Fallen in großer Zahl zu fangen.

Bjoernar zeigt uns den Einstieg ins Fanghaus, Vaeroy, Norwegen

Bjoernar zeigt uns den Einstieg ins Fanghaus, Vaeroy, Norwegen

Esra im Adlerfanghaus, Vaeroy, Norwegen

Esra im Adlerfanghaus, Vaeroy, Norwegen

Man grub dazu ein Loch in den Steinboden, in dem ein Mensch viele Stunden mehr oder weniger bequem sitzen konnte, und deckte den Eingang mit ein oder zwei großen Steinplatten ab, damit alles wie vorher aussah. Allerdings liess man zur Seite hin ein Loch offen, so groß nur, dass der Arm eines erbarmungslosen Bauern den Adler an den Füßen packen und in das sogenannte Adlerfanghaus ziehen konnte, um ihm den Hals umzudrehen. Dummerweise können Adler bis drei zählen, weshalb man zum Bestücken der Falle mit vier Leuten den Berg hoch und mit dreien wieder runterlaufen musste, damit der Adler keinen Verdacht schöpft und den ausgelegten Köder einfach liegen lässt (die sind ja nicht blöd, die Adler). Aber wenn der Adler im Glauben ist, es seien nur drei Menschen den Berg hoch und wieder runtergelaufen, dann ist demnach auch keiner mehr oben. Das denkt der Adler. Also stürzt er sich, angelockt vom Geschrei der Krähen, auf das leckere Fleisch, welches der Adlerfänger an einer Schnur befestigt hat, die er an einem Ende festhält. Sobald der Adler die Krähen verjagt hat, beginnt er, auf das Fleisch einzuhacken. Dann zieht der Bauer das Fleisch langsam in seine Richtung. Der Adler hackt dann nur noch stärker auf das Fleisch ein, im Glauben, es sei noch am Leben. Sobald die Adlerfüße in Reichweite des Bauernarms sind, werden sie vom Letzteren gepackt und der Adler wird in das Loch gezogen, wo man ihm den Garaus macht. Das Adlermorden wurde mit der Zeit zu einem beliebten Sport für Jung und Alt, doch um 1960 wurde es dann verboten. Seitdem erholen sich die Adlerbestände wieder etwas und heute kreisen die majestätischen Vögel ungefährdet über den leckeren Lämmern.

Da greift die Hand nach dem Adler

Da greift die Hand nach dem Adler

Das Adlerfanghaus ist perfekt getarnt, Vaeroy, Norwegen

Das Adlerfanghaus ist perfekt getarnt, Vaeroy, Norwegen

Mit der ersten Fähre zur Ile de Brehat

Vom Campingplatz aus sind es nur sechs Minuten Fußweg bis zum Fähranleger. Wir haben das am Vortag ausprobiert. Es geht recht steil den Berg hinunter durch einen Pinienwald, und schwupps ist man da.
Wir haben uns die Fährtickets am Vortag schon besorgt, damit wir frühmorgens an der ersten Fähre um kurz nach 8:00 Uhr nicht Schlange stehen müssen. Nun, da kommen sowieso wesentlich weniger Leute als später. 8,80 Euro pro Person ist ein vernünftiger Preis für die zehnminütige Überfahrt, und die Tickets sind nicht zeitgebunden. 16 Euro für ein Fahrrad sind allerdings weniger günstig, da wollen sich wohl die Fahrradverleiher auf Brehat ihr Geschäft nicht kaputtmachen lassen. Dazu kommt noch, dass die Fahrräder nicht nach 16:00 Uhr auf der Fähre transportiert werden dürfen. Unter diesen Umständen macht es mehr Sinn, sich bei Bedarf auf Brehat einen Drahtesel zu mieten. Wir nehmen keine Räder mit und mieten aber auch keine. So früh sind die Verleiher noch geschlossen. Die Mitnahme der eigenen Räder macht mehr Sinn, wenn man einige Tage auf der Insel bleiben will. Wir wollen ja, aber…

Morgens vor der Ile de Brehat

Morgens vor der Ile de Brehat

Die Fähre bei der Inselrundfahrt

Die Fähre bei der Inselrundfahrt

Im Vorfeld hatten wir auch probiert, an eine Unterkunft auf Brehat heranzukommen. Ich hatte daheim bereits recherchiert und auch in Binic mit Hilfe er Touristinfo keine freie Unterkunft mehr finden können. Ach, schade! Ferienwohnungen und Bed and Breakfast sind lange vorher ausgebucht, und auch die Hotels haben kurzfristig keine Zimmer zu bezahlbaren Preisen zu vergeben. Und der einzige Campingplatz der Insel hat Ende September auch schon geschlossen.

Früh raus

Am Tag der Überfahrt stehen wir vor sieben Uhr auf, frühstücken, schnappen unsere Fotosachen und runter gehts inder Dämmerung zur Fähre. Der Passagierandrang hält sich so früh stark in Grenzen, wir können gemütlich über den Kai zum Boot schlendern und auf dem Oberdeck Platz nehmen. Um acht Uhr kommt plötzlich Leben in die Fähre, sie legt ab, eine Viertelstunde zu früh. Aber keine Panik, sie legt nur weiter oben an, weil die Flut ziemlich schnell steigt.

Direkt zum Norden der Insel, den Leuchtturm im Morgenlicht fotografieren

Die Überfahrt verläuft ruhig, trotz des starken böigen Ostwindes und dem unruhigen Meer. Zehn Minuten sind einfach zu kurz, um seekrank zu werden. Kaum hat die Fähre auf Brehat angelegt, marschieren wir stramm los Richtung Inselnorden. Wir wollen das frühe Morgenlicht am Leuchtturm Paon fotografisch erwischen und dort auch halbwegs unsere Ruhe haben, ohne dass uns Horden von Touristen dauernd durchs Bild laufen.
Aufwärts gehts durch schmale hecken- und mauergesäumte Gassen, weiter durch den Hauptort Bourg. Immer wieder einmal müssen wir uns an den Wegesrand drücken, als wieder einer der typischen Kleintraktoren mit Gepäck, oder der Post an uns vorbei tuckert. Anscheinend ist nur nach der ersten Fähre ein wenig Traktortrubel, später hörten wir gar kein Motorengebrumm mehr auf der autofreien Insel.

Durch die Gassen und Pfade auf der Ile de Brehat

Durch die Gassen und Pfade auf der Ile de Brehat

Boote vor der Ile de Brehat

Boote vor der Ile de Brehat

Hinter Bourg geht es wieder durch heckengesäumte Pfade, bis sich endlich kurz vor Erreichen der Nordspitze die Aussicht öffnet und der lange erwarteten Heidelandschaft Gelegenheit gibt, sich zu zeigen. Außer uns beiden hat es nur noch eine Frau bis hierher geschafft, alle anderen Touristen haben wir abgehängt. Es waren eh kaum welche mit uns auf dem Boot, der Hauptschung kommt wohl eine Fähre später.

Hilfe: das Wetter ist fast zu gut

Der Himmel ist völlig wolkenfrei, die Sonne brennt mit voller Lichtstärke auf die Landschaft und das Meer herunter, nur der stürmische Wind sorgt dafür, dass es uns nicht zu heiß wird. Er macht das Fotografieren leider auch nicht einfacher, obwohl wir wenigstens eins unserer Stative dabei haben.

Hier in der Nordspitze der Insel ist wenig von menschlicher Besiedelung zu sehen. Eine Creperie ist hier, die allerdings geschlossen hat, und ein Toilettenhäusschen mit den fast schon historischen Stehklos. Die Gegend ist geprägt von gewaltigen Granitfelsen, auf dem Land und im Wasser, Heidelandschaft und natürlich dem Leuchtturm Paon. Nach ungefähr einer Stunde trifft die gefürchtete Touristenflut ein. Die zweite und die dritte Fähre haben ihre menschliche Fracht auf die Insel losgelassen und die ersten Ausläufer erreichen uns. Es ist wirklich noch viel los auf der Insel Brehat im September.

Der Leuchtturm Paon auf der Ile de Brehat

 

Wellen am Leuchtturm Paon, Brehat

Wellen am Leuchtturm Paon, Brehat

Einfach in der Sonne liegen

Die Sonne steht jetzt schon recht hoch und wir machen uns auf den Küstenwanderpfad, um mehr von Brehat zu sehen. Farne, Heidekraut und Felsen bestimmen die Landschaft, im Meer vor der Küste sind auch Granitfelsen bildwirksam verteilt. Immerhin ist die Hauptinsel Brehat von über 200 kleinen Inselchen umgeben. Der zweite Leuchtturm auf Brehat, der Phare de Rosedo steht mitten im Land, umringt von Kuhweiden und Gewächshäuschen.

Um die Mittagszeit legen wir eine Rast ein, wir legen uns eine Stunde lang ins weiche Gras und hören dem Rauschen der Wellen zu. Das machen wir viel zu selten! Es ist ruhig auf der Insel. Kaum wandert man ein wenig an der Küste entlang verlaufen sich die Touristen. Wir besorgen uns im örtlichen Mini-Supermarkt und in der Boulangerie etwas zu essen, und dann geht es schon wieder weiter mit der Erkundung der südlichen Inselhälfte. Die ist deutlich stärker bebaut und hat noch viel mehr mauer- und heckengesäumte Pfade als der Nordteil. Also nicht immer tolle Aussichten, aber windgeschützt und mit Blick auf verblühte Hortensien und nette Häuser. Viel Lauferei ist angesagt. Und nun schafft es auch der Ostwind nicht mehr, für ausreichend Kühlung zu sorgen, wir kommen ganz schön ins Schwitzen.

Gabi fotografiert auf Brehat

Gabi fotografiert auf Brehat

Etwas kleinere, zähere, robustere Kühe auf der Ile de Brehat

Etwas kleinere, zähere, robustere Kühe auf der Ile de Brehat

Der Süden der Ile de Brehat

Im Süden der Insel liegen ein paar nette Badestrände, wie der Grève Guerzido, aber niemand badet dort an diesem Nachmittag. Das Wasser ist weg, es herrscht Ebbe und weit und breit ist kein Meer zu sehen. Auch der dort ansässige Imbiss hat geschlossen.
Irgendwann auf der Chausee, tuen uns die Füße weh. Und so verzichten wir weise, auf den letzten Teil der Reise. Na, so schlimm ist es nicht, aber wir legen noch eine zweite, längere Pause in der irischen Bar, dem Le Shamrock, im Ortszentrum ein und genehmigen uns im kühlen Inneren einen Grand Café ecreme. Nach Whiskey steht uns noch nicht der Sinn. Wir müssen einfach raus aus der Sonne, die ist grell auf der Insel und das Meer reflektiert das Licht. Unsere Köpfe fühlen sich schon heiß an. Wir wollen ja nicht meckern: aber das Wetter ist zu gut. Strahlend blauer Himmel, keine Wolke, stundenlang knallige Sonne. Nach dem Kaffee laufen wir nochmal los. Zur Gezeitenmühle und zur Kapelle auf dem Hügel. Unglaublich, wieviele Kilometer man auf einer kleinen Insel, 3,5 km langen Insel doch zurücklegen kann. Abends hatten wir 40000 Schritte auf dem Smartphone Schrittzähler.

Kajakschule, Ile de Brehat

Kajakschule, Ile de Brehat

Am späten Nachmittag schleppen wir uns zur Fähre zurück. Der Weg von der Hafenmole zur Fähre ist bei Ebbe zehn Minuten länger, so weit draußen muss die Fähre anlegen, damit sie nicht im Uferschlamm steckenbleibt. Nach erfolgter Überfahrt zurück zum Festland müssen wir nur noch den Berg hochkrabbeln, um endlich unsere müden Beine im Wohnmobil ausstrecken zu können.

