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Felsen und klares Wasser

Die Wanderung entlang der Küste der Ile Renote ist eine der schönsten der Cote de Granit Rose. Wir empfehlen sie immer als Einstieg, wenn uns andere Reisende nach den Sehenswürdigkeiten an der Rosa Granit Küste fragen. Es sind nur etwas mehr als zwei Kilometer einmal um die Insel herum, doch diese Küste ist sehr abwechslungsreich und gerade auch für fotografisch Interessierte ein absolutes Highlight.
Auf der Ile Renote findest neben bizarren Felslandschaften auch Strände mit klarem, durchscheinendem Wasser, das im Sommer zum Baden einlädt. Jetzt im Frühling sind die Badetemperaturen eher was für abgehärtete Elemente oder für den Einsatz eines Neopren-Anzugs. Besuche die Ile Renote unbedingt einmal bei Ebbe und einmal bei Flut. Der Strand wirkt dabei total unterschiedlich. In den Abendstunden bist du gewöhnlich fast ganz allein auf der Insel unterwegs. In dieser Zeit färben sich die Felsen im weichen Licht der untergehenden Sonne rot und orange und, zahlreiche Kaninchen hoppeln dir über den Weg.

Klares Wasser, Ile Renote

Klares Wasser, Ile Renote

 

Eigentlich eine Gezeiten-Insel

Die Ile Renote war einst eine Gezeiteninsel. Daher heißt sie auch Ile Renote statt Presqu’ile Renote, was für eine Halbinsel der passendere Ausdruck wäre. Im Jahr 1885 wurde ein Damm aus Fels und Sand aufgeschüttet und die Insel mit einer darüberführenden Straße mit dem Festland verbunden. Jetzt können Besucher bequem mit dem Auto zur Insel fahren. Natürlich kommst du auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß rüber. Der erste Eindruck, den du als Besucher hast, ist der große Parkplatz auf dem Damm. Der sieht nicht sehr ästhetisch aus aber lass dich davon nicht abschrecken.

Gabi bei der Arbeit, Ile Renote

Gabi bei der Arbeit, Ile Renote

Das erwartet dich auf der Ile Renote

Von der Ile Renote aus siehst du in der Ferne die sieben Inseln, das Schloss Costaérès und den Leuchtturm Men Ruz mit dem Eiffelhaus. Vom nördlichen Strand fällt der Blick unweigerlich auf Le Dé. Das ist der berühmte natürliche Granitwürfel, eines der Wahrzeichen der Cote de Granit Rose. Zur der Parkplatzseite abgewandten Meerseite hin ist die Küste viel wilder als zur südlich liegenden Bucht oder zum nordseitigen Strand hin. In diesem Granitchaos, wie die Franzosen solche Felsanhäufungen nennen, findest du tausende Details und interessante Aus- und Ansichten.

Ein Loch ist im Felsen

In einige dieser Felsen haben Meer- und Regenwasser runde Löcher hineingefressen. Die heißen dann „Bidets der Jungfrauen,“ „Teufelsspuren“ oder „Malerpalette,“ In der Malerpalette geht das Loch voll durch, das ist für den Daumen des Gigantischen Malers gedacht. Hier machen die meisten Touristen Erinnerungsfotos, wie sie in dem Loch stecken. Haben wir aber nicht gemacht!
Dieses Felsenchaos solltest du mal zu unterschiedlichen Tageszeiten besuchen. Der Unterschied zwischen Mittags- und Abendlicht, zwischen sonnig und bedeckt, ist krass.

In der Bucht zwischen der Ile Renote und der Küste vor Tregastel liegen zahlreiche Felsen verstreut im Watt herum und dazwischen viele Segel- und Freizeitboote. Die Bucht ist bei Ebbe zu Fuß durchquerbar, du solltest allerdings die aktuelle Gezeitentabelle im Kopf haben.

Malerpalette, Ile Renote

Malerpalette, Ile Renote

Felsen auf der Ile Renote

Die Gezeiten-Insel vor der Ile Renote

Bei Ebbe kannst du ebenfalls die der Ile Renote vorgelagerte Gezeiten-Insel erkunden. Ein erhöht liegender Sandstreifen ermöglicht halbwegs trockenen Fußes den Weg dorthin. Hier findest du weitere grandiose Felsformationen zum Bestaunen und Beklettern. Auf dieser Strandseite der Ile Renote musst du aber noch mehr Ebbe- und Flutzeiten im Blick behalten. Die Strömung zwischen der Ile Renote und dieser Felsgruppe ist bei hereinkommender Flut sehr stark. Das hereinströmende Wasser unterspült den Sand, und es bildet sich gefährlicher Treibsand, in dem man leicht feststecken kann. Und das Wasser steigt weiter. Am Parkplatz stehen Warnschilder in drei Sprachen, die auf die Gefahr hinweisen. Nimm diese Warnungen nicht zu leicht!

Napfschnecken, Ile Renote

Napfschnecken, Ile Renote

 

Durch das Granitchaos wandern

Der Küstenweg der Ile Renote ist als Rundwanderung angelegt. Nach dem langen Nordstrand und dem Granitchaos führt der Weg durch das bewaldete Innere der Insel. Zum Teil sehr enge Pfade schlängeln sich durch Bäume und Felsen. Um zwischen aneinandergelehnten Granitblöcken durchzukommen, mussten wir schon unsere Fotorucksäcke abnehmen. Gegen Ende der Rundwanderung hast du wieder die Bucht von Tregastel vor Augen, mit ein paar schönen Aussichtspunkten am Wegesrand.
Kurz vor dem Parkplatz ist so eine Art kleiner Hafen. Da liegen Boote nahe bei den grün und gelb bewachsenen runden Granitfelsen, zwischen denen du bei Ebbe herumwandern kannst.

 

Ile Renote bei Ebbe, Abends

Ile Renote bei Ebbe, Abends

 

Die Farne kommen, Frühling auf der Ile Renote

Die Farne kommen, Frühling auf der Ile Renote

 

Idyllischer Campingplatz nahe Dinard

Über eine Woche haben wir schon autark gewohnt, ohne Stromanschluss, ohne externe Sanitäranlagen. Kameras und Notebooks sind stromhungrig, und unsere Solaranlage kommt bei dem Bedarf gehörig ins Schwitzen. Die Bordbatterien könnten mal einen Boost von einem Stromanschluss vertragen und wir sehnen uns auch nach einer richtigen Dusche. Ein Campingplatz muss her!
Als wir noch mit drei Teenagern unterwegs waren, konnten wir uns auf langen Reisen Campingplätze nur hin und wieder leisten. Die Gebühr wird gewöhnlich pro Person, Hund und Mobil gerechnet. Da waren wir oft mit 40 Euro und mehr dabei. Auf langen Touren von mehreren Monaten ist das von unserem Budget her nicht machbar.  Wir haben Dinard bisher noch nie genauer unter die Lupe genommen. Das lag auch an einem fehlenden Wohnmobilstellplatz in Stadtnähe.

Jetzt können wir uns den Luxus ohne Gewissensbisse leisten. Wie es kommt, dass wir zwar Ruhe gesucht haben, aber uns trotzdem die Füße platt laufen, liest du in diesem Beitrag.

Dinard – das Cannes of the North

Auf der anderen Seite der Rance-Mündung liegt das Gegenstück zu Saint Malo, Dinard. Ende des 19. Jahrhunderts erlangte Dinard als bevorzugtes Seebad der britischen Oberschicht große Bekanntheit. Aus dieser Zeit stammen auch die auf den Küstenklippen thronenden imposanten Villen und die Nobelhotels. Diesem Umstand hat der Badeort den Spitznamen „Cannes of the North“ zu verdanken. Dieser Name wiederum hat eine Reihe von Berühmtheiten angezogen: Winston Churchill, Oscar Wilde, Alfred Hitchcock, Pablo Picasso, Claude Debussy und viele andere. Hier findet jeden Oktober das Festival of British Cinema statt.
Auch heute noch hängt Dinard das Flair des Mondänen, Exklusiven an. Was auch mit ein Grund ist, warum wir bisher einen Bogen um die Stadt gemacht hatten. Als Naturfotografen ist das nicht ganz unser Ding, als Reisefotografen schon eher.
Ein weiterer Grund sind die engen Straßen der Innenstadt, in denen wir uns in der Anfangszeit unserer Bretagne-Touren einmal ziemlich verfransten. Dieser Stress, da mit unsere großen Kiste im Verkehr in den engen Gassen fast festgefahren zu sein, liess uns die letzten Jahre in einen weiten Bogen um die Stadt herum fahren.

Küstenweg in Dinard

Küstenweg in Dinard

Wo ein Wille ist – ist auch ein Küstenweg

Jetzt haben wir aber einen meernah gelegenen, einfachen und günstigen Campingplatz an der Westseite von Dinard gefunden. Der Camping Port Blanc liegt sogar direkt an einem Strand.
Nach dem Einchecken und Einrichten holen wir uns am Boulangerie-Mobil am Eingang noch ein Baguette, und dann machen wir uns gleich auf Richtung Innenstadt. Nicht über die Gassen von Dinard, sondern über den Küstenweg, der ein Teil des bretonischen Fernwanderweges GR 34 ist. Wir denken, na dann wandern wir mal schnell nach Dinard. Wie sich schnell herausstellt, ist die Hauptsehenswürdigkeit der Region der Küstenwanderweg. Was für eine fantastische Wanderung! Dies ist einer der schönsten Abschnitte, die wir bisher gelaufen sind und so ganz anders als die anderen Stecken, wie zum Beispiel die Cote Granit Rose. Mal laufen wir unterhalb, mal oberhalb der steilen Klippen, auf und ab und wieder ein Stück geradeaus geht es direkt am Meer entlang, meist auf den betonierten Wellenbrechern, die jeder Bucht und jedem Vorsprung folgen.

Über uns am Klippenrand hängen gefährlich randnah verspielte Villen aus der Belle Epoque-Ära, neben uns rauscht das blaue und türkise Meer und um uns herum fliegen und kreischen die Möwen. Die schroffe Fels- und Klippenlandschaft wird immer wieder mal von einem Sandstrand unterbrochen, in der Ferne machen wir einige Leuchttürme und Saint Malo aus, und Segelschiffe bilden einen herrlich weißen Kontrast zum blauen Meer.

Wir fragen uns, ob schon einige der Villen die Klippen hinuntergerutscht sind, so gewagt balancieren einige der Gebäude an der Felsenkante. Eine Villa hat sich keck so weit vorgewagt, dass sie mit Pfeilern und Bogenkonstruktionen abgesichert werden musste. Dafür hat der Besitzer wahrscheinlich den besten Blick auf die Promenade Claire de la Lune.
Dieser Weg am Meer entlang ist mit seinen vielen Windungen natürlich um Einiges länger als der Weg durch die Stadt, bietet aber unvergleichlich viel mehr Eindrücke. Gegen Ende unserer Tour blicken wir über die Rance- Flussmündung auf die Mauern von Saint Malo und dann taucht auch der Stadtstrand von Dinard auf, mit seiner Promenade du Claire du Lune, der berühmten Mondscheinpromenade.

Natur und Kultur

Der stadtnahe Teil der Promenade am Strand entlang ist so ein bisschen wie ein Kulturschock nach der grandiosen Natur-Erfahrung des Küstenweges. Da wirkt sie irgendwie beengt und überfüllt, touristisch. Nicht ganz so unser Fall. Wir gehen kaum in Restaurants essen, von daher reizt uns das unüberschaubare Angebot an Restaurants, Creperien, Rotisserien und Bars überhaupt nicht. Wir schauen uns trotzdem ausgiebig um, aber die teuren Villen und Luxushotels wirken irgendwie unnahbar. Etwas hinter der Promenade sieht Dinard aus wie jede andere beliebige Stadt.
An der Küste aber ist es genial zu sehen, wie nah Kultur und Natur hier verwoben sind. Jeder Tourist kann sich heraussuchen, welches Angebot er nutzen möchte. Wir sind naturliebend und finden überall an der bretonischen Küste paradiesisch schöne Meereslandschaften und reizvolle Fotomotive.

Stadtstrand in Dinard

Stadtstrand in Dinard mit Luxusvillen

 

Gezeitenschwimmbad in Dinard

Gezeitenschwimmbad in Dinard – ein Panorama aus fünf oder sechs Hochformat Fotos

 

Soweit die Füße tragen

Abends bei der Entscheidung für den Rückweg fragen wir uns: sollen wir den kurzen Weg durch die Stadt oder wieder den längeren Küstenweg nehmen? Logisch! Es wird wieder der Küstenweg. Und jetzt wird uns in der hereinbrechenden Dämmerung bewusst, wie viel länger der Küstenpfad doch ist. Jetzt ist die Landschaft in weiches Abendlicht getaucht, die Flut kommt näher und näher. Alles sieht vollkommen anders aus. Die Wanderung dauert noch länger, weil wir hier und da den Ausblick genießen und sehr viel fotografieren. Die Sonne hat sich schon längst hinter dem Horizont verkrochen, da kommen wir mit noch wachem Geist aber müden Beinen und plattgelaufenen Füßen an unserem Campingplatz an. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.

Wir fühlen uns auf dem Campingplatz sehr wohl und haben einen Strand direkt vor der Tür. Endlich ist das Mobil nicht mehr so klamm, es reicht, die Heizung auf schwacher Stufe laufen zu lassen, um die Feuchte auszutreiben. Wir haben abends ausgiebig geduscht und dann noch die Fotoausbeute des Tages gesichert .
Am nächsten Morgen laufen wir zur Abwechslung durch die Straßen der Stadt zur Mondscheinpromenade, wir hoffen auf günstiges Licht für die städtischen Motive. Der Weg durch Dinard ist  um Längen langweiliger. Die Bäume blühen zwar, was schön anzusehen ist, aber es bleibt bei unserem Eindruck. Wir mögen die Küste und den Campingplatz lieber, Dinard ist fotografisch für uns nicht wirklich interessant, die Innenstadt wirkt irgendwie beliebig und gewöhnlich. Trotzdem sind wir froh, Dinard endlich einmal intensiver angeschaut zu haben.

