Ein perfekt gelegener Stellplatz beim
Leuchtturm Penedo de Saudate

Auf dem Stellplatz beim Leuchtturm Penedo da Saudade
Unser heutiger Stellplatz liegt direkt am Klippenrand. Als wir anfahren und ein Plätzchen suchen, winken uns nette Wohnmobilisten freundlich zu, ach, das tut gut. Nördlich des Stellplatzes grenzt der weitläufige Praia Velha an, südlich der von Klippen eingeschlossene, nicht zugängliche kleine Praia da Concha. Holzstege und Treppen sorgen für einen bequemen und ungefährlichen Strandzugang und schonen gleichzeitig die empfindliche Vegetation. Von hier sind es nur 500 Meter zum Leuchtturm Farol Penedo da Saudade. Eigentlich sind wir müde nach dem langen Tag der Erkundungen, doch kaum ist die Handbremse des Mobils angezogen, rennt Gabi auch schon wieder los. Nur ein kurzes Gespräch mit den Nachbarn und dann direkt mit der Kamera ans Meer. Das Licht ist gut, die Wellen knallen wuchtig gegen die Felsen, es ist gerade Flut. Diese Chance muss man nutzen. Mit zielstrebigem Geschick findet meine Frau den besten Ort für die spät abendliche Fotosession, während ich mich um das Abendessen kümmere.

Der Leuchtturm thront hoch über den Klippen im Abendlicht
Zwischen dem Praia da Concha und dem Leuchtturm hat das Meer in den letzten zig tausend Jahren bizarre Klippenformationen mit unermüdlicher Wellenkraft aus den Küstenfelsen herausgehauen. Um den Leuchtturm und die Klippen mit den aufspritzenden Wellen ins rechte Licht zu rücken, bedarf es allerdings etwas Kletterei hinaus auf die ins Meer hinausragenden scharfen Klippen. Gegen Abend ist die Luft so salzig, dass wir die Kameras kaum noch bedienen können.

Holzstege sind komfortabel und schützen die Vegetation

Zeitweise war es mal weniger sonnig
Die Brandung knallt bis zum Sonnenuntergang weiter, der Himmel färbt sich zart rosa. Wir sind glücklich. Hier finden wir Fotomotive ohne Ende.
Vor den Felsen heben sich die Wellen nach ohen um sich dann von dort aus auseinanderzufächern. Gabi sieht diese traumhafte Wellenformation im Licht der untergehenden Sonne und versucht es die nächsten Tage mit der Kamera einzufangen. Doch entweder die Wellen knallen nicht mehr in dieser speziellen Bewegung oder aber das Licht passt nicht. Wir stehen stundenlang hoch oben auf den Klippen und analysieren die Wellenbewegungen. Das ist auch eine nette Art zur Ruhe zu kommen. Beobachten, was ist! Anstatt auf was Besonderes zu hoffen.
Der Leuchtturm stellt sich zu jeder Tageszeit anders dar, wir erkunden bei strahlendem Sommerwetter das Städtchen Sao Pedro de Moel und den dahinter liegenden Strand. Es erstaunt uns, wie wenig hier touristisch los ist. Aber Anfang Juni ist hier noch tiefste Vorsaison.
Besichtigung des Leuchtturms Penedo da Saudade klappt leider nicht
Wir wollen den Leuchtturm gern besuchen, Mittwochs soll er geöffnet sein. Wir lauern und lungern am Eingang herum, doch es tut sich nichts. Übrigens haben portugiesische Leuchttürme immer eine grüne und eine rote Lampe am Eingang stehen.
Bei unseren Wanderungen zum Leuchtturm und zurück, fällt uns ein schwer umzäuntes Gelände auf, das wir bei Ankunft für eine Recyclinganlage oder ein Militärgelände gehalten haben. Tatsächlich ist es der lokale Campingplatz. Solche „ausdrucksstarken“ Campingplätze haben wir vorher schon gesehen. Mir scheint es, dass viele der älteren Kasernen zu Freizeiteinrichtungen konvertiert wurden, die den alten „Charme“ aber nicht ganz leugnen können.

Farol Penedo da Saudade im Abendlicht

Das Meer trifft auf die Klippen, Portugal

Holzstege sind komfortaben und schützen die Vegetation, Portugal

Faro Penedo da Saudade über den Klippen, Portugal

Nordstrand von Sao Pedro de Moel, Portugal

Klippenküste beim Leuchtturm, Portugal

Farol Penedo da Saudade, Portugal

Farol Penedo da Saudade, Portugal

Farol Penedo da Saudade, Portugal

Hoch schäumt die Gischt, Portugal

Praia Velha, Portugal

Die Wellen spritzen, Portugal
Auf dem netten Meeresstellplatz bleiben wir gleich mehrere Tage. Meistens parken hier drei oder vier Wohnmobile an der Küste.
Fatima und der holprige Weg zum Gas Auffüllen
Leider können wir nicht länger bleiben, unser Gasvorrat geht bedenklich zur Neige. Zum Glück geben uns die netten Nachbarn eine aktuelle Adresse zum Füllen der Gasflaschen. Die noch im Internet herumgeisternde Information ist nicht mehr aktuell. .
Nach zwei Übernachtungen am Meer fahren wir wieder landeinwärts und beschließen nach kurzer Diskussion, einen Abstecher nach Fatima in unsere Route einzubauen.
Der Wallfahrtsort Fatima
Der Pilgerort Lourdes im südlichen Frankreich hat mich auch als nicht Katholikin beeindruckt. Die friedliche Energie tat mir gut. Meine Meditation in der Gesellschaft der andächtigen Gläubigen entspannte mich tiefer, als wenn ich allein in mich gehe. In Lourdes stand ich gemeinsam mit einer großen Gruppe Italiener vor der Grotte. Das gemeinschaftlich gemurmelte italienische Gebet berührt mich wahrscheinlich vor allem, weil ich kein Wort verstand.
Fatima ist nur wenige Kilometer von unserem jetzigen Standpunkt entfernt und etwas ruhiger, nein viel ruhiger, als das bekanntere französische Lourdes. Hier ist das Parken auch mit dem Wohnmobil überhaupt kein Problem, es gibt sogar wenige hundert Meter vor der Kapelle fünf oder sechs kostenlose Stellplätze.