Festzustellen bleibt uns noch, dass so ein Schnelldurchlauf an einem Tag der Insel nicht wirklich gerecht wird. Wenn wir zu einem späteren Zeitpunkt die Gelegenheit haben, länger auf Brehat bleiben zu können, würden wir gerne ein bis zwei Wochen veranschlagen, um die Insel ausgiebig zu erkunden. Motive bietet sie wahrlich genug. Und dann hoffentlich auch abwechslungsreicheres Wetter. Das permanente Sonnen und Sturmbombardement vom wolkenlosen Himmel herunter hat uns bei unserem Tagesausflug doch ganz schön zugesetzt.

Wir lieben die bretonischen Inseln und möchten ihnen auch gerecht werden. Tagesausflüge sind also erst der Anfang! Schau nach, welche Insel wir noch besucht haben.

 

„Mord auf Shetland“ ist eine von der BBC produzierte englische Kriminalserie, die hauptsächlich auf den Shetland-Inseln spielt. Die Krimi Serie basiert auf den Büchern von Anne Cleeves. Die Folgen 2 und 3 laufen an diesem Wochenende, Folge 1 gibts noch in der Mediathek.

Die Sendetermine von Staffel 4 Mord auf Shetland

  • Späte Rache, GRÜNDONNERSTAG, 9. APRIL 2020, 21:45 UHR
  • Ein unheimlicher Besucher, OSTERSONNTAG, 12. APRIL 2020, 21:45 UHR
  • Die SchattenderVergangenheit, OSTERMONTAG, 13. APRIL 2020, 21:45 UHR

Oder schau in der Mediathek.

Im englischen Original hat die 3. Staffel sechs Folgen, im deutschen Fernsehen werden immer zwei Folgen zu einer zusammengefasst, die dann richtige Spielfilmlänge hat.

Meal Beach, Shetland

Meal Beach, Shetland – es kann also selbst im April sehr freundlich sein auf Shetland

Fähre von Bressay nach Lerwick, Shetland

Fähre von Bressay nach Lerwick an einem regnerischen Tag, Shetland

„Mord auf Shetland“ lebt von der dichten atmosphärischen Stimmung der Landschaften, den teils schwermütigen Portraits der Inselbewohner und natürlich von den hervorragenden Leistungen der Schauspieler.

Das harte Leben auf diesem nordatlantischen Insel-Archipel wird in den Landschaftsaufnahmen durch meist düsteres, regnerisches Wetter symbolisiert. Die Farben wirken insgesamt sehr zurückhaltend, was dem melancholischen Grundtenor entgegenkommt.
Wir haben selbst einige Wochen im Frühjahr 2013 auf den Shetland-Inseln verbracht und fanden das Wetter wesentlich abwechslungsreicher, die unterschiedlichen Gesichter der Insellandschaften noch beeinddruckender vor, als in der Filmserie wiedergegeben. Vor allem fühlten wir uns auf den Insel geborgen und sicher. Irgendwie passt Mord da für uns nicht so rein. Aber, die Filme schauen wir gern, weil uns jeder Blick auf die Shetland Inseln einfach nur gut tut.

Wellen vor Noss Island, Bressay, Shetland

Wellen vor Noss Island, Bressay, Shetland

Die Shetland-Inseln sind ein fantastisches, faszinierendes Reiseziel. Teils spröde und abweisend offenbaren sie ihre Schönheit nur denjenigen, die danach suchen, und die sich auf den langsameren Gang der Dinge, abseits von Zivilisationshektik, einlassen können.

Hier zeigen wir einige unserer Insel-Impressionen, die vielleicht in dir die Sehnsucht nach einem Stück wilder Naturgewalten und einem fast vergessenen Lebensstil wecken. Jetzt haben wir uns so mit dem Thema nördliche schottische Inseln beschäftigt, dass wir wieder Lust auf Shetland bekommen haben. Es könnte also passieren, dass es demnächst wieder Reiseberichte aus dem Norden Schottlands hier zu lesen gibt.

Leuchttürme als Ferienwohnungen auf Shetland

Weitere Infos dazu in unserem live Reisebericht!

Bressay Lighthouse, Shetland

Der Bressay Lighthouse kann als Ferienwohnung gemietet werden, Shetland

Bressay Lighthouse, Shetland

Die Lage des Bressay Lighthouse ist ideal für Meeresliebhaber, Shetland

Leuchtturm von Eshaness, Shetland

Auch derLeuchtturm von Eshaness ist eine Ferienwohnung, Shetland

Bressay Lighthouse, Shetland

Blick zum Bressay Lighthouse von der Fähre aus, Shetland

Traumhafte Naturlandschaften Shetlands

Klick dich unbedingt durch die Fotos durch!

 

Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Im Hafen von Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Nah am Wasser gebaut, Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Der Marktplatz von Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Hier wohnt Komissar Perez, Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Fähre nach Bressay, Lerwick, Shetland

 

Schafschädel, Insel Bressay

Schafschädel, Insel Bressay

Landschaft in Eshaness, Shetland, Schottland

Ein altes Farmhaus am See bei Eshaness.

St Ninians, Mainland, Shetland

St Ninians, Mainland, Shetland

Klippen bei Eshaness, Shetland

Klippen bei Eshaness, Shetland

Die Shetland Ponys dürfen in unserer Bildgalerie nicht fehlen!

 

 

Mord auf Shetland, Staffel 1 und Pilot bei Amazon

Mord auf Shetland, Staffel 2 bei Amazon

Mord auf Shetland, Staffel 3 als DVD bei Amazon

Die Shetland Krimis von Anne Cleeves

Unser ausführlicher Live Reisebericht Shetland zum Schmökern

 

 

Landbouw Juttersmuseum Swartwoude in Buren, Ameland

Das Landwirtschafts- und Strandfundmuseum von Ameland gibt einen guten Einblick in die damalige Lebensweise der Bauern und Fischer. Die Häuser waren zwar klein und eng, aber gemütlich. Der Kampf ums Überleben war hart. Nur von der Landwirtschaft konnten die Leute nicht leben. Parallel zum Ackerbau wurde gefischt und Strandgut zum Weiterverkauf gesammelt.
Die Ausstellung im Museum gliedert sich in zwei Teile: Landbau und Strandräuberwesen. Der Landbauteil ist ein lebendiges Museum, man sieht nicht nur alte Landmaschinen und Geräte, sondern viele Tiere, wie Hühner und verschmuste Ziegen. Der original eingerichtete Bauernhof zeigt die Wohnbedingungen um das Jahr 1900.
Der zweite Teil ist das Strandräubermuseum. Hier kann man die unterschiedlichsten Fundstücke sehen und sich darüber wundern, wie das so alles ins Meer hineingekommen ist.
In einer Ecke des Museums steht die Figur der Rixt van Het Oerd. In düsterem Licht wird die gruselige Geschichte erzählt, dass die Frau, welche so in Armut lebte, mit ihrer Lampe Schiffe zum Schiffbruch irrleitete, um mehr Strandgut sammeln zu können. Als göttliche Strafe fand sie in einem der Wracks ihren toten Sohn.

In Buren findet man auch eine Skulptur von Rixt van Het Oerd.

Uns überzeugte das Museum vor allem wegen der abwechslungsreichen Aufmachung. In klassischen Bilderrahmen kann man selbst Videos von Frauen starten, die dann über ihre Leben erzählen. Die Zusammenstellung der Themen passte gut zusammen. Es ist sinnvoll sich für dieses Museum viel Zeit einzuplanen.

Rixt van Het Oerd, Ameland

Rixt van Het Oerd, Ameland

Maritiem Centrum Ameland in Hollum

Das Seefahrtzentrum „Abraham Fock“ gibt einen Überblick über die lokale Seenotrettungsgeschichte. Ungefähr 14 Mal im Jahr findet auf Ameland die Demonstration des Pferderettungsbootes statt. Das Rettungsboot wird dabei vom Maritimen Zentrum bis hin zum Südweststrand von Hollum gezogen. Hier wird das Boot dann von den Pferden mit viel Schwung zu Wasser gelassen. Ein Ereignis, das jedesmal viele Touristen begeistert.

Ich hatte besonderen Spaß dabei, das Morsen zu versuchen. Es scheint so einfach zu sein, kurz kurz kurz lang lang lang kurz kurz kurz – sollte SOS rauskommen. Schaffte ich nicht. Das war eine sehr interessante Erfahrung. Außerdem kann man per Simulation auch ein Boot steuern. Das ist ähnlich schwierig, wie das Morsen. Ich bleibe also besser an Land und fotografiere. Ist sicherer!

Maritiem Centrum Ameland

Das Seenotrettungsboot Abraham Fock, Maritiem Centrum Ameland

Hier konnte ich versuchen zu morsen – Maritiem Centrum Ameland

 

Mosterdmolen »De Verwachting« in Hollum

100 Jahre steht die Mühle schon in Hollum. Die Holländermühle wurde 1988 wieder aufgebaut. Nach einem bestimmten Terminplan wird hier immer noch Getreide gemahlen und Senf hergestellt. Der kleine Laden in der Mühle verkauft Mehl und Senfspezialitäten.

Mühlenpanorama, Smartphonefoto

Nobels Nostalgisches Museum

Auf einem Platz hinter dem Fahrradverleih Nobel in Ballum (Ameland) ist die umfangreiche Kollektion von Tjeerd Nobel in nostalgischen Räumen ausgestellt: wertvolle historische Autos und Motorräder, antike Motoren, historische Geschäftseinrichtungen, Mode, Fahrräder, Musikinstrumente und Haushaltsartikel aus alten Zeiten.
Tjeerd lässt es sich nicht nehmen, persönlich durch seine Ausstellung zu führen. Geist- und witzreich gibt er allerhand Anekdoten von sich und macht die Führung zu einem kurzweiligen, unterhaltsamen Erlebnis. Also unbedingt besuchen, wenn du auf Ameland bist.

Nobels Nostalgisches Museum

Naturzentrum Ameland in Nes

Im futuristischen anmutenden Naturzentrum am Ortsrand von Nes gewinnt der Besucher Einblicke in die Natur und Entstehung von Ameland. Anschaulich demonstriert wird die existierende Tier- und Pflanzenwelt und das Zusammenspiel in der Natur. Neben verschiedenen kleinen Aquarien, gibt es auch ein großes Nordseeaquarium, wo zu festen Zeiten Vorstellungen stattfinden. Von der Aussichtsplattform im Turm des Zentrums schweift der Blick über das Wattenmeer und die Nordsee.

Besonders beeindrucken fand ich den Blauwal vor dem Museum. Dort kann man in den Wal hineingehen und das Herz des Wals in Originalgröße betrachten und den Herzschlag hören.

Naturzentrum Ameland in Nes

Im Blauwal, Ameland

Blauwal, Ameland

Sorgdrager Museum in Hollum

Als wir am ehemaligen Kommandeurshaus, erbaut 1751, vorbeikommen, ist es leider außerplanmäßig geschlossen. Auf dem Vorhof steht eine Walharpune, Walknochen sind als Torbogen arrangiert. Die noble Innenausstattung und die Möbelkollektion der gehobenen Bürgerschicht entgeht uns leider. Ansonsten hätten wir es tatsächlich geschafft während unseres sechstägigen Aufenthalts auf Ameland alle Museen zu besuchen.

Sorgdrager Museum, Ameland

Sorgdrager Museum, Ameland

Sorgdrager Museum, Ameland

Herzlichen Dank an VVV Ameland für die Eintrittskarten für die Museen.