Blütenpracht in Dinard

Blütenpracht in Dinard

Baum mit Stein – Pointe de la Malouine

Baum mit Stein - Pointe de la Malouine

Baum mit Stein – Pointe de la Malouine

 

Baum mit Stein - Pointe de la Malouine

Baum mit Stein – Pointe de la Malouine

Eines möchten wir noch erwähnen: Wir wandern so auf dem Wellenbrecher entlang, da taucht vor uns am Pointe de la Malouine eine seltsam anmutende Erscheinung auf. Über uns steht ein Baumgerippe, in dessen Verzweigung ein fetter Granitblock balanciert. Wir fragen uns: Wie kommt der Fels in den Baum? Und wie kann ein toter, schwacher Baum das Gewicht tragen? Ist das was natürliches?

Nein, das ist keine Laune der Natur, sondern ein Kunst-Installation, wie wir herausgefunden haben. 13 Meter hoch und 6 Tonnen schwer musste dieses Kunstwerk für die Errichtung per Last-Helikopter zur Villa Greystones geflogen werden. Das Gebilde ist von dem berühmten italienischen Künstler Giuseppe Penone geschaffen worden, dessen Vorliebe die Materialien Holz und Stein sind. Fotografisch finden wir diese Installation sehr interessant.

Die Installation steht dort anstelle einer Statue von Zinédine Zidane, dem berühmten Fußball-Nationalspieler, gegen deren Errichtung sich einige Dinarder Bürger mokiert hatten. Fussballfans wissen natürlich von der zweifelhaften Berühmtheit Zinédine Zidanes. Der mehrfach zum Weltfussballer des Jahres gewählte Superstar hatte bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland im Endspiel gegen Italien einen Gegenspieler per Kopfstoß schachmatt gesetzt un wurde dafür des Feldes verwiesen.

 

Dinard

Dinard – Häuser an der Küste

 

Hoch über den Klippen in Dinard

Hoch über den Klippen in Dinard

 

Goldene Wellen

Wir verbringen den Rest des zweiten Tages am Meeresufer, und abends rollen die Wellen im allerbesten Abendlicht an den Strand. Ich stehe da mit dem Teleobjektiv und freue mich nach einer so langen Zeit mich wieder der Wellenfotografie widmen zu können. Und ich bin froh, direkt so vom Meer beschenkt zu werden. Das Licht und die Wellen passen wie der Deckel auf den Topf. Einfach toll!

Fototipp: Details

Der Himmel ist an diesem Abend wolkenlos also fotografisch langweilig . Das Licht ist für die Landschaftsfotografie zu hart, der Kontrast von Licht und Schatten sehr hoch. Gunter meint, pack die Kamera ein, das wird heute nichts mehr. ABER das fotografieren von Details funktioniert auch bei solchen Lichtbedingungen. Gewöhnlich kannst du dafür in solchen Situationen das Teleobjektiv herausholen. Für mich als Wellenliebhaberin sind das die perfekten Bedingungen. Ich fotografiere bis die Sonne geht, dann gehe ich auch.

Goldene Wellen

Goldene Wellen in Port Blanc

 

 

Fototipps für Wellenfotografie

Saint Malo – Sehenswürdigkeiten für Fotografen

In Dieppe verzögert sich unsere Abfahrt, die Ver- und Entsorgung des Mobils dauert ewig lange. Die Fahrer eines klitzekleinen Autos aus Belgien übernachteten auf einem der beiden Serviceplätzen. Als wir endlich dran sind und Gunter gerade die Toilettenkassette leert, drückt ein Franzose auf den Spülknopf. Gunter macht einen Riesensatz zur Seite und schimpft wie ein Rohrspatz. Wer wird schon gerne mit Spülwasser fragwürdiger Konsistenz geduscht. Wir sind also viel später losgefahren als gewollt, und die Fahrt nach Saint Malo braucht auch mehr Zeit als gedackt. Der von uns ausgesuchte Camping/Stellplatz in Rotheneuf ist bei unserer Ankunft gegen 16 Uhr schon voll belegt, so ein Sch… Vor drei Jahren waren wir auch hier, und der parkähnliche Stellplatz hatte uns sehr gut gefallen. Saint Malo ist mit dem Rad erreichbar, zwar etwas mühsam, weil einige Steigungen zu bewältigen sind – nochmalerweise kein Problem, mit dem Fotorucksack abends spät und körperliche müde von einer langen Fototour durch Saint Malo doch mühsam.

Durch Zufall erwischen wir den besseren Stellplatz

Wir schnappen uns etwas näher an der Stadt auf dem asphaltierten Stellplatz/Parkplatz an der Avenue Colette gerade noch den allerletzten Platz. Sagen wir es so: Wir quetschen uns mit grenzwertigem Abstand zwischen zwei Mobile.
Und im Nachhinein ist dieser Platz die bessere Wahl.
Was wir ein Glück haben, selbst beim Zuspätkommen! Wir müssen nun weniger weite Wege nach Saint Malo bewältigen, ein wunderschön diverser Strand wartet direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf uns und die Kameras. Und nur wenige hundert Meter hinter dem Stellplatz steht der kleine Leuchtturm Phare de Rochebonne, den wir damals nicht gefunden hatten.

Die nächsten Tage radeln wir morgens und abends nach Saint Malo und suchen nach Motiven, die wir bei unseren letzten Besuchen nicht entdeckt hatten. Nun, es wird sich herausstellen, dass es auch diesmal nicht klappt. Gewisse Motive sind einfach nicht planbar. Das Wetter, Ebbe und Flut, die Tageszeiten, das ganze Zusammenspiel ändert sich ständig. Ein wenig Glück gehört natürlich auch dazu, dass endlich einmal alles zusammen passt. Dazu hilft es natürlich, wenn man länger an einer Stelle und frühzeitig vor Ort ist und nicht erst los radelt, wenn es schon interessant aussieht.
Wir laufen mehrmals zum Phare de Rochebonne, ideal ist das Licht nicht, aber ganz nett für Fotos des kleinen, eher unscheinbaren Turms. Jetzt wissen wir jedenfalls, wo er steht.

Phare de Rochebonne

Phare de Rochebonne

 

Phare de Rochebonne

Phare de Rochebonne

 

Phare de Rochebonne

Küstenbäume, Rotheneuf

Der Strand vor der Womotür braucht Zeit und Licht

Der Küstenabschnitt direkt unterhalb des Parkplatzes wirkt am ersten Tag sehr trist. Eine dichte Wolkendecke hängt am Himmel und nichts leuchtet, kein Wasser, kein Tang, selbst die Muscheln liegen nur gelangweilt im Sand herum. Naja, denken wir uns – es gibt schönere Strände. Wir schwingen uns auf die Räder und erkunden Saint Malo.
Doch während der nächsten Tage, wir bleiben gleich vier Nächte hier, sieht der Strand nicht nur jedes mal ganz anders aus. Nein: Der ist wirklich wunderschön. Wenn das Wetter passt und die Flut hochsteht, ein paar kleine Boote dahin tuckern und der Himmel mit einem strahlenden Blau mit dem Türkisblau des Wassers harmoniert, dann wirkt der Strand ganz plötzlich wunderschön. Wir wandern entlang der Küste über teils betonierte Pfade und über Stock und Stein und staunen über diese abwechslungsreiche Küste. Hier und da ragen extrem fotogen ein paar Bäume über dem Meer. Ich kann mich gar nicht sattsehen dran.

Nur ein paar Meter weiter finden wir nicht nur alte Bunkeranlagen. An der steinigen Felsenküste geben die Blumen ihr bestes, auch noch gelb und rosa und rot und violett in den Farbtopf der Natur zu werfen. Was für eine Wohltat für die Augen und was für ein Kontrast zur Stadt. Und diese beiden Locations liegen nicht einmal sieben Kilometer auseinander.
Ja, hier lohnt es sich, tagelang zu bleiben und auf Entdeckung zu gehen.

Die Blüten an der Küste fotografieren wir mit der Fokusstacking-Methode. Wir schrauben die Graufilter auf die Kamera und belichten 30 Sekunden lang. Dann stellen wir den Fokus einmal auf die fernen Felsen, einmal auf das Meer in der Mitte und dann auf die Blüten. Die werden dann im Wind natürlich trotzdem nicht wirklich knackscharf. Das Ganze machen wir logischerweise auch ohne Graufilter aber auch mit den drei Aufnahmen für die optimale Schärfe. Ich schaffe es nicht, die Fotos unterwegs optimal zu entwickeln. Verzeiht, wenn ich einmal das falsche Foto mit der suboptimalen Schärfe erwische, oder wenn einmal der Horizont kippt. Die Bildoptimierung ist mit dem Notebook so lahm, die Software ist eher was für den Desktop-PC oder die mobile Workstation. Dazu kommt, mich hält es nicht lange im Wohnmobil, ich will immerzu raus in die Natur.

Jedenfalls macht es uns viel Freude, endlich wieder ganz entspannt ausgiebig Langzeitbelichtungen anzufertigen.

Langzeitbelichtung in Rotheneuf

Langzeitbelichtung auf dem Küstenweg vor Rotheneuf

 

Langzeitbelichtung in Rotheneuf

Langzeitbelichtung des weißen Turms bei Rotheneuf

 

Eiskalter Meernebel in Saint Malo

Gleich am ersten Abend in Saint Malo erleben wir eine außergewöhnliche Lichtstimmung. Wir radeln über die Promenade und blicken bei Flut auf die gewaltigen in den Strandboden gerammten Baumstämme, die als Wellenbrecher dienen. In der Ferne umschließen niedrig hängende Wolken die beiden vorgelagerten Inselfestungen. Wie sich kurz darauf herausstellt, sind das keine Wolken, sondern eine gewaltige Nebelbank, die sich mit hoher Geschwindigkeit Saint Malo nähert. Schon kurz darauf umhüllen uns nasskalte Nebelschwaden, die Temperatur sinkt dramatisch. Dazu kommt eine steife Brise. Darauf waren wir kleidungstechnisch nicht eingestellt und frieren uns einen ab. So etwas reduziert doch den Spaßfaktor nicht unsignifikant.

Meernebel kommt mit hoher Gescwindigkeit, Saint Malo

Meernebel kommt mit hoher Geschwindigkeit, Saint Malo

 

Ein kurzer Moment Sonne, dann liegt Saint Malo in Nebel

Ein kurzer Moment Sonne, dann liegt Saint Malo in Nebel

 

Gegenlichtaufnahme in Saint Malo

Gegenlichtaufnahme in Saint Malo mit den wellenbrechenden Baumstämmen

 

Kurze Langzeit mit der Canon R5 Freihand

Kurze Langzeitbelichtung der Wellenbrecher mit der Canon R5 Freihand

Beim letzten Foto war es nicht möglich relativ schnell das Stativ auf den rutschigen Stufen an der Hafenmauer aufzubauen. Ich versuchte mit der neuen Canon R5 einfach eine kurze Langzeitbelichtung aus der Hand und dank des erstaunlichen Stabilisators im Objektiv und in der Kamera klappte das ganz wunderbar. Manchmal muss es einfach schnell gehen und ich bin dankbar über diesen Fortschritt der Technik!

Unfreiwillige Dusche

Wir kommen nicht umhin, wieder an dem Nord-Tor die Wellen während der hohen Flut zu fotografieren. Eigentlich haben wir von diesem Motiv schon sehr gelungene Aufnahmen. Und wir sollten uns auf die Suche neuer Motive machen, aber irgendwie macht das Spaß dort zu stehen und dem Tanz der Wellen zuzusehen. Der steile Aufgang ist dort geriffelt, damit man auf den nassen Beton nicht ausrutscht. Diese Riffel sorgen auch dafür, dass die Wellen beim Zurücklaufen des Wassers lustig hinunterhüpfen.
Ich stehe am Geländer und beobachte das Meer und die Wellen schon eine ganze Weile. Einen Moment nicht hingesehen, da erwischt mich eine Welle ziemlich heftig. Ich kann die Welle, die von der Seite kommt, nicht gut sehen. Sie schwappt die Mauer hoch und ladet ihre Wasserfluten über meinem Kopf ab. So eine Scheiße! Ich bin klatschnass. Das ärgert mich außerordentlich, denn es ist mir in den letzten 20 Jahren Küstenfotografie noch nie in dieser Art passiert. Und dieses Mal habe ich die neue und meine bisher teuerste Kamera, die Canon R5, in der Hand und die ist danach auch klatschnass! Ich hoffe, dass es der Wahrheit entspricht, dass sie sehr gut abgedichtet ist. Wir trocknen die Kamera natürlich sofort ab, im Mobil reibe ich sie dann mehrmals mit einem feuchten Tuch ab. Über Nacht schließe ich die Kamera in einen mit Reis gefüllten Topf ein. Es geht glücklicherweise gut. Uff, Glück gehabt. Aber der Schrecken sitzt an diesem Abend tief.
Nach der Dusche radeln wir in der Nacht wie der Wind die sechs Kilometer den Hügel hoch zum Mobil. Meine Rückseite ist klatschnass, der Wind und die Luft sind kalt und ich friere wie ein Schneider und muss mich warm fahren. So schnell waren wir noch nie.
Ich werde in Zukunft noch vorsichtiger sein müssen, damit mir sowas nicht noch einmal passiert. Etwas peinlich das Ganze, weil ich immer wieder in unseren Berichten und Büchern davon rede die Wellen immer im Blick zu haben und dann selbst nicht gut genug aufpasse. Auf der anderen Seite, bin ich ständig draußen. Ich nutze die Kameras, die wir haben sehr ausgiebig, da scheint statistisch auch eher einmal was passieren zu können.

