Der Ratgeber für die erfolgreiche Reisefotografie
Teil 2: Bildgestaltung – das Bild entsteht im Kopf
Im zweiten Teil unseres Reisefotografie-Tutorials wollen wir dich etwas weniger mit Technik konfrontieren. Hier steht das Bild im Vordergrund, und gute Bilder entstehen zuallererst im Kopf des Fotografen, also in deinem.
Zu der uralten Bemerkung: „du hast ’ne teure Kamera, die macht bestimmt gute Bilder“ fällt mir noch folgende Story ein: Ein Fotograf kauft sich eine neue Kamera, geht raus und stellt sie aufs Stativ. „Auf jetzt, mach ein Foto, los jetzt, mach schon!“ Nicht passiert. Enttäuscht bringt er die Kamera zurück. „Von wegen, Sie haben behauptet, die Kamera macht gute Bilder.“

Gegenlicht am frühen Morgen. Die Sonnenstrahlen sind gut im Morgendunst zu erkennen, die grelle Sonne wir durch das Geäst gedämpft. Die Stimmung ist freundlich, der Weg führt direkt ins Licht, geleitet durch die zusammenlaufenden Diagonalen.
Die entscheidenden Schritte zum guten Bild:
- Schau dich aufmerksam um.
- Achte auf Details und auf das Spiel des Lichts.
- Was weckt dein Interesse, und was empfindest duals aufnahmewürdig?
- Welche Szenen berühren dich persönlich und wecken Emotionen?
- Was findest dulustig, traurig, schockierend, interessant oder stimmungsvoll?
Hast du ein lohnendes Motiv ausgemacht, überlege im zweiten Schritt, wie du es bildwirksam und motivgerecht fotografieren kannst.
Motive entdecken und das Entdeckte gestalten, das ist der kreative Prozess. Die Foto-Industrie beglückt uns mit immer ausgefeilteren Methoden zur automatischen Motivanalyse und Bildgestaltung. Aber keine noch so fortschrittliche Kamera nimmt dir das Denken und Fühlen ab. Die Kamera ist und bleibt ein Werkzeug, welches dich bei der Umsetzung deiner Kreativität unterstützt.
In diesem zweiten Kapitel ist es unser Ziel, dir grundsätzliche Tipps zur Bildgestaltung mitzugeben. Damit bist du in der Lage, die häufigsten Gestaltungsfehler vermeiden zu können. Das wird deine Ausbeute an ansprechenden Fotos steigern.
Für diesen Ratgeber haben wir uns an den vielen Begegnungen mit anderen Reisenden orientiert, denen wir fotografisch mit Rat und Tat zur Seite stehen konnten.

Regenwetter, Castle Kilchum. Bei Nieselregen schattenfrei aufgenommen wirkt die Ruine wie ein Gemälde.
1. Gestaltung mit Licht
Das Entscheidende in der Fotografie, das Medium, mit dem wir arbeiten, ist das Licht. Übersetzt aus dem griechischen „photos“ = Licht und „graphein“ = malen/schreiben, bedeutet Fotografie wortwörtlich: „Malen mit Licht.“
Du hast etliche Möglichkeiten, das Licht für deine Zwecke einzusetzen. Die Wahl der Tageszeit, bei welchem Wetter du fotografierst, und aus welcher Richtung das Licht auf dein Motiv treffen soll. Ob duzusätzliches Blitzlicht einsetzt, und das vielleicht noch mit bunten Folien versiehst, liegt in deiner Hand. Das Spiel mit dem Licht und den Farben hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bildwirkung.

Wenn das Licht tagsüber langweilig war, gehe am Abend nochmal raus. Im Dunkeln bieten sich oft interessante Stimmungen. Speziell am Wasser, oder wenn sich Lichter in regennassen Oberflächen spiegeln.
1.1 Sonne im Rücken
Mit der Sonne im Rücken wirkt die vor dir liegende Szenerie sehr farbig und ist fast schattenfrei. Im Gegenzug flacht die Perspektive, die Tiefenwirkung, stark ab. Die Landschaft hat keine Tiefe, Gesichter zeigen wenig Konturen. Dieses Rückenlicht ist interessant, wenn es in erster Linie auf die Farbe und Buntheit des Motivs ankommt, und weniger auf die Form, Gestalt oder Tiefenstaffelung.

Sonne im Rücken. Bei Aufnahmen mit Regenbogen ist das zwangsläufig der Fall. Der steht immer gegenüber von der Sonne.
1.2 Seitenlicht
Lichteinfall von der Seite modelliert Ecken, Kanten und Wölbungen, und bringt einen dreidimensionalen Eindruck ins Bild. Die Struktur der Oberflächen tritt deutlich hervor: glatt, rau, samtig, wellig usw. Die Fotos gewinnen an Plastizität und erscheinen am ehesten so, wie du es mit deinen zwei Augen wahrnimmst.
Die Schatten haben bei grellem Licht leider die Tendenz, abzusaufen. Das ist bei Gebäudeaufnahmen nicht wirklich tragisch, hier wirst du besser versuchen, die Schatten bildgestalterisch wirksam anzuorden. Es stört aber bei Porträts und Nahaufnahmen. Für deren harmonische Ausleuchtung an sonnigen Tagen schaltet einfach den Kamerablitz zur Aufhellung der Schattenpartien ein.

Seitenlicht, Linienführung, Vordergrundstaffelung. Das schräg einfallende Licht des späten Nachmittags zeigt plastisch Leuchtturm, Steine und Sand.
Stelle dabei die Blitzbelichtungskorrektur deiner Kamera auf -1 bis -2 Stufen, damit der Blitz nicht mit maximaler Leistung das Motiv „totblitzt.“ Der Blitz soll nur die Details in den Schatten sichtbar machen, der Schatten an sich soll nicht weggeblitzt werden.

Wollgras im Seitenlicht

Wollgras im Gegenlicht
1.3 Gegenlicht
Das Gegenlicht ist die am schwierigsten zu bändigende Lichtsituation, also Finger weg davon! Diesen Tipp hören wir nur allzu oft. Der gilt aber absolut nicht! Das Gegenteil ist der Fall.
Mit Gegenlicht bringst du eindruckvolle Ergebnisse zustande. Die Bilder sind lichtdurchflutet, teils transparent, Gegenstände und Menschen werden von Lichtsäumen eingerahmt, filigrane Strukturen wie Haare leuchten auf. Auch hier hilft euch der Aufhellblitz dabei, die Schattenpartien aufzuhellen.
Wir geben zu, viele Gegenlicht-Aufnahmen werden in die Hose gehen, farblos oder düster wirken. Das heißt für dich, mit dem Gegenlicht experimentieren und auf Detailansichten zu achten. Mit der Zeit entwickelst du ein Gespür dafür, was geht und was nicht.
Zur Beruhigung sei noch erwähnt: Viele unspektakulär wirkende Gegenlichtaufnahmen kannst du mit der RAW-Format-Entwicklung gewaltig verbessern. Du optimierst Helligkeit und Kontrast, und holst die Details aus dem Bild heraus. Dein Ziel ist es, das Bild so zu bearbeiten, dass es deinen erlebten Eindruck wiedergibt.

Gegenlicht bei Sonnenuntergang. Nur die Silhouetten der Personen sind erkennbar. Was vollkommen ausreicht.

Ohne direktes Sonnenlicht wirken Wellen unf Felsen matt, farblos und ohne Tiefe.

Gegenlicht, Nachmittagssonne von schräg hinten auf den gleichen Strand. Die Wellenkämme leuchten auf, das Licht dringt durch die Welle, sie leuchtet grün auf, und die Felsen staffeln sich perspektivisch durch die helle Gischt der Brandung.
2. Die Qualität des Lichts
hängt im Freien von der Tageszeit und von den Wetterbedingungen ab.
2.1 Mittagssonne ist hart und kalt
Die Schatten sind in der Mittagszeit kurz und scharf abgegrenzt. Das ist für Personen und Landschaften nicht wirklich vorteilhaft. Wenn du Gebäude fotografierst oder die Schatten selbst als Hauptmotiv im Bild haben willst, dann bietet dir dieses harte Licht interessante Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn dieses unbarmherzige Licht auf kalte, kantige Architektur trifft, verstärkt das die Bildwirkung ungemein. In dem Fall ergänzen und verstärken sich die Eigenschaften von Motiv und Licht.

Der Hafen liegt zwar in der Mittagssonne, aber die aufziehenden dunklen Regenwolken verleihen dem Bild eine farbintensive und dramatische Wirkung.
2.2 Schräg einfallendes Nachmittagslicht
Die gleiche Wirkung hat auch das gelbliche Licht des frühen Morgens.
Je weiter sich die Sonne dem Horizont nähert, desto länger werden die Schatten, desto ausgeprägter wird der Seitenlichtcharakter. Die Lichtqualität wird stetig weicher, die Schatten sanfter, und mehr Details treten darin zum Vorschein.
Die Lichtfarbe schwenkt langsam mehr und mehr ins rötliche. Motive, die mittags langweilig und harsch wirkten, zeigen sich plötzlich von einer anderen, oft magisch romantischen Seite.

Das schräg einfallende Abendlicht lässt die Brandungsgischt aufleuchten.

Frühmorgens herrschen prinzipiell die gleichen Lichtbedingungen wie nachmittags, das Licht ist aber mehr gelblich anstatt rötlich.
2.3 Sonnenuntergang
Sonnenuntergänge sind völlig totfotografierte Motive. Trotzdem übt der rote Feuerball eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus.
Um etwas andere Bilder, als die immer gleichen roten Sonnenkreise aufzunehmen, probiere, mit der Telebrennweite den Himmel direkt neben der Sonne zu fotografieren, ohne Sonne im Bild. Oder drehe dich komplett von der Sonne weg und schaue nach, wie es in der Gegenrichtung aussieht.
Beobachte den Himmel weiter, wenn die Sonne schon lange hinter dem Horizont verschwunden ist. Achte dabei auf das Spiel der Farben. Das ist besonders interessant, wenn hohe Bewölkung vorhanden ist.
Wenn du den Sonnenball aufnehmen willst, versuche Menschen, Bäume, Gebäude und andere Dinge als Silhouette gegen die Sonne oder Abendhimmel aufzunehmen. Das wirkt hervorragend, erfordert aber etwas Vorausplanung und Lauferei bei der Suche nach einem geeigneten Standpunkt.

Sonnenuntergang, erhöhter Standpunkt. Die Sonne muss nicht immer im Bild sein. Das Bild ist auch so eindeutig als Sonnenuntergang zu erkennen.
2.4 Bedeckter Himmel
Heraufziehende Unwetter mit dunklen Wolken sind ein fabelhaftes Motiv. Es wirkt noch dramatischer, wenn die Sonne die Landschaft in Licht badet. Deshalb halte unbedingt die Kamera schussbereit, wenn dunkle Wolken im Anmarsch sind.
In solchen Situationen musst du aufmerksam sein, denn die Stimmung kann sich minütlich ändern, oder die Sonne bricht plötzlich durch. Ein stimmungsvolles Foto zu schießen birgt natürlich die Gefahr, in den aufziehenden Regenguss zu geraten. Da macht es Sinn, die wasserfeste Kameratasche oder wenigsten eine Plastiktüte dabeizuhaben
Was aber, wenn der Himmel über Tage hinweg in seinem langweiligen Einheitsgrau auftritt? Keine Schatten, keine kräftigen Farben, was kannst du da tun?
Halte Ausschau nach Details, die du formatfüllend fotografieren kannst. Den Himmelsanteil lässt du dabei weg, oder hältst ihn möglichst klein (wie auf dem Bild weiter vorne mit der Burgruine). Auch Menschen lassen sich jetzt gut portraitieren, weil keine harten Schatten die Gesichtszüge stören. Der graue Himmel übernimmt dabei die Funktion eines gigantischen Lichtzeltes.