Übersichtsseite Ameland

Ja, aber warum fahren wir zurück nach Quiberon? Weil wir den Plan, zur Ile d’Houat zu fahren, noch nicht aufgegeben haben. Der 1. April ist einer von drei Tagen im Monat, an denen die Fähre eine Stunde früher fährt als an all den anderen Tagen. Wir möchten wenigstens die ersten Stunden der Tagestour im weichen Morgenlicht erleben und das ist uns das frühe Aufstehen allemal wert. Die Entscheidung, welche der beiden Inseln wir besuchen sollten fiel uns schwer. Gabi tendiert zur kleineren Hoedic, die etwas wilder sein soll. Die Insel ist 2,5 km lang und ideal für Wanderungen entlang der Küste. Gunter zieht die 5km lange Insel Houat vor, weil es sich dort lohnt Fahrräder mit zu nehmen. Laut Plan interpretieren wir eine Gebühr von 7,50 Euro für die Mitnahme eines Rades. Wir einigen uns also auf Houat.

Abends packen wir neben dem Kamerarucksack noch unsere Fahrradtaschen mit warmen Pullovern und Futteralien und Wasser, was man so für einen Tagesausflug auf eine kleine Insel braucht. Dann versuchen wir, etwas früher einzuschlafen. Klappt natürlich nicht.

Morgens in der Frühe, es ist noch dunkel draußen, springen wir raus aus den Federn, huschen ab ins Bad zum Waschen, schnell die Fahrräder raus aus dem Kofferraum, Taschen dran, Rucksäcke auf, und los strampeln wir die knapp fünf Kilometer in der Kälte zum Fährhafen. Voller Erwartung stehen wir am Ticketschalter der Fährgesellschaft. Die junge Frau am Schalter spricht leider kein Englisch und verweist auf ihre Kollegin, die in zehn Minuten da sein soll.
Da fangen schon die Probleme an. Die Kollegin meint, Fahrräder mitnehmen wäre sinnlos und viel zu teuer. Die Preise in den Broschüren sind Einzelfahrten und kein Zwei-Wege-Ticket. Also 15 Euro pro Fahrrad. Schnell beraten wir, wie wir den Tag noch retten können? Wir lassen nicht locker, wollen trotzdem noch zur Insel.
Um ohne Fahrräder zur Insel zu gelangen, müssen wir die Radtaschen loswerden. Also geben wir Gas und hetzen zurück zum Wohnmobil, packen das Nötigste um und spurten wieder zurück und kaufen als letzte an diesem Morgen Tickets. Und das alles in einer guten halben Stunde. Wir schaffen es gerade in der letzten Minute auf die Fähre.

Der Hafen von Houat

Auf der Fähre nach Hoedic

Auf der Fähre nach Hoedic

Seezeichen auf dem Weg zur Insel Hoedic

Seezeichen auf dem Weg zur Insel Hoedic

La Teignouse, Leuchtturm in der Ferne

La Teignouse, Leuchtturm in der Ferne

Spontan zur kleineren Ile d’Hoedic

Am Schalter haben wir uns spontan für die kleinere Schwester der Ile d’Houat, die Ile d’Hoedic entschieden. Wenn wir keine Fahrräder mitnehmen, dann können wir auch die kleinere Insel besuchen. Es ist aber nochmal teurer dahin zu kommen. Was so nicht in den Tarifen der Broschüre erwähnt wird. Wir zahlen 60 Euro für die Fahrt hin und zurück.

Erst mal gestresst von dem morgendlichen Fitnesstraining stehen wir auf dem Oberdeck der Fähre und genießen die Fahrt im Sonnenaufgang. Der Tag beginnt wesentlich diesiger, als die ganze letzte wolkenlose Woche, das bringt mehr Stimmung ins Bild. Wir sind stolz, dass wir trotz der Anlaufschwierigkeiten das Inselprojekt nicht aufgegeben haben. Jetzt sitzen wir fast allein auf dem Oberdeck und erfreuen uns am Licht, der würzigen Seeluft und den Leuchttürmen in der Ferne.
Während des obligatorischen Zwischenstopps im Hafen der Ile d’Houat dürfen wir ausgiebig die Klippen bewundern. Der Höhe der Küste nach zu urteilen, dürfte der Küstenwanderweg für Gabis noch nicht ganz wiederhergestellte Wanderfähigkeiten eine ziemliche Herausforderung sein. Wir kommen wir eine halbe Stunde später auf der Ile d’Hoedic an. Die wirkt vom Meer aus kleiner und flacher. Zu Fuß sollte die Erkundung kein Problem darstellen. Die spontane Entscheidung für Hoedic scheint die richtige gewesen zu sein. Was haben wir für ein Glück!

Der Hafen von Houat

Der Hafen von Houat

Hafenleuchtturm, Houat

Hafenleuchtturm, Houat

Ein Tag auf der Ile d’Hoedic

Die Sonne steht immer noch tief, das Morgenlicht umschmeichelt die Insel. Die erste Frage nach dem Betreten von Hoedic ist, linksrum oder rechtsrum. Wir sehen uns zuerst einmal das Dorf an. So früh am Morgen ist noch nicht viel los. Der kleine Laden und die Cafes sind noch geschlossen, nur ein Traktor fährt Baumaterial durch die Gegend. Ein Border Collie sieht uns, freut sich und schießt auf uns zu. Den treuen Hund können wir lesen wie ein offenes Buch. Der hat Langeweile und sucht sich Spielpartner. Die Freude die er bei unserem Anblick fühlt sehen wir dem ganzen Hundekörper an. Die Ohren stehen nach oben, er wedelt mit dem Schwanz und ist insgesamt quirlig wie ein Gummiball. Wir sehnen uns so sehr nach einem Hund, dass der treue Border Collie uns wohl genauso lesen kann, wie wir ihn. Wir sind ein perfektes Team und das wird jetzt auch stundenlang so bleiben.

Border Collie, Hoedic

Border Collie, Hoedic

Südküste von Hoedic

Wir gehen linksrum Richtung Südküste los, inklusive Border Collie. Auf schmalen Fußpfaden wandern wir durch Heidelandschaft, der Geruch von Ginster hängt intensiv in der Luft. Der wächst hier großflächig fast überall und fängt gerade Anfang April an zu blühen. Das alte Fort in der Inselmitte macht uns jetzt nicht so an, es wirkt ebenso deplaziert, wie der eine oder andere deutsche Bunker aus dem zweiten Weltkrieg. Am Südstrand laufen wir über den ultrafeinen hellen Sand, in der Ferne schimmert der Phare des Grand Cardinaux im Gegenlicht. Das Zwitschern und Piepen der Singvögel, ein sporadischer Möwenschrei und das sanfte Wellengeplätscher unterstreichen noch die Ruhe und die friedliche Stimmung der Insel. Ach, diese Ruhe! Nur das Rauschen des Meeres in der Ferne und der freudig herumhüpfende Border Collie. Wir sind allein in der Natur. Keine Brummen von Autos in der Ferne und kein Aufheulen eines Mopeds im Kreisverkehr. Die Insel ist bis auf den ein oder anderen Traktor autofrei.Wir müssen nur aufpassen, keinen Sonnenbrand einzufangen. Eine gute Sonnenbrille ist auf den Inseln mit der klaren Luft extrem wichtig.
Der Border Collie bringt uns Stöckchen und Steinchen. Er ist so aufgeregt und aufgekratzt. Mit einem Stock im Maul findet er noch einen interessanten Stein und tut sich schwer, beides auf einmal zu transportieren. Was für eine Freude für Hund und Mensch. In den zwei Stunden, die wir gemeinsam wandern schießen wir kaum ein Foto ohne Hund. Immer springt er vor unsere Linse.

Phare de Grande Cardinaux in der Ferne

Phare de Grande Cardinaux in der Ferne

Menhir und Boder Collie

Menhir und Boder Collie

Ebbe im Süden von Hoedic

Ebbe im Süden von Hoedic

Zypresse, Hoedic

Zypresse, Hoedic

Klares Wasser, Hoedic

Klares Wasser, Hoedic

Strand an der Südküste von Hoedic

Strand an der Südküste von Hoedic

Nach zweieinhalb Stunden kehren wir mit müden Füßen und unserem Border Collie ins Dorf zurück. Wir haben zwar ein paar Essensvorräte dabei, würden aber gerne Essen gehen. Leider hat noch keine Creperie oder das Hotelrestaurant des Ortes geöffnet. Im Tabakladen/Boulangerie gibt es wirklich nur Baguette und Pain au Chocolat, im einzig geöffneten Café nur Cidre und Wein. Einen Laden, in dem wir Wasser kaufen könnten, finden wir nicht. Die ein Liter Wasserflasche hatten wir mit den Radtaschen im Wohnmobil zurückgelassen, damit wir nicht allzu viel schleppen müssen.
Die urige Besitzerin des Cafés schaut uns nur verständnislos an, als wir einen Kaffee bestellen wollen. Widerwillig rückt sie zwei Tassen raus, nachdem sie erst umständlich diverse Magazine einsortiert hat. Sie wird fast grantig, als ein weiterer Gast Kaffee möchte. Die anwesenden Einheimischen witzeln schon über die Situation und geben uns zu verstehen, dass man hier nur Wein oder Cidre trinkt, auch um 11 Uhr morgens. Die anderen sitzen alle vor ihren alkoholischen Getränken. Die haben hier auf der Insel ihre ganz eigenen Regeln. Wir sitzen also vor dem Café, trinken Kaffee und essen die mitgebrachten Eier mit dem gekauften Baguette und knabbern unsere Karotten. Ein Ehepaar und eine junge Frau kommen ins Café, sie sind wahrscheinlich die einzigen anderen Touristen an diesem Tag. Unserem Border Collie ist das Nichtstun wohl zu langweilig und er hat sich andere Opfer zum Spielen gesucht. Gerade verfolgt er einen Traktor, welcher Baumaterial durch die Landschaft karrt, und beißt ihm in die Hinterreifen.
Wir sitzen also in der Sonne, der kühle Wind streicht uns über den Nacken, besser doch den Schal anziehen. Gabi hört jemanden auf Englisch reden und spricht den netten Herrn direkt an. Er ist Deutsch, kommt aus Hamburg und wohnt vier Monate auf Hoedic. Ach, das wäre auch was für uns. Die Ruhe und das schlichte Leben auf der Insel gefällt uns jetzt schon richtig gut. Kein Verkehr, das Cafe hat ein, zwei Stunden geöffnet und dann treffen sich alle zum Reden und Wein trinken. Alle Hunde laufen frei herum, jagen Eidechsen, die sich auf der Suche nach Wärme in der Sonne hinter den Steinen hervortrauen. Es fühlt sich so unendlich friedlich und ruhig an. Es wäre so schön, wenigstens eine Woche hierbleiben zu können…

Der Nachmittagstrip geht auf die nordöstliche Landzunge, die auf der Landkarte verheißungsvoll mit einer Vielzahl von geschützten Sandstränden lockt. Im Licht der grellen Mittagssonne ist das Fotografieren normalerweise nicht optimal. Aber hier leuchtet das Meer knallig blau und kontrastiert mit dem feinen goldenen Sand der Strände.
Felsige Vorsprünge trennen die Strände voneinander und geben ihnen ein geschütztes, intimes Flair. Keine andere Menschenseele ist weit und breit zu sehen. Die Sandflächen sind jungfräulich, keine einzige Spur ist darauf zu finden. Nur Vögel und Kaninchenspuren vielleicht. Das Strandwandern ist das reinste Vergnügen.

