Wir bereisen mit Vorliebe die Küsten der Welt. Leuchttürme ziehen uns dabei natürlich in ihren Bann. Unser Blog wimmelt daher nur so von Leuchtturmfotos und -erlebnissen. Klick Dich am besten mal durch die Sammlung dieser Seiten, oder gehe durch die einzelnen Reiseberichte.
Im Delius Kalsing Verlag erscheint der „Leuchttürme 2014, Gabi Reichert 2014″
Auf dem Weg zur Fähre machten wir einen kleinem Umweg und suchten den Leuchtturm in Karlskrona. Das Laub färbte sich bereits herbstlich und wir kletterten über rutschige Felsen um den Leuchtturm in ein gutes Format zu bringen.
Leuchtturm in Karlskrona
Der Leuchturm Sandhammaren
Ein außergewöhnliches sich drehendes Leuchtturmlicht – Canon 6d, ISO 6400, F4, 1,6 Sekunden!
Der Leuchtturm von Sandhammaren wirkt relativ langweilig bei Tag. Er steht im Wald, schaut kaum über die Bäume hinüber. Aber Nachts, da wird es spannend. Vor allem, wenn etwas Gischt in der Luft ist und die Strahlen so wunderbar sichtbar sind.
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2013/10/MG_0326.jpg400600Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2013-10-23 18:09:452021-10-18 18:43:17Schwedische Leuchttürme im Süden
Wir sind momentan in der Nähe von Stockholm! Das Wohnmobil hat zumindest die drei Tage Fahrt bis hierher ohne weitere Probleme bewältigt. Wir hatten nur auf dem ersten Teil der Strecke Schneeregen, danach verwöhnte uns die schwedische Herbstlandschaft mit strahlendem Sonnenschein und knallbunten Farben! Ein ausführlichen Wohnmobilreparaturbericht posten wir heute abend!
Wir hatten es irgendwie auch unserem Gefährt zu verdanken, dass wir Regen und Sturm auf Litloy erleben durften. So bekamen wir von Elenas Inseldomizil nun einen ausgeglichenen Eindruck. Vor allem gefiel es uns, die Voluntäre, die auf der Insel weilten, besser kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Viel Spaß mit Adam
Paula und Janne waren bereits wieder abgereist. Jetzt war Adam aus Californien zu uns gestoßen. Ihn hatten wir bereits ein wenig vorgestellt. Adam ist auch Webentwickler, er wird bald mit einem spannenden Projekt für Reisende online gehen – wir werden dran bleiben und darüber berichten! Außerdem schreibt Adam an einem Buch. Und er ist sehr daran interessiert, Sprachen zu lernen. Mit Esra probierte er zuerst das Lesen in dessen Geschichtsbuch – mir ist vorher nie aufgefallen, welche seltsame und vor allem lange Wörter es in der deutschen Sprache gibt. Mit amerikanischem Akzent klingen sie sogar noch besser :-)
Ein cooler Opa
Josef aus Südtirol kam an einem stürmischen Tag hier an, wir nannten ihn schlicht den coolen Opa. Sein gutgelauntes Lachen schallte dauernd durch das Haus, kaum hörte ich ihn, musste ich auch grinsen. Josefs Sohn ist derjenige, der ihm Touren in aller Welt heraussucht und ihn auf die Reise schickt. Auf diese Weise lernte er erst einmal Englisch in einem Crashkurs auf Malta, war bei den Maoris in Neuseeland und baute dort ein einzigartiges Hühnerhaus, auf Vancouver Island fertigte er Terrassen an und ich weiss nicht mehr genau, wo er sonst noch überall war. Nun, momentan ist er auf einer kleinen Insel nördlich des Polarkreises!
Josef aus Südtirol hilft im Bootshaus
Das Arbeitsteam in Rot, Josef, Adam, Esra und Noah
Zig Mal die Treppen raus und runter – immer noch im Laufschritt!