Die alte Basilika von Fatima, Portugal

Die neue Basilika von Fatima, Portugal

Statue eines Hirtenkindes in der alten Basilika, Portugal

Die neue Basilika in Fatima, Portugal
Wissenswertes über den berühmtesten Wallfahrtsort Fátima in Portugal
Fátima ist der bedeutendste Wallfahrtsort in Portugal und einer der bekanntesten der römisch-katholischen Kirche.
Am 13. Mai 1917 sei drei Hirtenkindern auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen. Sie befahl den Kindern, sich an jedem 13. eines Monats hier wieder zu treffen.
Am 13. Juli 1917 seien den Kindern die drei Geheimnisse von Fatima überliefert worden.
Am 13. Oktober 1017, die Botschaft von der Erscheinung wurde inzwischen weiterverbreitet, kamen Zehntausende, um ein angekündigtes Wunder zu erleben.
Bei diesem „Sonnenwunder“ wurde die Sonne zu einer silbernen Scheibe, die sich wie ein Feuerrad drehte, was mit bloßem Auge zu beobachten war.
1953 wurde in Fatima zu Gedenken der Marienerscheinung eine Basilika erbaut. Die hielt dem Pilgeransturm nicht Stand, so dass 2009 eine neue Basilika eingeweiht wurde. Die neue Basilika fasst 9000 Gläubige und ist die viertgrößte katholische Kirche der Welt. Zwischen der alten und der neuen Basilika liegt der größte Kirchenvorplatz der Welt.
Fátima ist entspannter als Lourdes in Frankreich
In der Kirche gibt es trotz all der Beschaulichkeit ein Kommen und Gehen. Hier komme ich nicht zu Ruhe. Draußen auf dem weitläufigen Kirchenvorplatz hingegen fühle ich mich direkt geborgen und ruhig. In einer kleinen Kirche mit Glasfront findet ein Gottesdienst statt, sakrale Musik verbreitet sich von dort aus von Lautsprechern übertragen über den ganzen weiten Platz. Allein die Musik tut mir in diesem Moment unglaublich gut. Ein paar wenige, sehr gläubige Pilger rutschen auf Knien ins Gebet vertieft über den Platz. Das sind aufgrund der Größe des Platzes sicher einige Kilometer. Die meisten umrunden ihn auf den Füßen. In einer Art Touristenbüro werden kostenlos Infomaterial und Gebetsbildchen verteilt.
Nur die Kerzen, die man gegen ein kleines Entgelt anzünden kann, irritieren mit etwas. Die stehen in einer Art großem, heißen Ofen und schmelzen dahin bevor sie abbrennen können. Ich verbrenne mir fast die Hände, als ich die Kerze in die dafür vorgesehene Vorrichtung stellen möchte. Ansonsten herrscht in Fatima nicht der Kommerz, wie in Lourdes. Ich bin auf dem Weg zum Platz an keinem Souvenirshop vorbeigekommen.
Ein Besuch in Fatima kann ich empfehlen. Wie gesagt, ich bin nicht katholisch, genieße aber die Energie an solchen Orten. In der Regel finde ich meine »Kirche« in der Natur.
Über Feldwege zur Gastankstelle
Zum Auffüllen unserer Gasflaschen suchen wir eine Tankstelle in Tentúgal an der N 111, westlich von Coimbra. Dieses Mal baut unser sonst braver Navi ziemlichen Mist. Vielleicht hat der die konzentrierte Frömmigkeit in Fatima nicht gut vertragen. Er lotst uns weg von den Schnellstraßen auf immer enger werdende Landstraßen und schließlich fahren wir inmitten von Reisfeldern auf schmalen, löchrigen Feldwegen im Kriechtempo und hoffen, irgendwann wieder ordentliche Straßen unter die Räder zu bekommen. Nun, die für unsere Augen außergewöhnlichen Reisefelder mit den Störchen hätten wir ohne den unfreiwilligen Umweg wohl verpasst. Danke, lieber Navi.

Inmitten von Reisfeldern bei Coimbra, Portugal

Auf Feldwegen kommen wir nur langsam voran, Portugal
Nach endlosem Herumgekurve, unsere Nerven und unser Mobil sind schon kräftig durchgerüttelt, haben wir wieder Asphalt unter den Rädern und nähern uns Tentúgal. Die eingegebenen Koordinaten haben uns zwar zum Ort geführt, aber es dauert noch eine halbe Stunde, bis wir endlich leicht genervt die besagte Tankstelle finden.
Nach etwas Hände- und Füße Konversation mit dem grießgrämig dreinschauenden, wortkargen Tankwart füllt der unsere Flaschen. Das nächste Ziel liegt etwa 160 Kilometer entfernt.
Barra ist der höchste Leuchtturm Portugals

Der Leuchtturm von Barra hinter den Dünen, Portugal
Wir nutzen diesmal die Maut-Autobahnen, um Zeit zu sparen, es ist trotzdem schon später Nachmittag, als wir endlich in Barra eintreffen und an der Av. Infante Dom Henrique am Südufer des Ria de Aveiro unser Womo für die Nacht parken.
Barra und speziell unser Stellplatz haben auch diesen dezenten, hier eher nicht so dezenten Hauch der Vernachlässigung, den viele Orte in Portugal aufweisen, wo kaum ausländische Touristen aufkreuzen. Das wirkt anfangs etwas verstörend, aber wir gewöhnen uns schnell an diese Stimmung.

Der Leuchtturm von Barra von der Stadt aus, Portugal
Der rosa-weiß gestreifte Farol da Barra am Nordende der Stadt ist kaum zu übersehen. Der höchste Leuchtturm Portugals mit 62 Metern und 283 Stufen, ragt weit über die Dächer Barras hinaus.
Im Licht der tiefstehenden Sonne sondieren wir ausgiebig Strand, Dünen, Flussufer und natürlich den Leuchtturm, bis es dunkel ist. Wir laufen auf der Mole hinaus zum Hafenleuchtturm. Nie zuvor sind uns soviele Jogger begegnet. Überhaupt schein Joggen in ganz Portugal unglaublich beliebt zu sein.
Foto Galerie Barra, Portugal

Bootsanleger in Barra, Portugal

Modernistisches WC in Barra, Portugal

Palmen und Leuchtturm in Barra, Portugal

Das kleine Leuchtfeuer auf der Mole, Portugal

Strukturen im Sand, Portugal

Gabis braungebrannte Füße, Portugal

Schattenspiel in den Dünen, Portugal

Der Leuchtturm mit Mond, Portugal

Schattenspiele, Portugal

Barra, Portugal

Villa in Barra, Portugal

Sandmuster, Portugal

Ansicht von Süden, Portugal

Gabi in Action, Portugal

Freundliche Wellenbrecher am Ende der Mole, Portugal

Der Mond hinter der Turmspitze, Portugal
Keine Besichtigung des Leuchtturms Barra
Kurz nach der obligatorischen morgendlichen Fototour, Gabi ist schon sehr früh allein unterwegs, versuchen wir vergeblich einen Besichtigungstermin im Leuchtturm zu ergattern. Wir sehen eine Gruppe Menschen im Inneren, aber die Tür bleibt verschlossen und auf den Aushängen an der Tür können wir außer der Öffnungszeit, die gerade jetzt sein sollte, nichts finden.
Barra hat uns insgesamt sehr gefallen. Die Region ist voller Fotomotive, es ist ruhig und beschaulich.
Wir fahren nach nur einem Tag in Barra weiter Richtung Porto. Seit sieben Wochen sind wir jetzt schon unterwegs, selten mal drei Tage an einem Ort und früh morgens und spät abends und auch zwischendrin ständig am »arbeiten«, da zeigen sich schon Anzeichen von Erschöpfung.
Gabi sprach übrigens im SWR über daas Glück in der Fotografie und nahm den Leuchtturm in Barra als Beispiel.