Morgennebel im Gegenlicht. Wie Regen malerische Szenen erzeugt, haben wir an der Burgruine gesehen. Auch Nebel eignet sich hervorragend für außergewöhnliche Bilder. Im Gegenlicht kommt die Tiefe, der räumliche Eindruck, gut zur Geltung.
3. Die Bildkomposition
oder wie setze ich meine Motive wirksam ins Bild.
3.1 Ran ans Motiv
Die klassische Faustregel Nummer 1 heißt: RANGEHEN. Der häufigste Anfängerfehler ist der zu große Abstand zum Hauptmotiv. So kommen zwar viele verschiedene Details aufs Bild, leider verschwindet der bildwichtigste Teil in der Masse der Eindrücke. Das eigentliche Motiv ist viel zu winzig abgebildet und kommt nicht zum Tragen
Bevor du den Auslöser betätigst, schaue noch einmal genau auf/in den Sucher deiner Kamera, und achte auf die Bildränder, damit nichts Unnötiges mit aufs Foto kommt. Du kannst ja einfach dichter rangehen, zu Fuß oder mit dem Zoomobjektiv.
Im Extrem kannst du deinem Motiv so eng auf die Pelle rücken, dass du es über den Bildrand hinausragen lässt und es anschneidest. Probier das mal aus und beobachte, wie das Anschneiden die Bildwirkung verändert und den Fokus aufs Motiv intensiviert.

Die wilden Ponies auf den Shetland Inseln wirken im Vorderlicht ganz putzig. Ein harmonisches Kalendermotiv.

Nahe dran. Hier haben wir dem Pony buchstäblich die Kamera an die Nüstern gehalten. Die Wirkung ist viel intensiver, die Gesichtsausdruck des Polys kommt wunderbar rüber.
3.2 Das Motiv nicht immer ins Bildzentrum setzen
Es sind olle Kamellen, dies zu erwähnen, aber auf den meisten Fotos sitzt das Hauptmotiv immer noch schön im Bildzentrum. Über den Köpfen der Menschen ist noch Platz, dafür sind die Füße der Personen abgeschnitten. In Landschaftsaufnahmen verläuft der Horizont absolut mittig.
Du musst ja nicht stur der Drittel-Regel folgen, ein Drittel Himmel – zwei Drittel Landschaft, oder umgekehrt, zwei Drittel Himmel – ein Drittel Landschaft.
Setze bewusst den Horizont radikal Richtung unteren oder oberen Bildrand. Damit betonst du im ersten Fall die Weite des Himmels, und im zweiten Fall die Tiefe und den Detailreichtum der Landschaft.

Der Leuchtturm sitzt fast versteckt oben in der Ecke. Der flechtenbedeckte Granit und der Herbstwald verraten viel über den etwas ungewöhnlicheren Standort dieses Turms. Er steht auf einem bewaldeten Granithügel.
Personen, die am Bildrand angeordnet sind, lassen mehr Raum für ihr Umfeld, was du für zusätzliche Bildaussagen nutzen kannst. Z.B. eine Marktfrau mit ihren Auslagen, oder ein Landwirt vor seinem Acker.
3.3 Vordergrund – Mittelgrund – Hintergrund
Das ist die klassische Gestaltungsregel aus der Landschaftsfotografie. Ein markantes Vordergrundmotiv bringt nicht nur Tiefe ins Bild, sondern verdeutlicht auch die Größen- und Entfernungsverhältnisse.
Wenn du beispielsweise die Küste vom Boot aus fotografiert, wirkt sie gewöhnlich wie ein langweiliger Strich zwischen blauem Meer und blauem Himmel. Nimm die Schiffsaufbauten, den Bootsbug oder die Reling als Vordergrund mit ins Bild, das schafft erst den Entfernungseindruck und setzt die Größenverhältnisse in Relation.
Vordergrund muss nicht immer der Boden sein, nur weil er Grund heißt. Auch Äste, Gebäudeteile, Denkmäler, allgemein Gegenstände, die von oben oder von der Seite ins Bild ragen, erfüllen diesen Zweck. Das gibt dem Bild Tiefe und umrahmt dein Motiv.

Die Felsen im Vordergrund erzählen von der Wildheit der Küste am Phare de Créac’h auf Ouessant.
3.4 Die Aufnahmehöhe variieren:
Von der Frosch- bis zur Vogelperspektive.
Bei Bildern aus Augenhöhe solltest du immer beachten, dass du dich auf Augenhöhe des Motivs befindest. Fotografierst du Kinder oder Tiere von oben herab, wirken die mickrig, klein und disproportioniert.
Also auf die Knie mit dir und runter mit der Kamera! Trete dem Motiv Auge in Auge entgegen. Für diese Fälle ist eine Kamera mit schwenkbarem Display eine wertvolle Hilfe. Aber bitte bei Nahaufnahmen von knurrenden Kampfhunden oder fellsträubenden Katzen auf die eigene Sicherheit achten.
Die Froschperspektive schafft in Verbindung mit der Weitwinkelbrennweite eine dramatische Übersteigerung des Vordergrundes. Tiere, Pflanzen, Gegenstände, Personen, Nasen und Schnauzen wirken riesenhaft, oft schon bedrohlich. Mittel- und Hintergrund verschwinden dabei in relativer Bedeutungslosigkeit. Der Horizont liegt bei der Froschperspektive meist am unteren Bildrand.

Die Froschperspektive stellt die Felsnadeln gegen den Himmel frei. Der Kiesstrand im Vordergrund erzeugt die Bildtiefe.
Bei Landschaften ist die Vogelperspektive, das Fotografieren von einem erhöhter Standpunkt aus, oft von Vorteil. Der Standpunkt kann ein Hügel, eine Mauer, ein Gebäude oder ein Beobachtungsturm sein. Durch die Vogelperspektive breitet sich die Landschaft buchstäblich wie ein Teppich vor dir aus, und präsentiert sich in ihrer Vielfalt und ihrem Detailreichtum. Die Horizontlinie orientiert sich am oberen Bildrand.

Das gleiche Motiv aus der Vogelperspektive zeigt die Tiefenstaffelung. Das Auge wandert für die Details im Bild von Fels zu Fels.
3.5 Horizontlage und Linienführung
Ein tiefeliegender Horizont betont die Offenheit einer Landschaft und die Weite des Himmels. Laufen dann noch perspektivische Linien Richtung Horizont, zum Beispiel eine ins Bild hineinführende Straße oder Sonnenstrahlen, wird das Auge förmlich in das Bild hineingezogen.

Der tiefliegende Horizont lässt den Leuchtturm hoch in den Himmel ragen und verschafft der Landschaft Weite.
Legst du dagegen den Horizont näher an den oberen Bildrand, wirkt die Landschaft in sich geschlossener und weniger weitläufig. Der Blick weilt länger auf den Einzelheiten im Bild, das Auge wandert von Detail zu Detail.
Du kannst auch den Blick des Beobachters bewusst steuern. Fließt ein Bach oder windet sich ein Zaun schräg durch das Foto, folgt das Auge automatisch dieser Diagonale. Das kannst du gezielt ausnutzen, um den Blick des Betrachters auf das dir wichtige Bildobjekt zu lenken. Diagonalen bringen auch mehr Dynamik in deine Bilder. Aber tu mir bitte den Gefallen, und fangt nicht mit der Unsitte an, den Horizont dauernd schief zu setzen. Das vertragen nur Motive, die für sich allein schon dynamisch wirken.

Vordergrund, Linienführung. Die grünen Algenbecken bilden eine Zickzacklinie, die den Blick auf den Leuchtturm lenkt. Auch hier stellt der tiefe Standpunkt das Gebäude frei und lässt den Turm hoch aufragen.
Diagonalen müssen nicht zwangsläufig aus durchgezogenen Linien bestehen. Steine, Sträucher oder sonstige Gegenstände können in ihrer Anordnung eine imaginäre Linie bilden. Weil das menschliche Gehirn permanent bestrebt ist, Dingen einen Zusammenhalt, eine Form zu geben, schafft es sich in Gedanken diese Linie selber.

Linienführung, Abendlicht. Hier führen alle Diagonalen zum zentralen Felsen, der den Blick des Betrachters stoppt und festhält.
3.6 Hochformat oder Querformat
Die Faustregel, dass hochragende Gegenstände im Hochformat und breite Motive im Querformat aufgenommen werden sollen, musst du nicht allzu bierernst nehmen.
Klar kommt das Format dem jeweiligen Motiv entgegen, so werden klassische Porträts fast ausschließlich im Hochformat präsentiert. Wenn duaber Türme, einzelne Bäume und ähnlich aufstrebende Objekte im Querformat ablichtest, hast du weutere Möglichkeiten, das Objekt in seiner Umgebung zu zeigen. Wir machen das zum Beispiel mit unseren Leuchtturmkalendern im Querformat.
Und wenn du aus deinem Fundus von Reiseerinnerungen eine eigene Diashow zusammenstellst, bleibst du der Einfachkeit und Kontinuität halber konsequent beim Querformat.

Sonnenuntergang, Froschperspektive. Eigentlich ein Hochformatmotiv, aber das Querformat zeigt mehr von der Umgebung.
3.7 Fotografieren während der Fahrt
Auf deinen Reisen fotografierst du bestimmt hin und wieder aus dem Auto heraus. Dass dafür die Scheiben gut geputzt sein sollten, ist selbstverständlich. Und beachte ebenfalls, dass viele Seitenscheiben farbig getönt sind. Das wird der automatische Weißabgleich der Kamera nicht immer komplett kompensieren. Wenn es gefahrlos möglich ist, mach langsamer, und kurbele die Seitenscheiben herunter. Bei geringer Geschwindigkeit verwischt der Vordergrund, sprich Straßenrand weit weniger.

Diese Fahrt durch ein Waldstück ist aus der Hand mit 1/8 Sekunde aufgenommen. Hier ist zwar nichts richtig scharf, dafür entsteht der Eindruck von hoher Geschwindigkeit.

Straßenmotive sollten auf keiner Reise fehlen. Wege, die ins Bild führen, haben viel Symbolkraft.
Fotografierst du durch die Windschutzscheibe, spiegelt sich darin oft das Armaturenbrett. Diese Spiegelbilder sind besonders heftig, wenn die Sonne von vorne ins Auto scheint. Abhilfe schaffst du, wenn du unterhalb der Kamera ein mattschwarzes Tuch aufs Armaturenbrett legst und gleichzeitig das Objektiv sehr dicht an die Windschutzscheibe hältst. Pass aber auf, dass du die Kamera nicht an die Scheibe drückst. Die Vibrationen vom fahrenden Auto übertragen sich schnell auf die Kamera, und die Aufnahmen könnten unscharf werden.

In der Nacht bringen die Lichter vorbeifahrender Autos interessante Akzente ins Bild.
4. Zusammenfassend raten wir:
Trau dich und experimentiere ohne Hemmungen mit deinen Motiven!
Überlege gut, was genau dein Interesse gefesselt hat, und halte das in verschiedenen Einstellungen fest.
Fotoregeln sind keine ehernen Gesetze, Ausnahmen bestätigen, wie gewohnt, die Regel. Du solltest aber die Regeln kennen, damit du gezielt und bildwirksam dagegen verstoßen kannst.