Hohe Flut in Saint Malo

Hohe Flut am Nordstrand Saint Malo, 1/25 Sekunde und nasse Füße

 

Wellen in Saint Malo

Saint Malo, Bretagne – auch so eine Freihand-Langzeitbelichtung, es war unmöglich das Stativ hier aufzubauen

 

Was wollen wir noch alles in Saint Malo fotografieren?

Mir ist es wichtig, dass ich Fotos der gewaltigen Pfähle die zur Flutabwehr am Strand stehen von unten in gutem Licht aufnehmen kann. Es klappt nicht. Die Wasserfluten scheinen den ganzen Tag über draußen auf dem Meer zu sein und es tut sich nichts am weiten Strand. Scheinbar. Und dann ist sie immer so schnell da, dass es mir zu gefährlich ist, unten auf dem Strand zu stehen. Außerdem haben wir die Gezeiten nicht gut bedacht. Morgens und abends ist Flut und tagsüber Ebbe. Beim nächsten Besuch werden wir die Gezeitentabellen auf dem Plan haben. Das klappt hoffentlich auf der Rückreise.

Motive finden sich in Saint Malo überall, wenn man die Augen aufhält. Vor allem muss das Licht stimmen. Wir hatten bei einem unserer ersten Besuche morgens eine weiche, leicht neblige Stimmung. Die kommt dieses Mal nicht. Also passen die Motive, die wir im Hinterkopf haben nicht dazu. Ich denke, das ist auch das Problem, wenn sich Reisende per Instagram auf eine Fototour vorbereiten. Man ist enttäuscht, wenn man ankommt und es sieht anders aus als in der Vorstellung. Das kann dazu führen, dass man all die anderen Motive nicht wahrnimmt und so verpasst.
Wir machen uns also locker. Noch sind wir dabei, uns nach der langen Reisepause wieder richtig intensiv in die Reisefotografie hineinzufinden, und stellen unsere Fotosinne auf sensibel. Herrlich. In der Wahrnehmung zu sein und alles aufzusaugen, was sich an Sinneseindruck anbietet.
Das Salz in der Luft riecht nur an machen Stellen der Promenade so richtig intensiv nach Jod. Der Sand fliegt im böigen Wind durch die Luft, er tut im Gesicht weh. Der Wind ist kalt, doch die Sonne wärmt unsere Haut. Das Licht ist grell, der nasse Sand reflektiert die grelle Sonne. Also scheint uns das grelle Licht nicht nur auf die Köpfe, es kommt auch von unten. Überall ist es hell. So hell wie hier ist es daheim nie! Oder doch? Die Akkus auf unserem Womo-Dach scheinen vor Freude zu brummen!

 

Gezeitenbecken in Saint Malo

Das klare Wasser in den Gezeitenbecken leuchtet im Nachmittagslicht mit den algenbewachsenen Felsen herrlich farbenfroh. In Saint Malo sind diese Becken ganz besonders eindrucksvoll. Sie sind groß. Es gibt gemauerte Wege auf denen man bequem laufen kann. Hie und da läuft das Wasser wie ein Wasserfall ab. Tang schaukelt gemächlich im Wasser hin und her. Und als Kulisse dienen die gewaltigen dunkelbraunen Mauern von Saint Malo. Damit kann man sich fotografisch stundenlang beschäftigen. Einzig, wenn die Füße zu nass werden, ist es Zeit aufzuhören und sich in und auf die Mauern der Stadt zurückzuziehen. Wie schon beschrieben, kommt die Flut hier auf dem letzten Strandabschnitt vor der Mauer schneller als erwartet.

Ebbe in Saint Malo

Ebbe in Saint Malo, die Algen auf den Felsen geben vor allem mit einem Polfilter intensive Farbakzente

 

Ebbe in Saint Malo

Ebbe in Saint Malo – ein typisches Schönwetterfoto

 

Ebbe in Saint Malo

Ebbe in Saint Malo. Dieses klare Wasser und die Baumstämme vor der Mauer

 

Ebbe in Saint MaloEbbe in Saint Malo

Schaattenspiel bei Ebbe in Saint Malo

Fast wie fliegen

Morgens knallen die Wellen mit Schmackes direkt unter den Mauern auf den Strand. Wir stehen auf der Wehrmauer, und unter mir fliegen die Möwen. Hey, cool. Ich fühle mich wie ein Vogel oder wenn ich es aus der Fotografenwarte aus interpretiere, wie eine Drohne. Also zücke ich das 70-200mm, lehne mich über die hohe Mauer und blicke direkt von oben auf das Meer. Die Wellen wirbeln Sand hoch, das Grün des Wassers vermischt sich mit dem Braun des Sandes. Was für eine wunderbare Sicht auf Wellen bietet sich hier. Das ist mir bisher nie aufgefallen.
Einfacher kann man Luftaufnahmen echt nicht machen. Ich möchte Gunter nicht allzulange warten lassen und beeile mich etwas. Das bereue ich später. Freudig erzähle ich meinem Mann von den außergewöhnlichen Wellenfotos. Morgen wollen wir das nochmal intensiver machen. Die Gelegenheit bietet sich leider nicht mehr. Das Licht passt am nächsten Tag nicht, die Wellen dümpeln nur schwach vor sich hin.

Ich schreib es mir nochmal hinter die Ohren: JETZT ist die Zeit. Aufgeschoben ist verpasst! Jedenfalls, wenn es um Lichtsstimmungen geht. Wenn ich etwas sehe, konzentriere ich mich voll drauf und verschiebe es nicht. Basta!

 

Wellen von oben in Saint Malo

Wellen von der Mauer, Saint Malo

Wellen von der Mauer, Saint Malo. Ganz ohne Drohne

 

 

Streitmöwen

Weiter entlang auf der unbezwingbaren Stadtmauer streiten sich zwei Möwen. Die beiden verbeißen sich so richtig bös ineinander. Der Kampf sieht alles andere als harmlos aus. Ich fotografiere die Streithähne – Streitmöwen.
Und schon haben wir wieder andere Fotos aufgenommen, als wir geplant hatten!

Paramé, Saint Malo, die Promenade

 

Details in der Stadt und Nachtaufnahmen

Je nach Lichtstimmung bieten sich unterschiedliche Motive in Saint Malo an. In der Innenstadt ist es speziell abends und nachts ratsam, ein Stativ einzusetzen, es sei denn, du hast eine hoch-ISO-fähige Kamera.

 

Als Tipp für fotobegeisterte Saint Malo Besucher:

Bleib einfach länger in der Stadt oder Umgebung und mach dich locker von allen Eindrücken, die von außen auf dich einwirken. Auch die von unseren Fotos hier im Blog. Es kommt fast immer anders als geplant. Jedoch ist Saint Malo so fotogen, dass du immer mit einer fetten Fotoausbeute nach Hause kommen wirst. Es ist möglich, bei jeder Tageszeit und bei jedem Wetter Motive zu finden.
Und es tut richtig gut, wenn man ein eigenes persönliches Motiv entdeckt, das noch keiner hat.

Gelbes bretonisches Matrosenhemd

Ich mag diese typisch bretonischen Matrosenhemden gern. Die sind atmungsaktiv, einfach nur aus Baumwolle aber sehr eng gewebt, sodass der Wind so gut wie nicht durchkommt. Darin fühle ich mich (nicht nur) in der Bretagne am wohlsten. Vor Jahren hatte ich ein rostrotes Matrosenhemd auf Ouessant gekauft, in Saint Malo sehe ich diese Hemden auch in anderen Farben und etwas dicker gewebt in einem Laden für maritime Kleidung. In dem herrscht reges Treiben. Ein englisches Ehepaar plaudert lautstark lachend mit der Verkäuferin. Die Engländerin zieht beim Anprobieren die Hemden umständlich über ihren Kopf. Bei einer Nummer zu klein wirkt das wirklich ulkig und sie kommt hinterher kaum wieder raus aus dem Hemd. Sie hat richtigen Spaß dabei. Kaum sieht sie mich kommen, spricht sie mich auch schon direkt an. Jetzt tönt ein Kauderwelch aus drei Sprachen durch den Laden: Französisch, Englisch und sogar Deutsch. Die Lady sprüht nur so vor Energie. Ich finde mein Hemd schnell. Gelb finde ich am besten, weil wir nachts immer mit dem Rad unterwegs sind und ich damit leichter erkennbar bin. Außerem sieht das gelbe Hemd auf Fotos sicher gut aus.

Wenn du in der Bretagne unterwegs bist, schau dir diese Hemden unbedingt mal an. Sie wirken unscheinbar, haben die Taschen vermeintlich auf der falschen Seite (auf der Innenseite), sind aber am Meer extrem bequem und praktisch.

Mein 15. „Sehnsucht nach dem Meer“ Kalender ist jetzt auf dem Buchmarkt erhältlich. Wahnsinn – 15 eigene Kalender zum Thema Meer in Folge. Das sind mehr als 180 außerordentliche Fotografien von Meereslandschaften.  Es wird leider, coronabedingt, der letzte Meereskalender beim Weingarten-Verlag sein. Das stimmt mich sehr traurig. Werden die Menschen wegen der Krise keine Kalender mehr kaufen?

Nun, wir werden uns etwas anderes, hoffentlich besseres, überlegen. Ein paar Ideen habe ich bereits. Ganz normale Kalender werden wir aber im Eigenverlag nicht machen, soviel steht fest.

Falls du immer schon einen meiner Kalender kaufen wolltest, ist jetzt die letzte Möglichkeit. Denn mein Leuchtturm Kalender ist ebenfalls den Sparmaßnahmen des Verlages wegen der Corona-Krise zum Opfer gefallen.

Ich stelle dir nun die wunderschönen Meereslandschaften des Kalenders „Sehnsucht nach dem Meer“ für das Jahr 2021 vor.

Kalendertitelblatt Sehnsucht nach dem Meer 2021

Kalendertitelblatt Sehnsucht nach dem Meer 2021

Trafalgar, Andalusien, Spanien

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Eine Welle im Gegenlicht, Trafalgar, Andalusien, Spanien

Am Kap Trafalgar liegt ein kleiner Campingplatz ganz in der Nähe zweier unglaublich unterschiedlicher aber extrem fotogener Strände. Der erste Strand ist flach und sandig. Die Wellen rollen seicht über den Sand. Wind- und Kitesurfer reiten vor der Küste über die Wellen. Der Strand geht Richtung Kap in einen felsigen Teil mit tollen Felsformationen über. Dann erreicht man den Leuchtturm. Diese Kombination von abwechslungsreichen Stränden und Leuchtturm mag ich persönlich am liebsten. Der Leuchttürm thront an der Kapspitze oben auf einer Düne. Von dort schaut man herab auf den zweiten, sehr langgezogenen breiten Strand. Hier türmen sich die Wellen mächtig auf und treffen mit Getöse auf das Land. Wagemutige Surfer finden hier ideale Bedingungen. Auch uns haben es diese Wellen  angetan. Wir blieben gleich mehrere Tage vor Ort und kehrten sogar später noch ein zweites Mal an diesen Strand zurück. Für mich ist der Strand nördlich vom Kap Trafalgar einer der allerbesten Wellenstrände.

Magst du die anderen Strände am Kap Trafalgar sehen? Hier gehts zum Live Reisebericht, Cap Trafalgar

Myrland, Lofoten, Norwegen

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Myrland, Lofoten, Norwegen

Das ist definitiv unser Lieblingsstrand in Norwegen. Wir entdeckten den abgelegenen Strand vor vielen Jahren auf einer unserer ersten Roadtrips zu den Lofoten. Hoch oben am Strand ist eine Haltebucht mit gerade genug Platz für ein Auto oder Wohnmobil. Dann geht es auf einem kleinen Trampfelpfad an der Böschung steil hinunter zum Strand an dem sich wohlgeformte Felsen tummeln. Bisher waren wir bei jedem Aufenthalt allein auf dem Strand. Einmal versuchte ich im Winter auf den Strand zu kommen, blieb aber im Schnee stecken. Der Weg hinunter war nicht begehbar, es war zu gefährlich. Auch der Rückweg zur Hauptstraße auf der einsamen Schotterpiste war im Schneesturm ein Abenteuer. Schon einige meiner Bilder von diesem Strand schafften es in die Kalender. Im Prinzip kein typisches Lofotenfoto – ich liebe es vielleicht gerade deswegen.

Wir versuchten einmal in Myrland Nordlichter zu fotografieren. Aber es klappte nicht wirklich, die Wolken verdeckten den Blick und es stürmte. Aber schau selbst, was du von den Myrland Nordlichtfotos hältst.

Blick über die Ostsee, Kronholmen, Gotland, Schweden

Blick über die Ostsee, Kronholmen, Gotland, Schweden, Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Blick über die Ostsee, Kronholmen, Gotland, Schweden

An die Ostsee mussten wir uns erst gewöhnen. Sie wirkt oft zu normal und unspektakulär. Sie kann sich aber auch richtig dramatisch in Szene setzen. Übrigens ist das erste Meer, welches ich richtig erleben und fotografieren konnte, der Pazifik in Kalifornien. Was für ein krasser Unterschied. Die schwedische Insel Gotland liegt mitten in der Ostsee und bietet für Fotografen unglaublich vielseitige Meeresmotive. Leuchttürme, Felsenküste aber eben auch solche beeindruckenden Wolkenstimmungen.

Schau, welche Fotomotive auf der Insel Gotland auf dich warten.

Baie de Trespasses, Bretagne

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Baie de Trespasses, Bretagne

Was hatten wir für ein Glück mit dem Licht an diesem Strand zwischen dem Pointe du Raz und dem Pointe du Van. Es war richig trüb, als wir ankamen. Die Wellen rollten gleichmäßig, aber das Licht der Sonne fehlte. Ich bin sowieso immer draußen, wenn wir unterwegs sind. Also lief ich auch hier mit Kamera und Stativ hinüber zum Strand und machte einige Lanzeitaufnahmen. So war ich genau in der richtigen Position, als die Sonne rauskam und den Phare de la Vieille in goldenes Licht tauchte.

Trafalgar, Andalusien, Spanien

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Trafalgar, Andalusien, Spanien

Dieses Foto ist zum Titelfoto meines allerletzten „Sehnsucht nach dem Meer“ Kalender gekürt geworden. Das ist der erste Strand, an den man vom Campingplatz aus kommt. Mühsam war der Weg trotzdem. Die Strecke durch den sehr feinen weichen Sand ist anstrengend zu laufen. Oft blieben wir bis spät abends am Strand, dass auf den Rückweg die Hintertür des Campingplatzes bereits verschlossen war. Da mussten wir unsere müden Knochen noch den langen Weg zum Haupteingang schleppen. Was macht man nicht alles für ein Titelfoto!

Weitere Fotos des Strandes und der Dünenlandschaft findest du im Live Reisebericht zum Cap Trafalgar.

Sonnenuntergang beim Flügger Leuchtturm, Fehmarn, Deutschland

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Sonnenuntergang beim Flügge Leuchtturm, Fehmarn, Deutschland

Wir waren eigentlich auf dem Weg nach Polen als unser Wohnmobil muckte. Ein Hinterrad lief dauernd heiß. Die Werkstatt in Rostock fand die Ursache nicht. Also blieben wir in Deutschland. Die Ostseeinsel Fehmarn ist immer eine Reise wert. Wir wanderten abends zum Leuchtturm immer mit Blick auf das klare Wasser des Meeres und passten die besten Stimmungen ab.

Du möchtest den Leuchtturm sehen und dessen Treppenhaus bewundern?

Praia de Manta Rota – Portugal

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Praia de Manta Rota – Portugal

Schon immer wollten wir einmal nach Portugal und Spanien fahren. Aber jedes Mal blieben wir in der Bretagne hängen. Doch im Jahr 2017 war es endlich soweit. Wir ließen uns nicht beirren. Wir steuerten unser Mobil möglichst „Bretagne-fern“ Richtung Süden. Der Strand auf dem Bild liegt in Süd-Portugal, nahe der Grenze zu Spanien. Direkt nach unserer Ankunft auf dem Stellplatz öffnete der Himmel mit Blitz und Donner seine Schleusen, und ich wurde mehrere Male patschnass. Das machte mir überhaupt nichts aus. Ich war so was von glücklich – was für Wolkenstimmungen. Dummerweise hatte ich beim Wechsel der nassen Klamotten auch den Ersatz-Akku für die Kamera im Wohnmobil liegen lassen. Mit dem allerletzten Fünkchen Strom des Akkus schoss ich diese Fotos. Der fast vier Kilometer lange Strand führt zu einer traumhaften Lagune, an der die Muscheln nur so darauf warteten, von mir aufgesammelt zu werden. Mit unserer Wohnmobilnachbarin zog ich später noch Mal los, und wir sammelten als Dank für die tollen Motive mehrere Säcke Müll.

Praia de Manta Rota Strand und Lagune – schau dir weitere Fotos an.

Nordlichtbogen über Hov, Lofoten, Norwegen

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Hov, Lofoten, Norwegen

Der September ist die ideale Zeit, um mit dem Wohnmobil eine Reise zum Nordlicht zu unternehmen. Es ist noch nicht allzu kalt, die Straßen sind noch eis- und schneefrei. Wir waren mit der ganzen Familie unterwegs und beobachteten die Nordlichter manchmal sogar im T-Shirt. In Hov lag das Wasser des Meeres sehr ruhig vor uns und eignete sich so ideal für diese Spiegelung.

Du willst selbst Nordlichter fotografieren? Schau dir unser großes Nordlicht Tutorial an.

Elgol, Isle of Skye Schottland

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Elgol, Isle of Skye Schottland

Im Februar zur Isle of Skye? Ja, im Nachhinein war das eine sehr gute Idee. Einziger Nachteil – die Tage sind zu der Jahreszeit sehr kurz, die Nächte dafür sehr lang. Wir waren diesmal mit dem VW Bus unterwegs und hatten Ferienwohnungen auf mehreren schottischen Inseln gemietet. So kamen wir an Strände, die für uns mit dem Wohnmobil nicht erreichbar gewesen wären.

Fotolocations auf der Isle of Skye, Schottland.

Supertubus, Peniche, Portugal

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Supertubus, Peniche, Portugal

An diesem portugisischen Strand an der Westküste gibt es für Surfer ideale rollende Wellen. Leider aber nicht an diesem Tag, als wir ihn besuchten. Da lungerten viele Surfanfänger am Strand und wagten sich vorsichtig ins Wasser. Die knallig bunten Farben von Strand, Wasser und Himmel waren dankbare Motive. Wir standen mit den Füßen im warmen Wasser und fotografierten.

Fotogene Leuchttürme und gewaltige Felsen in Peniche, Portugal.

Weitere Fotos aus dem Süden.

Blick über den Strand Pen Hat am Pointe de Toulinguet, Crozon, Bretagne

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Blick über den Strand Pen Hat am Pointe de Toulinguet, Crozon, Bretagne

Schon vor Sonnenaufgang loslaufen um die Ruhe auf dem jungfäulichen Strand zu genießen ist immer wieder eine Freude. Wir waren frühmorgens auf dem Weg zum Leuchtturm Toulinguet und freuten uns über die frische grüne Farbe des Strandgrases. In der Ferne siehst du die Felsen des Pointe de Pen Hirs. Nicht weit entfernt im kleinen Hafenstädtchen Camaret-sur-Mer werden sich bald die Touristen tummeln, Segler aus ihren Kabinen kriechen und die Restaurants öffnen. Auf dem Wohnmobil-Stellplatz auf der Höhe hinter dem Ort findet man Ruhe und ist zu Fuß schnell unten an diesem Strand.

Schau dir die Gassen von Camaret und den Schiffsfriedhof an.

Pointe de Pen Hir, Bretagne

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Pointe de Pen Hir, Bretagne

Ja, da ist der Pointe de Pen Hir, welches du auf dem vorherigen Fotos in der Ferne gesehen hast. Dieses Felsenkap ist so schroff und steil, dass sich hier Bergsteiger auf Klettertouren in den Alpen vorbereiten. Hochalpine Kletterei und Meeresbrise. Wo hat man das schon beieinander? Wer nur für die Aussicht hierher kommt, wird auch reich belohnt. Der Blick reicht weit über das Meer zu den anderen Kaps der Halbinsel Crozon und sogar bis zum Pointe du Raz in der Ferne. Auf dem Weg zurück zum Städtchen Camaret-sur-Mer kommen wir auch an den Steinreihen von Lagat-Jar vorbei, wo noch über 70 von den ehemals 400 Menhiren in drei Reihen stehen.

Schau dir unbedingt weitere Fotos des Pointe de Pen Hir an.

Wenningstedt, Insel Sylt

Kalender: Sehnsucht nach dem Meer

Wenningstedt, Insel Sylt

Noch ein deutscher Strand, wieder auf einer Insel. In Wenningstedt übernachteten wir ausnahmsweise einmal in einem Hotel. Wir hatten unseren Dackel dabei und wollten die Sylter Hundstage besuchen. Abends mussten wir natürlich den Sonnenuntergang am Strand fotografieren. Dieses Glück hatten wir auf dieser Reise nicht oft, weil das Wetter im März noch unbeständigt und oft regnerisch war. Dafür hatten wir das große Glück, Nordlicht am Ellenbogen fotografieren zu können. Ein Sylter Leuchtturm ziert dieses Jahr das Cover meines allerletzten Leuchtturm Kalenders von Delius Klasing.

Sylter Hundstage

Welches der Kalender Fotos gefällt dir am besten? Hast du schon einmal einen meiner Kalender gekauft? Über welches Thema würdest du dir von uns einen Kalender wünschen?

Der „Sehnsucht nach dem Meer“ Kalender bei Amazon

Der Phare du Four im Wilden Westen der Bretagne

Uns werden langsam die Leuchtturm-Motive in der Bretagne knapp. Naja, wir müssen uns jetzt ein wenig mehr anstrengen, um für uns Neue zu finden. Die Festlandleuchttürme haben wir fast alle schon besucht. Die Leuchttürme auf den Inseln und auf den Klippen im Meer sind viel schwerer zu erreichen. Aber einen wunderschönen und außergewöhnlichen Leuchtturm hatten wir bisher nicht näher betrachtet. Jetzt rücken wir ihm so nah, wie es geht auf die Pelle.
Der berühmte und oft fotografierte Leuchtturm steht relativ dicht vor der bretonischen Küste, es ist der Leuchtturm Le Four, offiziell Phare du Chenal du Four genannt. Am Nächsten kommt man ihm auf der winzigen Halbinsel Saint-Laurent in Porspoder, nördlich vom Pointe Corsen.
Wir parken am Fuß der Halbinsel und gehen zu Fuß weiter. Schnell kommen wir nicht voran. Neben uns brettert das Meer mit gewaltigen Wogen in die vorgelagerten Felstürme und Klippen. Salzige Gischt hängt in der Luft. Wir sind begeistert und staunend arbeiten wir uns fotografierend weiter. Das dauert. Auf Saint-Laurent leuchten an allen Ecken Granitfelsen im Sonnenlicht auf, und weit draußen auf dem Meer steht der Leuchtturm Le Four und leistet den anrauschenden Wellen tapfer Widerstand. Auf der Halbinsel stoßen wir ständig auf Dolmen, Steinkreise und Menhire. Wir können uns gar nicht sattsehen, daran ist auch das wechselhafte Wetter mit Schuld. Das ständig wechselnde Licht und die ziehenden Wolken halten unsere Aufmerksamkeit gefangen.

Gabi fotografiert auf der Halbinsel Saint-Laurent bei Porspoder, Bretagne

Gabi fotografiert auf der Halbinsel Saint-Laurent bei Porspoder, Bretagne

Phare du Four, Bretagne

Phare du Four, Bretagne

 

Gunter an der Küste, Porspoder

Gunter an der Küste, Porspoder

 

Fähre und Leuchtturm du Four, Bretagne

Fähre und Leuchtturm du Four, Bretagne

 

Wellen in Porspoder, Bretagne

Wellen in Porspoder, Bretagne

 

Felsen und Wellen, Porspoder

Felsen und Wellen, Porspoder

 

Wenn die Wellen den Felsen küsst, Porspoder

Wenn die Wellen den Felsen küsst, Porspoder

 

 

Infos zum Leuchtturm Le Four

Der 28 Meter hohe Le Four ist kein beliebiger Leuchtturm. Er steht auf einem nackten Felsbrocken draußen am Beginn der Brandungszone. Schon beim Bau 1869 bis 1873 kamen drei Menschen ums Leben. Und beim Ansteuern des Leuchtturms haben bis heute weitere 12 Menschen ihr Leben verloren. Zwei Leuchtturmwärter waren während der vierzehn Tage dauernden Schicht permanent im Turm, bevor sie wieder abgelöst wurden. Das waren harte Zeiten, gerade in der kalten Jahreszeit, wenn die Gischt der Sturmwellen hoch über das Leuchtfeuer geht und den Turm in weiße Schleiergewänder hüllt.

Kleines Leuchtfeuer mit Welle, Porspoder

Kleines Leuchtfeuer mit Welle, Porspoder

 

Ein Treffen mit angenehmen Folgen

Auf dem Parkplatz steht ein deutsches Auto. Der nette Hundebesitzer kommt gerade vom Spaziergang zurück. Ich spreche die Leute ja gern an. Wer in Ferienhäusern wohnt, kennt die Region in der Regel besser. „Was ist dein Lieblingsplatz hier in der Ecke der Bretagne?“ frage ich also neugierig. „Die Küstenstraße etwas weiter im Osten ist genial“ meint er. Wir reden ein wenig, ich übergebe ihm noch unsere Visitenkarte, dann ziehen wir weiter.
Eine Stunde später bekomme ich über Facebook eine Nachricht von Peter. Er möchte uns zum Muschelessen einladen. Peter macht allein mit seinem Hund Bonnie Urlaub hier am Ende der Welt. Da sagen wir natürlich nicht nein. Wir fotografieren noch bis nach Sonnenuntergang, fahren dann zum nahe gelegenen Ferienhaus, sofort sind wir bei einem leckeren, kühlen Glas Wein in eine angeregte Unterhaltung vertieft. Es wird sehr spät. In der Schwärze der Nacht laufen wir über holprige Pfade zum Wohnmobil zurück und fallen müde ins Bett. Was war das wieder für ein schöner Tag!

Ferienhaus am Strand von Argenton

Ferienhaus am Strand von Argenton

 

Leuchtturm Le Four mit Regenbogen und Wellen

Der nächste Morgen hält eine Überraschung bereit. Wir haben am Abend zuvor in dunkler Nacht am Strand von Argenton mit Blick auf das Meer geparkt, an dessen anderem Ende Peters Ferienhaus steht. Jetzt erst sehen wir, wie schön das hier ist! Wir schauen kurz nach dem Frühstück zum Leuchtturm hinüber. Le Four strahlt hell in der Morgensonne, andauernd wirft sich das Meer gegen den Turm, als wolle es ihn umkippen. Und siehe da, direkt neben dem Leuchtturm schimmert ein Regenbogen über dem Wasser. Da gibt es natürlich kein Halten, so eine Gelegenheit gibt es nicht oft. Schnell Kamera und Stativ geschnappt und los geht’s. Jetzt passt alles. Wellen und Wetter und unser Standort ist auch genial! Hach, die Stelle merken wir uns.

 

Regen und Sonne, Porspoder

Regen und Sonne, so sah der Strand aus,  Porspoder

 

Welle knallt an den Leuchtturm Le Four

Welle knallt an den Leuchtturm Le Four

Phare Le Four, Bretagne

Phare Le Four, Bretagne

 

Die Küstenstraße direkt an der Küste

Nördlich von Porspoder zweigt bei Penfoul die D 127 Richtung Meer ab. Dieses kurze Stück Scenic Route bis Tremazan ist mit die schönste Küstenstraße der Bretagne. Hier findet nur wenige Meter von der Straße der ewige Kampf zwischen Wellengewalten und Granitklippen ohne Unterlass statt.
Das schräge Licht des späten Nachmittages lässt die Gischt zwischen den Klippenfelsen aufleuchten und umsäumt die Wellen mit diamantenem Glanz. Wir beobachten das Schauspiel nicht nur während der Fahrt vom Womo aus. Sobald sich eine Haltemöglichkeit bietet, steigen wir aus und begeben uns auf den Küstenwanderpfad, um die Naturgewalten nochmal intensiver zu erleben.
Die Touristenstraße D 127 ist für gemütlichen Strand- und Badeurlaub offensichtlich nicht die erste Wahl, dafür umso mehr für Natur- und Meeresliebhaber.

 

Küste, Bretagne

Küstenlandschaft an der Küstenstraße, Bretagne

 

Der Fels, der aussieht wie ein Schaf, Porspoder, Bretagne

Der Fels, der aussieht wie ein Schaf, Porspoder, Bretagne

 

Blick auf den Phare du Four, Felsenküste

Blick auf den Phare du Four, Felsenküste

 

Wolke und Sonne, Porspoder

Wolke und Sonne, Porspoder

 

Mond im Abenddunst

Mond im Abenddunst

 

Die Bretagne bietet hier im wenig besiedelten Westen an jeder Ecke eine unendliche Zahl von Fotomotiven. Das wechselhafte Wetter ist für uns Fotografen ein Segen. Die dauernd wechselnden Lichtbedingungen und die teils dramatischen Wolken bieten ständig neue Eindrücke. Da nehmen wir es gerne in Kauf, hin und wieder einmal eine Regendusche abzubekommen oder eine halbe Stunde auf einen Sonnenstrahl zu warten.

 

Gabi fotografiert auf der Halbinsel Saint-Laurent bei Porspoder, Bretagne

Gabi fotografiert auf der Halbinsel Saint-Laurent bei Porspoder, Bretagne

 

Unser Wohnmobil am Strand in Porspoder

Unser Wohnmobil am Strand in Porspoder

 

Übersichtsseite Nordfrankreich & Bretagne  Fototour mit dem Wohnmobil, 2019

Leute in der Bretagne kennenlernen

Wir sind eingeladen. Annette und Andreas machen gerade Urlaub in ihrem Ferienhaus (www.lagrange.de) bei Ploéven und wollen uns gerne persönlich kennenlernen. Und das kam so: Gabi postet ab und zu Fotos in einer Facebookgruppe. Und da tummeln sich viele Bretagnefans. Annette sieht, dass wir aktuell unterwegs sind und sie denkt sich, dass wir „Langzeitreisende“ uns sicher über eine Dusche oder sogar Sauna freuen würden. Oh ja und wie!

Einmal mussten wir schon das Treffen verschieben, in Lesconil waren gerade die Wellen in Hochform. Da können wir nicht weg. Dewegen mögen Fotografen ungern feste Termine. Jetzt aber sind wir auf dem Weg zu den beiden.

Weite Sonnenblumenfelder lenken unseren Blick von der engen Straße ab. Wir sind etwas spät dran, aber wir halten trotzdem kurz an und laufen an den Feldrand. Ein klappriges Auto kommt herangekeucht und stoppt. Ein drahtiger Bretone steigt aus. Es ist der Besitzer des Feldes. Er freut sich über unser Interesse und erzählt, warum er so viele Sonnenblumen angepflanzt hat. „Das gibt alles Biodiesel. Dort hinten seht ihr die Gebäude, wo alles verarbeitet wird.“

 

Sonnenblumenfeld

Sonnenblumenfeld

 

Das Ferienhaus von Annette und Andreas liegt gut versteckt auf einer Anhöhe ein paar Kilometer landeinwärts von der Bucht von Duarnenez. Nicht direkt am Meer aber mit Blick auf das Kap Sizun und die Halbinsel Crozon. Nach der herzlichen Begrüßung nehmen wir gerne das freundliche Angebot an, die Sauna zu nutzen.

Es ist erstaunlich, was man in ein paar Jahren so alles aus einer alten Scheune machen kann. Unsere Gastgeber haben eine Menge Renovierungsarbeit hineingesteckt. Das Ferienhaus ist eine ansprechende Mischung aus traditioneller Bauweise und moderner, hochwertiger Einrichtung. Die beiden können echt stolz auf ihr gemütliches Feriendomizil sein.

Wir schwärmen der Familie von unserer Fotosession mit den Wellen von Lesconil vor. Als Resultat fahren wir später am Nachmittag zusammen nach Lesconil, um das heutige Wellenschauspiel zu verfolgen. Darüber kannst du bereits im vorherigen Blogbeitrag lesen. Abends sitzen wir zusammen mit zwei frisch eingetroffenen Feriengästen bei Essen und Wein und erzählen. Das tut Wohnmobilisten übrigens auch einmal richtig gut. Die Mädels von Annette und Andreas begeistern sich derweil für meine Rubiks Cubes, die ich immer dabei habe. Mit ein klein wenig Anleitung schaffen sie es sogar, den Zauberwürfel lösen.

Wir haben uns so wohl gefühlt und waren so entspannt, dass wir vergessen haben die Ferienwohnungen zu fotografieren. Schau sie auf der Webpage von Annette und Andreas an.

Ein kleiner verwunschener Wald auf einem Hügel

Am nächsten Morgen fahren wir gemeinsam in Annettes „Zauberwald“, eigentlich nur ein Gehölz auf einem Hügel nicht weit entfernt von Locronan. Gehölz wird diesem Wäldchen aber nicht gerecht. Durch die ständig feuchtigkeitsgeschwängerte Seeluft, die sich am Hang niederschlägt, ist alles in diesem Wald über und über mit dickem Moos und Farnen bedeckt. Es ist so intensiv grün, dass es fast in den Augen brennt. So ein überbordendes Pflanzenwachstum haben wir selten erlebt, außer etwa an der Nordwestküste der U.S.A. in den kalten Regenwäldern des Staates Washington. Wir müssen diesen Wald unbedingt noch einmal ausgiebtig fotografieren! Am besten früh morgens.

 

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

 

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

 

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

 

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

 

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

Zauberwald in der Nähe von Locronan, Bretagne

 

Vielfältige Bretagne

Es ist unglaublich, was die Bretagne in ihren versteckten Winkeln alles zu bieten hat. Mir wird klar, dass es bestimmt noch viele „Schätze“ in der Region zu entdecken gibt. Es wird sicher nie langweilig, diesen Zipfel Frankreichs zu bereisen. Je mehr Zeit wir uns für eine Region nehmen, desto mehr faszinierende Ecken finden wir. Auf unseren ersten Bretagnefahrten, als wir noch zeitlich eingeschränkt möglichst viel sehen wollten, wären solche Erfahrungen nicht drin gewesen.

Locronan

Nach dem ausgedehnten Waldspaziergang mit ein paar für uns zu kurzen Fotostopps beenden wir unseren Ausflug in Locronan, dem mittelalterlichen Städtchen, das wir schon auf der vorigen Reise im Frühjahr besucht hatten.

Seltsamerweise ist heute an einem Samstagmittag so gut wie nichts los in Locronan. So können wir ohne große Warterei die Häuser am Marktplatz und die Kathedrale ohne die hier üblichen Touristenmassen fotografieren.

Locronan, Bretagne

Locronan, Bretagne

 

Alte Pferdewagen, Loconan, Bretagne

Alte Pferdewagen, Loconan, Bretagne

 

Locronan, Bretagne

Locronan, Bretagne

 

Im Frühjahr hatten wir in Loconan auch die Kathedrale besucht und fotografiert.

Pointe du Raz im Sonnenschein

Wir verabschieden uns und brechen in Richtung Pointe du Raz auf. Hier residiert eine weitere Internet-Bekanntschaft, die sich auf ein Treffen mit uns freut. Die Auswanderer Günter und Inge wohnen in einem Haus in einer kleinen Gemeinde, kurz vor dem Pointe du Raz. Auch hier werden wir herzlich empfangen und sind gleich in Gespräche vertieft. Die beiden erzählen, wie es als frischgebackene Auswanderer am Ende der Welt, dem Finistere, so geht. Wir sitzen stundenlang bei Kaffee und Kuchen zusammen. Nach einer Weile haben wir das Gefühl, als kennen wir uns schon ein Leben lang. Ach, hat das gutgetan. Danke ihr beiden.

Wir übernachten zwischen dem Pointe du Van und dem Pointe du Raz an der Baie des Trespasses, was keine wirklich gute Idee ist. Kräftiger Wind vom Meer sorgt für eine anstrengende Geräuschkulisse, schlimmer ist aber der Salzgehalt der Luft. Am nächsten Morgen ist unser Wohnmobil rundum mit einer Salzkruste überzogen, und wir sind zerknautscht vom unruhigen Schlaf.

Nach ausführlichem Scheibenputzen fahren wir wieder den Berg hinauf zum Pointe du Raz, den wir nach langer Zeit wieder einmal besuchen. Viel hat sich nicht geändert, die Inseln und der Leuchtturm sind noch da, in der Ferne liegt gut sichtbar im klaren Morgenlicht die Ile de Sein. Zwei Souvenirläden sind geöffnet, es sind sicher noch 20 weitere geschlossen. Da muss im Sommer ganz schön was los sein hier.

Der Leuchtturm von der Baie de Trespasse gesehen

Der Phare de la Vielle von der Baie de Trespasse gesehen

 

Pointe du Raz, Bretagne

Blick zum Phare de la Vielle an der Pointe du Raz, Bretagne

 

Regenbogen am Pointe du Raz, Bretagne

Regenbogen am Pointe du Raz, Bretagne

 

Der Wettergott meint es heute gut mit uns Fotografen, knallig blauer Himmel, über den Schönwetterwolken segeln. Das Meer ist relativ ruhig, ab und zu zieht ein Segelboot am Leuchtturm vorbei. Für das zerklüftete Felsenkap ist die Stimmung zu zahm. Wir wandern einige Stunden entlang der Küstenpfade und beschließen, nochmal bei wilderem Wetter zurückzukommen. Pointe du Raz ist eben ein Ort, der erst bei dramatischem Wetter richtig auflebt.

Übersichtsseite Nordfrankreich & Bretagne  Fototour mit dem Wohnmobil, 2019

Einer der Höhepunkte dieser Reise ist ganz bestimmt Lesconil. Hier knallen bei Sturm hoch aufschäumenden Gischtwellen an die Hafenmauer. Wir können in Lesconil fantastische Wellenfotos einfangen. Es sieht zwar danach aus, als hätten wir „nur“ fünf, sechs Tage auf das Spektakel  gewartet, um ehrlich zu sein, ich lauere schon seit einigen Jahren auf so eine fantastische Gelegenheit zum Wellen fotografieren.
Klar das hat auch etwas mit Glück zu tun, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, aber ohne dem Glück kräftig nachzuhelfen, sind solche Aufnahmen nur mit sehr viel Dusel machbar.

Wann lohnt es sich, wo zu sein? Wellenfotos brauchen Planung!

Gabi hat sich im Vorfeld schon intensiv mit Hilfe diverser Wetter-, Surf- und Marine-Vorhersage-Seiten im Internet schlau gemacht. Folgende Faktoren müssen zusammentreffen, um dramatische Wellenfotos zu schießen:

  •  Hoher Gezeitenkoeffizient
  • Sturm oder wenigstens kräftiger Wind
  • Gute Licht- und Wetterbedingungen
  • Hohe Dünung, das ist der Schwell, das Auf und Ab der Meeresoberfläche
  • Ein Ort, an dem die Wellen im richtigen Winkel auftreffen und die Chance haben, hoch aufzusteigen

Hier haben wir unser Wellenfotografie-Projekt in Lesconil chronologisch zusammengefasst:

1. Tag – Warten auf die Wellen

Wir sind gerade in Lesconil, es ist bald Neumond und der Gezeitenkoeffizient ist bei etwa 80. Also viel Ebbe und hohe Flut. Wind haben wir auch, mit sturmartigen Böen, aber wirklich viel tut sich am ersten Tag nicht. Das Wasser steht fast bis zur Kante der Kaimauer, schwappt aber nur träge hin und her.
Kräftiger Wind in Landnähe führt also nicht automatisch zu hohen Wellen. Dazu muss anscheinend ein großflächiger Sturm weit draußen auf der offenen See toben, um eine ausreichend hohe Dünung zu erzeugen.

Im Hafen von Lesconil, Bretagne

Im Hafen von Lesconil schwimmen die Boote hoch oben auf dem Wasser

Welle an der Hafenmauer, Lesconil, Breatgne

Labbrige Welle an der Hafenmauer, Lesconil, Breatgne – Ich erkenne sofort: Hier ist Potenzial!