Der Atlantik vor Barra
Unsere Begeisterung für Leuchttürme bringt uns oft an Orte, die touristisch nicht überlaufen sind. Was für ein Genuß.
Weiter mit nächstem Artikel:
Ein Dackel auf Leuchtturm-Tour
Unsere reisefreudige Dackeldame Grindel führt Sie zu 19 majestätischen, landschaftsprägenden Leuchttürmen, die wir in 53 hochwertigen Aufnahmen präsentieren.
Sorgfältig ausgewählte, passende Sprüche und Zitate laden zum Schmunzeln und Besinnen ein.
»Ein Dackel auf Leuchtturm-Tour« bringt ein Stück Lebensfreude in Ihr Zuhause oder Büro. Die Bilder helfen bei der Stressbewältigung und heben die Stimmung.
Sie müssen auch kein ausgesprochener Hunde- und Dackelliebhaber sein, um Spaß mit unserem Schreibtisch-Aufsteller zu haben.
Dutzende von begeisterten Rückmeldungen zeigen, dass wir mit diesem kalendariumfreien „Wochenkalender“ etwas Außergewöhnliches geschaffen haben.
Dackel-Leuchtturm-Tischaufsteller
Dackel-Leuchtturm-Tischaufsteller
Eines der fünf Übersichtsblätter
Den DIN A5 Tischaufsteller mit 58 Seiten gibt es für 15 Euro. Alle Interessenten außerhalb Deutschlands zahlen 17 Euro und melden sich bitte ausschließlich per Email bei uns. Versandkosten sind inklusive.
Schottische Leuchttürme
Schottische Leuchttürme liegen oftmals an ganz besonders schönen Orten. Auf steilen Klippen, auf Vogelinseln an Golfplätzen. Hier stellen wir einige der schönsten Leuchttürme aus Schottland vor. Zwei Leuchttürme auf Shetland dienen als Ferienwohnung. Wir verbrachten jeweils eine Woche in Bressay und auf Eshaness.
Eshaness, Shetland
Nach dem Schneesturm sah die Landschaft wundervoll aus. Eshaness, Shetland
Im April wohnten wir eine Wochen lang im Leuchtturm Eshaness hoch oben über den Klippen. Mit unserem dreiwöchigen Aufenthalt auf den Shetland Inseln verwirklichte ich mir gleich zwei Träume. Die Inselgruppe stand schon seit Jahren auf meiner Wunschreiseliste und als ich dann sah, dass die Leuchtturmwohnungen nur unwesentlich teurer als Ferienwohnungen waren, war alles perfekt! Während der Woche erlebten wir sonniges Wetter mit ruhiger See – waren wir doch vor allem wegen der hohen Wellen gekommen. Doch gegen Ende des Aufenthalts tat sich was auf dem Meer und plötzlich rollten hohe Wellen an, das Meer lebte. Wir erlebten einen Schneesturm in der Nacht mit außergewöhnlichen Fotomöglichkeiten und sogar Nordlichter. Logischerweise gibt es über Shetland bei uns im Blog zig Erfahrungsberichte – wir interviewten einige Leute und schrieben jeden Tag.
Im Leuchtturm zu wohnen brachte für die Fotografie unglaublich viele Vorteile. Wir waren so nah wie möglich an unserem Fotomotiv, was vor allem Nachts genial ist. Den Schneesturm hätten wir anders wohl nicht fotografieren können.
Der Eshaness Leuchtturm mit Sternenbahnen.
Der Eshaness Leuchtturm im Schneesturm
Umfangreiche live Reiseberichte Shetland
Rattray Lighthouse, Aberdeenshire
Rattray Lighthouse, Aberdeenshire, Schottland
Uns gefällt die Ostküste Schottlands besser als die Westküste. Sind also bekennende Ostküstenfans. Bisher haben wir diesen, nur auf den ersten Blick unscheinbaren, Leuchtturm immer übersehen. Die Weite des Sandstrandes und der Dünenlandschaft macht den eher kleinen, einfachen Turm zu einem unglaublich vielseitigen Fotomotiv.
So ganz verwunderlich ist es nicht, dass wir den bisher verpassten. Die Straße zum Strand muss man mühsam suchen und der holprige, matschige Feldweg schreckt sicher einige Besucher ab. Wir beißen uns auch nur mit dem schwerfälligen Wohnmobil durch, weil wir passionierte Leuchtturmfans sind. Außer uns war niemand da, obwohl das ehemalige Leuchtturmwärterhaus als Jugendherberge dient.
Wir liefen mit der fröhlich wuselig aufgeregten Grindel zum Strand und staunten über diese einsame Dünenlandschaft innerhalb der ansonsten eher dicht bewohnten Region.
Killantrigan Lighthouse, Galloway
Killantrigan Lighthouse, Galloway, Schottland
Auf unserer letzten Schottland Reise besuchten wir das südliche Schottland. Auch dort steht an jeder Ecke ein Leuchtturm. Wir versuchten sie alle zu finden und auch zu fotografieren. Die Region um den Killantrigan Leuchtturm ist einsam, da scheinen nur noch wenige Touristen hinzukommen.
Entlang der Küste sahen wir eine Bucht mit unglaublich viel Müll, vor allem Plastikflaschen. Ich meinte nur, dass wir dort ganz sicher eine Flaschenpost finden würden. Noah kletterte hinunter und fand sie. Ein biblischer Spruch aus Irland. Irgendwie so gar nicht romantisch diese moderne Flaschenpostsucherei.
Corsewall Lighthouse, Galloway, Schottland
Der Leuchtturm ist auch im Leuchtturm Kalender 2018 bei Delius Klasing im Großvormat bei uns im Blog.
Hier die ausführlichen Leuchtturm Corsewell Extras hier im Blog
Der Leuchtturm Kalender 2018, Delius Klasing bei Amazon
Elie Lighthouse, Fife
Elie Lighthouse, Fife
Wieder Ostküste Schottland. Und auch hier hatten wir ein Parkproblem. Wir fanden eine Platz an der Straße und übernachteten auch dort weil es schon dunkel wurde, bis wir fertig fotografiert hatten.
Entlang des Wanderpfads steht eine Umkleidekabine aus anderen Zeiten. Fotos davon bei uns im Live Reisebericht Elie, Schottland.
Turnberry Lighthouse, Galloway
Turnberry Lighthouse, Galloway, Schottland
Die Region um den Turnberry Lighthouse sieht für Schottland außergewöhnlich aus. Ein protziger Golfplatz mit angeberischer Hotelanlage versperrt den Weg zum Strand und Leuchtturm. Wir müssen auf einem speziellen Pfad laufen, ein in Anzug gekleideter Angestellter zeigt uns mit behandschuhten Händen genau, auf welches Gras wir nicht drauf treten dürfen. Der Golfplatz gehört übrigens dem ehemaligen US Präsidenten Trump.
Der Strand und der Leuchtturm hingegen kamen wieder ganz schottisch bei uns rüber – wunderschön und in die Landschaft passend.
Cloch Point Lighthouse, Firth of Clyde
Cloch Point Lighthouse, Firth of Clyde, Schottland
Dieser Leuchtturm ist für Wohnmobilfahrer nicht einfach zu erreichen, denn es gibt keine Parkmöglichkeiten in der Nähe. Der oberhalb der Küste liegende Campingplatz mit der steilen Zufahrt nimmt keine reisenden Mobile auf, dort stehen nur die feststehenden Wohnwagen.
Wir quetschen das Mobil auf eine kleine Einbuchtung an der Straße. Lange können wir nicht bleiben. Das Wetter ist eher trist, das passte zu den Ruinen vor dem Leuchtturm. Der Leuchtturm ist in Privatbesitz und fungiert als Wohnhaus. Über einen schmalen Pfad erreicht man den ebenso schmalen, steinigen Strand.
Sehnsuchtskalender Schottland 2018 bei Amazon. Außer dem Postkarten Kalender gibt es noch den Wochenplaner Schottland 2018 in Din A 4 mit Zitaten.