Gegenlicht, Nahaufnahme. Das Licht von hinten dringt durch die filigranen Muschelwände und bringt die zarten Farben zum Leuchten. Nichts lenkt vom Motiv ab.
Im dritten Teil gehen wir auf die gestalterischen und technischen Möglichkeiten ein, die uns die Kameratechnik bietet. Der bewusste Einsatz von Zeit und Blende, das Gestalten mit verschiedenen Brennweiten und die Wirkung der verschiedenen Kameraeinstellungen. Auch die nützlichsten Filtertypen werden wir besprechen.
Das Reisefotografie Tutorial
Wir suchen den Titel für unser Nordlichtbuch
Unser erstes EBook ist fertig. Bis auf das Cover. Wir richten gerade den Shop auf unserem Blog ein, was seit 2015 nicht einfacher wurde. Steuerlich ist das wegen des neuen Umsatzsteuergesetzes eine Herausforderung. Bis dahin kannst Du uns bei der Wahl des Covers helfen. Welches gefällt Dir am besten?
Zur besseren Darstellung einfach aufs Foto klicken!
Was ist so speziell an unserem Buch? Warum haben wir es geschrieben?
Unser erstes Buch ist eine Inspiration und Ermutigung für alle, die davon träumen, einmal im Leben live Nordlichter zu sehen und zu fotografieren. Wir zeigen, dass es kein Problem ist, mit relativ kleinem Geldbeutel zum Nordlicht zu reisen. Wir erklären, wie du deine eigenen Nordlichtfotos in ansprechender Qualität machen kannst. Wer nicht selbst in der Arktis herumfahren und frieren möchte, kann in unseren Erlebnisbericht »Im Winter auf Nordlichtjagd in Skandinavien« und in die zahlreichen großformatigen Fotos eintauchen, und diese Reise daheim am Kamin genießen.
Wir bemühen uns, das Buch in den nächsten Tagen hier im Blog anzubieten.
Bildgestaltung – das Bild entsteht im Kopf
Der Ratgeber für die erfolgreiche Reisefotografie
Teil 2: Bildgestaltung – das Bild entsteht im Kopf
Im zweiten Teil unseres Reisefotografie-Tutorials wollen wir dich etwas weniger mit Technik konfrontieren. Hier steht das Bild im Vordergrund, und gute Bilder entstehen zuallererst im Kopf des Fotografen, also in deinem.
Zu der uralten Bemerkung: „du hast ’ne teure Kamera, die macht bestimmt gute Bilder“ fällt mir noch folgende Story ein: Ein Fotograf kauft sich eine neue Kamera, geht raus und stellt sie aufs Stativ. „Auf jetzt, mach ein Foto, los jetzt, mach schon!“ Nicht passiert. Enttäuscht bringt er die Kamera zurück. „Von wegen, Sie haben behauptet, die Kamera macht gute Bilder.“
Gegenlicht am frühen Morgen. Die Sonnenstrahlen sind gut im Morgendunst zu erkennen, die grelle Sonne wir durch das Geäst gedämpft. Die Stimmung ist freundlich, der Weg führt direkt ins Licht, geleitet durch die zusammenlaufenden Diagonalen.
Die entscheidenden Schritte zum guten Bild:
Hast du ein lohnendes Motiv ausgemacht, überlege im zweiten Schritt, wie du es bildwirksam und motivgerecht fotografieren kannst.
Motive entdecken und das Entdeckte gestalten, das ist der kreative Prozess. Die Foto-Industrie beglückt uns mit immer ausgefeilteren Methoden zur automatischen Motivanalyse und Bildgestaltung. Aber keine noch so fortschrittliche Kamera nimmt dir das Denken und Fühlen ab. Die Kamera ist und bleibt ein Werkzeug, welches dich bei der Umsetzung deiner Kreativität unterstützt.
In diesem zweiten Kapitel ist es unser Ziel, dir grundsätzliche Tipps zur Bildgestaltung mitzugeben. Damit bist du in der Lage, die häufigsten Gestaltungsfehler vermeiden zu können. Das wird deine Ausbeute an ansprechenden Fotos steigern.
Für diesen Ratgeber haben wir uns an den vielen Begegnungen mit anderen Reisenden orientiert, denen wir fotografisch mit Rat und Tat zur Seite stehen konnten.
Regenwetter, Castle Kilchum. Bei Nieselregen schattenfrei aufgenommen wirkt die Ruine wie ein Gemälde.
1. Gestaltung mit Licht
Das Entscheidende in der Fotografie, das Medium, mit dem wir arbeiten, ist das Licht. Übersetzt aus dem griechischen „photos“ = Licht und „graphein“ = malen/schreiben, bedeutet Fotografie wortwörtlich: „Malen mit Licht.“
Du hast etliche Möglichkeiten, das Licht für deine Zwecke einzusetzen. Die Wahl der Tageszeit, bei welchem Wetter du fotografierst, und aus welcher Richtung das Licht auf dein Motiv treffen soll. Ob duzusätzliches Blitzlicht einsetzt, und das vielleicht noch mit bunten Folien versiehst, liegt in deiner Hand. Das Spiel mit dem Licht und den Farben hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bildwirkung.
Wenn das Licht tagsüber langweilig war, gehe am Abend nochmal raus. Im Dunkeln bieten sich oft interessante Stimmungen. Speziell am Wasser, oder wenn sich Lichter in regennassen Oberflächen spiegeln.
1.1 Sonne im Rücken
Mit der Sonne im Rücken wirkt die vor dir liegende Szenerie sehr farbig und ist fast schattenfrei. Im Gegenzug flacht die Perspektive, die Tiefenwirkung, stark ab. Die Landschaft hat keine Tiefe, Gesichter zeigen wenig Konturen. Dieses Rückenlicht ist interessant, wenn es in erster Linie auf die Farbe und Buntheit des Motivs ankommt, und weniger auf die Form, Gestalt oder Tiefenstaffelung.
Sonne im Rücken. Bei Aufnahmen mit Regenbogen ist das zwangsläufig der Fall. Der steht immer gegenüber von der Sonne.
1.2 Seitenlicht
Lichteinfall von der Seite modelliert Ecken, Kanten und Wölbungen, und bringt einen dreidimensionalen Eindruck ins Bild. Die Struktur der Oberflächen tritt deutlich hervor: glatt, rau, samtig, wellig usw. Die Fotos gewinnen an Plastizität und erscheinen am ehesten so, wie du es mit deinen zwei Augen wahrnimmst.
Die Schatten haben bei grellem Licht leider die Tendenz, abzusaufen. Das ist bei Gebäudeaufnahmen nicht wirklich tragisch, hier wirst du besser versuchen, die Schatten bildgestalterisch wirksam anzuorden. Es stört aber bei Porträts und Nahaufnahmen. Für deren harmonische Ausleuchtung an sonnigen Tagen schaltet einfach den Kamerablitz zur Aufhellung der Schattenpartien ein.
Seitenlicht, Linienführung, Vordergrundstaffelung. Das schräg einfallende Licht des späten Nachmittags zeigt plastisch Leuchtturm, Steine und Sand.
Stelle dabei die Blitzbelichtungskorrektur deiner Kamera auf -1 bis -2 Stufen, damit der Blitz nicht mit maximaler Leistung das Motiv „totblitzt.“ Der Blitz soll nur die Details in den Schatten sichtbar machen, der Schatten an sich soll nicht weggeblitzt werden.
Wollgras im Seitenlicht
Wollgras im Gegenlicht
1.3 Gegenlicht
Das Gegenlicht ist die am schwierigsten zu bändigende Lichtsituation, also Finger weg davon! Diesen Tipp hören wir nur allzu oft. Der gilt aber absolut nicht! Das Gegenteil ist der Fall.
Mit Gegenlicht bringst du eindruckvolle Ergebnisse zustande. Die Bilder sind lichtdurchflutet, teils transparent, Gegenstände und Menschen werden von Lichtsäumen eingerahmt, filigrane Strukturen wie Haare leuchten auf. Auch hier hilft euch der Aufhellblitz dabei, die Schattenpartien aufzuhellen.
Wir geben zu, viele Gegenlicht-Aufnahmen werden in die Hose gehen, farblos oder düster wirken. Das heißt für dich, mit dem Gegenlicht experimentieren und auf Detailansichten zu achten. Mit der Zeit entwickelst du ein Gespür dafür, was geht und was nicht.
Zur Beruhigung sei noch erwähnt: Viele unspektakulär wirkende Gegenlichtaufnahmen kannst du mit der RAW-Format-Entwicklung gewaltig verbessern. Du optimierst Helligkeit und Kontrast, und holst die Details aus dem Bild heraus. Dein Ziel ist es, das Bild so zu bearbeiten, dass es deinen erlebten Eindruck wiedergibt.
Gegenlicht bei Sonnenuntergang. Nur die Silhouetten der Personen sind erkennbar. Was vollkommen ausreicht.
Ohne direktes Sonnenlicht wirken Wellen unf Felsen matt, farblos und ohne Tiefe.
Gegenlicht, Nachmittagssonne von schräg hinten auf den gleichen Strand. Die Wellenkämme leuchten auf, das Licht dringt durch die Welle, sie leuchtet grün auf, und die Felsen staffeln sich perspektivisch durch die helle Gischt der Brandung.
2. Die Qualität des Lichts
hängt im Freien von der Tageszeit und von den Wetterbedingungen ab.
2.1 Mittagssonne ist hart und kalt
Die Schatten sind in der Mittagszeit kurz und scharf abgegrenzt. Das ist für Personen und Landschaften nicht wirklich vorteilhaft. Wenn du Gebäude fotografierst oder die Schatten selbst als Hauptmotiv im Bild haben willst, dann bietet dir dieses harte Licht interessante Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn dieses unbarmherzige Licht auf kalte, kantige Architektur trifft, verstärkt das die Bildwirkung ungemein. In dem Fall ergänzen und verstärken sich die Eigenschaften von Motiv und Licht.
Der Hafen liegt zwar in der Mittagssonne, aber die aufziehenden dunklen Regenwolken verleihen dem Bild eine farbintensive und dramatische Wirkung.
2.2 Schräg einfallendes Nachmittagslicht
Die gleiche Wirkung hat auch das gelbliche Licht des frühen Morgens.
Je weiter sich die Sonne dem Horizont nähert, desto länger werden die Schatten, desto ausgeprägter wird der Seitenlichtcharakter. Die Lichtqualität wird stetig weicher, die Schatten sanfter, und mehr Details treten darin zum Vorschein.
Die Lichtfarbe schwenkt langsam mehr und mehr ins rötliche. Motive, die mittags langweilig und harsch wirkten, zeigen sich plötzlich von einer anderen, oft magisch romantischen Seite.
Das schräg einfallende Abendlicht lässt die Brandungsgischt aufleuchten.
Frühmorgens herrschen prinzipiell die gleichen Lichtbedingungen wie nachmittags, das Licht ist aber mehr gelblich anstatt rötlich.
2.3 Sonnenuntergang
Sonnenuntergänge sind völlig totfotografierte Motive. Trotzdem übt der rote Feuerball eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus.
Um etwas andere Bilder, als die immer gleichen roten Sonnenkreise aufzunehmen, probiere, mit der Telebrennweite den Himmel direkt neben der Sonne zu fotografieren, ohne Sonne im Bild. Oder drehe dich komplett von der Sonne weg und schaue nach, wie es in der Gegenrichtung aussieht.
Beobachte den Himmel weiter, wenn die Sonne schon lange hinter dem Horizont verschwunden ist. Achte dabei auf das Spiel der Farben. Das ist besonders interessant, wenn hohe Bewölkung vorhanden ist.
Wenn du den Sonnenball aufnehmen willst, versuche Menschen, Bäume, Gebäude und andere Dinge als Silhouette gegen die Sonne oder Abendhimmel aufzunehmen. Das wirkt hervorragend, erfordert aber etwas Vorausplanung und Lauferei bei der Suche nach einem geeigneten Standpunkt.
Sonnenuntergang, erhöhter Standpunkt. Die Sonne muss nicht immer im Bild sein. Das Bild ist auch so eindeutig als Sonnenuntergang zu erkennen.
2.4 Bedeckter Himmel
Heraufziehende Unwetter mit dunklen Wolken sind ein fabelhaftes Motiv. Es wirkt noch dramatischer, wenn die Sonne die Landschaft in Licht badet. Deshalb halte unbedingt die Kamera schussbereit, wenn dunkle Wolken im Anmarsch sind.