Cora mit Notfallgewürzsatz
Amy backt Sauerteigbrot
Dann kam Cora aus England dazu, sie übernahm den Posten der Köchin. Ideal für uns, damit durften wir unser Englisch weiter verbessern. Immer, wenn eine Frage aufkam hatten wir beides: amerikanisches und britisches Englisch zum Vergleich.
Wechselnde Küche
Habt Ihr das auch manchmal? Man überlegt, was man zum Essen machen kann, und einem fällt partout nichts Neues ein. Nun, Elena kann sich glücklich schätzen. Ungefähr jeden Monat wechselt die Köchin und damit auch die Geschmacksrichtung der Mahlzeiten! Mit Cora zog die neue britische Küche ein. Das ist beileibe nicht negativ gemeint. Sie hatte es drauf, abwechslungsreich zu kochen. Erschwerend kam dazu, dass aufgrund von Sturm und hohem Wellengang die Versorgungslage etwas löchrig wurde und Cora mit dem was gerade da war, ein Essen zaubern musste. Und, wie bei einem richtigen Briten so üblich, gab es nachmittags Tee und frisch gebackene Kekse. Bis die Butter ausging jedenfalls. Fisch gab es bei schlechtem Wetter auch eher selten – bei dem Seegang war an Bootfahren nicht zu denken.
Landschaft im Regen und Sturm
Das Bild der Landschaft hatte sich dramatisch geändert. Das Licht wechselte ständig, die Wolken jagten drohend über den Himmel, mal waren die Berge der Lofoten zu sehen, dann wieder hinter Regenschleiern und Wolken verborgen. Jeder Tag brauchte so neue Ansichten des Leuchtturms. Plötzlich fand ich Wellen, wo das Wasser vorher nur müde vor sich hin hingedümpelte. Ich suchte nach Flaschenpost, fand diesmal aber keine. Dummerweise hatte ich eine große Tüte vergessen; ich hätte ja wenigstens die herumliegenden leeren Flaschen einsammeln können.
I saw the light
Der Bootssteg war nicht mehr ruhig! Da ist das Boot auf der anderen Seite sicherer.
Auf dieser Norwegenreise liegt unser Schwerpunkt auf den Leuchttürmen und auf dem Polarlicht. Bisher schafften wir es noch nicht, beide zu kombinieren. Jetzt stehen die Chancen gut!
Wir sind zu Gast bei Elena, die seit dem Jahr 2006 im Litløy Fyr – den Leuchtturm der kleinen Insel – wohnt.
Allein auf einer Insel leben?
Elena war seit ihrer Kindheit aufgrund der Arbeit ihres Vaters, ein Chef, mit dem touristischen Umfeld vertraut. Beruflich arbeitete sie unter anderem als Journalistin und für humanistische Organisationen, wofür sie in Krisengebieten unterwegs war. Als sie im Libanon den Meereswellen zuschaute, kam ihr die Idee, sich dort an der Küste niederzulassen. DOCH, als Norwegerin hinterfragte sie diesen Drang. „Daheim in Norwegen haben wir soviel Küste – warum suche ich nicht dort ein Zuhause am Meer“
Inspiration aus einem Buch
Sie hatte ein Buch von Maguerite Yourcenar gelesen, welches sie ungemein fesselte. Die Hauptperson zieht sich gegen Ende seiner Tage tuberkulosekrank auf eine einsame Insel zurück. Vor allem, damit er niemanden anstecken kann. Als die Zeit zum Sterben kommt, geht er in die Natur und lässt los, stirbt einen friedlichen Tod.
Elena dachte sich, warum nur zum Sterben auf die Insel und zurück zur Natur? Warum nicht bereits jetzt? Ein Gedanke reifte in ihr.
Ein Freund machte sie schließlich auf den Leuchtturm auf der kleinen Insel aufmerksam. Er würde automatisiert und bald zum Verkauf stehen. Sie solle sich das bloss nicht ernsthaft überlegen, riet er ihr noch.