Auch unter diesem Blogbeitrag kannst du gerne kommentieren, um einen Sehnsuchtkalender zu gewinnen. Wir freuen uns, von dir zu lesen.Die Leuchttürme an der portugiesischen Nordküste
Entlang der portugiesischen Nordküste
Porto ist mit Sicherheit eine sehenswerte Stadt, doch wir haben keine Lust auf Straßen, Häuser und Menschen. Das liegt vor allem an unserem Wohnmobil. Die Stellplatz- oder Campingplatzsuche ist in Städten besonders anstrengend, das heben wir uns lieber für einen späteren Trip auf, und fahren dieses Mal lieber weiter.
Farol da Leça
Nördlich von Porto liegt Leça da Palmeira. An der ewig langen Strandpromenade parken wir und vertreten uns die Beine.
Der nächste Leuchtturm, der Farol da Leça steht nur wenige Fußminuten entfernt vor der Kulisse einer gigantischen Raffinerie. Das hat zwar auch seinen fotografischen Reiz, wir wollen den 46 Meter hohen, 1926 erbauten Leuchtturm auch mit Meereshintergrund ablichten. Dazu überqueren wir die Avenue Liberdade, wo zum Glück um die Mittagszeit spärlicher Verkehr herrscht, und klettern auf einen künstlichen Grashügel vor der Raffinerie. Das Mittagslicht ist unglaublich grell, kaum eine Wolke zeigt sich am Himmel, trotzdem hat diese knallige Lichtstimmung ihre eigene Magie. Nicht umsonst heißt der angrenzende Strand Praia Azul, himmelblauer Strand.
Der gußeieserne Leuchtturm in Esposende
In Esposende an der Mündung des Cavado steht der Farol de Esposende, ein eher unscheinbarer roter Eisenturm im Vergleich zu den beiden zuletzt besuchten Riesen. Ein herrlicher Sommernachmittag lädt uns zum Sonnenbaden am Strand ein. Die heißen Sonnenstrahlen werden durch eine kühle Brise gemildert. Man gönnt sich ja sonst nichts, unsere bisherigen Sonnenbadezeiten liegen knapp über null Stunden. Unsere Bräune hat also keine Modellmöglichkeiten, wir sehen wohl eher aus wie Straßenarbeiter.
Farol de Esposende
Gegen Abend gehen wir noch im Städtchen und an der Promenade spazieren, ein paar Passanten und Jogger sind unterwegs und genießen die Mischung aus lauem Sommerabend und Meeresbrise.Naja, ein paar Jogger – es scheint ganz Portugal durch die Gegend zu rennen.
Der Stellplatz scheint uns eher inoffiziell – also suchen wir am anderen Ende der Stadt den ausgezeichneten Womostellplatz neben der Polizei.
Montedor
Auf dem weiteren Weg nach Norden halten wir kurz in Montedor. Der dortige Leuchtturm ist leider schwer zu erreichen und schlecht in Szene zu setzen. Enge, winklige Gassen und aufziehende graue Bewölkung sind nicht wirklich gute Fotobedingungen. Gabi läuft trotzdem die letzten paar hundert Meter den Hügel zum Leuchtturm hinauf. Das Womo parkten wir sicherheitshalber etwas entfernt. Sonst fahren wir uns hier noch fest.
Farol de Montedor
Stellplätze werden rarer, je weiter wir Richtung spanischer Grenze vordringen. In Caminha ist der Stadtparkplatz zwar als Stellplatz ausgewiesen, aber auf dem gepflasterten Platz ist kein einziges Wohnmobil zu sehen. Am nächsten Morgen ist Markttag, wie auf einem Schild angekündigt wird, da werden schon früh die Stände aufgebaut. Außerdem herrscht hier ein stetiges Kommen und Gehen. Zwischen der Bucht und dem Parktplatz liegt eine breite, gut befahrene Straße. Also verziehen wir uns auch besser auf den nahegelegenen Campingplatz im Wald.
Gabi: Eigentlich will ich nur kurz ans Meer und Gunter kümmert sich lieber um das Abendessen. Das Licht scheint gut zu werden. Ich laufe über Holzstege durch ein kurzes Waldstück und erreiche den weiten Strand. Zum ersten Mal seit Biarritz sehe ich Treibholz. Am liebsten hätte ich ne ganze Kiste fürs Basteln gesammelt. Allein würde ich es jedoch nicht schaffen es auch zurück zum Mobil zu tragen. Die Spuren anderer Strandbesucher verraten mir, dass die auch auf Schatzsuche waren. Sie führen immer am Strandgut vorbei. Eine Flaschenpost könnte doch mal wieder dabei sein? Es gibt außergewöhnlich viele Glasflaschen am Strand. Aber alle sind leer. Schade. Neugierig laufe ich von einer möglichen Fundstelle zur nächsten. Immer weiter, da kann ich doch auch noch da vorne um die Ecke schauen. Im angrenzenden Wald stehen schließlich etliche aus Treibholz gebaute Barracken. Ich bin allein. Und weit, weit weg vom Campingplatz. So ein wenig mulmig wird mir schon. Draußen im Meer steht eine kleine Burgruine. Ein Fischerboot zieht küstennah nahe des Strandes vorbei. Die Sonne schickt sich bald an, im Meer zu versinken. Wir sind Spanien so nah, dass sie sicher dort untergehen wird und nicht mehr nach Portugal kommt.
Küste bei Caminha
Auf dem Rückweg folge ich zum Teil meinen eigenen Spuren, teilweise laufe ich noch ein paar Umwege. Ob ich doch noch eine Flaschenpost finde? Hier wäre das sogar so idyllisch, wie im Film. Es liegt kaum Plastikmüll am Strand, sondern fast nur schönes Treibholz und diese matten, alten Glasflaschen. Es dauert sicher zwei Stunden, bis ich wieder zurück bin. Die lange Wanderung durch weichen Sand mit dem schweren Fotorucksack tat mir gut. Ich bin so richtig ausgepowert und müde für die Nacht.
Ich frage mich nur, warum wir nicht ein wenig länger geblieben sind?
Cerveira, die Kleinstadt der Kunst und ein Markt ohne Dackel
Unsere Sehnsucht nach ein paar ruhigen Tagen nimmt weiter zu, also bleiben wir zwei Tage im nahegelegenen Vila Nova de Cerveira und lassen es gemütlich angehen, bevor wir die Grenze nach Galizien überqueren. Cerveira ist die Kleinstadt der Kunst, hat einen stilvollen Stadtkern und einen wunderschönen Park am Flussufer des Rio Miño. Überall sind Kunstwerke in das Stadtbild integriert und machen den Stadtbummel zur Entdeckertour. Imponiert hat uns auch die barocke Hauptkirche mit ihrem goldenen Altar.
Der Hirsch, das Wahrzeichen von Vila Nova de Cerveira
Wir bummeln ganz hektikbefreit durch die Gassen, schlendern durch den Park am Flussufer entlang und freuen uns am perfekten Frühsommerwetter. Normalerweise sind wir ja am Meer, oder sehr nah am Meer. Da rauschen die Wellen und die Geräusche des Meeres überdecken andere feine Naturgeräusche. Hier können wir die Singvögel hören – und genießen das sehr. Diese Ruhe eines kleinen, ruhigen Flusses tut zur Abwechslung sehr gut.
Zu alle dem ist am Sonntag auch noch ein unüberschaubar großer Wochenmarkt. Neben dem üblichen Klamotten- und Kleinkramzeugs gibt es Möbel, Federbettwäsche, regionale Nahrungsmittel, Hühner, Vögel und anderes Getier. Wahrscheinlich sammeln sich deswegen sehr viele Wohnmobil auf dem Parkplatz. Zum Übernachten sind 6-7 Plätze ausgeschildert. Es stehen aber sicher 40 Mobile auf dem Platz, die meisten kommen aus Spanien und Portugal. Wir unterhalten uns immer mal wieder mit unseren Nachbarn.