Küste im Norden von Hoedic

Küste im Norden von Hoedic

Morgenlicht auf Hoedic

Morgenlicht auf Hoedic

Küste im Norden von Hoedic

Küste im Norden von Hoedic

Einer der Sandstrände von Hoedic

Einer der Sandstrände von Hoedic

Nordküste von Hoedic

Nordküste von Hoedic

Haus am Strand, Hoedic

Haus am Strand, Hoedic

Bepackt und mit kurzen Hosen, Mittags auf Hoedic

Bepackt und mit kurzen Hosen, Mittags auf Hoedic

Hier oben in der Landspitze wird das Gehen anstrengender, dauernd geht es auf und ab über felsige Pfade, und immer neue Aussichten und Strände tun sich vor unseren Augen auf. Wir können uns kaum sattsehen, was für ein Genuß! Eine Stunde vor der Fährabfahrt kommen wir motivüberladen zurück zum Fährhafen und lassen uns kurz auf den Stühlen vor dem jetzt geschlossenen Café nieder. Unser Border Collie kommt um die Ecke geschossen und schnurstracks auf uns zu. Er schaut uns mit seinen treuen braunen Augen an, stuppst Gunter kurz mit seiner Nase an, als will er sich für unsere Gesellschaft bedanken, und zieht gemächlich weiter. Wir setzen uns bis zur Fährabfahrt auf die flachen Felsen am Strand nebenan und beobachten die hereinkommende Flut. Gabi sammelt Jakobsmuscheln, die jemand weiter oben auf die Felsen gekippt hat. Eine Scholle schwimmt nah am Strand und schaut zu uns herauf. Die Rückfahrt auf der Fähre im leicht dunstgefilterten Nachmittagslicht verläuft total entspannt, jetzt ist es ein wenig wärmer als in der Früh. Die Inselstimmung wirkt auch noch nach. Für uns steht fest: Hoedic ist für uns eine Trauminsel. Hier möchten wir unbedingt länger hin, damit wir diese wunderschönen Strandbuchten im besten Licht fotografieren können und um für ein paar Tage Abgeschiedenheit und Ruhe erleben zu können.
Was hälst du von so ganz kleinen Inseln? Würdest du auch auch gern länger wohnen? Oder wäre es dir zu abgeschieden?

Warum steht in der Überschrift Entenküken? Übersetzt heißt Houat Ente und Hoedic Entenküken!

Übersichtsseite Bretagne Wohnmobiltour 2019

 

„De Amelander schalken, stalen eens 3 balken“- so beginnt ein bekannter Reim über drei Ameländer Holzdiebe, die nachts auf Terschelling drei Balken gestohlen haben, um daraus einen Galgen zu bauen. Die drei Balken findest du heute noch im Ameländer Wappen und auf der Flagge.

Wen die drei Schalke an den Balken aufknüpfen wollten, wissen wir nicht. Was uns an Ameland interessiert, ist die ruhige Insellage, der Leuchtturm und natürlich sehr viel Strand und Meer. Ideale Bedingungen für Gabi, nach ihrem komplizierten Beinbruch wieder ins Laufen und Radfahren hineinzukommen.

Übernachtung am Watt – Zwarte Haan

Die Nacht vor der Überfahrt mit der Holwerder Fähre verbringen wir auf dem Wohnmobil-Stellplatz am Zwarte Haan, etwa 20 Kilometer westlich. Wir stehen windgeschützt in einem kleinen Wäldchen, direkt hinter dem mächtigen Meerdeich. Abends, kurz vor Sonnenuntergang radeln wir schnell noch sechs oder sieben Kilometer am Deich entlang. Das Fahren auf dem schrägen Asphaltder Meerseite finde ich nicht ganz so entspannt, ständig diese Angst, wegzurutschen. Die Aussicht auf die Muster im Watt ist es aber wert. Je später der Abend, desto roter das Licht desto öfter stoppen wir zum Fotografieren. Es ist schon dunkel, die Sonne schon längst untergegangen, als wir die Strecke wieder zurück  hinter uns gebracht haben. Die Tour war anstrengend aber fotografisch ergiebig. Wir fühlen uns danach wohlig ausgepowert und schlafen gut.

Auf nach Ameland

Ich bin jedesmal vor einem Besuch einer Insel ganz aufgeregt. Die Freude steht mir sicher ganz groß mit einem breiten Grinsen ins Gesicht geschrieben. Wie sich herausstellen wird, habe ich allen Grund für diese Vorfreude. Diese Woche auf der Insel Ameland mit Radfahren und Strandwanderungen  tut uns unglaublich gut.

Mit der Fähre nach Ameland

Wir sind anscheinend das einzige Wohnmobil, welches die Insel im Oktober besucht. Das Einchecken zur Fähre ist nicht schwierig, da ist alles überschaubar. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten, die wir im Sonnenschein an Deck verbringen. Gunter ruht sich aus, ich fotografiere den blauen Himmel und die Muster im Wasser. Neben mir steht ein Vater mit seiner sechsjährigen Tochter. Sie fragt ihm Löcher in den Bauch. „Warum ist das Wasser so braun?“  Da erinnere ich mich an unsere anregenden Reise-Zeiten mit den Kindern. Als unsere noch klein waren, machten wir uns auch um alle möglichen Dinge Gedanken, jetzt stehen wir wieder an Deck und schauen, ohne groß zu hinterfragen.

Fischerboot vor Ameland

Fischerboot vor Ameland

Auf der Fähre nach Ameland

Auf der Fähre nach Ameland

Auf der Fähre nach Ameland

Auf der Fähre nach Ameland

Ich fotografiere mit dem Smartphone

Ich fotografiere mit dem Smartphone

Auf der Fähre nach Ameland

Auf der Fähre nach Ameland

Zum Campingplatz in Hollum

Vom Festland aus haben wir einen Campingplatz in Hollum, ganz im Westen der Insel reserviert. Doch dort müsste man sich per Automat einchecken, was mit unserem deutschen Nummernschild nicht funktionieren will. Und weit und breit niemand zu sehen.  Wir wollen nicht noch weitere Stunden mit Herumlungern verplempern, bis vielleicht jemand auftaucht, so fahren wir zurück nach Ballum auf den dortigen Campingplatz. Dort ist die Rezeption ganztägig besetzt. Der Platz kostet etwa 25 Euro pro Tag und liegt schön zentral. Wir parken auf einer Wiese und bewegen das Mobil danach nicht mehr, sondern touren nur mit den Fahrrädern auf der Insel herum, auch nachts.

Kaum hängt unser Womo am Strom, schnappen wir unsere Fotorucksäcke und schwingen uns auf die Räder, um dem sechs Kilometer entfernten Leuchtturm einen ersten Besuch abzustatten. Dort werden wir nun öfters und zu allen Tageszeiten hinfahren. Der Radweg besteht aus hellem Schotter, der auch Nachts angenehm zu fahren ist und liegt schön windgeschützt zwischen Hecken und Dünen.

Da steht das Wohnmobil und bleibt auch während der Woche stehen

Da steht das Wohnmobil und bleibt auch während der Woche stehen

Vuurtoren Bonrif – der Leuchtturm von Ameland

Dass mich Leuchttürme faszinieren, hast du sicher schon gemerkt. Ameland hat einen  besonders schönen – er ist ganz klassisch rot-weiß geringelt, steht in einem kleinen Waldstück, und ist mit 55 Metern Höhe ein ziemlich großes Exemplar. Im Westen der Insel ist er von fast überall zu sehen und ein idealer Orientierungspunkt.

Einmal sieht es aus, als stünde der Leuchtturm in den Dünen, dann wieder steht er am Strand oder der gewundene Radweg führt direkt auf ihn zu. Ich liebe dieses Spiel mit der Perspektive und den unterschiedlichen Ansichten.

Vuurtoren Bonrif in den Dünen

Vuurtoren Bonrif, so heißt er auf niederländisch, in den Dünen

Vuurtoren Bonrif am Strand

Vuurtoren Bonrif am Strand

Vuurtoren Bonrif und der gewundene Radweg

Vuurtoren Bonrif und der gewundene Radweg

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Der Ameländer Leuchtturm – Bornrif Vuurtoren

1880 begann der Bau des Ameländer Leuchtturms im Auftrag von König Willem III.
Der Turm steht auf einer Düne nordwestlich von Hollum. Der Turm ist 55 Meter hoch (47 Meter und 8 Meter für die Lichtkuppel), hat 14 Etagen und insgesamt 234 Treppenstufen.

Das steinerne Fundament des Turms trägt den gusseisernen Turm, dessen 15 einzelne Segmente mühsam mit Pferdefuhrwerken herangeschafft werden mussten. Jedes Segment ist mit 54 Schrauben mit seinen angrenzenden Segmenten verbunden.

Bevor Leuchttürme an der Küste der Niederlande die Schifffahrt sicherten, arbeitete man mit Leuchtfeuerhäuschen und Seebaken. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte man die niederländische Küste vollständig mit Leuchttürmen gesichert. Jeder Leuchtturm hat ein eigenes Signal, so dass Schiffe egal wo sie sich befinden, nie ein gleiches Signal zweimal sehen können.

Die Leuchtkraft wurde im Laufe der Zeit ständig erhöht. Der ursprüngliche Petroleumbrenner hatte eine Leistung von 24.000 Candela. 1911 wurde ein Pharoline Glühlicht mit 120.000 Candela montiert, 1923 stieg man auf Glühlampen um. Für die 3.070.000 Candela Liststärke wurde eigens ein kleines Kraftwerk mit zwei 9-PS-Motoren gebaut.

Im zweiten Weltkrieg wurde aus militärischen Gründen das Leuchtturmlicht zerstört und nach dem Krieg provisorisch durch ein schwaches Dauerlicht (90.000 Candela) wieder hergestellt. Seit 1952 sorgen Halogenlampen für das bislang stärkste Lichtbündel. Die 4.400.000 Candela oder 2000 Watt starken Lampen sind über 55 Kilometer weit zu sehen.

Halogenlampe

Aktuell sind drei dieser Halogenlampen eingebaut, wobei eine leuchtet, die anderen beiden einsatzbereit sind, sollte die erste ausfallen.

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Der Bonrif Vuurtoren, der Ameländer Leuchtturm bei Nacht

Die sechs Kilometer radelen wir teilweise mehrmals täglich hin und her. Das ist es uns wert. Wir wären NIE auf die Idee gekommen, das Wohnmobil für eine so kurze Strecke zu bewegen. Hier also ein paar Fotos, vom abendlichen Leuchtturm bei der „Arbeit.“

Vuurtoren Bonrif, in der blauen Stunde mit meinem Rad

Vuurtoren Bonrif, in der blauen Stunde mit meinem Rad

Die Strahlen des Leuchtturms, Ameland

Die Strahlen des Leuchtturms, Ameland

Besichtigung des Leuchtturms Vuutoren Bornrif

Natürlich besichtigen wir den Leuchtturm auch von Innen. Die Sonne hat den ganzen Tag geschienen und wir sind relativ spät dran. Das ist ein Nachteil, denn der Leuchtturm ist aus Gußeisen und innen wird es an sonnigen Tagen so richtig warm. Dann die 14 Stockwerke über enge Treppenstufen hochzusteigen ist schweißtreibend. Wir sind dafür zu warm angezogen. Die Ausstellung im Leuchtturm ist sehenswert. Jeder Etage hat ein anderes Thema. Die wichtigsten Informationen haben wir für dich in der Infobox weiter oben zusammengetragen. Ich unterhalte mich noch mit dem Betreuer des Leuchtturms an der Kasse und darf eine der massiven 26000 Schrauben in der Hand halten, mit denen der Leuchtturm montiert ist. Die Schrauben werden in gewissen Zeiträumen ausgetauscht.