In solchen Situationen musst du aufmerksam sein, denn die Stimmung kann sich minütlich ändern, oder die Sonne bricht plötzlich durch. Ein stimmungsvolles Foto zu schießen birgt natürlich die Gefahr, in den aufziehenden Regenguss zu geraten. Da macht es Sinn, die wasserfeste Kameratasche oder wenigsten eine Plastiktüte dabeizuhaben
Was aber, wenn der Himmel über Tage hinweg in seinem langweiligen Einheitsgrau auftritt? Keine Schatten, keine kräftigen Farben, was kannst du da tun?
Halte Ausschau nach Details, die du formatfüllend fotografieren kannst. Den Himmelsanteil lässt du dabei weg, oder hältst ihn möglichst klein (wie auf dem Bild weiter vorne mit der Burgruine). Auch Menschen lassen sich jetzt gut portraitieren, weil keine harten Schatten die Gesichtszüge stören. Der graue Himmel übernimmt dabei die Funktion eines gigantischen Lichtzeltes.
Morgennebel im Gegenlicht. Wie Regen malerische Szenen erzeugt, haben wir an der Burgruine gesehen. Auch Nebel eignet sich hervorragend für außergewöhnliche Bilder. Im Gegenlicht kommt die Tiefe, der räumliche Eindruck, gut zur Geltung.
3. Die Bildkomposition
oder wie setze ich meine Motive wirksam ins Bild.
3.1 Ran ans Motiv
Die klassische Faustregel Nummer 1 heißt: RANGEHEN. Der häufigste Anfängerfehler ist der zu große Abstand zum Hauptmotiv. So kommen zwar viele verschiedene Details aufs Bild, leider verschwindet der bildwichtigste Teil in der Masse der Eindrücke. Das eigentliche Motiv ist viel zu winzig abgebildet und kommt nicht zum Tragen
Bevor du den Auslöser betätigst, schaue noch einmal genau auf/in den Sucher deiner Kamera, und achte auf die Bildränder, damit nichts Unnötiges mit aufs Foto kommt. Du kannst ja einfach dichter rangehen, zu Fuß oder mit dem Zoomobjektiv.
Im Extrem kannst du deinem Motiv so eng auf die Pelle rücken, dass du es über den Bildrand hinausragen lässt und es anschneidest. Probier das mal aus und beobachte, wie das Anschneiden die Bildwirkung verändert und den Fokus aufs Motiv intensiviert.
Die wilden Ponies auf den Shetland Inseln wirken im Vorderlicht ganz putzig. Ein harmonisches Kalendermotiv.
Nahe dran. Hier haben wir dem Pony buchstäblich die Kamera an die Nüstern gehalten. Die Wirkung ist viel intensiver, die Gesichtsausdruck des Polys kommt wunderbar rüber.
3.2 Das Motiv nicht immer ins Bildzentrum setzen
Es sind olle Kamellen, dies zu erwähnen, aber auf den meisten Fotos sitzt das Hauptmotiv immer noch schön im Bildzentrum. Über den Köpfen der Menschen ist noch Platz, dafür sind die Füße der Personen abgeschnitten. In Landschaftsaufnahmen verläuft der Horizont absolut mittig.
Du musst ja nicht stur der Drittel-Regel folgen, ein Drittel Himmel – zwei Drittel Landschaft, oder umgekehrt, zwei Drittel Himmel – ein Drittel Landschaft.
Setze bewusst den Horizont radikal Richtung unteren oder oberen Bildrand. Damit betonst du im ersten Fall die Weite des Himmels, und im zweiten Fall die Tiefe und den Detailreichtum der Landschaft.
Der Leuchtturm sitzt fast versteckt oben in der Ecke. Der flechtenbedeckte Granit und der Herbstwald verraten viel über den etwas ungewöhnlicheren Standort dieses Turms. Er steht auf einem bewaldeten Granithügel.
Personen, die am Bildrand angeordnet sind, lassen mehr Raum für ihr Umfeld, was du für zusätzliche Bildaussagen nutzen kannst. Z.B. eine Marktfrau mit ihren Auslagen, oder ein Landwirt vor seinem Acker.
3.3 Vordergrund – Mittelgrund – Hintergrund
Das ist die klassische Gestaltungsregel aus der Landschaftsfotografie. Ein markantes Vordergrundmotiv bringt nicht nur Tiefe ins Bild, sondern verdeutlicht auch die Größen- und Entfernungsverhältnisse.
Wenn du beispielsweise die Küste vom Boot aus fotografiert, wirkt sie gewöhnlich wie ein langweiliger Strich zwischen blauem Meer und blauem Himmel. Nimm die Schiffsaufbauten, den Bootsbug oder die Reling als Vordergrund mit ins Bild, das schafft erst den Entfernungseindruck und setzt die Größenverhältnisse in Relation.
Vordergrund muss nicht immer der Boden sein, nur weil er Grund heißt. Auch Äste, Gebäudeteile, Denkmäler, allgemein Gegenstände, die von oben oder von der Seite ins Bild ragen, erfüllen diesen Zweck. Das gibt dem Bild Tiefe und umrahmt dein Motiv.
Die Felsen im Vordergrund erzählen von der Wildheit der Küste am Phare de Créac’h auf Ouessant.
3.4 Die Aufnahmehöhe variieren:
Von der Frosch- bis zur Vogelperspektive.
Bei Bildern aus Augenhöhe solltest du immer beachten, dass du dich auf Augenhöhe des Motivs befindest. Fotografierst du Kinder oder Tiere von oben herab, wirken die mickrig, klein und disproportioniert.
Also auf die Knie mit dir und runter mit der Kamera! Trete dem Motiv Auge in Auge entgegen. Für diese Fälle ist eine Kamera mit schwenkbarem Display eine wertvolle Hilfe. Aber bitte bei Nahaufnahmen von knurrenden Kampfhunden oder fellsträubenden Katzen auf die eigene Sicherheit achten.
Die Froschperspektive schafft in Verbindung mit der Weitwinkelbrennweite eine dramatische Übersteigerung des Vordergrundes. Tiere, Pflanzen, Gegenstände, Personen, Nasen und Schnauzen wirken riesenhaft, oft schon bedrohlich. Mittel- und Hintergrund verschwinden dabei in relativer Bedeutungslosigkeit. Der Horizont liegt bei der Froschperspektive meist am unteren Bildrand.
Die Froschperspektive stellt die Felsnadeln gegen den Himmel frei. Der Kiesstrand im Vordergrund erzeugt die Bildtiefe.
Bei Landschaften ist die Vogelperspektive, das Fotografieren von einem erhöhter Standpunkt aus, oft von Vorteil. Der Standpunkt kann ein Hügel, eine Mauer, ein Gebäude oder ein Beobachtungsturm sein. Durch die Vogelperspektive breitet sich die Landschaft buchstäblich wie ein Teppich vor dir aus, und präsentiert sich in ihrer Vielfalt und ihrem Detailreichtum. Die Horizontlinie orientiert sich am oberen Bildrand.
Das gleiche Motiv aus der Vogelperspektive zeigt die Tiefenstaffelung. Das Auge wandert für die Details im Bild von Fels zu Fels.
3.5 Horizontlage und Linienführung
Ein tiefeliegender Horizont betont die Offenheit einer Landschaft und die Weite des Himmels. Laufen dann noch perspektivische Linien Richtung Horizont, zum Beispiel eine ins Bild hineinführende Straße oder Sonnenstrahlen, wird das Auge förmlich in das Bild hineingezogen.
Der tiefliegende Horizont lässt den Leuchtturm hoch in den Himmel ragen und verschafft der Landschaft Weite.
Legst du dagegen den Horizont näher an den oberen Bildrand, wirkt die Landschaft in sich geschlossener und weniger weitläufig. Der Blick weilt länger auf den Einzelheiten im Bild, das Auge wandert von Detail zu Detail.
Du kannst auch den Blick des Beobachters bewusst steuern. Fließt ein Bach oder windet sich ein Zaun schräg durch das Foto, folgt das Auge automatisch dieser Diagonale. Das kannst du gezielt ausnutzen, um den Blick des Betrachters auf das dir wichtige Bildobjekt zu lenken. Diagonalen bringen auch mehr Dynamik in deine Bilder. Aber tu mir bitte den Gefallen, und fangt nicht mit der Unsitte an, den Horizont dauernd schief zu setzen. Das vertragen nur Motive, die für sich allein schon dynamisch wirken.
Vordergrund, Linienführung. Die grünen Algenbecken bilden eine Zickzacklinie, die den Blick auf den Leuchtturm lenkt. Auch hier stellt der tiefe Standpunkt das Gebäude frei und lässt den Turm hoch aufragen.
Diagonalen müssen nicht zwangsläufig aus durchgezogenen Linien bestehen. Steine, Sträucher oder sonstige Gegenstände können in ihrer Anordnung eine imaginäre Linie bilden. Weil das menschliche Gehirn permanent bestrebt ist, Dingen einen Zusammenhalt, eine Form zu geben, schafft es sich in Gedanken diese Linie selber.
Linienführung, Abendlicht. Hier führen alle Diagonalen zum zentralen Felsen, der den Blick des Betrachters stoppt und festhält.
3.6 Hochformat oder Querformat
Die Faustregel, dass hochragende Gegenstände im Hochformat und breite Motive im Querformat aufgenommen werden sollen, musst du nicht allzu bierernst nehmen.
Klar kommt das Format dem jeweiligen Motiv entgegen, so werden klassische Porträts fast ausschließlich im Hochformat präsentiert. Wenn duaber Türme, einzelne Bäume und ähnlich aufstrebende Objekte im Querformat ablichtest, hast du weutere Möglichkeiten, das Objekt in seiner Umgebung zu zeigen. Wir machen das zum Beispiel mit unseren Leuchtturmkalendern im Querformat.
Und wenn du aus deinem Fundus von Reiseerinnerungen eine eigene Diashow zusammenstellst, bleibst du der Einfachkeit und Kontinuität halber konsequent beim Querformat.
Sonnenuntergang, Froschperspektive. Eigentlich ein Hochformatmotiv, aber das Querformat zeigt mehr von der Umgebung.
3.7 Fotografieren während der Fahrt
Auf deinen Reisen fotografierst du bestimmt hin und wieder aus dem Auto heraus. Dass dafür die Scheiben gut geputzt sein sollten, ist selbstverständlich. Und beachte ebenfalls, dass viele Seitenscheiben farbig getönt sind. Das wird der automatische Weißabgleich der Kamera nicht immer komplett kompensieren. Wenn es gefahrlos möglich ist, mach langsamer, und kurbele die Seitenscheiben herunter. Bei geringer Geschwindigkeit verwischt der Vordergrund, sprich Straßenrand weit weniger.
Diese Fahrt durch ein Waldstück ist aus der Hand mit 1/8 Sekunde aufgenommen. Hier ist zwar nichts richtig scharf, dafür entsteht der Eindruck von hoher Geschwindigkeit.
Straßenmotive sollten auf keiner Reise fehlen. Wege, die ins Bild führen, haben viel Symbolkraft.
Fotografierst du durch die Windschutzscheibe, spiegelt sich darin oft das Armaturenbrett. Diese Spiegelbilder sind besonders heftig, wenn die Sonne von vorne ins Auto scheint. Abhilfe schaffst du, wenn du unterhalb der Kamera ein mattschwarzes Tuch aufs Armaturenbrett legst und gleichzeitig das Objektiv sehr dicht an die Windschutzscheibe hältst. Pass aber auf, dass du die Kamera nicht an die Scheibe drückst. Die Vibrationen vom fahrenden Auto übertragen sich schnell auf die Kamera, und die Aufnahmen könnten unscharf werden.
In der Nacht bringen die Lichter vorbeifahrender Autos interessante Akzente ins Bild.
4. Zusammenfassend raten wir:
Trau dich und experimentiere ohne Hemmungen mit deinen Motiven!
Überlege gut, was genau dein Interesse gefesselt hat, und halte das in verschiedenen Einstellungen fest.
Fotoregeln sind keine ehernen Gesetze, Ausnahmen bestätigen, wie gewohnt, die Regel. Du solltest aber die Regeln kennen, damit du gezielt und bildwirksam dagegen verstoßen kannst.
Gegenlicht, Nahaufnahme. Das Licht von hinten dringt durch die filigranen Muschelwände und bringt die zarten Farben zum Leuchten. Nichts lenkt vom Motiv ab.