Nach einem ersten Besuch auf der Insel, ein Fischer hatte Elena hingefahren, war es um sie geschehen. Mit großem Einsatz und einer guten Idee gelang es ihr, sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen und den Leuchtturm mitsamt Gelände zu kaufen. Elena hörte im Jahr 2002 zum ersten Mal vom Leuchtturm und konnte ihn endlich im Jahr 2006 kaufen!
Der Leuchtturm der kleinen Insel wird zum Ökoleuchtturm
Seither arbeitet Elena, die jetzige Leuchtturm-Betreuerin, daran, den Leuchtturm mit den neuesten und umweltfreundlichen Energien aufzurüsten. Im Sommer produziert die Photovoltaikanlage den Strom für das Wohnhaus. Seit jeher wurde Regenwasser auf der Insel genutzt. Doch diesen Sommer schaffte es Elena, endlich die Trinkwasserleitung, an der sie seit Jahren arbeitet fertig zu legen.
Aber, sollen wir nicht besser von vorne anfangen?
In den letzten Monaten telefonierte ich immer mal wieder mit dem Norwegenfotografen Thomas. Er las erst nur unseren Blog, bekam davon schnell Nordlichtfernweh und sprang kurzerhand ins Auto und auf nach Norden. Wir trafen ihn bereits vor ein paar Tagen kurz auf einen Kaffee.
Jetzt hatten wir uns zusammen auf dem Parkplatz von Vinje verabredet, wo wir auf Elena trafen. Wir parkten unsere Autos und das Mobil, zogen die schwimmfähigen Anzüge drüber und verluden unser Gepäck in das Zodiac, allerhand Fotorucksäcke und Stative und ein paar Klamotten und auch etwas zum Futtern.
Ankunft auf der Insel
Elena erklärte schon auf dem Weg zur Insel sehr viel. Die kleine Insel ist zum Beispiel gar nicht klein. Sie ist nur etwas kleiner als die Nachbarinsel, daher also der Name. Wir konnten das vom Zodiac aus recht gut nachvollziehen.
„Erschreckt nicht, wenn ich jetzt dicht am Fels vorbeifahre?“ meinte Elena plötzlich und gab Gas. Wir legten uns schnittig in die Kurve und rasten tatsächlich auf den Felsen zu und ganz knapp daran vorbei. Hätte sie es nicht gesagt, mir wäre es wohl wirklich mulmig geworden. Diese Fahrweise ist wegen der verstreut vorhandenen Unterwasserfelsen nötig gewesen.
Wir werden von den drei Volontären, die bei der Arbeit auf der Insel helfen, empfangen. Legen im strahlenden Sonnenschein die Anzüge ab und strahlen dann selbst bis hoch zu unseren Ohren. Die Insel, der Leuchtturm, das Wetter, die Menschen – alles ist sowas von genial!
Eines der Gästezimmer
Wer von Euch errät, warum diese kleine Beule im Bett ist, bekommt eine Postkarte aus Norwegen!
Bibilothek und Aufenthaltsraum
Wir erklimmen die 209 Stufen zum Wohnhaus – Elena bittet uns, etwa in der Mitte inne zu halten um die Aussicht zu genießen! Ja, das hätten wir fast vergessen!
Zum Leuchtturm geht es noch weiter in die Höhe, und schauen die Zimmer an. Aus Leuchtturmwärterzeiten hat das Wohnhaus zwei Bereiche. Für die beiden Familien der Wärter gibt es jeweils einen Eingang. Auf der einen Seite findet sich jetzt Elenas Bereich und dort wohnen die Voluntäre, auf der anderen Seite ist der Einganz für die Gäste.
Was soll ich sagen? Nach wochenlanger Wohnmobiltour sieht ein Haus generell gut aus, doch das hier toppt einfach alles bisher gesehene! Die Zimmer sind bewußt sehr schicht gehalten, die Aussicht aus dem Fenster ist sowie der Magnet im Zimmer. Immer wieder stehe ich staunend da und genieße diese Aussicht!