 

2. Tag – Wolken und farbfroher Sonneuntergang in Lesconil

Heute ist am frühen Abend Höchstflut, die Sonne lugt kurzvor Sonnenuntergang frech unter der Wolkendecke hervor, aber die Wellen haben auch heute nicht wirklich Lust zum Gischten. Immerhin zeigen sie einige vielversprechende Ansätze. Zaghaft plätschern sie die Kaimauer hoch und leuchten im Licht der tiefstehenden Sonne auf. Beim Zurücklaufen kollidieren sie mit den neu ankommenden Wellen und erzeugen kleine Wellenspritzer und -hüpfer. Genau das wünschen wir uns, nur viel größer und gewaltiger.
Zwar ist heute noch keine große Wellenaktivität, dafür belohnt uns das Wetter mit einem wunderschönen Sonnenuntergang an dieser abwechslungsreichen Küste.

Wellen und Wolken, Lesconil

Wellen und Wolken, Lesconil

3. Tag – wechselhaftes Wetter aber keine Wellen

Wir erkunden Lesconil und fahren tagsüber nochmal rüber nach Guilvinec. Immer noch lassen die Wellen auf sich warten.

Ebbe in Lesconil

Ebbe in Lesconil

4. Tag – Wellen aber strömender Regen

Dieser Abend wäre eine gute Zeit für hohe Wellen. Wir parken mit unserem Wohnmobil im Hafen von Lesconil, aber es regnet in Strömen. Sehnsüchtig blicken wir Richtung Kaimauer auf die aufsteigenden Gischtfontänen. Aber unter diesen Umständen ist ans Fotografieren nicht zu denken. Nicht dass wir wasserscheu wären, aber das Licht viel zu schwach für vernünftige Wellenaufnahmen. Der Sturm ist zudem so stark, dass er unser Mobil heftig durchrüttelt und einen Höllenlärm verursacht. Wir verkrümeln uns mit unserem Wohnmobil  und suchen uns mitten in der Nacht einen ruhigeren Stellplatz im Ort.

 

Nebliger Tag in Lesconil

Nebliger Tag in Lesconil

 

Nebliger Tag in Lesconil

Nebliger Tag in Lesconil

 

5. Tag – Endlich tanzende Wellen – Fotografen im Wellenrausch

Der Gezeitenkoeffizient sinkt zwar wieder, und der Zeitpunkt des Fluthochstandes ist jetzt schon zum Sonnenuntergang hin gewandert. Aber jetzt steigt die Dünung, die Amplitude des Auf und Ab des Atlantiks, kräftig an. Die soll ja hauptverantwortlich für hohen Wellengang sein. Wind und hoher Flutstand allein haben es nicht geschafft. Wir schauen nochmals im Hafen von Lesconil vorbei.
Als wir am frühen Abend eintreffen, sehen wir schon von Weitem mächtige Gischtfontänen am Hafenkai emporsteigen. Endlich Wellen, hurra!
Schnell schnappen wir unsere Kameraausrüstung, traben zum Anfang der Kaimauer und sind erst mal baff, wie hier die Post abgeht. Fette Wellen wälzen sich majestätisch langsam heran, treffen auf die Mauer und schießen mit vielfach höherer Geschwindigkeit hoch in die Luft. Die Welle rollt wieder zurück und trifft dabei auf die nächste herankommende. Bei der Kollision springt das Wasser geradezu explosionsartig aus dem Meer, fächert auf oder schäumt gewaltig. Ein absolut faszinierendes Naturschauspiel. Allmählich wechselt die Lichtqualität. Von bedecktem Himmel zum frühabendlichen Sonnenschein bis hin zur roten Sonnenuntergangsstimmung.
Volle dreieinhalb Stunden halten wir die schweren Teleobjektive im Daueranschlag, bis wir uns in der zunehmenden Dämmerung erschöpft zum Wohnmobil zurückschleppen. Rücken, Schultern, Arme und Finger schmerzen so sehr, dass wir kaum unsere Kaffeetassen festhalten und anheben können. Aber wir sind glücklich, das Wellenschauspiel live erlebt zu haben. Die Planung und die Warterei haben sich endlich ausgezahlt.

 

Springende Wellen - Endlich passt alles! Hohe Wellen und Abendlicht.

Springende Wellen – Endlich passt alles! Hohe Wellen und Abendlicht. Und ich war bereit, den Wellen mit dem starken Teleobjektiv zu folgen.

Um solche Wellenfotos aufzunehmen, muss man vor allem lange beobachten, um das Gefühl für die Bewegung und Dynamik bekommen. Sich drauf einlassen und „Eins werden mit den Wellen“ auch, wenn es sich abgefahren anhört. Wir waren an diesem Abend beide richtig im Flow. Natur-Fotografie macht glücklich

 

So sah es morgens aus. Ebbe und Regen. Aber das Wetter kann sich ja schnell ändern

So sah es morgens aus. Ebbe und Regen. Aber das Wetter kann sich ja schnell ändern

 

Wellentanz, Lesconil

Wellentanz, Lesconil

 

Wasserstrukturen, Lesconil

Wasserstrukturen, Lesconil

 

Und dann kam genau zur richtigen Zeit das Sonnenlicht durch die Wolken.

Regenwetter und Abendsonne - so macht Wellenfotografie Spaß

Regenwetter und Abendsonne

 

So macht Wellenfotografie Spaß – Die Belichtungsmessung ist bei diesen schnellen Lichtwechseln natürlich schwierig. Helle Wellen, dunkler Himmel. Immer aufpassen, dass nichts „ausfrisst“.

Wellenmuster im späten Abendlicht, Lesconil

Wellenmuster im späten Abendlicht, Lesconil

 

Nach Sonnenuntergang wird schnell alles blau, Lesonil

Nach Sonnenuntergang wird schnell alles blau, Lesonil und es wird schwierig bei diesen Lichtbedingungen schnell bewegte Wellen zu fotografieren.

 

Mauerklatscher am späten Abendlicht, Lesconil

Mauerklatscher am späten Abendlicht, Lesconil

 

6. Tag – zweiter Wellentag, durch Kinderaugen noch schöner

Wir besuchen Annette und Andreas, die mit Kindern in ihrem Ferienhaus etwa 50 Kilometer von Lesconil entfernt  Urlaub machen. Wir schwärmen ihnen von den fantastischen Wellen vor und beschließen, gegen Abend zusammen noch mal hinzufahren. Die Stunde Fahrt lohnt sich.
Heute ist die Dünung etwas schwächer, aber immer noch beeindruckend. An der Kaimauer gischtet es, die Wellen springen fröhlich kreuz und quer vor der Mauer hoch. Das Wetter ist oktobergerecht wechselhaft, windig und mit dem gelegentlichen Regenschauer. Wir werden zwar von oben angefeuchtet, aber die Kombination von Wolken, Wind und Sonne hat Potenzial.
Ein Regenbogen leuchtet über dem Meer auf, leider nicht ganz perfekt über den Wellen positioniert. Eine weitere Regenfront nähert sich, von der untergehenden Sonne in gelbes Licht getaucht. Vom Licht der Regenwolken getroffen, färbt sich das Meer auf einmal kupferrot. Ein völlig surrealer Anblick, der uns erst einmal innehalten lässt. So was glaubt einem doch kein Mensch.
Und erst der Kontrast der Farben. Die hochspritzenden Wellen leuchten weiß und grün und harmonieren so ideal mit der kupferfarbenen See.
Während Annette und Andreas mit ihrem Hund spazieren gehen, bleiben ihre beiden Mädels bei uns. Sie sind ebenfalls vollauf begeistert und zeigen auf jede Welle: „Haste die, und die, und schau mal da!“
Wieder endet der Abend mit bleischweren Armen und schmerzenden Schultern. Nichts was sich zurück im Ferienhaus bei Annette wieder mit einem guten Abendessen und einem gepflegten Glas Wein kurieren ließe.

Die beiden sind so gar so nett und laden uns zu einem Sauna Gang ein. Was für ein Luxus. Wir sind jetzt schon mehrere Wochen unterwegs und Duschen sind rar.

 

Sonnenuntergang und Flut, Lesconil, Bretagne

Sonnenuntergang und Flut, Lesconil, Bretagne – ein Überblicksfoto. So sieht die Stelle mit Weitwinkel aufgenommen aus. An vielen Orten passieren gleichzeitig tolle Bewegungsmuster. Man weiß manchmal gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

 

Sonnenuntergang und Flut, Lesconil, Bretagne

Sonnenuntergang und Flut, Lesconil, Bretagne – Langzeitaufnahme nach Sonnenuntergang

 

Unwirkliche Farben, Sonnenuntergang im Regenwetter, Lesconil

Unwirkliche Farben, Sonnenuntergang im Regenwetter, Lesconil – NEIN, ich habe nicht am Farbregler gespielt!!

Fototipp: Auf außergewöhnliche Fotomotive warten!

Überlasse solche außergewöhnliche Fotomotive nicht dem Zufall. Es lohnt sich immer wieder an einen Ort zu fahren um optimale Bedingungen vorzufinden. Das Schwierige an solchen Fotos ist nicht das Fotografieren, sondern die Planung und die Ausdauer. Dranbleiben ist unser Motto. Immer neu dazu lernen. Wie leben „noch“ nicht am Meer und kennen uns nicht so gut mit Gezeiten, Dünung und Wellen aus. Aber, wir kombinieren. Immer wieder schaute ich auf den Apps für Fischer und für Surfer. Das mache ich sogar schon daheim. Dabei analysiere ich, bei welchem Wetter, vor allem bei welcher Windrichtung die Dünung hoch wird und welche Orte in der Bretagne dieser Dünung ausgestzt sind. Es kommen also sehr viele Faktoren zusammen. Ich habe extrem viel gelernt. Ich wollte unbedingt solche Wellen an einer Hafenmauer sehen und erleben und natürlich solche Fotos schießen. Deswegen blieb ich so hartnäckig dran. Gunter war zeitweise genervt, doch dieser erste richtig gigantische Wellenabend versöhnte uns wieder. Wir redeten nichts mehr sondern lachten uns beim gewaltigen Rauschen und Knallen der Wellen nur noch glücklich an.

Apropos Glück in der Fotografie:

Natur-Fotografie macht glücklich

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Übersichtsseite Nordfrankreich & Bretagne  Fototour mit dem Wohnmobil, 2019

 

Pays Bigouden Sud – Die Region der bretonischen Spitzenhauben

Wir vervollständigen den Reisebericht aus der Bretagne. Auch, wenn es sich gerade komisch anfühlt. Aber, vielleicht tut es deiner Sehnsucht nach dem Meer gerade gut, das jetzt zu lesen und die Fotos anzuschauen oder du möchtest dich schon vorsorglich in die Reiseplanung stürzen.

Welle am Leuchtturm Langoz, Bretagne

Welle am Leuchtturm Langoz, Bretagne

Die Gegend um Pont l’Abbé

Die nächste Region, die wir besuchen wollen, liegt gut 100 Kilometer weiter südlich, mit leicht besseren Wetterbedingungen. Die Gegend um Pont l’Abbé, das Land der bretonischen Spitzenhauben ist dicht gespickt mit fotografisch interessanten Ecken, die wir dieses Mal alle mit genügend Zeit inspizieren möchten.

Der Phare d’Eckmühl, der Surferstrand Plage de la Torche, Loctudy, Lesconil, Guilvinec, Saint Guenolé, Pont l’Abbé und auch die Hauptstadt des Arrondissements Quimper sind nur eine unvollständige Liste fotografisch ergiebiger Locations. Und das Cap Sizun mit den vielen Klippen, Kaps und Buchten, inklusive dem Pointe du Raz und den Städten Audierne und Douarnenez liegt gleich nebenan. Wir haben also einiges zu tun!

Douarnenez besuchten wir im Frühjahr.

Schon während der Fahrt nimmt die Wolkenbedeckung ständig ab, und als wir in Langoz bei Loctudy ankommen, schaut auch schon die Sonne verschämt hinter den dahinschwebenden Wolken hervor.

Den kleinen, weißen Leuchtturm von Langoz erwischten wir im Frühjahr im dramatischen Licht, dieses Mal wirkte er langweilig. Ein Grund also, die Fotolocations doch immer wieder anzufahren.

 

Loctudy

Loctudy ist unser nächstes Ziel. Hier waren wir auch im Frühling, doch wir möchten auch auf dieser Reise noch einmal hier her um die Leuchttürme in besonderem Licht zu fotografieren und den Stellplatz in Langoz zu testen.

Loctudy ist der Ort mit dem schwarzweiß karierten Leuchtturm im Mündungsbereich des Pont-Abbé. Von da aus ist es zum Leuchtturm Eckmühl, nach Guilvinec oder nach Benodet nicht weit.

Blick nach Ile de Tudy im letzten Abendlicht

Blick nach Ile de Tudy im letzten Abendlicht

 

Leuchtturm Perdrix, Bretagne

Leuchtturm Perdrix, Bretagne

 

Leuchtturm Perdrix, Bretagne

Leuchtturm Perdrix, Bretagne – ein paar Minuten später mit dramatischer Lichtsstimmung – das Warten hat gelohnt!

 

Leuchtturm Perdrix, Bretagne

Langzeitbelichtung des Leuchtturms Perdrix, Bretagne

 

Der Camping Car Park Langoz

Der Camping Car Park im Vorort Langoz hat Strom und WLAN, und vielleicht können wir dort unser noch vorhandenes Guthaben auf der CCP-Karte einsetzen. Das mit dem Guthaben klappt wieder nicht, der Platz kostet 43 Cent mehr und wir müssen den vollen Preis neu aufladen. Strom ist da, aber das WLAN ist so grottenschwach, dass ohne geöffnete Tür und sitzen auf der Eingangstreppe nichts geht. Bei Regen fällt auch diese Möglichkeit ins Wasser. Und das zugekaufte Aldi-Talk Datenvolumen ist auch schon wieder weg. ALdi-Talk hat auch so seltsame unpraktische Tarif- und Nachkauf-Optionen, ich weiß nicht, ob das Unfähigkeit oder Absicht ist. In dieser Beziehung hinkt Deutschland den meisten europäischen Ländern weit hinterher. Irgendwann schaffe ich es aber, mein Guthaben aufzuladen. Von da an surfen wir mit Aldi. In Zukunft werde ich rechtzeitig Datenvolumen zukaufen, damit ich nicht wieder WLan suchen muss.

Phare la Perdrix

Der Ort reißt uns auch dieses Mal nicht gerade vom Hocker, viele Häuser sind nicht bewohnt, die Villen am Ufer versperren den einfachen Zugang zum Strand, und generell ist so gut wie nichts los in Loctudy. Aber die Küste ist wirklich absolut traumhaft. Es gibt Sandstrand, Gezeitenbecken und eben die beiden Leuchttürme Langoz und Perdrix.

Wenigstens können wir nachmittags und abends noch am Strand fotografieren, bevor der lange Regen einsetzt. Und wieder zeigt sich der positive Einfluss von „schlechtem“ Wetter auf die Fotomotive. Dunkle Wolken sorgen für den dramatischen Hintergrund. Durch einzelne Lücken fallen Sonnenstrahlen und wandern mit dem Wind. Wir müssen nur geduldig warten, bis sie das gewünschte Motiv treffen. Es dauert ewig lange und der Leuchtturm in der Flussmündung hebt sich im späten Nachmittagslicht krass von den Regenwolken ab. Die Landschaft und der Leuchtturm wirken unrealistisch knallig. Wir haben tatsächlich keine Farbe reingedreht bei den Fotos. Bretagne Kenner werden uns glauben. Das Warten auf das Licht hat sich gelohnt. Wir beeilen uns auf dem Rückweg, weil wir auf dem Strand laufen möchten. Die Flut lässt es aber fast nicht mehr zu, der alte Leuchtturm von Loctudy, der Phare la Perdrix, hat nicht nur eine schachbrettartige Bemalung erhalten, es sind auch genau 32 weiße und 32 schwarze Felder. Theoretisch könnte man auf den Mauern vom Boot aus Schach spielen.

Der lange Regen kommt dann in der Nacht und wäscht das Meersalz von unserem Mobil. Unser Schlaf wird begleitet von der Musik der Regentropfen, die auf das Dach trommeln.

Gegen Mittag am nächsten Tag wird das Wetter wider Vorhersagen schon wieder freundlicher und wir sehen uns das Örtchen und den Strand auf der anderen Seite der Promenade genauer an.

Der südlich Strand von Langoz

Der südlich von Langoz liegende Strand macht definitiv mehr Laune. Gezeitenbecken und pfannkuchenstapelartige Granitfelsen, durchzogen von diversen Gesteinsadern, bieten auch bei sonnenarmem Wetter Fotomotive im Übermaß. Stundenlang verbringen wir hier den Vormittag mit einer langen Strandwanderung. Die Lichtbedingungen sind mehr als langweilig, wir merken uns diese Stelle für später!

 

Wir warten auf die Wellen in Lesconil

Aber noch einen Tag hierbleiben werden wir nicht. Gunter gönnt den Camping Car Park-Gaunern nicht noch eine Übernachtung, und so machen wir uns gerade rechtzeitig vom Acker.

Nächster Stopp Lesconil, das ist der Ort mit der ewig langen Kaimauer, an der bei Sturm die Wellen so schön hoch schießen. Wir kommen bei beginnender Hochflut an, aber der Wind lässt zu wünschen übrig. Nur hin und wieder wagt sich eine Welle zaghaft über die Kaimauer. Dabei ist die Mauer ideal geformt, die Basis ist gebogen. Da können die Wellen richtig Anlauf nehmen und Höhenrekorde einheimsen. Nur halt heute nicht.

Aber der Ort wirkt nicht so unnahbar wie Loctudy, die Häuser haben Stil, überall begegnen wir Sonntagsspaziergängern, und die Küste hat es in sich.

Langzeitbelichtung in Lesconil, Bretagne

Langzeitbelichtung in Lesconil, Bretagne

 

Steinfiguren, Lesconil, Bretagne

Steinfiguren, Lesconil, Bretagne

 

Felsen in Lesconil, Bretagne

Felsen in Lesconil, Bretagne

 

Sonnenuntergang in Lesconil, Bretagne

Sonnenuntergang in Lesconil, Bretagne

 

Wieder treffen wir auf die für die Bretagne so typischen Granitfels-Formationen, aus denen das Wasser und der Wind fantastische Figuren geformt haben. Weiter hinten auf dem Felsstrand hat ein unbekannter Künstler geschickt Steinfiguren aufeinandergetürmt. Die waghalsig ausbalancierten Steintürmchen sehen aus, wie Seemannsfrauen, die auf das Meer schauen, in Erwartung der Rückkehr ihrer Männer. Sie stehen so unerschütterlich auf den Felsen, dass Gunter erst dachte, die Steine wären verklebt. Sind sie aber nicht. Ein paar Tage später sieht man nichts mehr vom Kunswerk, die Flut hat aufgeräumt.

In den Gassen von Lesconil

 

Altes Hotel in Lesconil, Bretagne

Altes Hotel in Lesconil, Bretagne

 

In Lesconil gibt es zahlreiche Einbahnstraßen und deswegen auch extrem viele Durchfahrverbotsschilder. Siehst du das in diesem Foto? Da verzierte der Künstler Clet Abraham die Schilder mit Kunstwerken, die wir in diesem Blogbeitrag vorstellen.

 

 

Welle an der Hafenmauer, Lesconil, Breatgne

Welle an der Hafenmauer, Lesconil, Breatgne

 

Weil ich solche eher kleinen Wellen sah, wollte ich unbedingt auf „richtige“ Wellen warten. Das klappte schließlich auch. Ein Wellenfoto zeigten wir bereits als Vorgeschmack hier im Blog.

Der Hafen und der Strand in Lesconil

Schon toll zu sehen, welchen Unterschied das Wetter macht. Wir hatten strahlenden Sonnenschein, dann Regen mit Sturm und auch Nebel.

Hafen von Lesconil, Bretagne

Hafen von Lesconil, Bretagne

 

Im Hafen von Lesconil, Bretagne

Im Hafen von Lesconil, Bretagne

 

Der Strand von Lesconil

Langsam reisen – Details genießen

Das ist etwas, was uns auf dieser Reise am meisten erstaunt. Je genauer wir eine Region unter die Lupe nehmen, desto mehr entdecken wir. Wir müssen gar nicht jeden Tag mit dem Wohnmobil hier hin und da hin hetzen, um die Highlights abzuklappern. Interessante, immer wieder neue überraschende Motive gibt es hinter jeder Küstenbiegung.

Es wird spät und Lesconil hat keinen Womo-Stellplatz. Wir übernachten deshalb im benachbarten Guilvinec, das wir von unserer vorigen Reise her kennen.

Regenwolken im Hafen von Guilvinec

Unser dieses Mal kurzer Aufenthalt wird trotzdem mit dramatisch gutem Fotowetter belohnt. Dunkle Wolken einer massiven Regenfront ziehen auf uns zu, als wir auf der Aussichtsplattform des Fischereimuseums fotografieren. Absehbar aber urplötzlich einsetzend jagt uns ein Regenschauer in den Eingangsbereich des Museums, wo wir das Ende des Gusses abwarten und danach nochmal die Wolken fotografieren. Die Küste jenseits des Leuchtturms besteht aus Felsplatten in deren Ritzen zahlreiche Jakobsmuscheln hängen. Ich möchte natürlich die Gezeitenbecken inspizieren. Aber wir können nicht überall gleichzeitig sein.

Fischerboot im Hafen von Guilvinec, Breatgne

Fischerboot im Hafen von Guilvinec, Breatgne

Pont l’Abbé

Wir machen noch einen Abstecher nach Pont l’Abbé zum Stadt-Sightseeing. Das kleine Städtchen am Fluss mit dem bezeichnenden Namen Riviere de Pont-l’Abbé ist der Geburtsort der Bigouden-Hauben. Das sind diese hohen weißen Türme der bretonischen Nationaltracht. Dazu gibt es auch ein Museum, welches im Schlossgebäude eingerichtet ist, in dem sich auch das Rathaus befindet. Wir laufen ein wenig durch die Gassen und fotografieren die Häuser vor dunklen Regenwolken. Am Markttag ist es hier sicher klasse. Werden wir uns vormerken für die nächste Tour.

Hafen bei Ebbe in Pont L'Abbe, Bretagne

Hafen bei Ebbe in Pont L’Abbe, Bretagne

 

Rathaus in Pont L'Abbe, Bretagne

Rathaus in Pont L’Abbe, Bretagne

 

Quimper

Quimper, Bretagne

Quimper, Bretagne

Wir fahren immer wieder nach Lesconil. Der Koeffizient ist hoch, die Chance auf Wellen sehr groß. Außerdem gibt es mittlerweile Sturm. Aber, die Wellen bleiben aus. Ich möchte bleiben, bis sich was tut, aber nach einigen Tagen wird Gunter ungeduldig. Er möchte die Sehenswürdigkeiten der Gegend anschauen. Beim zweiten Besuch übernachten wir in Ort direkt, dann ganz nah am Strand. Allerdings wird der Sturm und Regen so stark, dass wir mitten in der Nacht einen windgeschützten Platz im Ort an einer Mauer suchen müssen. Nun denn…

Quimper, die Hauptstadt der Region wird für ihre mächtige Kathedrale und ihre pittoresken Häuser gelobt. Außerdem haben wir Lust auf etwas Stadtbummel, auch wenn uns größere Städte weniger behagen.

Der Verkehr ist aber ruhig und Parkplätze relativ einfach zu finden. Wir parken am stadtabgewandten Ufer, füttern die Parkuhr und machen uns auf in die Altstadt an den Ufern der Odet.

Schnell sind wir im Kern der historischen Altstadt, in der berühmten Rue Kéréon mit dem Blick auf die Kathedrale. Den Besuch der Kathedrale lassen wir nicht aus. Dort spielt ein älterer Herr Harfe und wir genießen die Musik. Zum Glück sind die Altstadtgassen nicht sehr weitläufig, so dass wir das alte Quimper ganz gut zu Fuß erkunden können, ohne in große Zeitnot zu kommen. Schließlich wollen wir am Abend wieder zurück in Lesconil bei den Wellen sein.

Auffällig ist, dass nicht wenige der Erdgeschoss-Läden dichtgemacht haben. Wie an so vielen touristisch interessanten Orten sind hier viele der existierenden Shops im recht hochpreisigen Segment und in der Gastronomie angesiedelt, und die hohen Mieten schrecken weniger solvente Geschäfte ab. Den kleinen lokalen Gebrauchtladen finden wir hier jedenfalls nicht, oder er hat sich gut getarnt und sitzt in der Peripherie. Wir suchen immer gern Second Hand Buchläden.

 

Quimper ist unbedingt einen Besuch wert – am besten bei sonnigem Wetter und zu den Morgen- oder Abendstunden. Unsere Fotos wirken etwas trist, weil der Himmel stinklangweilig war.

 

In Lesconil erwartete uns dann das absolut gigantischste Spektakel! Aber davon im nächsten Blogpost.

Sonnenuntergang und Flut, Lesconil, Bretagne

Sonnenuntergang und Flut, Lesconil, Bretagne

Übersichtsseite Nordfrankreich & Bretagne  Fototour mit dem Wohnmobil, 2019

Seiten

Meereslandschaften, die Selz und der Rhein

Outdoor-Ausstellung an dem Zäunen des Sebastian Münster Gymnasiums in Ingelheim



Herzlich Willkommen bei der virtuellen Ausstellung unserer Wasserbilder

Flüsse, Bäche, Wasserfälle und das Meer – alle haben sie bewegtes Wasser gemeinsam. Wir als Naturfotografien, die auch kreativ tätig sind, lieben das bewegte Wasser als Fotomotiv ganz besonders.

Am Zaun des Gymnasiums und der Rheinhessischen zeigen wir Motive aus der Ferne und aus der Heimat.  Direkt neben grandiosen Küsten Deutschlands, Portugals oder Frankreichs kann die kleine Selz als Fotomotiv locker mithalten. Im besten Licht, umgeben von frischem Grün, gurgelt das Wasser Richung Rhein.

Abend an der Selz

Sonnenuntergang an der Selz – dieses Foto fand so großen Gefallen, dass es mitgenommen wurde. Mal schauen, ob wir es noch einmal erneuern werden.


Selz Langzeitbelichtet

Die Selz bei Groß-Winternheim Langzeitbelichtet


Langzeitbelichtung des fließenden Wassers

Langzeitbelichtung des fließenden Wassers

Am Zaun findest du auch einige Motive von den Rheinauen in Ingelheim.

Gänse im Rhein, Ingelheim

Gänse im Rhein, Ingelheim

Hof-Galerie in Bubenheim

Wenn du die Ausstellung am Zaun angesehen hast und uns gerne treffen möchtest, oder Interesse daran hast, ein Bild zu kaufen, besuche uns an einem Wochenende bei uns in der Hof-Galerie.

Termine für die Hof-Galerie:

Jeweils Samstag und Sonntag ab 15 Uhr bis 20 Uhr ist unser Hof für dich geöffnet.

17. und 18. Juli

24. und 25. Juli

14. und 15. August

Noch sind wir daheim, falls du die Termine verpasst hast, schreib uns an oder klingel durch und wir vereinbaren einen persönlichen Termin mit dir!

reise-reicherts@gmx.de

Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Buch: Natur-Fotografie macht glücklich

Das Thema Glück in der Natur oder Natur-Fotografie ist mir so wichtig, dass ich ein ganzes Buch darüber geschrieben habe. Das Buch kannst du entweder bei uns auf dem Hof kaufen oder hier bestellen.

Natur-Fotografie macht glücklich


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„Sehnsucht nach dem Meer“ Kalender von Gabi Reichert

Der Kalender „Sehnsucht nach dem Meer“ beim Weingarten Verlag erschien die letzten 15 Jahre. Auf den folgenden Seiten stelle ich die einzelnen Kalenderfotos im Detail vor. Ich beschreibe die Gegend und teile meine Gedanken zu fotografischen Themen.

Kalendertitelblatt Sehnsucht nach dem Meer 2021

Kalendertitelblatt Sehnsucht nach dem Meer 2021


Foto Galerie – Meeresblicke

Meeresblicke aus der Bretagne und von der französischen Küste

Hafenleuchtturm Audierne, Bretagne

Hafenleuchtturm Audierne, Bretagne

Lesconil, Bretagne

Lesconil, Bretagne

Skandinavische Küstenlandschaften

Fredvang, Lofoten, Norwegen

Fredvang, Lofoten, Norwegen

Schottische Küstenlandschaften

Mainland Shetland, Schottland

Mainland Shetland, Schottland

Meeresblicke aus Süd-Europa

Küste an der Algarve, Portugal

Küste an der Algarve, Portugal

Meeresblicke aus den Niederlanden und Deutschland

Lubmin, Ostseeküste, Deutschland

Lubmin, Ostseeküste, Deutschland

Unsere große Bretagne-Galerie

Die Bretagne ist schon seit 2002 eines unserer beliebtesten Reiseziele. Für das Terra Magazin hatten wir eine 16-seitige Reportage „Blicke übers Meer“ geschrieben. Du kannst dir als Newsletter Abonnent den reichlich bebilderten, erweiterten Text als kurzes EBook runterladen.

Im Jahr 2019 bereisten wir die Bretagne auf zwei langen Wohnmobiltouren. Diese Reisen vervollständigen unsere Bilddatenbank für unseren in Arbeit befindlichen Bretagne-Bildband.

Inseln der Bretagne hier im Blog

Auf dieser Seite findest du umfangreiche Galerien mit Sehenswürdigkeiten und Fotolocations in der Bretagne. Über die bretonischen Inseln berichten wir auf extra Seiten, sonst wird es unübersichtlich. Auf der Belle Ile und auf Ouessant verbrachten wir mehrfach einige Wochen. Wir besuchten ebenso die Ile de Sein, die Ile de Bréhat und Hoedic. Weitere Inseln folgen, sobald wir wieder reisen dürfen.

Bildgalerie Bretagne

Die Bildgalerien sind nach Regionen sortiert. Klicke die Vorschaubilder an für eine optimale Bildwirkung. Wir haben zahlreiche weitere Fotos im Bretagne Archiv.

Den ausführlichen Live Reisebericht mit fast 60 Blogbeiträgen findest du hier.

Ein weiterer der Schwerpunkte unserer Reisen sind die Leuchttürme. Die im Delius Klasing Leuchtturm Kalender veröffentlichten Leuchttürme findest du ausführlich, mit zahlreichen Fotos und Infos hier im Blog.

Viel Spaß mit der Fotogalerie!

Nordostküste: Mont Saint Michel bis Cleder

Mont Saint Michel im Morgenlicht

Mont Saint Michel im Morgenlicht

Dinan

Enge Gassen in der Nacht, Dinan

Côtes d’Armor

Primel-Tregastel, Bretagne

Primel-Tregastel, Bretagne

Primel-Tregastel, Bretagne

Primel-Tregastel, Bretagne

Cote de Granite Rose

Plage du Coz Pors, Tregastel, Bretagne

Plage du Coz Pors, Tregastel, Bretagne

Phare de Men Ruz bei hohem Flutstand zur Mittagszeit

Phare de Men Ruz bei hohem Flutstand zur Mittagszeit

Ile de Bréhat

Paon, Ile de Bréhat

Paon, Ile de Bréhat

Kirche auf der Ile de Bréhat

Kirche auf der Ile de Bréhat

Nordwestküste, Roscoff bis Brignogan

Phare de Pontusval, Brignogan, Bretagne, Frankreich

Phare de Pontusval, Brignogan, Bretagne, Frankreich

Huelgoat

Huelgoat, Bretagne

Huelgoat, Bretagne

Huelgoat, Bretagne

Huelgoat, Bretagne

Die Region um Brest

Küste beim Fort Bertheaume, Bretagne

Küste beim Fort Bertheaume, Bretagne

Die Leuchttürme in der Region Brest

Leuchtturm Petit Minou, Bretagne

Leuchtturm Petit Minou, Bretagne

Porspoder und der Leuchtturm Le Four

Phare du Four, Bretagne

Phare du Four, Bretagne

Crozon

Schiffsfriedhof Le Fret, Crozon, Bretagne

Schiffsfriedhof Le Fret, Crozon, Bretagne

Cap Sizun

Baie de Trespasses, Bretagne

Baie de Trespasses, Bretagne

Phare du Millier, Bretagne, Frankreich

Phare du Millier, Bretagne, Frankreich

Penmarch

Phare d’Eckmühl

Phare d'Eckmühl, Bretagne

Phare d’Eckmühl, Bretagne

Wellen und Straßen in Lesconil

Wellen in Lesconil, Bretagne

Wellen in Lesconil, Bretagne

Guilvinec und Locronan

Leuchtturm Perdrix, Bretagne

Leuchtturm Perdrix, Bretagne

Signal, Guivinec, Bretagne

Signal, Guivinec, Bretagne

Ile de Tudy, Bretagne

Ile de Tudy, Bretagne

Die südliche Bretagne

Quiberon und Cote Sauvage

Cote Sauvage, Bretagne, France

Cote Sauvage, Bretagne, France


Doelan, Pont Aven und Concarneau

Doelan Amont

Doelan Amont


Menhire und Dolmen

Menhire in Erdeven, Bretagne

Menhire in Erdeven, Bretagne


Dolmen, Cote Sauvage

Dolmen, Cote Sauvage


Saint-Cado

Saint-Cado, Belz

Saint-Cado, Belz


Schiffsfriedhof in Etel

Schiffsfriedhof in Etel


Makro und Unterwasseraufnahmen

Kauri Schnecke

Kauri Schnecke


Mit dem Wohnmobil in der Bretagne

Reiseberichte – Nordküste Frankreichs

Die Nordküste von Frankreich begeistert uns bereits seit 20 Jahren. Im Jahr 2019 besuchten wir einige Orte im Norden Frankreichs und fotografierten die Küste und die Leuchttürme der Region. Uns begeisterten vor allem die Leuchttürme im Cotentin


Alle 13
Alle 13 /2001 Neuseeland 0 /2010 Bretagne 0 /2010 Lofoten 0 /2011 Dänemark 0 /2011 Frankreich, Atlantikküste 0 /2011 Winter auf den Lofoten 0 /2011-Kinder im Lofotenwinter 0 /2011-Leute auf den Lofoten 0 /2011-Lofotenwinter 0 /2011-Lofotenwinter-02 0 /2011-Lofotenwinter-03 0 /2011-Lofotenwinter-04 0 /2011-Lofotenwinter-Fotografie 0 /2012 - England 0 /2012 - Nord Frankreich 0 /2012 - Nord Schottland 0 /2012 - Ostküste Schottlands 0 /2012 - Westküste Schottlands, Ile of Skye 0 /2012 - Wissenswertes über Schottland 0 /2012 Belle Ile 0 /2012 Dänemark Winter 0 /2012 Großbritannien 0 /2012 Ostküste Schottlands 2 0 /2012, deutsche Ostseeküste 0 /2012- Rügen 0 /2012-Niederlande 0 /2012-Poel 0 /2012-Usedom 0 /2013 - 02 - Leuchttürme Südnorwegen 0 /2013 - 03 - Fjordnorwegen 0 /2013 - 04 - Norwegen RV 17 0 /2013 - Isle of Lewis & Harris 0 /2013 - Isle of Skye 0 /2013 - Skandinavien 0 /2013 -01 - Dänemark 0 /2013 schottische Inseln im Winter 0 /2013 Shetland 0 /2013-05-Tranøy Fyr 0 /2013-06-Lofoten 0 /2013-07-LofotenNordlicht 0 /2013-07-LofotenSturm 0 /2013-08-Vesteralennordlicht 0 /2013-09-Litloy 0 /2013-10-AbschiedvonNorwegen 0 /2013-11-schwedischeLeuchttuerme 0 /2013-12-InselRuegen 0 /2014 - Esra und Anja-Melanie Radreise 0 /2014 - Lyon - Lichterfest 0 /2014 - Öland 0 /2014 Aland Inseln 0 /2014 Bornholm 0 /2014 Ostseeinseln 0 /2015 - Hausboot 0 /2015 - Kalender 0 /2015 - Texel 0 /2015 - Wohnmobiltour GB 0 /2015 Belle Ile 0 /2015 Ouessant 0 /2015 Radreise Schottland 0 /2015 Sein 0 /2016 - Gotland 0 /2016 - Schweden 0 /2016 - Sylt 0 /2016 Ouessant 0 /2016-Belgien 0 /2016-Bretagne 0 /2016: Esras Alpen-Radtour mit Falk. 0 /2017 - Womo Tour Süden 0 /2017 Algarve 0 /2017-Andalusien 0 /2017-Galizien 0 /2017-Portugal 0 /2017-Radtour Budepest-Zürich 0 /2017-Süd Frankreich 0 /2018 - Norwegen-Radtour 0 /2018-Ameland 0 /2018-auslandssemester Schweden 0 /2018-Niederlande 0 /2019 Bretagne 0 /2019 Normandie 12 /2019-Frankreich-Herbst 0 /2020 Norwegen Radtour 0 /2021 - Ameland 0 /2022-Frankreich 0 /2022-Normandie 1 /Ausstellung-Juni-21 0 /Austellung 0 /Benelux 0 /Bildung auf Reisen 0 /Blogstöckchen 0 /Bretagne - Granit Rose 0 /Buchladen 0 /Buchrezensionen 0 /Comic 0 /Cote des Legendes 0 /Cote Emeraude 0 /Dänemark 0 /Deutsche Insel 0 /Deutschland 0 /emotionale Fotografie 0 /Filmtipp 0 /Finnland 0 /Foto 0 /Foto Galerie 0 /Foto Inspiration 0 /Foto Produkt 0 /FOTO TIPP 0 /Fotografie 0 /Fotoinspiration 0 /Fototipp 0 /Fototipp - Anfänger 0 /Fototipp - Datensicherung 0 /Fototipp - Erfahrungsberichte Stative 0 /Fototipp - Filter 0 /Fototipp - Kameraausrüstung 0 /Fototipp - Nacht 0 /Fototipp - Software 0 /Fototipp - Stativ Nutzung 0 /Fototipp - Stative 0 /Fototipp - Wellen 0 /Fototipp - Winter 0 /Fototipp - Zeitraffer 0 /Fototipp Smartphone 0 /Frankreich 0 /Galerie - Themen 0 /Galerie-Insel 0 /Galerie-Norwegen 0 /Griechenland 0 /Großbritannien 0 /große Tutorials 0 /in eigener Sache 0 /Insel 0 /Insel - Bretagne 0 /Insel Vagsoy 0 /interessanter Link 0 /Interviews mit Fotografen 0 /Kalender 0 /Kinder 0 /kostenlose Smartphone-Fotos 0 /Laender 0 /Langzeitbelichtung 0 /Lebkuchenhaus 0 /Lernen ohne Schule 0 /Leuchtturm 0 /Leuchtturm - Norwegen 0 /Leuchtturm Dänemark 0 /Leuchtturm Deutschland 0 /Leuchtturm Deutschland Ostsee 0 /Leuchtturm Deutschland Sylt 0 /Leuchtturm einem See 0 /Leuchtturm Frankreich 0 /Leuchtturm Großbritannien 0 /Leuchtturm Insel Fehmarn 0 /Leuchtturm Kalender 0 /Leuchtturm Niederlande 0 /Leuchtturm Portugal 0 /Leuchtturm Schweden 0 /Leuchtturm Spanien 0 /Leuchtturm-Bretagne 0 /Leute 0 /Links 0 /Meer 0 /Meeresfotografie 0 /Neuseeland 0 /Niederlande 0 /Niederländische Insel 0 /Noah 0 /Nordlicht 0 /Nordlicht Tutorial 0 /Nordseeinsel 0 /Normandie und Nordfrankreich 0 /Norwegen 0 /norwegische Inseln 0 /Ocean Sounds 0 /Ortschaften in Großbritannien 0 /Ostseeinseln 0 /Portugal 0 /Radreisen 0 /Radtouren 0 /Reiseart 0 /Reisefotografie Tutorial 0 /Reisen mit Hund 0 /Reisen mit Kindern 0 /Reisetipp 0 /Reisetipp - England 0 /Reisetipp - Faehren 0 /Reisetipp - Norwegen 0 /Reisetipp - Schottland 0 /Reisetipp - Tool 0 /Reisetipp - Wohnmobil 0 /Reisetipp-Dänemark 0 /Reisetipp-Deutschland 0 /Reisetipp-Schweden 0 /schottische Insel 0 /Schweden 0 /Schweden im Winter 2010 0 /Sehnsucht Kalender 0 /Skandinavien 0 /Slowenien 0 /Spanien 0 /Süddeutschland 0 /Übersee 0 /Umwelt 0 /USA 2017 0 /USA und Kanada 0 /Veröffentlichung 0 /Winterfahrt zu den Lofoten 0