Im dritten Teil gehen wir auf die gestalterischen und technischen Möglichkeiten ein, die uns die Kameratechnik bietet. Der bewusste Einsatz von Zeit und Blende, das Gestalten mit verschiedenen Brennweiten und die Wirkung der verschiedenen Kameraeinstellungen. Auch die nützlichsten Filtertypen werden wir besprechen.
Das Reisefotografie Tutorial
Gastbeitrag: Polarlichtfotografie auf der Hurtigrute
Hunting the Light – Polarlicht-Fotografie für Anfänger/innen
von Britta Lieder
Seit Dezember 2012 fotografiere ich mit einer Spiegelreflexkamera, der Canon EOS 600D bzw. aktuell der 700D. Im November 2014 erfüllte ich mir einen Traum und reiste mit einem Postschiff der Hurtigruten die Küste Norwegens entlang, immer in der Hoffnung, das Polarlicht zu sehen und zu fotografieren. Als blutige Anfängerin in der Polarlichtfotografie forschte ich im Internet nach einer Anleitung und wurde fündig auf der genialen Seite der 5 Reicherts.
Polarlicht von der Hurtigrute
Die Reise führte mich auf der MS Midnatsol von Bergen bis nach Kirkenes in den Norden und wieder zurück. Ich bin nach wie vor begeistert von den fantastischen Lichtverhältnissen dort. Ausnahmslos alle Verwandten und Freunde sagten: »Hurtigruten im November? Da sieht man doch nix! Da ist es dort doch nur dunkel!« Aber Pustekuchen, die Tage waren zwar teilweise kürzer als hier, aber das Licht war einfach einmalig! Habt ihr schon mal einen Sonnenuntergang in allen Pink- und Rottönen, die mal sich nur vorstellen kann, von 2 Stunden Dauer gesehen?
Und dann das Polarlicht! In Svolvaer hatte ich Glück, wir lagen ruhig im Hafen, denn eine wichtige Voraussetzung ist natürlich ein fester und ruhiger Stand für Stativ und Kamera. Der Kapitän hatte uns vorher geraten, nicht sofort die Kamera zu zücken, wenn das Nordlicht kommt, sondern es zunächst nur anzuschauen und zu genießen. Daran habe ich mich gehalten und er hatte recht. Es war unbeschreiblich!
Polarlicht von der Hurtigrute
Zu Beginn der Reise dachte ich, für solche Fotos bräuchte ich eine bessere, eine Vollformatkamera, aber dazu fehlte und fehlt mir das nötige Kleingeld. Also musste es auch so gehen … und es ging! Im Laufe der 3 Jahre, die ich jetzt fotografiere, habe ich festgestellt, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, welche Technik einem zur Verfügung steht. Viel wichtiger ist es, seine eigene Sichtweise, sein „Auge“ zu entwickeln und dann mit den verfügbaren Mitteln das Beste herauszuholen. Und dann heißt es üben, üben, üben, aber mit viel Spaß und Leidenschaft!
„Hunting the light“, unter diesem Motto steht die Hurtigrutenreise im Winter und das mit Recht. Mittlerweile jage ich das Licht aber nicht nur in Norwegen, sondern auch bei mir zu Hause im Sauerland und überall dort, wo ich gerade bin. Und noch in diesem Winter reise ich nach Island. Dreimal dürft ihr raten, warum im Winter … ;o).
Polarlicht über den Bergen
Herzliche fotografische Grüße,
Britta Lieder
Brittas Blog: Britta sieht die Welt
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Die Kurzanleitung Nordlichtfotografie als PDF zum Ausdrucken gibt es kostenlos für Newsletterabonnenten
Das gesamte Nordlichttutorial
Das Buch: Dein Weg zum Nordlichtfoto
Unser Hund macht Urlaub in Schottland und wir dürfen mit
Hot Dog – Grindel in Arbroath
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Was ist besser? Eine Reise mit Hund oder eine Reise ohne Hund?
22 Jahre lang lebten Hunde bei uns im Haushalt. Doch nur einmal begleitete unsere Beaglehündin Lucky uns auf einer Reise in die Bretagne, ansonsten leistete sie der Schwiegermutter zu Hause Gesellschaft. Reisen mit Hund und drei Kindern war uns zu anstrengend. Das lag vor allem daran, dass wir als Fotografen unterwegs arbeiten.
Du hast einen Hund? Fährst aber lieber ohne Hund in Urlaub? Du besitzt keinen Hund, hättest aber gern einen treuen Begleiter. Du traust dich aber nicht, weil du nicht auf Reisen verzichten möchtest. Wir wollen dir Mut machen und die Vorzüge eines Hundes auf gemeinsamen Reisen herausstellen.
Grinden an einem Strand in Ostschottland – solche Dackelportraits sind übrigens ziemlich schwierig!
Wie machen wir diese Dackelfotos? hier erklären wir das im Detail.
Wir sind per Zufall wieder auf den Hund gekommen
Wir hatten Anfang letzten Jahres die junge Dackeldame Grindel für ein paar Wochen in Pflege. Sie fühlte sich bei uns pudelwohl, und wir schlossen sie direkt ins Herz. Im Frühjahr waren wir dackellos auf den bretonischen Inseln unterwegs und hatten jeden Tag Heimweh nach dem Dackel. Kaum von der Tour zurück, holten wir Grindel sofort wieder zu uns.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir ein Jahr hundelos und wollten es ursprünglich auch bleiben, weil wir andauernd unterwegs sind. Gunters Mutter hatte bei unseren vorigen Hunden immer zuverlässig Hundesitter gespielt, jetzt aber streikte sie. In ihrem Alter wollte sie sich nicht mehr an einen »neuen« Hund binden. Zugegeben, Grindel war anfangs gewöhnungsbedürftig. Im Vergleich zu unserem damaligen Beagle erschien sie unproportioniert, zu lang, zu niedrig und krummbeinig. Da sie bis dahin mit ihren Geschwistern in der Meute zusammengelebt hatte, bellte sie ausgiebig bei jedem Anlass. Ihr angeborener undwiderstehlicher Charme macht aber alles wett.
Reise nach Schottland – Vorbereitungen
Ein Zwergdackel passt noch ins Wohnmobil
»So einen winzigen Dackel könnten wir doch mit auf Schottland-Tour nehmen, oder?« Esra, unser Ältester tourte im Sommer auf eigene Faust mit dem Fahrrad durch Europa, da hatten wir ausreichend Platz für Grindel im Mobil.. Auf diese Weise waren wir auch wieder zu fünft.
Mit ein paar Hürden hatten wir trotzdem zu kämpfen, auch wenn Reisen mit Hund nach Großbritannien in den letzten Jahren unkomplizierter geworden sind. Wir kauften eine Hundebox, um Grindel auf der Fähre einen Schlafplatz anbieten zu können. Endlich hatten wir eine passende Box gefunden, stellten wir fest, dass Hunde auf allen Kanalfähren im Fahrzeug bleiben müssen. Mist! Auf den Skandinavienfähren hatten wir immer Hunde an Bord gesehen, deswegen sind wir davon ausgegangen, dass das auf allen Fähren so sein wird. Weit gefehlt. Großbritannien ist nicht Skandinavien.
Die komfortabelste Schiffsverbindung nach Schottland ist die Fähre von Amsterdam nach Newcastle. Für die tierischen Begleiter ist diese Tour jedoch extrem stressig. Deswegen kam es für uns überhaupt nicht in Frage, unseren Dackel während der 15-stündigen Überfahrt im Wohnmobil oder in einer Box im Hundehotel allein zu lassen. Dafür war Grindel noch zu jung und zu kurze Zeit bei uns. Also warfen wir diesen Plan über Bord und buchten alternativ die Fähre von Dünkirchen nach Dover. Das hätten wir gerne wegen der aktuell stattfindenden Streiks, der angespannten Flüchtlingssituation und den daraus resultierenden Riesenstaus vor Calais vermieden. Aber es ging nun mal nicht anders. Zusätzlich mussten wir uns durch den stressigen Verkehr um London herum quälen und die lange Fahrt durch England meistern. Wir nahmen das gelassen und arbeiteten uns fotografisch der Küste entlang gen Norden.
Manche Strände ist in der Saison gesperrt – daran sollte man sich auch halten!
Strandspaziergänger in Whitby – wer findet die Hunde?
Retriever am Strand
Unsere Packliste für den Hund
Wir sind da spartanisch, ein paar Dinge müssen aber sein.
Da ist der Adressanhänger noch vorhanden!
Tollwutimpfung und Bandwurmkur
Vor die Einreise haben die Behörden sinnvollerweise die Tollwutimpfung und eine Wurmkur gesetzt. Die Tollwutimpfung muss mindestens drei Wochen, und darf höchstens ein Jahr alt sein. (Das änderte sich vor kurzem, weil die Tollwutimpfung nur noch alle drei Jahre aufgefrischt werden muss.) Also, informiere dich am besten kurz vor der Reise über die aktuellsten Bedingungen. Die Wurmkur gegen Echinococcus muss zwischen 24 Stunden und fünf Tagen vor der Einreise durchgeführt werden. Beides muss im europäischen Heimtierausweis dokumentiert sein. Ebenso die Nummer des implantierten Chips.
Grindel ist mit ihrer Chipnummer bei Tasso! registriert, falls sie doch einmal verloren gehen sollte.
Die Wurmkur hatten wir in den Niederlanden durchführen lassen. Dumm nur, dass der erste Tierarzt die Behandlung auf der falschen Ausweisseite festgehalten hatte. Beim Einchecken an der Fähre wurden wir zurückgeschickt und durften nochmals zu einem zweiten Tierarzt, der den Eintrag auf die Echinococcus-Seite umtrug. In letzter Minute haben wir es dennoch auf die Fähre geschafft.
Der Hund auf der Fähre
Für die Überfahrt nach Dover haben wir Grindel ordentlich was zu Knabbern ins Wohnmobil gelegt und sie eine gute Stunde allein gelassen. Trotzdem hat sie andauernd geheult und war ziemlich fertig und heiser, als wir wieder zu ihr durften. Wir werden das mit Grindel weiterhin üben müssen.
Warum wir gerne mit Hund verreisen
Ein Aktivurlaub ist Urlaub für den Hund
Was brauchen Hunde, um glücklich zu sein? Platz zum Rennen, Artgenossen zum Spielen, weichen Boden zum Buddeln, und interessante Düfte an jeder Ecke. Oder kurz gesagt: Natur. Genau das bekam Dackel Grindel im Überfluss. Diese Reise war optimal für unseren Hund. Ausgelassen sprang Grindel um uns herum, sobald wir nur in die Nähe eines Strand kamen. Sie tobte sich stundenlang aus. Nur einmal schafften wir es, dieses Energiebündel auf einem Tagesausflug richtig müde zu bekommen. Sieben Stunden lang wanderten wir auf Iona an den Stränden und die Hügel hinauf und hinunter. Danach war sie so platt, dass sie zwei Anhalterinnen zu deren großem Bedauern, völlig ignorierte.
Ein gutgelaunter Hund macht auch seine Menschen glücklich
Diese Reise mit Grindel war letztendlich eine enorme Bereicherung für uns alle. Wir hätten nie gedacht, dass das Reisen mit Hund sich so, von Reisen ohne Hund unterscheidet. In Ortschaften war es anfangs noch nervig, weil Grindel jeden Hund kampfeslustig ankläffte. Da gefühlt jeder zweite Engländer/Schotte mindestens zwei Hunde hat, war das extrem peinlich. Hundebesitzer mit Doggen, Bullterriern oder ähnlichem Großgetier schauten uns mitleidig oder belustigt an, wenn sie erkannten, wer diesen gewaltigen Krawall veranstaltete.
Am Strand ging es deutlich unkomplizierter zu. Dort rennen fast alle Hunde frei herum und spielen miteinander. In Schottland ist das kein Problem. Fast überall sind die Hunde ohne Leine unterwegs und können ihren Artgenossen frei begegnen. Anfangs fragten wir noch, ob es in Ordnung sei, den kleinen Kläffer laufen zu lassen, aber bald machten wir einfach die Leine los. Grindel überlebte die Reise unbeschadet, es hat also geklappt! Besser hätte das Hundetraining nicht sein können. Im Prinzip war die ganze Reise »Hundeschule« jeden Tag!