Leben im Einklang mit der Natur
Elena meint, dass Thomas gleich mit zum Fischen kann. So viele Leute, die Hunger haben und der Supermarkt ist direkt vor der Tür! Man muss nur ganz kurz rausfahren mit dem Boot, die Angel reinhalten und dann unter Geruckel wieder hochziehen.
Thomas mit einem 9 kg Seelachs
Nikolai und eine Makrele
Gunter und ich zogen mit Kameras und Stativen über die Insel. Wir blicken auf die Berge der Lofoten, kleine Inselchen tummeln sich vor dem Bootsanleger, das Wasser ist still, der Blick weit, die Luft ach so frisch und sauber!
Sind wir gerade in einem Traum gelandet? Es könnte gut sein, weckt mich bitte nicht!
Nachtarbeit
Nach dem exzellenten Essen gemeinsam am großen Tisch mit ebenso gigantischer Aussicht funkelten die Sterne freundlich über unseren Köpfen. Klar, wir waren draußen.
Zwei Kameras bekamen etwas Arbeit für die Nacht. Ich legte mich hoch oben auf den Felsen einfach dazu. Ein winzig kleiner Nordlichtschimmer stand am Horizont, ich hatte also wenig Arbeit, genoss auf dem Rücken liegend in absoluter Stille das Himmelszelt. Dafür hatte ich mir bisher nie wirklich die Zeit genommen.
Bis sehr spät sicherte ich noch die Fotos und konvertierte aus Lightroom. Was für ein Tag, was für eine Nacht!
Elena hat es richtig gemacht. Sie lebt ihren Traum!
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2013/09/MG_5546.jpg467700Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2013-09-27 08:15:572022-03-18 10:44:54Ankunft auf dem Littleisland Lighthouse
In Henningsvaer fällt der typische, gut geschützte Hafen als erstes auf. Er bietet sich wunderbar als Fotomotiv an. Im Sommer sitzen hier die Maler und bannen das Motiv in Öl. Natürlich lichteten wir den Hafen auch ab. Das Bild wurde bereits im vorherigen Beitrag veröffentlicht.
Doch, wo sich so viele Boote tummeln braucht es auch mindestens einen Leuchtturm. Die kleinen rotweissen Türmchen finden sich ja öfters in Hafennähe. Hier im Ort trohnt jedoch ein weiterer richtiger Leuchtturm hoch oben auf den Felsen. Dieser befindet sich in Privatbesitz. Schon weit vor dem Aufstieg begrüßte uns das Schild, welches dieses kund tat. Leider war der Zugang mit einer richtigen Tür und dem Hinweis auf Videoüberwachung verschlossen. Ich hätte gerne mal nachgefragt, traute mich dann aber nicht.
Wir fotografierten den Turm von der Ferne, am Horizont zog die „kleine“ Hurtigrute vorbei. Auf dem Fussballplatz unterhalb kickten Jungs den Ball herum, ein Fuchs kletterte gemütlich über die Felsen und störte sich nicht am Trubel.
Ein altes Haus
Fischfabrik auf der Insel
Der Leuchtturm von Henningsvaer
Berge im Abendlicht
letztes Licht auf den leeren Fischgestellen
Hurtigrute
Der Leuchtturm gehört eine Künstlerin, die in Henningsvaer eine Galerie eröffnet hatte. Am nächsten Morgen versuchte ich sie dort an zu treffen, doch auch da hatte ich kein Glück. Aber, das wird noch – ich werde berichten, wenn ich etwas herausgefunden habe.
Vor zwei Jahren hatten wir in Kabelvåg eine Ausstellung – Lofoten Beaches. Sonntags besuchten wir Inger Anne Nyaas und Thor Erdahl und holten die restlichen Fotos ab. Die beiden bauen die Galerie Lille Kabelvåg weiter aus. Die Gebäude schmiegen sich an den Hügel an, unglaublich, wieviel Platz die Künstler nun für ihre Werke haben.