Da soviele Tiere zum Kauf angeboten werden, bringt Gabi mich auf die Idee, doch nach Dackelwelpen Ausschau zu halten. Glücklicherweise ist das nicht der Fall. Da wären wir hundertprozentig schwach geworden und hätten mindestens einen mitgenommen. Puuh, da haben wir noch mal Schwein gehabt. Irgendwie scheinen wir gewaltig „Unterdackelt“ zu sein!
Nach zweieinhalb Tagen mit gedrosselter Aktivität fühlen wir uns frisch und bereit, den Rio Miño zu überqueren und Galizien zu erkunden.
Blick von der Stadtburg aus über den Ort
Fazit:
Auf längeren Roadtripps muss man sich mal Ruhepausen gönnen. Wir fotografierten durchgehend seit vielen Wochen und haben trotz all der Schönheit um uns herum, eine kreative Pause dringend nötig.
Das ist unsere allererste Reise ohne die Kinder – anscheinend arbeiten wir da noch viel mehr als sonst.
Kleinere Ortschaften hinterlassen teilweise einen besseren Eindruck von Land und Leuten als die großen touristischen Highlights. Und es ist weniger mühsam.
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
Weiter mit nächstem Artikel:
Ein etwas anderer Leuchtturm – Rezept inklusive
Leuchttürme spielen in unserer Familie eine besondere Rolle. Wir suchen auf unseren Reisen die größten und die kleinsten, die beeindruckendsten und auch die unscheinbarsten Leuchttürme auf, um sie im besten Licht einzufangen – manchmal auch nachts, wenn das Licht von ihnen selbst ausgeht. Wir haben schon stundenlange Wanderungen unternommen, um einen besonders abgelegenen Leuchtturm zu erreichen, wir haben Bilder von Leuchttürmen unter den Nordlichtern geschossen, und wir haben sogar schon mehrmals für ein paar Tage in einem Leuchtturm gewohnt. Eine unserer schönsten Reiseerinnerungen ist die Zeit, die wir mit einer Handvoll anderer Leute auf einer kleinen Leuchtturminsel vor den norwegischen Vesteralen verbracht haben.
Unser Lebkuchen-Leuchtturm.
Als ich also letztens den Lebkuchenteig ansetzte, war bereits klar, was daraus werden würde: keine Armee süßer Lebkuchenmänner, kein Hexenhaus, und auch kein kitschiges Lebkuchenherz – sondern ein Lebkuchen-Leuchtturm!
Die Planung umfasste ein paar Skizzen und Berechnungen (schließlich musste der Teig ja reichen!) und ich fertigte ein Pappmodell an, um die Passgenauigkeit der einzelnen Bauteile zu überprüfen. Die Küche wurde zum Labor umfunktioniert, als die Zuckerglas-Experimente durchgeführt wurden, die für die Herstellung der Fensterscheiben wichtig waren. Vier Packungen M&Ms und Smarties wurden nach Farben sortiert, um genug rote Exemplare für die Dekoration zu erhalten. Und schließlich resultierte das kreative Schaffen in dem Monument aus Zucker und Honig, das ihr jetzt auf dem Bildschirm seht.
Das Rezept
Wenn ihr auch so einen Turm bei euch im Wohnzimmer haben wollt, könnt ihr dieses Rezept nutzen, welches ich im Internet gefunden und ein wenig abgeändert habe. Natürlich kann man daraus auch ein typisches Hexenhaus, einen Gartenschuppen oder ein Wohnmobil bauen.
Anmerkung: Das Rezept ist sehr großzügig bemessen. Es genügt für ein aufwendiges Gebäude, und aus den Resten kann man immer noch Kekse machen. Wenn man ein kleineres Häuschen bauen möchte, genügt die halbe Menge!
Zutaten
Für den Teig:
500g Honig
500g brauner Zucker
300g Butter
800g Mehl
200g gemahlene Mandeln
200g gemahlene Haselnüsse
1-2 EL gemahlener Zimt
2 EL Kakaopulver
1-2 Päckchen Lebkuchengewürz
2 Zitronen (Schale)
2 Eier
Für den Zuckerguss:
500g Puderzucker
2 Eiweiß
Für die Fenster:
~ 100g Zucker
Etwas Wasser
Die Baumaterial-Herstellung
Für den Teig werden zuerst der Honig, der Zucker und die Butter in einem Kochtopf so lange auf mittlerer Stufe erhitzt, bis der Zucker sich weitgehend aufgelöst hat.
Dann werden alle weiteren Zutaten für den Teig in einer Rührschüssel vermischt. Die Zuckermasse aus dem Kochtopf darf erst dann dazu, wenn sie etwas abgekühlt ist – bei Verarbeitung im heißen Zustand geht das Ei im Teig kaputt. Das Abkühlen kann eine Weile dauern.
Wenn alles schön verknetet ist, muss der Teig mindestens eine Nacht im Kühlschrank verbringen, bevor er ausgerollt werden kann.
Beim Ausrollen schön viel Mehl verwenden, und dann die Teile nach Belieben ausschneiden. Die Wände meines Turms bestehen aus gleichschenkligen Trapezen mit einer Unterkantenlänge von 8cm, einer Oberkantenlänge von 5cm und einer Höhe von 20cm. Der Grundriss ist sechseckig. Die anderen Teile ergeben sich dann von selbst – probiert ein wenig herum.
den Teig dann bei 180°C Umluft in den Ofen tun, bis er in der Mitte trocken ist. (15-20 Minuten, aber immer in Auge darauf haben).
Die Fensterscheiben bestehen aus Zucker, der mit etwas Wasser so lange erhitzt wird, bis er sich auflöst und anfängt, zu karamellisieren. Im flüssigen Zustand lässt er sich dann in Formen aus Backpapier gießen.
Die Bauarbeiten
Wenn alle Teile ausgekühlt sind, kann der Zuckerguss hergestellt werden. Dazu einfach den Puderzucker mit dem Eiweiß verrühren, bis die Masse leicht locker wird. Dann am besten gleich im Spritzbeutel verarbeiten, und nicht offen stehen lassen, denn sonst trocknet sie aus. Der „Zement“ darf aber auch nicht zu dünnflüssig sein.
Beim Aufstellen der Wände arbeitet man am besten zu zweit, oder man hat viele Tassen und Pappschachteln zur Hand, um das Gebäude zu stabilisieren, während der Kleber antrocknet.
Das Dach am besten nicht auf die Fensterscheiben kleben, sondern einfach lose draufsetzen. So kann man es jederzeit abnehmen und eine batteriebetriebene LED obenrein setzen.
Die Dekoration
Hier will ich keine Vorschriften machen. Mit dem Zuckerguss lassen sich alle möglichen Verzierungen auf das Gebäude malen oder kleben, ganz nach Geschmack und Verfügbarkeit. An dieser Stelle muss gewarnt werden: wer viele Smarties der gleichen Farbe verarbeiten will, muss viele Packungen kaufen, und dabei leidet der Geldbeutel!
Wenn alles soweit fertig ist, kann man es noch schneien lassen. Dazu benötigt man ein Sieb und etwas Puderzucker.
Viel Spaß beim Backen, und lasst nichts anbrennen!
Sehnsuchtskalender Schottland 2018
Die Kalendersaison ist im vollen Gange. Zeit, dir unsere Kalender für 2018 vorzustellen. Nachdem wir 2016 den Sehnsuchtskalender Norwegen bei Harenberg hatten, möchten wir nun den Sehnsuchtskalender Schottland 2018 vorstellen. Außer dem Postkarten Kalender gibt es noch den Wochenplaner Schottland 2018 in Din A 4 mit Zitaten.
Hier nun ein paar Kalenderfotos mit interessanten Hintergrundinfos. Wir sortieren die Fotos nach Themen und beginnen mit den Landschaften.
Fidden, Sound of Iona
Fidden, Sound of Iona, Isle of Mull, Argyll & Bute, Schottland