Dackel Grindel liebt Sandboden. Sand tut den kurzen Dackelbeinen gut. Kaum war Strand in Sichtweite, ging das »Glückbarometer«, der Schwanz, nach oben. Sie tollte herum, überschlug sich, rannte und bellte aus purer Freude, und wir freuten uns mit ihr und lachten. Lachmuskeltraining hat nachweislich heilende Wirkung. Mann, tat uns das gut.
Gute Laune ist ansteckend. Dauernd wurden wir von anderen Strandspaziergängern angesprochen, und die Leute, mit oder ohne Hund, freuten sich mit uns. Im Idealfall tat sich Grindel mit einen Hund ihren Kalibers zum Spielen zusammen. Nach kurzen einleitenden Gebell und Beschnuppern rennen die Vierbeiner los und toben sich bis zur Erschöpfung aus.
Mit einem Dackel fällt man auf
Die typische dominante schottische Hunderasse scheint es nicht zu geben. Border Collies sind nicht häufiger als andere Hunderassen vertreten. Dackel waren in Schottland allerdings eine absolute Seltenheit, so stieß Tigerdackeldame »Grindel« auf enormes Interesse. »Look, a Sausage-Dog,« »a Wiener-Dog,« »is this a Dashhound?« Ertönte es von allen Seiten, wo wir mit unserem Dackel auftauchen. Kinder blieben stehen und Leute kamen sogar aus ihren Geschäften, um Grindel zu streicheln. Wir mussten tatsächlich schwer aufpassen, dass niemand Grindel heimlich mitnahm.
Nicht nur am Strand, auch auf Wiesen, in Parks, fast überall finden wir für Grindel Plätze zum Austoben und für uns Menschen zum Plaudern. Nur in der Nähe von Straßen und in Ortschaften muss sie an die Leine, zu ihrer eigenen Sicherheit. Wir wollen ja keine Dackeltürmatte mit Reifenprofil mit nach Hause nehmen.
Wir haben ein neues Fotomotiv!
Ein Hund ist ein wunderbar vielseitiges Fotomotiv, unsere Grindel natürlich auch. Sie machte es uns aber nicht einfach. Ihr dunkles Fell irritiert die Belichtungsmessung der Kamera, wegen der niedrigen Dackelgestalt müssen wir zum Fotografieren auf die Knie, und Grindel ist permanent in Bewegung.
Dafür kommt ihre Frohnatur sehr gut in den Bildern rüber, die Dackelfotos in facebook und in unserem Blog finden großen Anklang.
Grindel in Lossiemouth
Kleiner Dackel am Leuchtturm Blackhead, Galloway
Burgruine und Dackel
Natürlich gibt es mit Hund auch Nachteile
Auch ne gute Idee – spart Plastiktüten, ein Schippchen an der Hafenmole
Hundefreundliches Schottland
Schottische Hundekack-Infrastruktur
Trotz der vielen Hunde ist in Schottland die Gefahr relativ gering, in eine »Tretmine« zu tappen. Die Leute sind sehr darauf bedacht, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner wegzuräumen. Das nonchalante Wegschauen, wenn der eigene Hund ein Häufchen absetzt, wird mit offenkundig missbilligenden Blicken und Bemerkungen bestraft. Das »Vergessen« von Hundekot hat zudem saftige Geldstrafen zur Folge. Warnschilder in den Ortschaften zeigen jeweils an, wie teuer ein Liegenlassen der duftenden Hinterlassenschaften wird. Hin und wieder gab es kostenlose Hundekotbeutel, manchmal hing ein Schippchen an der Hafenmauer. Mülleimer für Hundekot gibt es an jeder Ecke. Es ist also leicht, den Dreck zu beseitigen. Ich fand es immer ärgerlich, wenn der verpackte Kot am Strand lag. Glücklicherweise sind diese Beutel biologisch abbaubar.
Hundekotbeutel gibt es in jedem Supermarkt, spezielle Mülleimer stehen überall.
Freilaufen und Maulkorb
Erstaunlicherweise gibt es trotz der vielen freilaufenden Hunde kaum ernsthafte Beißereien. Die Hunde begegnen sich frei und klären die Rangfolge auf natürliche Art. Ein schottischer Hundebesitzer meinte dazu, dass die bissigen Hunde Maulkorbpflicht haben. Das erscheint uns so einleuchtend wie genial einfach.
Ein Denkmal für Bamse in Montrose
Die Schotten haben eine enge Beziehung zum Hund. In Schottland werden sogar Denkmäler für Hunde aufgestellt. In Montrose haben unsere Kids auf dem Hundespaziergang das Grab von »Bamse« auf einem Strandspaziergang in Montrose entdeckt. Die überlebensgroße bronzene Hundestatue von »Bamse« haben wir danach am Hafen gefunden. Der Bernhardiner Sennenhund Bamse (norwegisch für Bär) kam im 2. Weltkrieg als Mannschaftsmitglied eines norwegischen Minensuchbootes nach Schottland. In Dundee rettete er sein Herrchen vor einer Messerattacke, und in Montrose war er bald als effektiver Streitschlichter zwischen den Matrosen bekannt. Der hünenhafte Bamse starb im Jahr 1944, und die ganze Stadt trauerte um ihn.
Die Kids und Grindel vor dem Denkmal von Bamse in Montrose
Haustierfriedhof in Cullen
Wie die Liebe der Menschen zu ihren Haustieren auch über den Tod hinausreicht, konnten wir eindrucksvoll am Pet Cemetary in Cullen an der Ostküste sehen. Mit Statuen geschmückte Gräber und steinerweichende Inschriften zeugen auf Schritt und Tritt von der innigen Verbundenheit der Tierbesitzer mit ihren verblichenen Lieblingen.
Fazit
Wir möchten unseren Reisebegleiter Grindel nicht mehr missen. Eine Reise mit Hund ist eine erhebliche Bereicherung. Grindel war mittlerweile auf mehreren völlig unterschiedlichen Touren mit. Sie begleitete uns auf dem Schulfrei-Festival, wo sich über 500 Leute trafen, um sich über Bildung auszutauschen. Danach schipperte sie mit uns eine Woche im Hausboot über die Havel. Und im November freute sich Grindel über die weiten Strände und vor allem die Rudelwanderung auf der holländischen Insel Texel.
Im Jahr 2016 war Grindel mit uns in Schweden und in der Bretagne.
Übersichtsseite Schottland Wohnmobiltour
Schottland 2016 – Kalender, WeitSicht
Für das Jahr 2016 haben wir fünf eigene Kalender. Das sind Kalender, für die wir alle Fotos aufgenommen haben. Zum ersten Mal hatten wir einen Harenberg Postkartenkalender , den für Norwegen. Bereits zum 5. Mal kommt mein „Leuchtturm Kalender 2016″ bei Delius und zum 9. Mal „Sehnsucht nach dem Meer 2016″ bei Weingarten heraus.
Wie du den Schottland Kalender gewinnen kannst, steht ganz unten im Beitrag! Viel Glück!
Bei WeitSicht hatten wir letztes Jahr drei Kalender, dieses Jahr haben wir zwei. Norwegen und Schottland. Den Schottland Kalender möchte ich dir in diesem Blogbeitrag ausführlich vorstellen.
Übersicht, Schottland Kalender 2016
Telefonzelle, Isle of Lewis
Bei unserem Aufenthalt auf der Isle of Lewis wohnten wir in Great Brenera. Auf jeder Tour kamen wir an dieser Telefonzelle – die tatsächlich im Nichts stand – vorbei. Ich fotografierte sie öfters, doch nur einmal war das Licht wirklich interessant.
Live Reisebericht Isle of Lewis – die Telfonzelle aus einem anderen Blickwinkel
Isle of Harris, Schottland
Die Strände auf der Isle of Harris sind weithin für ihre Schönheit bekannt! Im Februar waren sie menschenleer. Das Wetter war im tiefen Winter unglaublich fotogen, denn wir hatten alles, von sonnig und windstill bis Schneesturm und biestig kalt. Uns störte das nicht. Im Gegenteil. Nur die langen Fahrten in der Dunkelheit störten uns etwas – mit dem Wohnmobil können wir bequem vor Ort übernachten. Wohnen wir in einer Ferienwohnung geht das nicht.
Isle of Lewis & Harris Live-Reisebericht
Cruden Bay, Schottland
Im Sommer besuchten wir Cruden Bay an der Ostküste Schottlands mit dem Wohnmobil. An diesem Tag hatten wir vor, zum Slain Castle zu wandern. Die Sonne schien, doch bald fing es an zu regnen. Das Castle bot mit dem fehlenden Dach nicht gerade guten Wetterschutz. Da hörte der Regen auch schon wieder auf. Die Region um Cruden Bay und Bullers of Buchan gefiel uns vor allem wegen der zahlreichen Strandgrasnelken, die wir natürlich im Bild festhielten.
Live Bericht Wanderung zur Ruine des Slain Castles.
Delfine, Channonry Point, Schottland
Beim Leuchtturm von Channonry Point ist einer der besten Plätze weltweit um Delfine zu sehen und fotografieren. Wir standen öfters im kalten Wind und im Regen und warteten. Teilweise vergeblich, teilweise erfolgreich. Es ist sehr hilfreich sich ein wenig mit der Fotografie von Meeressäugern auszukennen. Wir haben Übung, weil wir in Norwegen schon Wale fotografiert haben. Ansonsten lernt man schnell in Gesprächen mit anderen Naturfotografen, auf was es ankommt. Und an begeisterten Naturfotografen mangelt es an diesem Strand in der Nähe von Inverness nicht.
Weitere Fotos von diesem Strand siehst du hier. Da gibt es auch Infoto über einen Schotten mit super interessantem Beruf!
Dunnottar Castle, Schottland
Auch Dunnottar Castle hatten wir mehrmals besucht. Diese Lage und die Stimmung dort ist traumhaft. Die Aufnahme entstand spät abends. Dazu ein kleiner Tipp: Ganz früh morgens ist es besonders ruhig und fotogen. Allerdings musst du dazu im Sommer bereits gegen 5:00 Uhr auf den Füßen sein. Glücklicherweise waren wir mit dem Wohnmobil unterwegs und kamen sehr spät abends an. Kein Tourbus parkte mehr auf dem Parkplatz, alle Touristen hatten sich in Restaurants oder die Betten verzogen. Es regnete Bindfäden, aber uns tat diese Ruhe gut. Wir krochen früh in die Betten und waren morgens tatsächlich vor Sonnenaufgang auf den Socken und die Ersten am Schloss.
Fotos von der morgendlichen Fototour.
Geothaanfhitich, Uig, Isle of Lewis
Der Winter ist in Schottland wild und aufregend und unbedingt eine Reise wert. Wir waren drei Wochen auf der Isle of Lewis und erkundeten fast jede Ecke. Diese Steilküste in Uig besuchten wir an einem sehr stürmischen Tag. Es war schwierig, das Stativ im Sturm ruhig zu halten. Wir lehnten uns mit aller Kraft drauf, um wenigstens ein paar brauchbare, scharfe Fotos zu bekommen.
In der Nähe dieser Location fanden wir eine kleine Hütte hoch oben in den Felsen. Esra und ich interviewten die Erbauer kurz darauf. Beim nächsten Besuch würde ich gern in der Hütte übernachten.
Bressay Lighthouse, Shetland
Ich musste lange drauf warten, endlich Shetland besuchen zu können. Doch das Warten hat sich gelohnt: wir hatten zwei Leuchttürme gemietet. Bressay war der erste. Der Aufenthalt war ein ganz besonderes Erlebnis für mich als Leuchtturm-Liebhaber.
Wir trafen auf Frank, der früher Leuchtturmwärter war. Ich fragte ihm Löcher in den Bauch. Weitere Leuchtturmfotos, Innen und Außen, Tag und Nacht!
Shetland Ponies, Insel Unst, Shetland
Damit hatten wir nicht gerechnet! Wir verliebten uns nullkommanix in die Shetland Ponies! Mensch war das cool. Auf den Shetland Inseln suchte ich mir eine Pony Expertin. Wir verbrachten einen ganzen Tag mit der Züchterin June Brown.
Durness Beach, Schottland