Inger Anne und Thor
Thor Erdahl vor einem seiner Werke
Zur Zeit gibt es auf den Lofoten ein weiteres großes Kunstprojekt – Lofoten International Art Festival. Wir sahen uns einen hoch interessanten Film „Leave it in the ground“ von Oliver Ressler über die Ölförderung auf den Lofoten an.
Esra war an diesem sonnigen Tag mit Heike auf den Vestfjord unterwegs. Sie berichtete, dass sie keine seismischen Messungen gehört hätten, aber die Wale immer noch nicht zu finden seien. Doch darüber bald mehr.
Heike Vester von Ocean Sounds
Esra und Heike fahren raus
Die Nacht war sternenklar, wir sahen aber kein Nordlicht. Waren aber wohl nur zur falschen Zeit draußen….
PS Schaut doch immer mal in Facebook vorbei, auch, wenn Ihr dort nicht angemeldet seid. Dort poste ich die aktuellsten Fotos, weil das schneller geht als der Text! Gestern Nacht hatten wir endlich Nordlicht!
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2013/09/GA_1592.jpg467700Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2013-09-13 13:00:042015-02-01 15:38:48Leuchtturm in Henningsvaer und Gallerie Lille Kabelvåg
So heftig Regen und Sturm in der Nacht auch tobten, morgens begrüßte uns bestes Sonnenwetter. Ich zog mehrere Lagen Wäsche an und lief mit schwerem Rucksack und Stativ los, wieder den Hügel gegenüber des Leuchtturms hoch. Das weiche Moos hatte sich mit Wasser vollgesaugt, das taten nun auch meine Füße. Die Socken waren schnell nass, was mich nicht davon abhielt, über den Hügel bis ans felsige Ufer zu laufen. Dort positionierte ich das Stativ dicht bei den Wellen. Wie immer :-) Ich wurde ständig von hinten nass gespritzt, schütze mit meinem Körper die Kamera. Was tut man nicht alles für ein gutes Foto?
Den Leuchtturm von Tranøy habe ich bereits im Sommer, Winter und im Herbst aufgenommen, noch nie aber mit Wellen. Jetzt war die Zeit dafür gekommen!
Wellen am Tranøy Fyr
Das typische weisse Geländer
Ebbe und Flut, das Leben unter Wasser
Esra kam mir entgegen. Wir hatten noch ein weiteres Experiment vor. Und zwar mit dr GoPro. Die Unterwassertauglichkeit wollte ich mir zur Verdeutlichung von Ebbe und Flut zunutze machen. Wir beratschlagten uns, fanden einen Metallstab im Matsch liegend, an der wir die Kamera befestigten. Das Wasser stieg, die Kamera war positioniert. Jetzt mußten wir nur noch warten!
Derweil liefen Gunter und ich nochmal zum Restaurant um mit Inger und Villy zu sprechen. Die beiden betreuen das Anwesen. Die Leute, die in der Nähe Hütten haben, würden gerne mal hier essen. Die meisten Gäste, im Restaurant und zur Übernachtung, seien Norweger. Aber es kämen auch viele Italiener und Deutsche. Ab Ende September ist jedoch alles geschlossen.
Hinter den Häusern gibt es eine weisse Mauer. Vor Jahren im August beobachteten wir hier das Spektakel der brütenden Küstenseeschwalben. Inger erzählt: „Das ist jedes Mal wieder spannend zu sehen, wie sich die Vögel langsam an den Felsen annähern. Sie tuen sich draußen auf dem Meer zusammen, baden ausgiebig, kommen dann auf die Felsen, gehen wieder, kommen zurück. Es scheint ein kompliziertes Ritual zu sein. Irgendwann schaffen sie es dann. Während sie brüten essen und trinken die Vögel anscheinend nichts. Die Küstenseeschwalben suchen die Nähe zu Siedlungen und Menschen. Sie werden von allen Raubvögeln bedroht und sind daher im Schutz der Häuser sicherer.“
Inger und Villy bauen den Vögeln sogar kleine Häuschen, die sie gerne nutzen.
Jetzt ist es wieder ruhig am Tranøy Fyr. Die Gruppe, die gestern hier übernachtet und deren Gelächter beim Frühstück über das ruhige Wasser schwebte, ist abgereist, außer uns waren keine Besucher mehr da.
Im Leuchtturm
Mit Villy besteigen wir den Leuchtturm. Zum ersten Mal sehen wir ein Nebelhorn im Innern des runden, gusseisernen Gebäudes. Die Druckbehälter sind gewaltig, aber nicht mehr in Benutzung. Oben gibt es ein kleines Guckloch, sah man früher dadurch die Berge nicht mehr, war es an der Zeit, das Nebelhorn anzuwerfen.
Wir liefen entlang der Fresnellinse, die letzte Woche erst ausgetauscht wurde, dann traten wir hinaus an die frische Luft. Der Blick schweift von oben herab über die ganze Region. Da muss ich leider wieder zu einem meiner Lieblingsworte hier im Bericht greifen: traumhaft!
Wir liefen ans Mobil zurück und Esra grinste breit. „Ich sagte doch, dass das eine super Idee ist mit dem Zeitraffer auch Unterwasser!“. Ha, ich hab immer die tollen Ideen und dann sind sie alle stolz. Wir hatten aber auch Spaß am Filmchen. Es eröffnet einfach eine neue Sichtweise.
Wir überlegte, noch eine Nacht zu bleiben, entschieden uns jedoch dagegen, weil wir Heike Vester auf den Lofoten treffen wollten.
Die Fähre von Skutvik nach Svolvaer
Wir kauften Lebensmittel ein und fuhren dann nach Skutvik zur Fähre. Diese Fährfahrt machten wir bereist mehrmals und sie ist eine der Schönsten. Der Stopp in Skrova bietet mit den traditionellen Rorbuer Hütten, typisch norwegische Fotomotive. Der Leuchtturm der Insel sitzt fotogen aber ansonsten unerreichbar auf einem Felsen. Bei schönstem Wetter blieben wir die zwei Stunden draußen im Freien und genossen den Blick auf die näher kommenden Lofotenberge, die im Licht der Abendsonne perfekte Motive boten. Was für eine Fährfahrt!
Bei der Abfahrt hatten wir erfahren, dass diese Strecke eventuell aufgegeben werden soll. Das wäre sehr schade. Seit es die Strasse zu den Lofoten gibt, werden die Fähren wohl nicht mehr so intensiv genutzt. Meiner Meinung nach ist die Ankunft auf einer Inselgruppe übers Meer doch wesentlich angenehmer und authentischer als durch einen muffigen Tunnel.
Ankunft der Fähre in Sktuvik
Auf der Fähre
Häuser auf der Insel Skrova
Der Leuchtturm vor Skrova
Die Lofotenberge
Licht und Berge
Die Lofotenberge im Abendlicht
Wir fuhren direkt nach Henningsvaer, saßen noch lange mit Heike zusammen und schliefen dann nach der schlaflosen Nacht im Sturm, den Schlaf der Gerechten.
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2013/09/GA_1117.jpg467700Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2013-09-08 23:35:122022-10-24 09:19:12Tranøy Fyr und der etwas andere Zeitraffer-Film
Unser nettes Plätzchen am Fjord hatten wir in der Dunkelheit gut gewählt. Wir blickten auf klares Wasser, träge schwankenden Tang und ein kleines rotes Leuchttürmchen am Straßenrand. Während das Wasser für den Kaffee heiß wurde, waren wir alle am Ufer. Gunter und ich mit dem Fotoapparat in der Hand, die Kids einfach nur so.
Jetzt waren es nur noch ca. 10 km zum großen Leuchtturm.
Der Leuchtturm bei Tranøy ist einer den schönsten Leuchttürme, die wir kennen. Das liegt vor allem an der außerordentlichen Lage. Ein 250m langer Steg führt über Felsen und kristallklares Wasser zum Leuchtturm, dem Restaurant und den Häusern, in denen früher die Leuchtturmwärter, und heutzutage bis zu 40 Touristen wohnen.
Perfekt zur Kulisse passendes Bilderbuchwetter verwöhnte uns. Natürlich liefen auch wir wieder über den Steg. Im Restaurant traf ich auf Inger und Villy, die den Sommer über das Anwesen betreuen. Die beiden waren schwer beschäftigt, sie erwarteten Übernachtungsgäste für den Abend. Wir verabredeten uns auf später.
Tranøy Fyr und Tang
Eine nette Bekanntschaft
Zurück am Parkplatz sprach mich eine Frau an, die bereits vorher freundlich grüßend an uns vorbeigeradelt war. Wir werden nicht sehr häufig angesprochen, meist fange ich die Gespräche an. Nach wenigen Minuten lud sie uns zum Kaffee ein, was wir dankend annahmen.
Das Wohnmobil durch namenlose Schotterwege zu manövrieren war eine Herausforderung, vor allem aber, weil wir uns verfuhren. Endlich an der Ferienhütte angekommen, machte sie eher den Eindruck eines ausgewachsenen Hauses. Genial, so einen eleganten Rückzugsort in die Natur zu haben. Bei einer Tasse Kaffee, Waffeln und Moltebeeren unterhielten wir uns angeregt. Der berühmteste Deutsche dieser Region ist übrigens Horst Tabbert (Derrick), der auch eine solche Hütte in Hamarøy bewohnte.
Die Kids und einer der kleinen Bäume. Der Wald war etwas ganz Besonderes, eine Art Bonsai Wald!
Die Wanderer
Im Wald
Die verlassene Fischfabrik
Das ehemalige Büro
in der verlassenen Fischfabrik
in der verlassenen Fischfabrik – allerlei Werkzeug
Ein kleiner See im Hamaroy – das war der See, der das Eis für die Lofotenfischerei lieferte!
Eine kurze Wanderung
Arnt Egil, der Hausherr lud uns zu einer kurzen Wanderung ein. Unweit der Hütte stand ein verfallendes Fischerhaus, welches wir inspizierten. Danach liefen wir gemeinsam durch einen fantastischen Wald mit krummen kleinen Bäumen, farbenfrohen Moosen und Flechten den Hang hinauf. Auf dem Hügel angelangt schauten wir über ein malerisches Tal, welches noch vor wenigen Jahren Farmland, nun aber verlassen war.
Unsere Gastgeber aus Oslo erzählten, dass die Region immer einsamer würde. Die meisten Menschen ziehen weg. Der Schulweg ist mühsam für die Kinder, weil immer mehr Schulen geschlossen, wird der Weg weiter und weiter. Die beiden haben ihre jüngsten Enkel zu Besuch, die sie für die Natur und die landschaftliche Schönheit begeistern wollen.
Froh, Arnt Egil und Gunhild kennengelernt zu haben, und dankbar für die Führung verabschiedeten wir uns herzlich von den beiden und kehrten zurück zum Leuchtturm.
Ein besonderer Ort: Tranøy
Skulpturlandskap in Tranøy
Im Hafen von Tranøy
Klares Wasser mal wieder
Regenwetter und eine stürmische Nacht am Leuchtturm
Dort hingen bereits schwere Wolken am Himmel. Es fing an zu nieseln und der Wind blies biestig kalt, als wir den Hang gegenüber dem Leuchtturm hinaufwanderten. Wir schafften es gerade noch so zurück zum Wohnmobil, da schüttete es richtig und der Wind wuchs zur Sturmstärke an. Er heulte und pfiff und schüttelte kräftig an unserer Kiste. Aus Nachtaufnahmen wurde darum leider nichts.