Auf der Isle of Mull übernachteten wir auf einem Farmcampingplatz, der direkt an dieser unglaublich schönen Küste liegt. Die kleine Fähre nach Iona ist nur wenige Kilometer entfernt. Obwohl der Campingplatz im August sehr gut besucht war, waren die Strände nicht überlaufen. Ich stand morgens zum Sonnenaufgang auf, da war ich ganz allein unterwegs. Die Flut kroch gerade langsam rein, da musste ich aufpassen, dass ich zwischen den Felsen nicht vom hereinkommenden Wasser abgeschnitten wurde. Die neblige Stimmung brachte zusätzlich Ruhe in diese sowieso schon stille Landschaft.
Leider haben wir über die Isle of Mull noch nicht gebloggt. Auf dieser Reise waren wir zu sehr mit der Fotografie beschäftigt.
Old Man of Storr
Old Man of Storr. Isle of Skye
Die Wanderung zum Old Man of Storr auf der Isle of Skye ist zwar nur kurz, ungefähr eine Stunde lang, aber recht steil. An diesem Abend hatten wir andere Probleme. Die Midgtes schwebten so zahlreich und vor allem angriffslustig in der Luft um uns herum, dass wir sogar Schwimmbewegungen machen mussten, um da durch zu kommen und unsere Ohren und Augen zu schützen. Wir hatten leider keines dieser Schutznetze für den Kopf dabei. Das untere Stück durch den Wald war am schlimmsten. Auf der Höhe wehte ein leichter Wind, der hat schon ausgereicht, es wurde es besser mit den gemeinen Blutsaugern. Die waren auch der Grund, warum Gunter sich lieber im Wohnmobil um- die Essenszubereitung kümmerte – Gunter reagiert nämlich allergisch auf die Stiche. Ich war mit Esra unterwegs zum Old Man, während Amy und Noah in Richtung Küste gewandert waren, auf der Suche nach Dinosaurierspuren. Eine aufregende Region also.
Das Wetter war nicht verkehrt. Es hing Regen in der Luft, die Bewölkung machte das Licht weicher. Wir waren abends unterwegs, diese Lokation ist eigentlich bei Sonnenschein am frühen Morgen besser. Dann bringt das Gegenlicht Tiefe und Dramatik ins Bild. Aber als wir oben waren, klarte der Himmel auf und wir hatten einen eindrucksvollen Hell-Dunkel-Kontrast im Abendlicht.
Hier ist der Live Reisebericht – ich musste an dem Tag dringend wandern um meine Aufregung wegen einer Womopanne in Bewegungsenergie umzuwandeln.
Durness Beach
Durness Beach, Highlands, Schottland
An diesem Strand gibt es einen gemütlichen und deswegen gut besuchten Campingplatz, derdeswegen leider auch recht teuer ist. Aber es lohnt, allein wegen der Aussicht. Wir blieben gleich mehrere Tage, an denen es nicht gerade wenig stürmte. Der ohrenbetäubende Lärm liess uns vor allem nachts keine Ruhe finden. Wir trafen einige nette Gesprächsparter und genossen die Landschaft und die Geselligkeit des Camperlebens. Durness Beach ist unbedingt empfehlenswert für Wohnmobilreisende! Die Smoo Cave am Ostende des Strandes ist zu Fuß innerhalb kurzer Zeit erreichbar und absolut einen Besuch wert. Man fährt mit einem kleinen Paddelboot in der Höhle zu einem Wasserfall. Hört sich doch interessant an, oder?
Das Bild ist eine Langzeitaufnahme, das betont die ziehenden Wolken, und der Steg und der Felsen heben sich besser vom Meer ab.
Rhododendron, Upperloch Torridon
Rhododendron, Upperloch Torridon, Highlands, Schottland
Dieses Tal voller Rhododendron-Büsche fanden wir auf dem Weg nach Applecross. Im Live-Bericht beschreiben wir, warum der eigentlich wunderschöne Rhododendron bei den Schotten nicht sonderlich beliebt ist.
Uns begeistere die Blütenpracht und wir fotografierten eine ganze Weile. Am liebsten wäre ich da viel länger geblieben, wir wollten an diesem Tage jedoch noch nach Applecross. Es hat sich gezeigt, dass diese Strecke mit dem Wohnmobil keine sonderlich gute Idee war.
Linn of Dee, Breamar, Aberdeenshire
Linn of Dee, Breamar, Aberdeenshire, Schottland
Nachdem wir eine ganze Reihe Schlösser besichtigt hatten, sehnten wir uns nach der Ruhe der Natur. Aus der Ruhe wurde aber nichts. Ähnlich wie bei der Wanderung zum Old Man of Storr waren die Midgets hier in überwältigender Zahl gegen uns. Unsere Hände waren innerhalb weniger Sekunden schwarz vor Mücken. Ich versuchte permanent, diese Lästlinge abzuschütteln, mit geringem Erfolg. So war es unmöglich, gescheit zu fotografieren. Im besten Abendlicht habeich trotz allem ein paar Fotos hinbekommen. Die schafften es aber nicht in den Kalender. Hah, leider umsonst gelitten. Früh am nächtsen Morgen, die Mücken schienen noch zu schlafen, konnte ich in Ruhe dieses Bild schießen.
Gänse , Dahlberg, Isle of Lewis
Gänse , Dahlberg, Isle of Lewis, Schottland
Im Winter zu den äußeren Hebriden? Ja, das ist eine super gute Idee. Auch, wenn die Tage sehr kurz sind. Im Februar waren außer uns keine weitern Touristen unterwegs. Die Leute in Stornoway freuten sich tierisch, uns als die ersten Touris der Saison zu begrüßen. Wir wurden tatsächlich mehrmals auf der Straße angesprochen. Die Leute sind auf den Inseln sowieso unglaublich gesprächig und freundlich. Die Gänse hier übrigens auch. Die schienen richtig beschäftigt zu sein, als wir vorbei liefen schauten sie uns nur kurz an und schnatterten dann munter weiter.
Immer wenn es uns in Wind und Wetter zu kalt wurde suchten wir uns einen etwas wärmeren Ort, ein Museum oder eine Weberei. Über diese Winterreise haben wir sehr ausführlich live.gebloggt.
Seevogelwarte am Mull of Galloway
Seevogelwarte am Mull of Galloway
Im September besuchten wir das touristisch weniger bekannte südliche Schottland und wir waren begeistert. Klar, wir waren mal wieder den Leuchttürmen auf der Spur – darüber aber später mehr.
Über enge, kurvige Wege hatten wir diesen Ort erreicht und waren die einzigen Besucher. Wir übernachteten mit dem Wohnmobil auf der Höhe mit fantastischem Blick über die Klippen, das Meer und den Leuchtturm. Auch über diese Region werden wir noch einen ausführlichen Blogbeitrag verfassen.
Glenfinnan, Highlands
Glenfinnan, Highlands, Schottland
Das war ein Tag! Soviele Fotos haben wir selten an einem Tag gemacht. Und so oft wurden wir noch nie an einem einzigen Tag nass. Und da wir so unglaublich aktiv waren auf dieser Reise, gibt es dazu leider noch keinen Blogbeitrag. Ich schildere das mal auf die Schnelle: In Glenfinnan fanden gerade die Highland Games statt. Bis dahin waren wir noch nie bei Highland Games gewesen. Wir waren früh vor Ort und fanden zum Glück vor der Kirche einen geschotterten Parkplatz. Auf aufgeweichte Wiesen hatten wir keinen Bock, da sinken schwere Fahrzeuge tief ein und müssen herausgezogen werden. Das Glenfinnan Viaduct – samt Harry-Potter-Zug stand auf unserer Fotoliste. So liefen wir an diesem regennassen Tag ständig zwischen Highland Games und Viaduct hin und her. Das klappte auch alles, ich konnte den Jacobite Steam Train auch gut fotografieren, siehe übernächstes Foto.