Eine Schraube im Vergleich zu meiner Hand

Eine Schraube im Vergleich zu meiner Hand

An diesem Morgen ist der Leuchtturm ganz besonders fotogen.

Sonnenaufgang am Leuchtturm Bonrif

Sonnenaufgang am Leuchtturm Bonrif

Sonnenaufgang am Leuchtturm Bonrif

Sonnenaufgang am Leuchtturm Bonrif

Übersichtsseite Ameland

Herzlichen Dank an VVV Ameland für die Unterstützung der Reise.

Der Nordertooren nach Sonnenaufgang, Schiermonnikoog, Niederlande

Der Nordertooren nach Sonnenaufgang, Schiermonnikoog, Niederlande

Endlich besuchen wir die niederländische Insel Schiermonnikoog.

Auf der ersten 2018er Tour in die Niederlande hatten wir unsern Schwerpunkt auf die Leuchttürme entlang des Ijsselmeers gelegt. Der nördlichste Punkt dieser Reise war Harlingen. Hier hatten wir fast einen Blick auf die niederländischen, bzw. friesischen Nordseeinseln. Da wuchs auch in uns die Sehnsucht, neue Inseln, wie zum Beispiel Schiermonnikoog, zu besuchen.

Nach einem kurzen Heimat-Intermezzo, ein Arzttermin wollte unbedingt wahrgenommen werden, sind wir wieder in den Niederlanden gelandet und haben den festen Vorsatz, uns einige westfriesische Inseln genauer anzusehen.

Bunte Boote im Fischereihafen von Lauwersoog


Unser Stellplatz in Lauwersoog

Lauwersoog ist unser erster Fährhafen, von dem aus wir nach Schiermonnikoog übersetzen wollen. In Lauwersoog gibt es laut der Campercontakt-App einen hoch bewerteten Wohnmobil-Stellplatz, hier kommen wir spät am Nachmittag an. Auf den letzten Metern vor der Einfahrt zum Stellplatz erwische ich eine falsche Abbiegung, und wir verpassen durch diese zwei Minuten Rangiererei den letzten freien Platz direkt am Wasser. Das ist zwar ärgerlich, macht aber eigentlich nichts. Wir stehen gut, die Aussicht ist trotzdem klasse, wenn man seinen Hintern aus dem Wohnmobil bewegt und die drei Meter zum Ufer hinuntergeht. Der Platz ist ruhig und gemütlich, die Leute nett. Der Fährplan nach Schiermonnikoog hängt in der Toilette aus. Zum Fährableger ist es mit den Rädern nur ein Katzensprung rüber auf die andere Seite der Durchgangsstraße.

Bunte Fischerboote im Hafen von Lauwersoog


Ein Segelboot im weichen Abendlicht

Radfahren in den Niederlanden

Das Licht ist abends, wie am Meer so üblich, einfach weich und sanft. Wir radeln durch den Fischereihafen, bewundern und fotografieren die dort festgemachten kunterbunten Fischerboote und haben einen guten Blick zur Fähre hinüber. In der zunehmenden Dämmerung suchen wir uns den besten Weg zum Fährterminal und schauen nach den Öffnungszeiten. Jetzt wissen wir auch, wie wir zur Insel Schiermonnikoog kommen.
Zurück auf unserem Platz unterhalte mich mit niederländischen Campern, die auch am nächsten Tag zu der 19 Kilometer langen, autofreien Insel möchten. »Die erste Fähre geht um 6:00 Uhr, das muss ja nicht sein, 10 Uhr reicht auch noch,« meint mein Gesprächspartner.

Fahrt zur Insel Schiermonnikoog

Wir nehmen die 6 Uhr Fähre nach Schiermonnikoog

Das stimmt schon, 6:00 Uhr Abfahrtszeit ist schon ungemütlich, das heißt, fast noch mitten in der Nacht aufstehen und sich fertig machen. Aber, gleichzeitig wird mir auch klar, dass das genau unsere Fähre ist, die wir nehmen werden. Wenn wir schon nicht bis in die Abenddämmerung auf Schiermonnikoog bleiben können, die letzte Fähre zurück geht um 19:30 Uhr, dann wollen wir uns wenigstens einen schönen Sonnenaufgang gönnen.
Wir versuchen also früher als sonst einzuschlafen, was natürlich nicht klappt. Erst mal sind wir das nicht gewöhnt, und ich bin immer vor solchen Unternehmungen total aufgeregt.
Verschlafen ist keine Option, also werden alle verfügbaren Weckgeräte auf 4:30 Uhr scharf gestellt. Als der Wecker rappelt ist es draußen noch dunkel und kalt. Wir sind die Einzigen, die schon auf den Beinen sind, und wir versuchen, keinen Lärm zu machen, als wir die Räder aus der Heckgarage holen. Mehr aus Vernunftgründen, weniger wegen dem noch schlaftrunkenen Appetit, gönnen wir uns ein ordentliches Frühstück. Dann brauchen wir auf der Insel nicht gleich wieder zeitraubend nach einem Café Ausschau zu halten.

Das gemütliche Innere der Fähre

Den Sonnenaufgang vom Rad aus genießen, Schiermonnikoog

Die Luft ist kühl und feucht, Nebelschwaden ziehen tief über den kalten Boden. Im leeren Fährbüro holen wir am Ticketschalter Fahrkarten für uns und unsere Räder. Wir stellen uns in die Radreihe und warten. Außer uns steht noch niemand an der Fähre an. Über uns funkeln ganz dezent ein paar schüchterne Sterne. Es ist so unwirklich still und friedlich. Nur die Fähre brummt ein klein wenig vor sich hin. Ein Radfahrer stößt schließlich noch zu uns. Er ist Vogelbeobachter und wohnt ganz in der Nähe. Dem Typen frage ich ein paar Löcher in den Bauch, nehme ich mir vor. Und er sprudelt nur so vor Begeisterung über Schiermonnikoog und die dortige Vogelwelt,und steckt mich damit an. Jetzt kann ich es kaum noch erwarten auf Schiermonnikoog anzukommen.

In den still daliegenden Wassergräben pennen die Enten noch vor Sonnenaufgang

Die Überfahrt kostet inklusive Rad etwa 27 Euro pro Person. In der Nebensaison ist es nur unwesentlich günstiger. Das Rad muss natürlich mit, da überlegen wir nicht lange. Ich kann ja mit meinem verschraubten Knie noch nicht so weit laufen und mit dem Fahrrad sind wir einfach viel flexibler und schneller an den interessanten Orten..
Ein LKW, der Lebensmittel anliefert, fährt noch auf die Fähre, ansonsten sind wir allein. Die Fähre legt ab und draußen ist es noch stockdunkel. In Salon blättern wir in einem Touristenmagazin herum und sehen uns die Fotos von der Insel und den beiden Leuchttürmen an. Im Souvenirshop kaufe ich zur Sicherheit noch eine Landkarte. Wir möchten wenn möglich beide Leuchttürme im weichen Morgenlicht aufnehmen, da hilft es, wenn man nicht lange nach dem richtigen Weg suchen muss.

Ich bin mit dem Vogelbeobachter tief ins Gespräch verwickelt und nehme gar nicht wahr, wie schön das Licht draußen in der einsetzenden Morgendämmerung wird. Die Farben des frühen Morgens am Meer breiten sich über den ganzen Horizont aus und verwandeln das ruhig daliegende Meer in eine abstraktes pastelliges Gemälde. Ach, das tut so was von gut, auf der Reling zu lehnen und diesen Tag friedlich zu beginnen.

Über die frühmorgendlichen Wiesen zieht der Bodennebel – Foto mit dem Smartphone aufgenommen!

Die Sonne lauert noch unter dem Horizont auf ihren Auftritt, als wir im Hafen von Schiermonnikoog anlegen. Wir klemmen unser Gepäck an die Räder und radeln munter und erwartungsvoll los. Ein paar Enten unterhalten sich gedämpft schnatternd in einem wassergefüllten Graben. Ansonsten ist es ruhig und windstill. Wir hören nur unseren Atmen, das Surren der Räder und das Rauschen des Fahrtwindes in den Haaren. Die Leuchttürme sind unser Hauptmotiv an diesem Tag, aber die nebelverhangenen Felder im Morgenlicht sind uns einen Fotostopp wert. Dauernd kreuzen selbstbewusst aufgeplusterte Fasane unseren Fahrradweg. Warum sind nur die Vögel auf Inseln kein bißchen scheu? Das gleiche Verhalten kennen wir schon aus der Bretagne von der Belle Ile und der Ile d‘Ouessant.

Der Zuidertooren war irgendwann mal weiß

Die Leuchttürme der Insel Schiermonnikoog

Trotz der neu erworbenen Wegekarte verfahren wir uns auf der Suche nach dem weißen Leuchtturm. Beim Blick über den endlos weiten Weststrand sehen wir zwar den roten Leuchtturm in den Dünen stehen, am weißen sind wir anscheinend vorbeigefahren. Der Südturm, der Zuidertoren, wie er in der Landessprache heißt, steht mitten in der Ortschaft und ist gar nicht so leicht auszumachen.
Der im Jahre 1854 erbaute Turm ist 31,5 m hoch und schon seit 1910 außer Betrieb. Zwischenzeitlich diente der Leuchtturm als Wasserturm, jetzt wird er als Antennenmast genutzt. Trotzdem ist es noch ein echter Leuchtturm, wenn auch mit anderen Aufgaben betraut.

Der rote Leuchtturm im morgendlichen Gegenlicht, Schiermonnikoog

Der rote Leuchtturm im morgendlichen Gegenlicht, Schiermonnikoog

Ein paar Schleierwolken verziehen sich, das Licht wird langsam besser und wir machen uns auf, den Weg zum roten Noordertoren zu suchen. Mitten in der weitläufigen Dünenlandschaft ragt der 37m hohe Leuchtturm weithin sichtbar in den Himmel hinauf. Auch hier ist alles friedlich. Nur ein Jogger läuft uns über den Weg und etliche weitere Fasane. Es macht großen Spaß den Leuchtturm aus allen möglichen Blickwinkeln zu fotografieren, die Bedingungen sind ideal. Das Motiv, das Licht und die ganze Umgebung. Wir lassen uns Zeit und genießen die Ruhe.

Das Lechtenhaus des noch aktiven Nordturms, Schiermonnikoog

Das Lechtenhaus des noch aktiven Nordturms, Schiermonnikoog

Wir radeln über den festen Sand am Strand von Schiermonnikoog

Hinterher fahren wir ziemlich weit Richtung Osten der Insel und bewundern die gewaltige Weite des großen Strandes. Wir schieben die Räder über den festen Sand bis zum Wasser. Keine Ahnung, warum ich mein Rad unbedingt mitnehmen wollte. Wahrscheinlich, weil mir das Laufen noch viel Mühe bereitet. Jedenfalls kommen wir auf die Idee, über den nassen Sand zu radeln. Und weil es so prima klappt, fahren wir freudig ausgelassen in absoluter Einsamkeit Kilometer nach Kilometer direkt an der Wasserkante entlang. Was für ein geniales Erlebnis. Es ist gerade mal 10:00 Uhr und was haben wir schon alles gesehen. Die Insel Schiermonnikoog hat uns schon jetzt schwer beeindruckt.

Backsteinkirche auf Schiermonnikoog

Langsam begeben wir uns vorbei an Pferdekoppeln zurück ins Zentrum von Schiermonnikoog. Im Ort ist jetzt mehr los. Die 9:30 Uhr-Fähre hat eine volle Ladung Passagiere auf die Insel losgelassen. Fast jeder Tourist ist mit dem Rad unterwegs. Was für ein chaotisches Gewusel. Ich halte Ausschau nach dem Schiermonikooger Muschelmuseum, finde es aber nicht. In der Touristeninfo gibt es auch keine Info dazu. Also lenken wir die Räder zum westlichen Zipfel der Insel. Dort eignet sich der Sand weniger zum Radfahren, er ist viel zu locker. Dauernd versinken die Reifen in den trockeneren Stellen, das Vorankommen ist mega anstrengend. Oft müssen wir schieben.

Scheidenmuscheln und Algen im feinen Sand

Es ist trubelig im Ort der Insel

Abgekämpft und hungrig fahren wir wieder zurück ins Ort. Es ist Zeit für das Mittagessen. Im Fish & Chips Schnellrestaurant holen wir uns Hamburger und Pommes. Das Essen ist in Ordnung, aber die Bedienung ist nicht gerade ein Musterbeispiel von Freundlichkeit und Herzlichkeit. Ich kann mir zur Entschuldigung ganz gut vorstellen, dass die hier arbeitenden Leute nach einer langen Hochsaison ganz schön genervt sind. Immerhin ist es schon September. Später trinken wir in einem kleinen Café noch gemütlich einen Cappucino, hier sind die Bedienungen viel besser drauf.

Ein Fasan post für die Kamera

Radfahren über die Insel Schiermonnikoog

Entlang des Wattenmeers führt ein Radweg zu der Bake Kobbduinen. Jetzt ist deutlich mehr Verkehr auf den Radwegen. Überholen ist oft schwierig, jeder fährt grad wie er lustig ist. Wenn freie Bahn ist, sind wir zwei- bis dreimal so flott unterwegs. Das langsame Fahren fällt uns schon schwer, wir müssen dauernd mit irgendwelchen Kapriolen der anderen Radler rechnen. Am Ende des Weges binden wir unsere Drahtesel auf einem riesigen Fahrradparkplatz an und wandern eine Weile zwischen Dünen, Heidelandschaft und Kühen. Die Sonne brennt heiß vom blauen Himmel und wir kommen tatsächlich ins Schwitzen.

Direkt am Meer habens die Bäume schwer

Wir schwingen uns wieder auf die Räder und fahren auf gut Glück die Radwege im südlichen Teil der Insel ab. Irgendwann landen wir am Fähranleger, und weil es gerade passt, nehmen wir die 16:30 Uhr-Fähre zurück zum Festland. Nochmal drei Stunden bis zur letzten Überfahrt des Tages wollen wir doch nicht warten.
Nach der Rückkehr ruhen wir uns kurz aus, machen was zu Essen und erkunden hinterher noch etwas die Gegend um Lauwersoog.

Zwei fröhliche Reisende

Das Fazit dieses bemerkenswerten Tages: Graue Mönche haben wir nicht gesehen und das Muschelmuseum nicht gefunden. Der Rest war aber Spitze. Unser Highlight war die Ruhe und das samtig weiche Licht des frühen Morgens. Wenn du eine Tagestour nach Schiermonnikoog planst, rede mit deinem Schweinehund und krabbele für die erste Fähre vor Tagesbeginn aus dem Bett. Denn morgens um halb sieben ist die Welt noch in Ordnung.

Der rote Nordertooren in den Dünen ist noch aktiv, Insel Schiermonnikoog, Niederlande

Der rote Nordertooren in den Dünen ist noch aktiv, Insel Schiermonnikoog, Niederlande

Fakten über Schiermonnikoog

Schiermonnikoog ist über 1000 Jahre alt, seit 800 Jahren in etwa der heutigen Form. Sie ist mindestens seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Zisterziensermönche.

Mit 37 km² Fläche ist die 19 km lange und 4 km breite Insel die kleinste der holländischen bewohnten Wattinseln. Die Form der Insel ändert sich stetig. Momentan wächst sie in östlicher Richtung in das Gebiet von Groningen. Darum musste 2005 die Grenze zwischen Friesland und Groningen verlegt werden, damit Schiermonnikoog weiter bei Friesland bleiben kann.

Der Zuidertooren fungiert heutzutage als Antennenmast, Schiermonnikoog

Der Zuidertooren fungiert heutzutage als Antennenmast, Schiermonnikoog

Während der bewegten Geschichte befand sich Schiermonnikoog mehrfach in Privatbesitz, gehörte auch zeitweise einem deutschen Grafen, der vergeblich versuchte, den Tourismus anzukurbeln.
Im 2. Weltkrieg besetzte die deutsche Wehrmacht Schiermonnikoog und errichtete einige Bunker. Nach dem Krieg fiel die Insel an Holland und erst in den 60er Jahren ging es mit dem Tourismus aufwärts.
Ein malerischer Ort, weitläufige Naturschutzgebiete und der stellenweise über einen Kilometer breite Sandstrand locken jährlich 300‘000 Besucher auf die Insel.

Vor Sonnenaufgang herrscht auf der Insel eine traumhafte Stimmung


Die finnischen Aland Inseln

Auf Arte läuft gerade die schwedische Serie „Blutsbande“, die auf Aland spielt. Wir finden sie sehr spannend, etwas melancholisch und düster, ganz und gar nicht dieses weichgespülte Bullerbü-Tralala, was man so von deutschen Schweden-Serien gewohnt ist. „Blutsbande“ geht eher Richtung Wallander, aber nicht zu brutal. Die Kameraführung ist fantastisch, wir können die Ruhe und Naturverbundenheit, die Aland auszeichnet, in den Folgen hautnah spüren. Deswegen für dich als Tipp. Schau mal rein, gefällt dir vielleicht auch? Amazon Prime Kunden können die erste Staffel kostenlos anschauen. Die erste Staffel gibt es auch bei Amazon als DVD.

Aus diesem aktuellen Grund habe ich extra eine ausführliche Aland Fotogalerie eingerichtet. Klick dich mal durch für maximale Inspiration.

 

Havsvidden

Havsvidden

Felsenküste auf den Aland Inseln

Nachtaufnahmen auf Aland

 

Leute, Sehenswürdigkeiten und Häuser

Haus auf Åland, Finnland

Haus auf Åland, Finnland

 

Unterwegs Wohnmobil und Fähren

 

Degersand – Strandfeeling auf den Aland Inseln

Insel Föglö, Àland, Finnland

Insel Föglö, Àland, Finnland

 

 

 

 

 

 

Die live Reiseberichte über die Aland Inseln mit zahlreichen Interviews

Wir überarbeiten zur Zeit unsere Fotos und Berichte von früheren Reisen. Im Mai 2009 hatten wir die Insel Værøy auf den Lofoten besucht.

Eine dunkle und stürmische Fährfahrt

Schon früh am Tag beginnt es hier auf Moskenøy im Süden der Lofoten zu regnen und zu stürmen. Es schüttet so stark, dass wir im Mobil bleiben. In den kurzen Regenpausen finden wir in Å schöne Fotomotive mit dunklen, tiefhängenden Regenwolken. Å ist diesmal nicht die Ångström-Einheit aus dem Physik-Unterricht, sondern das berühmte Museumsdorf mit dem ultrakurzen Namen an der Südspitze der Lofoten. Hier endet auch die Europastraße 10. Jetzt im Frühjahr liegt ein ständiger Duft nach getrocknetem Kabeljau  in der Luft.

Das Fischerdorf mit dem kurzen Namen, Å in Norwegen

Das Fischerdorf mit dem kurzen Namen, Å in Norwegen

Küste bei Å, Norwegen

Küste bei Å, Norwegen

Regenwolken auf der Fährfahrt

Regenwolken auf der Fährfahrt

Gegen Abend stellen wir uns im heftig strömenden Regen am Fährableger an. Und diesmal, zum ersten Mal überhaupt, müssen wir rückwärts auf die Fähre fahren. Ich sehe natürlich im strömenden Regen gar nichts in den Rückspiegeln. Die Fähre ist vollbesetzt und wir müssen die letzten Millimeter ausnutzen. Das bedeutet ohne Sicht exakt einzuparken. Und die Rampe ist noch steil dazu. Uff, das ist wirklich kein Spaß.

Kleiner Hafenleuchtturm auf Vaeroy

Kleiner Hafenleuchtturm auf Vaeroy, Norwegen

Die Fahrt ist auch nicht angenehm, wir schaukeln gewaltig hin und her, und uns wird es ziemlich mulmig. Hier in der Meerenge zwischen Moskenøy und Værøy werkelt der berühmt/berüchtige Moskenstraumen, der gewaltigste Malstrom der Welt. Heftigste Gezeitenströme erzeugen massive Verwirbelungen, die auch unserer dicken Fähre ziemlich zusetzen. Es ist kalt und windig, trotzdem verbringe ich die meiste Zeit fotografierend auf dem Oberdeck. Die Wolken ziehen sehr dramatisch über uns hinweg. Die Wellen klatschen und spritzen bis aufs Deck. Meine Kamera ist hinterher ziemlich klamm vom vielen Salz.

Zu Gast bei Aina und Bjoernar

Wir besuchen eine Familie mit drei Kindern, die wir vorher über das SERVAS-Netzwerk kontaktiert haben. Bei Aina und Bjoernar werden wir herzlich aufgenommen und fühlen uns sofort wohl. Aina kreiert originelle Kleidung und Accessoires, und alles, was für den Haushalt praktisch ist. Hier ist ihre Webpage: http://kaosheimen.blogspot.com/

Wir parken am Schuppen von Aina und Bjoernar, Vaeroy, Norwegen

Wir parken am Schuppen von Aina und Bjoernar, Vaeroy, Norwegen

Bei uns würden wir Ainas Kreationen als trendige Kindermode bezeichnen, die Stücke sind wirklich sehr gelungen. Allerdings entwirft Aina nicht nur Kleidung für die jüngeren unter uns, auch für Erwachsene gibt es Einiges zu entdecken. Sie hat auch ausgefallene Damenmode in ihrem Sortiment. Handschuhe, Kleider, Westen, Schals und Mützen. Mal sind sie einfarbig, mal gemustert und zumeist mit aufwändigen Verzierungen versehen, welche die eigentlich „normale“ und bequeme Kleidung noch wertiger macht. Bei Ainas Produkten steht Geld verdienen nicht an erster Stelle, auf einer solch abelegenen Insel, wie Værøy ist es sehr praktisch, derartige Gebrauchsgegenstände und Kleidung selbst herstellen zu können. Hier gibt es schließlich nicht viele Möglichkeiten, einzukaufen.

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Panoramen fast wie aus dem Flugzeug

Am nächsten Morgen haben wir die Gelegenheit, mit Bjoernar den Berg hochzufahren, das ist eine fantastische Gelegenheit, denn bei diesem unbeständigen Wetter hätten wir mit unseren drei Kindern nicht ohne weiteres zu Fuß auf den Weg gemacht. Amy und Noah haben trotzdem keine Lust, mit auf den Berg zu fahren und bleiben bei Aina. Ihnen ist es draußen zu kalt und sie geniessen es, wieder einmal in einem geräumigen warmen Haus zu sein.

Blick über Vaeroy, Norwegen

Blick über Vaeroy, Norwegen

Das Mastadfjellet im Südwesten von Vaeroy, Norwegen

Das Mastadfjellet im Südwesten von Vaeroy, Norwegen

Oben auf dem Berg laufen wir über die grasigen Matten und haben eine herrliche Panoramasicht auf Værøy. Wir haben auch Glück mit dem Wetter und werden nur einmal kurz nass. Von hier oben können wir das schlechte Wetter schon von weitem sehen. Unsere Fotografenseele würde die Regenwolken kaum als schlecht bezeichnen, denn sie sind dramatische,sich dauernd ändernde Motive.

Hauskaninchen und die einsame Nordküste

Am nächsten Tag regnet es wieder fast ununterbrochen. Wir sind zwar ins Freie gegangen und etwas gewandert, werden aber in kurzer Zeit klatschnass. Gegen Abend lässt der Regen nach und wir fahren zur Nordküste. Dort zeigen wir Bjoernar, wie man Langzeitaufnahmen tätigt.

Die Kinder haben derweil Spaß mit den Kaninchen der Gastfamilie. Amy und Noah sind ständig draußen zum Füttern. Von einem Ausflug an die Küste, wir wollen Krebse und anderes Wassergetier suchen, kommen wir mit einem Eimer Löwenzahn zurück.

Im Norden von Vaeroy, Norwegen

Im Norden von Vaeroy, Norwegen

Kurz vor der Abfahrt der Fähre fahren Esra und ich mit dem Fahrrad noch eine Runde durch den Ort. Am Tag zuvor haben die Tour zu Fuß wegen des zu starken Regens abbrechen müssen. So bekomme ich nochmal einen schönen Eindruck von der Insel. Die Fähren fahren nicht täglich, da haben wir beschlossen, nach nur zwei Tagen wieder abzureisen. Ansonsten hätten wir noch einige Tage länger bleiben müssen. Ohne Campingplatz und Stromanschluss ist es uns dafür viel zu kalt. Der Mai fühlt sich hier im Norden noch an, wie Winter.

Fischerhütte mit Stockfisch, Vaeroy, Norwegen

Fischerhütte mit Stockfisch, Vaeroy, Norwegen

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Kirche von Sørland, Vaeroy, Norwegen

Eine schrecklich musikalische Fährfahrt

Wieder müssen wir rückwärts auf die Fähre auffahren. Wir sind beinahe die Letzten, die noch draufkommen, denn wieder ist die Fähree vollbesetzt. Auf der Rückfahrt nach Å läuft auf den Monitoren des Passagierdecks der Eurovision Song Contest, das ist fast schlimmer wie Seekrankheit. Wir lernen auf dieser Fahrt zwei Mädels aus Frankreich und der Türkei kennen. Die beiden fahren wir dann noch mitten in der Nacht nach Å zur Jugendherberge. So spät fuhr kein Bus mehr, und ein Taxi hätte für die paar Kilometer 50 Euro gekostet. In Moskenes stellen wir uns auf einen noch geschlossenen Campingplatz. Strom fürs Heizen ist aber vorhanden. Die Küche und anderen Einrichtungen sind aber abgesperrt. Wir werfen 100 NOK in den Briefkasten, in der Hoffnung, das ist so in Ordnung.

Wissenswertes über Værøy

Værøy ist eine kleine Insel in Nord-Norwegen, und hat in etwa die Form eines Tyrannosaurus rex, mit einem gebirgigen Ausläufer als Kopf. Zwischen Værøy und der südlichen Spitze der Lofoten liegt der Moskenesstraumen, einer der stärksten Gezeitenströme der Welt. Nach ihm ist der Maelstrom benannt, ein gigantischer schiffeverschlingender Strudel.
Værøy und die Inseln der Kommune Røst sind Brutgebiete vieler Seevögel, darunter auch Papageitaucher.
Nach Værøy kommt man mehrmals wöchentlich mit der Fähre von Bodo oder Moskenes.

Blick über Vaeroy, Norwegen

Blick über Vaeroy, Norwegen

Papageitaucher und Lundehunde

Von Værøy stammt auch der norwegische Lundehund, eine speziell für die Jagd auf Papageitaucher gezüchtete Hunderasse. Lundehunde haben ein paar anatomische Besonderheiten, die sie zur Jagd in den Bruthöhlen der Papageitaucher befähigen. So können die Lundehunde ihre Schultergelenke auskugeln und ihren Kopf komplett zurück in den Nacken legen. Weil die Bewohner von Værøy und Røst auf andere Methoden der Vogeljagd umstiegen, war kein Bedarf mehr für diese scheuen und sensiblen Jagdhunde mehr vorhanden, und fast wären sie ausgestorben. Es ist nur ein paar enthusiastischen Hundeliebhabern zu verdanken, dass es diese Rasse noch gibt.

Papageitaucher, Vesterålen, Norwegen

Papageitaucher, Vesterålen, Norwegen

Lundehund

Lundehund, diese Rasse hat an jeder Pfote sechs Zehen

Seeadler, Lofoten, Norwegen

Seeadler, Lofoten, Norwegen

Adlerfang per Hand, eine außergewöhnliche Methode

von Esra Merlin Reichert.

Als sich die ersten Menschen auf Værøy ansiedelten, waren Schafe eine wichtige Existenzgrundlage. Gut zu wissen ist es auch, dass ein Adler gerne mal ein saftiges Lamm verputzt. Blöd nur, dass so ein Lamm, wenn es lange genug lebt, zu einem stattlichen Schaf heranwächst. Und die sind nun mal eine wichtige Lebensgrundlage der Bauern auf Værøy. Daher war es dort viele Jahrhunderte Sitte, Adler mit hinterhältigen Fallen in großer Zahl zu fangen.

Bjoernar zeigt uns den Einstieg ins Fanghaus, Vaeroy, Norwegen

Bjoernar zeigt uns den Einstieg ins Fanghaus, Vaeroy, Norwegen

Esra im Adlerfanghaus, Vaeroy, Norwegen

Esra im Adlerfanghaus, Vaeroy, Norwegen

Man grub dazu ein Loch in den Steinboden, in dem ein Mensch viele Stunden mehr oder weniger bequem sitzen konnte, und deckte den Eingang mit ein oder zwei großen Steinplatten ab, damit alles wie vorher aussah. Allerdings liess man zur Seite hin ein Loch offen, so groß nur, dass der Arm eines erbarmungslosen Bauern den Adler an den Füßen packen und in das sogenannte Adlerfanghaus ziehen konnte, um ihm den Hals umzudrehen. Dummerweise können Adler bis drei zählen, weshalb man zum Bestücken der Falle mit vier Leuten den Berg hoch und mit dreien wieder runterlaufen musste, damit der Adler keinen Verdacht schöpft und den ausgelegten Köder einfach liegen lässt (die sind ja nicht blöd, die Adler). Aber wenn der Adler im Glauben ist, es seien nur drei Menschen den Berg hoch und wieder runtergelaufen, dann ist demnach auch keiner mehr oben. Das denkt der Adler. Also stürzt er sich, angelockt vom Geschrei der Krähen, auf das leckere Fleisch, welches der Adlerfänger an einer Schnur befestigt hat, die er an einem Ende festhält. Sobald der Adler die Krähen verjagt hat, beginnt er, auf das Fleisch einzuhacken. Dann zieht der Bauer das Fleisch langsam in seine Richtung. Der Adler hackt dann nur noch stärker auf das Fleisch ein, im Glauben, es sei noch am Leben. Sobald die Adlerfüße in Reichweite des Bauernarms sind, werden sie vom Letzteren gepackt und der Adler wird in das Loch gezogen, wo man ihm den Garaus macht. Das Adlermorden wurde mit der Zeit zu einem beliebten Sport für Jung und Alt, doch um 1960 wurde es dann verboten. Seitdem erholen sich die Adlerbestände wieder etwas und heute kreisen die majestätischen Vögel ungefährdet über den leckeren Lämmern.

Da greift die Hand nach dem Adler

Da greift die Hand nach dem Adler

Das Adlerfanghaus ist perfekt getarnt, Vaeroy, Norwegen

Das Adlerfanghaus ist perfekt getarnt, Vaeroy, Norwegen

Mit der ersten Fähre zur Ile de Brehat

Vom Campingplatz aus sind es nur sechs Minuten Fußweg bis zum Fähranleger. Wir haben das am Vortag ausprobiert. Es geht recht steil den Berg hinunter durch einen Pinienwald, und schwupps ist man da.
Wir haben uns die Fährtickets am Vortag schon besorgt, damit wir frühmorgens an der ersten Fähre um kurz nach 8:00 Uhr nicht Schlange stehen müssen. Nun, da kommen sowieso wesentlich weniger Leute als später. 8,80 Euro pro Person ist ein vernünftiger Preis für die zehnminütige Überfahrt, und die Tickets sind nicht zeitgebunden. 16 Euro für ein Fahrrad sind allerdings weniger günstig, da wollen sich wohl die Fahrradverleiher auf Brehat ihr Geschäft nicht kaputtmachen lassen. Dazu kommt noch, dass die Fahrräder nicht nach 16:00 Uhr auf der Fähre transportiert werden dürfen. Unter diesen Umständen macht es mehr Sinn, sich bei Bedarf auf Brehat einen Drahtesel zu mieten. Wir nehmen keine Räder mit und mieten aber auch keine. So früh sind die Verleiher noch geschlossen. Die Mitnahme der eigenen Räder macht mehr Sinn, wenn man einige Tage auf der Insel bleiben will. Wir wollen ja, aber…

Morgens vor der Ile de Brehat

Morgens vor der Ile de Brehat

Die Fähre bei der Inselrundfahrt

Die Fähre bei der Inselrundfahrt

Im Vorfeld hatten wir auch probiert, an eine Unterkunft auf Brehat heranzukommen. Ich hatte daheim bereits recherchiert und auch in Binic mit Hilfe er Touristinfo keine freie Unterkunft mehr finden können. Ach, schade! Ferienwohnungen und Bed and Breakfast sind lange vorher ausgebucht, und auch die Hotels haben kurzfristig keine Zimmer zu bezahlbaren Preisen zu vergeben. Und der einzige Campingplatz der Insel hat Ende September auch schon geschlossen.

Früh raus

Am Tag der Überfahrt stehen wir vor sieben Uhr auf, frühstücken, schnappen unsere Fotosachen und runter gehts inder Dämmerung zur Fähre. Der Passagierandrang hält sich so früh stark in Grenzen, wir können gemütlich über den Kai zum Boot schlendern und auf dem Oberdeck Platz nehmen. Um acht Uhr kommt plötzlich Leben in die Fähre, sie legt ab, eine Viertelstunde zu früh. Aber keine Panik, sie legt nur weiter oben an, weil die Flut ziemlich schnell steigt.

Direkt zum Norden der Insel, den Leuchtturm im Morgenlicht fotografieren

Die Überfahrt verläuft ruhig, trotz des starken böigen Ostwindes und dem unruhigen Meer. Zehn Minuten sind einfach zu kurz, um seekrank zu werden. Kaum hat die Fähre auf Brehat angelegt, marschieren wir stramm los Richtung Inselnorden. Wir wollen das frühe Morgenlicht am Leuchtturm Paon fotografisch erwischen und dort auch halbwegs unsere Ruhe haben, ohne dass uns Horden von Touristen dauernd durchs Bild laufen.
Aufwärts gehts durch schmale hecken- und mauergesäumte Gassen, weiter durch den Hauptort Bourg. Immer wieder einmal müssen wir uns an den Wegesrand drücken, als wieder einer der typischen Kleintraktoren mit Gepäck, oder der Post an uns vorbei tuckert. Anscheinend ist nur nach der ersten Fähre ein wenig Traktortrubel, später hörten wir gar kein Motorengebrumm mehr auf der autofreien Insel.

Durch die Gassen und Pfade auf der Ile de Brehat

Durch die Gassen und Pfade auf der Ile de Brehat

Boote vor der Ile de Brehat

Boote vor der Ile de Brehat

Hinter Bourg geht es wieder durch heckengesäumte Pfade, bis sich endlich kurz vor Erreichen der Nordspitze die Aussicht öffnet und der lange erwarteten Heidelandschaft Gelegenheit gibt, sich zu zeigen. Außer uns beiden hat es nur noch eine Frau bis hierher geschafft, alle anderen Touristen haben wir abgehängt. Es waren eh kaum welche mit uns auf dem Boot, der Hauptschung kommt wohl eine Fähre später.

Hilfe: das Wetter ist fast zu gut

Der Himmel ist völlig wolkenfrei, die Sonne brennt mit voller Lichtstärke auf die Landschaft und das Meer herunter, nur der stürmische Wind sorgt dafür, dass es uns nicht zu heiß wird. Er macht das Fotografieren leider auch nicht einfacher, obwohl wir wenigstens eins unserer Stative dabei haben.

Hier in der Nordspitze der Insel ist wenig von menschlicher Besiedelung zu sehen. Eine Creperie ist hier, die allerdings geschlossen hat, und ein Toilettenhäusschen mit den fast schon historischen Stehklos. Die Gegend ist geprägt von gewaltigen Granitfelsen, auf dem Land und im Wasser, Heidelandschaft und natürlich dem Leuchtturm Paon. Nach ungefähr einer Stunde trifft die gefürchtete Touristenflut ein. Die zweite und die dritte Fähre haben ihre menschliche Fracht auf die Insel losgelassen und die ersten Ausläufer erreichen uns. Es ist wirklich noch viel los auf der Insel Brehat im September.

Der Leuchtturm Paon auf der Ile de Brehat

 

Wellen am Leuchtturm Paon, Brehat

Wellen am Leuchtturm Paon, Brehat

Einfach in der Sonne liegen

Die Sonne steht jetzt schon recht hoch und wir machen uns auf den Küstenwanderpfad, um mehr von Brehat zu sehen. Farne, Heidekraut und Felsen bestimmen die Landschaft, im Meer vor der Küste sind auch Granitfelsen bildwirksam verteilt. Immerhin ist die Hauptinsel Brehat von über 200 kleinen Inselchen umgeben. Der zweite Leuchtturm auf Brehat, der Phare de Rosedo steht mitten im Land, umringt von Kuhweiden und Gewächshäuschen.

Um die Mittagszeit legen wir eine Rast ein, wir legen uns eine Stunde lang ins weiche Gras und hören dem Rauschen der Wellen zu. Das machen wir viel zu selten! Es ist ruhig auf der Insel. Kaum wandert man ein wenig an der Küste entlang verlaufen sich die Touristen. Wir besorgen uns im örtlichen Mini-Supermarkt und in der Boulangerie etwas zu essen, und dann geht es schon wieder weiter mit der Erkundung der südlichen Inselhälfte. Die ist deutlich stärker bebaut und hat noch viel mehr mauer- und heckengesäumte Pfade als der Nordteil. Also nicht immer tolle Aussichten, aber windgeschützt und mit Blick auf verblühte Hortensien und nette Häuser. Viel Lauferei ist angesagt. Und nun schafft es auch der Ostwind nicht mehr, für ausreichend Kühlung zu sorgen, wir kommen ganz schön ins Schwitzen.

Gabi fotografiert auf Brehat

Gabi fotografiert auf Brehat

Etwas kleinere, zähere, robustere Kühe auf der Ile de Brehat

Etwas kleinere, zähere, robustere Kühe auf der Ile de Brehat

Der Süden der Ile de Brehat

Im Süden der Insel liegen ein paar nette Badestrände, wie der Grève Guerzido, aber niemand badet dort an diesem Nachmittag. Das Wasser ist weg, es herrscht Ebbe und weit und breit ist kein Meer zu sehen. Auch der dort ansässige Imbiss hat geschlossen.
Irgendwann auf der Chausee, tuen uns die Füße weh. Und so verzichten wir weise, auf den letzten Teil der Reise. Na, so schlimm ist es nicht, aber wir legen noch eine zweite, längere Pause in der irischen Bar, dem Le Shamrock, im Ortszentrum ein und genehmigen uns im kühlen Inneren einen Grand Café ecreme. Nach Whiskey steht uns noch nicht der Sinn. Wir müssen einfach raus aus der Sonne, die ist grell auf der Insel und das Meer reflektiert das Licht. Unsere Köpfe fühlen sich schon heiß an. Wir wollen ja nicht meckern: aber das Wetter ist zu gut. Strahlend blauer Himmel, keine Wolke, stundenlang knallige Sonne. Nach dem Kaffee laufen wir nochmal los. Zur Gezeitenmühle und zur Kapelle auf dem Hügel. Unglaublich, wieviele Kilometer man auf einer kleinen Insel, 3,5 km langen Insel doch zurücklegen kann. Abends hatten wir 40000 Schritte auf dem Smartphone Schrittzähler.

Kajakschule, Ile de Brehat

Kajakschule, Ile de Brehat

Am späten Nachmittag schleppen wir uns zur Fähre zurück. Der Weg von der Hafenmole zur Fähre ist bei Ebbe zehn Minuten länger, so weit draußen muss die Fähre anlegen, damit sie nicht im Uferschlamm steckenbleibt. Nach erfolgter Überfahrt zurück zum Festland müssen wir nur noch den Berg hochkrabbeln, um endlich unsere müden Beine im Wohnmobil ausstrecken zu können.

Festzustellen bleibt uns noch, dass so ein Schnelldurchlauf an einem Tag der Insel nicht wirklich gerecht wird. Wenn wir zu einem späteren Zeitpunkt die Gelegenheit haben, länger auf Brehat bleiben zu können, würden wir gerne ein bis zwei Wochen veranschlagen, um die Insel ausgiebig zu erkunden. Motive bietet sie wahrlich genug. Und dann hoffentlich auch abwechslungsreicheres Wetter. Das permanente Sonnen und Sturmbombardement vom wolkenlosen Himmel herunter hat uns bei unserem Tagesausflug doch ganz schön zugesetzt.

Wir lieben die bretonischen Inseln und möchten ihnen auch gerecht werden. Tagesausflüge sind also erst der Anfang! Schau nach, welche Insel wir noch besucht haben.

 

„Mord auf Shetland“ ist eine von der BBC produzierte englische Kriminalserie, die hauptsächlich auf den Shetland-Inseln spielt. Die Krimi Serie basiert auf den Büchern von Anne Cleeves. Die Folgen 2 und 3 laufen an diesem Wochenende, Folge 1 gibts noch in der Mediathek.

Die Sendetermine von Staffel 4 Mord auf Shetland

  • Späte Rache, GRÜNDONNERSTAG, 9. APRIL 2020, 21:45 UHR
  • Ein unheimlicher Besucher, OSTERSONNTAG, 12. APRIL 2020, 21:45 UHR
  • Die SchattenderVergangenheit, OSTERMONTAG, 13. APRIL 2020, 21:45 UHR

Oder schau in der Mediathek.

Im englischen Original hat die 3. Staffel sechs Folgen, im deutschen Fernsehen werden immer zwei Folgen zu einer zusammengefasst, die dann richtige Spielfilmlänge hat.

Meal Beach, Shetland

Meal Beach, Shetland – es kann also selbst im April sehr freundlich sein auf Shetland

Fähre von Bressay nach Lerwick, Shetland

Fähre von Bressay nach Lerwick an einem regnerischen Tag, Shetland

„Mord auf Shetland“ lebt von der dichten atmosphärischen Stimmung der Landschaften, den teils schwermütigen Portraits der Inselbewohner und natürlich von den hervorragenden Leistungen der Schauspieler.

Das harte Leben auf diesem nordatlantischen Insel-Archipel wird in den Landschaftsaufnahmen durch meist düsteres, regnerisches Wetter symbolisiert. Die Farben wirken insgesamt sehr zurückhaltend, was dem melancholischen Grundtenor entgegenkommt.
Wir haben selbst einige Wochen im Frühjahr 2013 auf den Shetland-Inseln verbracht und fanden das Wetter wesentlich abwechslungsreicher, die unterschiedlichen Gesichter der Insellandschaften noch beeinddruckender vor, als in der Filmserie wiedergegeben. Vor allem fühlten wir uns auf den Insel geborgen und sicher. Irgendwie passt Mord da für uns nicht so rein. Aber, die Filme schauen wir gern, weil uns jeder Blick auf die Shetland Inseln einfach nur gut tut.

Wellen vor Noss Island, Bressay, Shetland

Wellen vor Noss Island, Bressay, Shetland

Die Shetland-Inseln sind ein fantastisches, faszinierendes Reiseziel. Teils spröde und abweisend offenbaren sie ihre Schönheit nur denjenigen, die danach suchen, und die sich auf den langsameren Gang der Dinge, abseits von Zivilisationshektik, einlassen können.

Hier zeigen wir einige unserer Insel-Impressionen, die vielleicht in dir die Sehnsucht nach einem Stück wilder Naturgewalten und einem fast vergessenen Lebensstil wecken. Jetzt haben wir uns so mit dem Thema nördliche schottische Inseln beschäftigt, dass wir wieder Lust auf Shetland bekommen haben. Es könnte also passieren, dass es demnächst wieder Reiseberichte aus dem Norden Schottlands hier zu lesen gibt.

Leuchttürme als Ferienwohnungen auf Shetland

Weitere Infos dazu in unserem live Reisebericht!

Bressay Lighthouse, Shetland

Der Bressay Lighthouse kann als Ferienwohnung gemietet werden, Shetland

Bressay Lighthouse, Shetland

Die Lage des Bressay Lighthouse ist ideal für Meeresliebhaber, Shetland

Leuchtturm von Eshaness, Shetland

Auch derLeuchtturm von Eshaness ist eine Ferienwohnung, Shetland

Bressay Lighthouse, Shetland

Blick zum Bressay Lighthouse von der Fähre aus, Shetland

Traumhafte Naturlandschaften Shetlands

Klick dich unbedingt durch die Fotos durch!

 

Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Im Hafen von Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Nah am Wasser gebaut, Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Der Marktplatz von Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Hier wohnt Komissar Perez, Lerwick, Shetland

Lerwick, Shetland

Fähre nach Bressay, Lerwick, Shetland

 

Schafschädel, Insel Bressay

Schafschädel, Insel Bressay

Landschaft in Eshaness, Shetland, Schottland

Ein altes Farmhaus am See bei Eshaness.

St Ninians, Mainland, Shetland

St Ninians, Mainland, Shetland

Klippen bei Eshaness, Shetland

Klippen bei Eshaness, Shetland

Die Shetland Ponys dürfen in unserer Bildgalerie nicht fehlen!

 

 

Mord auf Shetland, Staffel 1 und Pilot bei Amazon

Mord auf Shetland, Staffel 2 bei Amazon

Mord auf Shetland, Staffel 3 als DVD bei Amazon

Die Shetland Krimis von Anne Cleeves

Unser ausführlicher Live Reisebericht Shetland zum Schmökern

 

 

Bornholm – Fotogalerie


Weit außerhalb der Saison besuchten wir im Oktober die dänische Insel Bornholm. Es war ruhig, ein klein wenig nass und leider waren die Tage recht kurz. Die Insel ist circa 40 km lang, doch trotzdem lohnt es sich, mindestens zwei Wochen Zeit einzuplanen. Wir berichteten live von Bornholm. Die Blogbeiträge zur Wohnmobilreise Bornholm findest du hier.

Leuchttürme auf Bornholm

Der Leuchtturm Svaneke war im Leuchtturm Kalender 2017 (Delius) abgedruckt. Hier findest du zahlreiche weitere Fotos vom Leuchtturm Svaneke und der Umgebung. Mit der Leuchtturm Besitzerin machten wir ein Interview.