Diesen Strand ganz im Norden von Schottland Festland erlebten wir im Sturm. Wir übernachteten in unserem Mobil hoch oben auf den Klippen und der Lärm des Sturms war ohrenbetäubend. An Schlaf war nicht zu denken.Den Stand fotografierten wir früh morgens, tagsüber und spät abends. In der Nacht fehlte uns dann die Kraft. Der Sturm und die Kälte zehrten an uns. Dabei war es Sommer. Ich war froh, lange Unterhosen und dicke Wollpullover dabei zu haben.
Im Live Reisebericht gibt es weitere Fotos. Auch von der Smoo Cave, die ganz in der Nähe ist.
Breckon Sands, Insel Yell, Shetland
In Shetland fasziniert vor allem die Weite der Landschaft, und es gibt fast keine Wälder. Das kann man als Nachteil sehen, oder eben als Vorteil. Egal, wo man gerade ist, die Sicht ist weit, der Himmel hoch. Ich habe unendlich viele Wolkenfotos aufnehmen können.
Was uns an Shetland alles begeisterte habe ich auf der Shetland Seite zusammengefasst.
Glenbrittle, Schottland
Auf der Wohnmobiltour im Jahr 2012 hatten wir einen blöden Schaden am Mobil. Und das passierte ausgerechnet auf der Isle of Skye. Wir brauchten dringend ein Ersatzteil, bekamen es aber nicht auf Skye. Im Schneckentempo fuhren wir nach Glenbrittle und wanderten in den Bergen, um die Wartezeit auf das Ersatzteil sinnvoll zu nutzen. Aber es regnete, und nach dem trockenen Somme freuten sich die Schotten über den ergiebigen Regen. Uns scheuchte das Wetter zurück zum Mobil, denn der Sturm peitschte die Regencapes auf unsere klatschnassen Beine. Wir vertrieben uns die Zeit mit Kartenspielen. Nur ich rannte in jeder Regenpause los. Der dunkle Sand am Strand war tausendfach mit Mustern übersät, im Tal standen uralte Eichen, und die nassen Wiesen waren voller Blumen.
Live Reiseberichte, Isle of Skye mit dem Wohnmobil im Sommer und mit dem Auto im Winter
Findochty, Schottland
In Findochty ergatterten wir am strandnahen Campingplatz gerade noch den allerletzten Platz. Die Wanderung entlang der Küste geht über Stock und Stein. Vor allem im Abendlicht spielt dieser Weg seine Magie aus. Auch der Hafen des Örtchens ist sehenswert. Auf dem Campingplatz trafen wir interessante Menschen und beobachteten die vorbeiziehenden Delfine, während wir ins Gespräch vertieft waren.
Fotos vom Campingplatz und vom Hafen findest du im Live Reisebericht.
Im Jahr 2015 verbrachten wir übrigens einen weiteren Sommer in Schottland. Wir klappterten Burgen und Schlösser ab und besuchten auch Regionen, die wir zuvor noch nicht gesehen hatten. Der Bericht wir bald vervollständigt. Du kannst aber gern in die bereits vorhandenen Berichte reinschauen.
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Die Wahl der „richtigen“ Reisekamera
Der Ratgeber für die erfolgreiche Reisefotografie
Teil 1: Die Wahl der richtigen Kamera
Aktualisiert im Dezember 2023
Ist es dir auch schon passiert, dass du frisch von der Urlaubsreise zurück bist, und beim Sichten deine Bilder am großen Monitor spürst du Enttäuschung. Den Fotos fehlt die Lebendigkeit und Ausdruckskraft, sie sind langweilig.
Irgendwie hast du alles viel besser in Erinnerung, irgendwie haben es die fantastischen Eindrücke nicht in das Foto geschafft. Wenn du daran was ändern willst, dann lies weiter…
Das beste Souvenir sind eigene Reisefotos
Fast jeder, der heutzutage verreist, hat eine Kamera dabei, und sei es die im Smartphone integrierte. Eigene Bilder und auch Filmsequenzen sind eben die wichtigsten Souvenirs und Gedächtnisstützen, engstens verbunden mit unseren Erinnerungen und Emotionen. Sie sind auch die favorisierten Vorzeigeobjekte im Freundes- und Bekanntenkreis.
Leider nutzen die meisten Leute nur einen kleinen Teil der Fähigkeiten ihrer Kamera, und verschenken Qualität und Gelegenheiten für außergewöhnliche Bilder.
Was macht ihr denn hier? Es ist doch dunkel?
Oft werden wir in der Abenddämmerung beim Fotografieren ganz ungläubig von Leuten beobachtet und auch angesprochen: „Was macht ihr denn jetzt noch? Es ist doch schon zu spät für Fotos! Heute mittag war es schön, da schien die Sonne!“ Oder, wir zeigen einen unserer Kalender herum und hören: „Klasse, ihr müsst eine teure Kamera haben. Ich mache ja nur Knipsbilder mit meiner kleinen.“
Die Kamera ist immer schuld
Diese Menschen zeigen auch anderen gerne ihre Bilder, entschuldigen aber andauernd die unzureichende Qualität der Aufnahmen: die billige Kamera ist schuld, die eigene Unkenntnis der fotografischen Technik, das fehlende Wissen zur Bildgestaltung.
Mit wenigen gezielten Ratschlägen und Erklärungen zu den Kameraeinstellungen und zur Bildgestaltung konnten wir diesen Reisenden schon direkt vor Ort zu merklich besseren Bildern verhelfen, auch wenn sie nur einfache Kameras hatten.
Unsere Kameras aus dem Jahr 2010
Weil wir oft in diese Situation hineingeraten, haben wir uns gedacht, sammeln wir mal unsere Tipps und präsentieren sie mit Beispielen in diesem Reisefotografie Tutorial für alle, die mehr aus ihren Fotos machen wollen. Gut komponierte und technisch sauber aufgenommene Bilder schaffen Eindruck bei Freunden und Bekannten, und natürlich auch in Facebook & Co.
Im diesem ersten Teil geht es um die Wahl der passenden Kamera.
Die ideale Reisekamera gibt es nicht!
weil:
Die wichtigsten Kameratypen in der Übersicht
Wir stellen dir hier die wichtigsten Kameratypen mit ihren Vor- und Nachteilen und Besonderheiten vor. Dazu empfehlen wir als Beispiel einige aktuelle Modelle, damit dir die Qual der Wahl etwas leichter fällt. Wir versuchen diese Listen halbwegs aktuell zu halten, was bei dem schnellen Modellwechsel der Hersteller eine Sisyphos-Aufgabe ist. Wir werden auch an dieser Stelle nicht die Spezifikationen all dieser Kameras auflisten, die lassen sich ebenso leicht im Internet abrufen, zusammen mit Bewertungen und Kommentaren.
Weil fast alle digitalen Kameras, inklusive der Smartphones, Filme in mindestens Full-HD aufnehmen können, spielt dieses Feature keine ausschlaggebende Rolle als Auswahlkriterium.
Für Schnappschüsse ist eine kleine Kompaktkamera oft besser als die große Ausrüstung, die wegen ihres Gewichtes gerne im Kofferraum liegen bleibt.
Kamera-Ratgeber
Wir fangen mit den Smartphones für den Gelegenheitsknipser an, und gehen bis zur umfangreichen Spiegelreflexausrüstung, die für höchste Bildqualität und für fotografische Spezialgebiete eingesetzt wird.
Neben den bekannten Herstellern wie Canon, Nikon, Panasonic, Olympus, Ricoh, Leica, Fujifilm, Samsung und Sony gibt es eine Unzahl anderer Marken, die meist die gleichen Produktionsstätten in Asien haben.
Wir raten zu den Kameramodellen der Markenhersteller. Die haben in der Regel das KnowHow und die entsprechende Fertigungsqualität. Bei Reklamationen hast du auch deutsche Ansprechpartner in den nationalen Firmenvertretungen und musst dich nicht bei Garantiefällen mit Fernost-Firmen rumärgern.
Wir kaufen auch nicht die allerneuesten Modelle, sondern warten ab, bis genügend Tests und Erfahrungsberichte vorliegen, und bis die Kinderkrankheiten beseitigt sind.
Selbstverständlich spricht nichts dagegen, wenn du dir mehrere Kameras für verschiedene Gelegenheiten zulegen willst.
1. Smartphone- und Handykameras
Das sind die idealen Kameras für Gelegenheitsknipser, die nicht viel mit eigentlicher Fotografie im Sinn haben. Das Smartphone ist das moderne fotografische Notizbuch, es ist gut für spontane Schnappschüsse, für die schnelle Dokumentation und natürlich für die Selbstdarstellung. Und Smartphones sind natürlich (fast) immer dabei.
Die Oberklasse hat mehrere Objektive für Tele- und Weitwinkel-Einstellungen. Dies wird oft irreführend als Zoom-Objektiv beworben. Günstigere Modelle verwenden für das Heranholen des Motivs einfach einen kleineren Ausschnitt aus dem Gesamtbild, mit entsprechend geringerer Auflösung.
Die besten Smartphone-Kameras kommen inzwischen an die Bildqualität, aber nicht an die Vielseitigkeit von Kompaktkameras heran. Die Spitzenmodelle liefern erstaunlich gute, brauchbare Bilder, wobei die software-seitige Optimierung der Bilder mit Hilfe der KI eine immer größere Rolle spielt.
Smartphones sind geeignet für:
Rolf Dybvig, der Leuchtturmwärter von Lindesness
Empfehlenswerte Smartphones
Ziemlich alle Smartphones der Oberklasse und viele Mittelklassemodelle haben brauchbare Kameras an Bord, eine gute Kamera ist immerhin eines der wichtigsten Kaufargumente.
Wie ernst Smartphone-Kameras inzwischen genommen werden, zeigt die Tatsache, dass www.dpreview.com, die weltweit renommierte Kameratest-Webpage, Smartphone-Kameras als eigene Sparte in ihr Testprogramm aufgenommen hat.
Wir haben hier ein paar Smartphones mit sehr guten Kameras aufgelistet. Die Preisspanne reicht von „kauf ich sofort“ bis „gibts da ein Auto dazu?“
Google Pixel 8 Pro
Xiaomi Redmi 12
Samsung Galaxy S23 Ultra
Apple iPhone 15 Pro Max
Samsung Galaxy A53 5G
2. Kompakte Digitalkameras
Wir betreten nun das Feld der Hosentaschenkameras, die kaum mehr auftragen als ein Smartphone, aber schon einiges mehr bieten. Die bessere Bildqualität gegenüber den Smartphones und leistungsfähige Zoomobjektive haben diese Kameras populär gemacht.
Smartphones und Tablets haben die billigen Digitalknipsen aus dem Markt gedrängt. Behaupten können sich aktuell nur noch solche Modelle, die einen echten Mehrwert gegenüber Smartphones bieten. Neben dem hochwertigen Zoom-Objektiv sind das solche, die einen größeren 1″ Sensor besitzen oder tauchfähig und stoßfest sind.
Diese Muschel wurde mit einer tauchfähigen Kompaktkamera unterwasser fotografiert. Die Aufnahmen lassen sich in guter Qualität bis ca. 40×60 cm printen
Diese Modelle passen gut zum Offroad- und Trekking-Image, überstehen einen Strandurlaub unbeschadet und nehmen allgemein robuste Behandlung nicht übel.
Kompaktkameras sind geeignet für:
Nah- und Makroaufnahmen lassen sich mit fast jeder Digitalkamera machen. Hier haben die Kompaktkameras systembedingt sogar einige Vorteile: geringes Gewicht, kein Zubehör nötig und große Tiefenschärfe.
Empfehlenswerte Modelle:
Canon PowerShot G7 X Mark III
Sony Cyber-shot DSC-RX100 III
Olympus TG-7
Ricoh WG-80
Die zwei letzten Kameramodelle sind wasserdicht und stossfest.
3. Superzoom-Kameras
Superzoom-Kameras, auch Bridge-Kameras genannt, schlagen eine Brücke zwischen Kompakt- und Systemkameras. Wegen ihrer Sensorgröße würden sie zu den Kompaktkameras zählen, sie sind aber wesentlich klobiger gebaut und passen nicht mehr so locker in die Jackentasche.
Grund ist das mächtige Zoomobjektiv mit Zoomfaktoren aktuell bis zu 100-fach. Damit machst du mit einem Dreh zuerst Übersichtsaufnahmen und rückst dann weit entfernten Motiven fotografisch dicht auf den Pelz. Gutes Licht vorausgesetzt.