Schotten, Highland Games, Glenfinnan, Schottland
Das Spannendste passierte mir schon ganz früh am morgen, da liefen in schottische Trachten gekleidete Männer an unserem Wohnmobil vorbei. Einer hatte einen Dudelsack umgehängt und blies da kräftig rein. Ich witterte eine Fotogelegenheit, war sowieso super neugierig, wo die denn hinlaufen, schnappte meine Kamera und lief hinterher. Mein belegtes Brötchen blieb unverspeist liegen. Und ich kann dir sagen: das war ein Spaß. Wir wanderten, nur von zwei anderen Fotografen begleitet durch ein kurzes Waldstück auf eine Anhöhe. Da standen zwei Hirsche, die von der Dudelsackmusik so begeistert waren, dass sie nicht an Flucht dachten. Ich wusste gar nicht, was ich zuerst aufnehmen sollte? Die Schotten, die Hirsche, das Viaduct oder die Landschaft. Ach, herrlich!
Es gab ne Ansprache, dann zog einer einen 12 Jahre alten Single Malt Whisky aus seiner Tasche, und jeder nahm einen Schuck auf den König aus der Flasche. Ich durfte auch. Ein älterer Herr arrangierte sich die fantastisch aussehenden Schotten und ich schoss parallel meine Fotos. Auf dem Rückweg fragte ich ihn, für welches Magazin er denn fotografiert. „National Geographic“ war seine Antwort. Spannend, zu sehen, wie er arbeitete. Sein Name ist übrigens Jim Richardson.
Glenfinnan Viaduct
Jakobite, Glenfinnan Viaduct, Highlands, Schottland
Zweimal konnten wir den Jacobite Steamtrain an diesem Tag fotografieren. Aufgrund des Regens war es allerdings eine ziemliche Schlammschlacht. Aber was tut man nicht für gute Fotos. Ich verspreche demnächst einen Blogbeitrag über diesen Tag zu schreiben und weitere Fotos zu zeigen. Was da unten auf der Mauer des Viaducts strand war nämlich genial. Da sich noch sehr viele Leute in Glenfinnan tummelten und wir noch ein Stück weiter wollten, fuhren wir im fotogensten, abwechslungsreichsten Wetter weiter nach Ardnamurchan und fanden dort nach zig sehr engen Gassen und Highland Rindern auf der Straße einen Leuchtturm in fantastischer Wolkenpracht. Bis zum Sonnenuntergang und noch etwas länger fotografierten wir dann dort. Was für ein Tag.
Sehnsuchtskalender Verlosung!
Unter den Kommentatoren verlosen wir am 1. Advent einen Postkartenkalender Schottland 2018. (Versand leider nur in Deutschland)
Welches Foto gefällt dir am besten?
Von der Pilgerstätte Fatima zum höchsten Leuchtturm Portugals, Barra
Ein perfekt gelegener Stellplatz beim
Leuchtturm Penedo de Saudate
Auf dem Stellplatz beim Leuchtturm Penedo da Saudade
Unser heutiger Stellplatz liegt direkt am Klippenrand. Als wir anfahren und ein Plätzchen suchen, winken uns nette Wohnmobilisten freundlich zu, ach, das tut gut. Nördlich des Stellplatzes grenzt der weitläufige Praia Velha an, südlich der von Klippen eingeschlossene, nicht zugängliche kleine Praia da Concha. Holzstege und Treppen sorgen für einen bequemen und ungefährlichen Strandzugang und schonen gleichzeitig die empfindliche Vegetation. Von hier sind es nur 500 Meter zum Leuchtturm Farol Penedo da Saudade. Eigentlich sind wir müde nach dem langen Tag der Erkundungen, doch kaum ist die Handbremse des Mobils angezogen, rennt Gabi auch schon wieder los. Nur ein kurzes Gespräch mit den Nachbarn und dann direkt mit der Kamera ans Meer. Das Licht ist gut, die Wellen knallen wuchtig gegen die Felsen, es ist gerade Flut. Diese Chance muss man nutzen. Mit zielstrebigem Geschick findet meine Frau den besten Ort für die spät abendliche Fotosession, während ich mich um das Abendessen kümmere.
Der Leuchtturm thront hoch über den Klippen im Abendlicht
Zwischen dem Praia da Concha und dem Leuchtturm hat das Meer in den letzten zig tausend Jahren bizarre Klippenformationen mit unermüdlicher Wellenkraft aus den Küstenfelsen herausgehauen. Um den Leuchtturm und die Klippen mit den aufspritzenden Wellen ins rechte Licht zu rücken, bedarf es allerdings etwas Kletterei hinaus auf die ins Meer hinausragenden scharfen Klippen. Gegen Abend ist die Luft so salzig, dass wir die Kameras kaum noch bedienen können.
Holzstege sind komfortabel und schützen die Vegetation
Zeitweise war es mal weniger sonnig
Die Brandung knallt bis zum Sonnenuntergang weiter, der Himmel färbt sich zart rosa. Wir sind glücklich. Hier finden wir Fotomotive ohne Ende.
Vor den Felsen heben sich die Wellen nach ohen um sich dann von dort aus auseinanderzufächern. Gabi sieht diese traumhafte Wellenformation im Licht der untergehenden Sonne und versucht es die nächsten Tage mit der Kamera einzufangen. Doch entweder die Wellen knallen nicht mehr in dieser speziellen Bewegung oder aber das Licht passt nicht. Wir stehen stundenlang hoch oben auf den Klippen und analysieren die Wellenbewegungen. Das ist auch eine nette Art zur Ruhe zu kommen. Beobachten, was ist! Anstatt auf was Besonderes zu hoffen.
Der Leuchtturm stellt sich zu jeder Tageszeit anders dar, wir erkunden bei strahlendem Sommerwetter das Städtchen Sao Pedro de Moel und den dahinter liegenden Strand. Es erstaunt uns, wie wenig hier touristisch los ist. Aber Anfang Juni ist hier noch tiefste Vorsaison.
Besichtigung des Leuchtturms Penedo da Saudade klappt leider nicht
Wir wollen den Leuchtturm gern besuchen, Mittwochs soll er geöffnet sein. Wir lauern und lungern am Eingang herum, doch es tut sich nichts. Übrigens haben portugiesische Leuchttürme immer eine grüne und eine rote Lampe am Eingang stehen.
Bei unseren Wanderungen zum Leuchtturm und zurück, fällt uns ein schwer umzäuntes Gelände auf, das wir bei Ankunft für eine Recyclinganlage oder ein Militärgelände gehalten haben. Tatsächlich ist es der lokale Campingplatz. Solche „ausdrucksstarken“ Campingplätze haben wir vorher schon gesehen. Mir scheint es, dass viele der älteren Kasernen zu Freizeiteinrichtungen konvertiert wurden, die den alten „Charme“ aber nicht ganz leugnen können.
Auf dem netten Meeresstellplatz bleiben wir gleich mehrere Tage. Meistens parken hier drei oder vier Wohnmobile an der Küste.
Fatima und der holprige Weg zum Gas Auffüllen
Leider können wir nicht länger bleiben, unser Gasvorrat geht bedenklich zur Neige. Zum Glück geben uns die netten Nachbarn eine aktuelle Adresse zum Füllen der Gasflaschen. Die noch im Internet herumgeisternde Information ist nicht mehr aktuell. .
Nach zwei Übernachtungen am Meer fahren wir wieder landeinwärts und beschließen nach kurzer Diskussion, einen Abstecher nach Fatima in unsere Route einzubauen.
Der Wallfahrtsort Fatima