Damit diese starken Telebrennweiten überhaupt sinnvoll eingesetzt werden können, haben die Superzoom-Kameras einen effektiven Bildstabilisator. Trotzdem sind diese Kameras nicht unbedingt geeignet für zittrige Hände.
Die lange Telebrennweite der Superzoomkameras holt auch scheue Tiere nah
heran, sofern es die Lichtverhältnisse erlauben.
Superzoom-Kameras sind geeignet für:
Empfehlenswerte Modelle:
Wir haben hier nur die Spitzenmodelle mit 1″ großem Sensor aufgeführt. Das bedeutet hohe Bildqualität, die für die meisten Zwecke ausreichend ist. Auch die Autofokus-Leistung ist auf der Höhe der Zeit. Action-Aufnahmen mit Motiv- und Augenverfolgung stellen kein Problem dar.
Sony Cybershot RX10 IV
Panasonic DC-FZ1000 II
Nikon COOLPIX P950
Canon PowerShot SX60 HS
Für extreme Teleaufnahmen sind Superzoomkameras besonders gut geeignet.
4. Edelkompakte mit großem Bildsensor
Edelkompakte haben ein fest verbautes Objektiv und kommen gerne im klassischen Retrostyle daher. Sie verlangen von dir eine gewisse Kenntnis der Fototechnik, damit du das Bestmögliche aus den gebotenen Einstellmöglichkeiten machen kannst.
In der Regel ist die Bauweise robust und die Objektive hochwertig. Diese Kameras bieten die Option, im RAW-Format zu fotografieren, was bedeutet, dass euch bei der Nachbearbeitung wesentlich mehr Bilddetails und Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Edelkompakte mit großem Aufnahmesensor haben lichtstarke Objektive und liefern auch in der Nacht rauscharme Aufnahmen bei hohen ISO-Werten
Edelkompakte sind an die klassischen Reisekameras angelehnt, und oft populären Reporterkameras, wie den Leica M-Modellen, nachempfunden.
Bei den teureren Modellen werden edle Materialien verbaut, sie sollen einen Hauch von Exklusivität ausstrahlen.
Edelkompaktkameras haben keinen Riesenzoombereich, manchmal sogar nur eine feste Brennweite. Das muss nicht zwangsläufig ein Nachteil sein, es zwingt dadurch den Fotografen, sich intensiv mit seinem Motiv auseinanderzusetzen.
Durch Konzentration auf das Wesentliche, lassen sich hochwertige, eindrucksvolle Reiseimpressionen schaffen. Und es gibt wirklich Leute, die das mögen. Auch wir, wenigstens ab und zu.
Auch in dunklen Innenräumen, wie hier in einem Museum, sind Edelkompaktkameras gute Begleiter.
Edelkompakte sind geeignet für:
Drei Modelle mit Festbrennweiten, die das Zeug zum Klassiker haben:
Ricoh GR III Ultimate
Leica Q3
Fujifilm X 100 V
5. Actioncams
Die GoPro Hero in ihren verschiedenen Ausführungen ist der bekannteste Vertreter dieser faszinierenden Gruppe. Sie ist ein streichholzschachtelgroßes Gerät, das weder Entfernungseinstellung, noch Zoomobjektiv hat. Auch ein Sucher fehlt, die GoPro kann aber mit dem Smartphone kommunizieren, welches als Sucher dienen kann.
Actioncams sind keine Kamera für alle Fälle. Dafür ist es die ultimativen Fun-Kameras mit einem Superweitwinkelobjektiv, welches das komplette Gesichtsfeld einfängt. Die GoPro Hero macht Bilder, Bilderserien und Filme von Zeitraffer bis Zeitlupe, und das in recht guter Qualität.
Wir waren mit dem Boot Angeln und hatten die GoPro an einem langen Stock
befestigt und direkt in die Möwenschar hineingehalten.
Du kannst Actioncams überall anbringen: am Fahrrad- oder Motorradhelm, an der Windschutzscheibe, am Rückspiegel, an der Stoßstange, am Surfbrett, am Gleitschirm, an Modellflugzeugen, am Tennisschläger, am Lenkdrachen etc.
In ihrem mitgelieferten wasserdichten Gehäuse macht die winzige Knipse fast alles mit und ist nicht kleinzukriegen. Der spaßlimitierende Faktor ist in der Regel die etwas knappe Akkulaufzeit.
Inzwischen haben auch andere Hersteller die Zeichen der Zeit erkannt und bringen eigene Actioncams auf den Markt. Oft sind das einfacher ausgestattete Modelle für weniger als die Hälfte des Preises einer GoPro Hero.
Gegen diese günstigen Actioncams ist nichts einzuwenden, wenn du mit den technischen Einschränkungen klarkommst, oder nur mal in dieses Einsatzgebiet reinschnuppern willst.
Die GoPro für Normalos – Motivideen
Actioncams sind geeignet für:
Leute, die gerne schnorcheln und tauchen, und dabei filmen und fotografieren
Mit einer Actioncam lassen sich unbeschwert lustige Schnappschüsse machen.
Hier ein Überblick über die neuesten Modelle und ihre Vielfalt.
6. Spiegellose Systemkameras und Digitale Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven
Diese beiden Klassen haben wir hier bewusst zusammengefasst, weil sie ähnlich hervorragende Bildqualität liefern und sich von Handhabung, Funktion und Ausbaubarkeit nicht grundsätzlich unterscheiden.
Im Prinzip handelt es sich um modulare Kamerasysteme, die nach Wunsch und Einsatzzweck zusammengestellt werden können.
Diese Kameramodelle haben großdimensionierte Sensorchips, die hohe Empfindlichkeiten mit geringem Rauschen, und damit Fotografieren in der Dämmerung und bei wenig Licht ermöglichen.
Innenaufnahmen wirken ohne Blitzlicht viel stimmungsvoller. Ein Stativ solltet ihr für diese Fälle dabei haben, trotz hoher Empfindlichkeitseinstellung.
Spiegellose Systemkameras sind etwas kompakter, leiser und leichter als DSLRs. Wegen der spiegellosen Bauweise lassen sich die Objektive kompakter bauen. Wo vor einigen Jahren die DSLRs noch in puncto Autofokus die Nase vorn hatten, sieht die Sache heute ganz anders aus. Systemkameras haben in fast allen technischen Disziplinen die DSLRs überflügelt, auch im Preis.
Das heißt jetzt nicht, dass die Spiegelreflexen völlig out sind. Das heißt auch, DSLRs sind auf dem Gebrauchtmarkt sehr günstig zu bekommen. Da könntest du dir relativ preiswert eine hochwertige Kameraausrüstung zusammenstellen.
Nachtaufnahmen sind die Domäne für Kameras mit großem Sensor. Wegen des relativ goßen Pixeldurchmessers bleibt das Bildrauschen in vertretbarem Rahmen.
Beide Kameraklassen bieten neben reichhaltigem Zubehör eine große Auswahl von Objektiven, lichtstarke Teleobjektive, Shiftobjektive, Supermakros und mehr an.
Diese Kameras haben das ausgereifteste und schnellste Autofokus-System all der vorgestellten Kameraklassen, die Einsteigermodelle einmal ausgenommen.
Besser dSLR oder Spiegellos?
Legst du mehr Wert auf eine leichte Ausrüstung, rate ich dir zu einer Systemkamera mit zwei Wechselobjektiven. Fotografierst du gerne Actionszenen, oder Tiere in freier Wildbahn, dann kommst du um teure lichtstarke Tele-Objektive kaum herum.
Wenn du die Anschaffung solch eines Kamerasystems ins Auge fasst, hast du in der Regel schon einige Erfahrung mit der Fotografie gesammelt und planst, deine Möglichkeiten Stück für Stück mit passendem Zubehör zu erweitern.
Bedürfnisse anpassbar
RAW-Dateien am PC
entsprechend hochwertigen Objektiven und Zubehör richtig ins Geld gehen
Solche Dämmerungs- und Gegenlichtaufnahmen setzen hochwertige Kameratechnik und gute Fotografierkenntnisse voraus
Geeignet für:
Empfehlenswerte Modelle:
Das Problem ist, aus der Masse der angebotenen Kameras die Richtige herauszusuchen. Es gibt keine wirklich schlechten Gehäuse, mit allen kannst du gute Bilder machen. Es gibt nur die falsche Kamera für den geplanten Zweck.
Wichtiger ist ein leistungsfähiges Objektiv. Die mitgelieferten Kit-Objektive sind oft nur Mittelmaß. Und beachte, dass ein gutes Objektiv lange hält und leicht einige Generationen an Kameragehäusen übersteht.
Hier musst du selbst vergleichen und am besten einige Kameramodelle beim Fotohändler ausprobieren:
Liegt das gewünschte Modell gut in der Hand, ist es zu schwer oder nicht stabil genug, komme ich mit der Bedienung zurecht?
Es bringt dir auch nichts, das Teuerste vom Teuren zu kaufen, und hinterher liegt der Krempel in der Ecke rum, weil die Ausrüstung viel zu schwer, oder die Bedienung zu kompliziert ist.
Spiegellose Systemkameras sind so kompakt, dass sie fast die ideale Reisekamera abgeben.
Entscheidend ist, dass die gewünschte Kamera deinem Einsatzzweck gerecht wird. Als Tierfotograf wirst du dein Hauptaugenmerk auf lichtstarke Teleobjektive und schnelle Autofokusgeschwindigkeit legen. Dafür solltest du gewillt sein, einige Kilogramm mehr durch die Natur zu schleppen.
Als Landschafts- und Allround-Fotograf legst du mehr Wert auf eine leichte kompakte Ausrüstung z.B. für Wander-, Berg- und Klettertouren.
Unser Tipp: Fang erst einmal klein an.
Ein nicht zu schweres Gehäuse eurer Wahl, und ein bis zwei Objektive sind eine gute Basis für deine Reiseausrüstung. Nach einiger Fotografier-Praxis merkst du, ob das für deine Erfordernisse ausreicht. Bei Bedarf kaufst du das fehlende Zubehör nach und nach dazu, und machst dich damit vertraut.
Noch ein Tipp: Vollformat oder APS Kameras
Diese Diskussion ist so alt wie die digitale Kameratechnik. Natürlich hat der Vollformat-Sensor Qualitätsvorteile. Diese werden durch viel höhere Preise und höheres Gewicht erkauft.
Vollformatkameras haben technisch bedingt eine geringere Schärfentiefe. Ein Foto durchgehend von hinten bis vorne scharf zu kriegen, kann eine Herausforderung werden. Oft musst du dafür sehr stark abblenden, was auch nur bis zu einem gewissen Punkt sinnvoll ist. Du erhältst im Gegenzug längere Belichtungszeiten, die wiederum einen Stativeinsatz erfordern. Einfach mit der ISO hochgehen ist auch nicht so die Lösung, denn damit verlierst du wieder das Stückchen Bildqualität, das du mit dem Vollformat gewinnen wolltest.
Und was das Freistellen deiner Motive vor unscharfem Hintergrund betrifft, der Unterschied zwischen Vollformat und den kleineren APS- und MFT-Formaten ist gar nicht so groß. Teure, lichtstarke Objektive brauchst du in beiden Fällen.
Den einzigen echten Vorteil sehe ich beim Vollformat mit einer Kamera mit relativ geringer Pixelzahl. Damit kannst du freihand Aufnahmen mit sehr hohen ISO-Empfindlichkeiten (bis zu 500’000 ISO je nach Kameramodell) bei schwierigsten Lichtverhältnissen machen.
Wichtige Informationsquellen im Internet für deinen Kamerakauf:
http://www.dpreview.com DIE Digitalkameratestseite im Internet auf Englisch
http://www.digitalkamera.de Das deutsche Pendant dazu
Auch die Bewertungen bei
http://www.amazon.de
sind hilfreich, wobei die negativen Kommentare mitunter die aufschlussreicheren sind.
Dann viel Spaß beim Kamerakauf!
Für solche Fotos braucht die Kamera manuelle Einstellmöglichkeiten und ein Filtergewinde für das Graufilter. Und ohne stabiles Stativ geht das nicht.
Anmerkung: die meisten hier vorgestellten Kameramodelle haben wir mit Affiliate-Links zu Amazon.de ausgestattet. Damit hast du direkt Zugriff auf die Produktinformationen, die aktuellen Preise, Kundenfragen und -antworten, Aktionen und auf die Benutzerkommentare.
Schreib uns doch mal: reise-reicherts@gmx.de
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