Der Pilgerort Lourdes im südlichen Frankreich hat mich auch als nicht Katholikin beeindruckt. Die friedliche Energie tat mir gut. Meine Meditation in der Gesellschaft der andächtigen Gläubigen entspannte mich tiefer, als wenn ich allein in mich gehe. In Lourdes stand ich gemeinsam mit einer großen Gruppe Italiener vor der Grotte. Das gemeinschaftlich gemurmelte italienische Gebet berührt mich wahrscheinlich vor allem, weil ich kein Wort verstand.
Fatima ist nur wenige Kilometer von unserem jetzigen Standpunkt entfernt und etwas ruhiger, nein viel ruhiger, als das bekanntere französische Lourdes. Hier ist das Parken auch mit dem Wohnmobil überhaupt kein Problem, es gibt sogar wenige hundert Meter vor der Kapelle fünf oder sechs kostenlose Stellplätze.
Wissenswertes über den berühmtesten Wallfahrtsort Fátima in Portugal
Fátima ist der bedeutendste Wallfahrtsort in Portugal und einer der bekanntesten der römisch-katholischen Kirche.
Am 13. Mai 1917 sei drei Hirtenkindern auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen. Sie befahl den Kindern, sich an jedem 13. eines Monats hier wieder zu treffen.
Am 13. Juli 1917 seien den Kindern die drei Geheimnisse von Fatima überliefert worden.
Am 13. Oktober 1017, die Botschaft von der Erscheinung wurde inzwischen weiterverbreitet, kamen Zehntausende, um ein angekündigtes Wunder zu erleben.
Bei diesem „Sonnenwunder“ wurde die Sonne zu einer silbernen Scheibe, die sich wie ein Feuerrad drehte, was mit bloßem Auge zu beobachten war.
1953 wurde in Fatima zu Gedenken der Marienerscheinung eine Basilika erbaut. Die hielt dem Pilgeransturm nicht Stand, so dass 2009 eine neue Basilika eingeweiht wurde. Die neue Basilika fasst 9000 Gläubige und ist die viertgrößte katholische Kirche der Welt. Zwischen der alten und der neuen Basilika liegt der größte Kirchenvorplatz der Welt.
Fátima ist entspannter als Lourdes in Frankreich
In der Kirche gibt es trotz all der Beschaulichkeit ein Kommen und Gehen. Hier komme ich nicht zu Ruhe. Draußen auf dem weitläufigen Kirchenvorplatz hingegen fühle ich mich direkt geborgen und ruhig. In einer kleinen Kirche mit Glasfront findet ein Gottesdienst statt, sakrale Musik verbreitet sich von dort aus von Lautsprechern übertragen über den ganzen weiten Platz. Allein die Musik tut mir in diesem Moment unglaublich gut. Ein paar wenige, sehr gläubige Pilger rutschen auf Knien ins Gebet vertieft über den Platz. Das sind aufgrund der Größe des Platzes sicher einige Kilometer. Die meisten umrunden ihn auf den Füßen. In einer Art Touristenbüro werden kostenlos Infomaterial und Gebetsbildchen verteilt.
Nur die Kerzen, die man gegen ein kleines Entgelt anzünden kann, irritieren mit etwas. Die stehen in einer Art großem, heißen Ofen und schmelzen dahin bevor sie abbrennen können. Ich verbrenne mir fast die Hände, als ich die Kerze in die dafür vorgesehene Vorrichtung stellen möchte. Ansonsten herrscht in Fatima nicht der Kommerz, wie in Lourdes. Ich bin auf dem Weg zum Platz an keinem Souvenirshop vorbeigekommen.
Ein Besuch in Fatima kann ich empfehlen. Wie gesagt, ich bin nicht katholisch, genieße aber die Energie an solchen Orten. In der Regel finde ich meine »Kirche« in der Natur.
Über Feldwege zur Gastankstelle
Zum Auffüllen unserer Gasflaschen suchen wir eine Tankstelle in Tentúgal an der N 111, westlich von Coimbra. Dieses Mal baut unser sonst braver Navi ziemlichen Mist. Vielleicht hat der die konzentrierte Frömmigkeit in Fatima nicht gut vertragen. Er lotst uns weg von den Schnellstraßen auf immer enger werdende Landstraßen und schließlich fahren wir inmitten von Reisfeldern auf schmalen, löchrigen Feldwegen im Kriechtempo und hoffen, irgendwann wieder ordentliche Straßen unter die Räder zu bekommen. Nun, die für unsere Augen außergewöhnlichen Reisefelder mit den Störchen hätten wir ohne den unfreiwilligen Umweg wohl verpasst. Danke, lieber Navi.
Inmitten von Reisfeldern bei Coimbra, Portugal
Auf Feldwegen kommen wir nur langsam voran, Portugal
Nach endlosem Herumgekurve, unsere Nerven und unser Mobil sind schon kräftig durchgerüttelt, haben wir wieder Asphalt unter den Rädern und nähern uns Tentúgal. Die eingegebenen Koordinaten haben uns zwar zum Ort geführt, aber es dauert noch eine halbe Stunde, bis wir endlich leicht genervt die besagte Tankstelle finden.
Nach etwas Hände- und Füße Konversation mit dem grießgrämig dreinschauenden, wortkargen Tankwart füllt der unsere Flaschen. Das nächste Ziel liegt etwa 160 Kilometer entfernt.
Barra ist der höchste Leuchtturm Portugals
Der Leuchtturm von Barra hinter den Dünen, Portugal
Wir nutzen diesmal die Maut-Autobahnen, um Zeit zu sparen, es ist trotzdem schon später Nachmittag, als wir endlich in Barra eintreffen und an der Av. Infante Dom Henrique am Südufer des Ria de Aveiro unser Womo für die Nacht parken.
Barra und speziell unser Stellplatz haben auch diesen dezenten, hier eher nicht so dezenten Hauch der Vernachlässigung, den viele Orte in Portugal aufweisen, wo kaum ausländische Touristen aufkreuzen. Das wirkt anfangs etwas verstörend, aber wir gewöhnen uns schnell an diese Stimmung.
Der Leuchtturm von Barra von der Stadt aus, Portugal
Der rosa-weiß gestreifte Farol da Barra am Nordende der Stadt ist kaum zu übersehen. Der höchste Leuchtturm Portugals mit 62 Metern und 283 Stufen, ragt weit über die Dächer Barras hinaus.
Im Licht der tiefstehenden Sonne sondieren wir ausgiebig Strand, Dünen, Flussufer und natürlich den Leuchtturm, bis es dunkel ist. Wir laufen auf der Mole hinaus zum Hafenleuchtturm. Nie zuvor sind uns soviele Jogger begegnet. Überhaupt schein Joggen in ganz Portugal unglaublich beliebt zu sein.
Foto Galerie Barra, Portugal
Keine Besichtigung des Leuchtturms Barra
Kurz nach der obligatorischen morgendlichen Fototour, Gabi ist schon sehr früh allein unterwegs, versuchen wir vergeblich einen Besichtigungstermin im Leuchtturm zu ergattern. Wir sehen eine Gruppe Menschen im Inneren, aber die Tür bleibt verschlossen und auf den Aushängen an der Tür können wir außer der Öffnungszeit, die gerade jetzt sein sollte, nichts finden.
Barra hat uns insgesamt sehr gefallen. Die Region ist voller Fotomotive, es ist ruhig und beschaulich.
Wir fahren nach nur einem Tag in Barra weiter Richtung Porto. Seit sieben Wochen sind wir jetzt schon unterwegs, selten mal drei Tage an einem Ort und früh morgens und spät abends und auch zwischendrin ständig am »arbeiten«, da zeigen sich schon Anzeichen von Erschöpfung.
Gabi sprach übrigens im SWR über daas Glück in der Fotografie und nahm den Leuchtturm in Barra als Beispiel.
Der Atlantik vor Barra
Unsere Begeisterung für Leuchttürme bringt uns oft an Orte, die touristisch nicht überlaufen sind. Was für ein Genuß.
Roadtrip Atlantikküste Spanien, Portugal, Frankreich
Weiter mit nächstem Artikel: