Die Anspannung der Fahrt im Schneegestöber lies nach, sobald wir den Pass bei Kiruna hinter uns gelassen hatten.
Wir waren so gelassen, dass wir die Landkarte nach Leuchttürmen absuchten und Umwege im Kauf nahmen, um sie zu fotografieren. Den Anfang machte der Leuchtturm Bjuröklubben bei Lövånger. Wir schafften es gerade so, in der Dämmerung den Parkplatz vor dem Leuchtturm zu erreichen. Der Mond stand am Himmel, das ruhige Meerwasser glitzerte unter seinem Licht. Ich lief mit Esra über lange Holzstege zum Leuchtturm, hatte aber Kamera und Stativ im Wohnmobil gelassen. Natürlich bereute ich das direkt!
Das Abendlicht war genial – die Fresnellinse des Leuchtturms strahlte mit gemächlicher Drehung gegen den dunklen Nachthimmel. Die gelben Blätter der Bäume harmonierten mit der Farbe des Leuchtturmhauses.
Gunter brutzelte ein leckeres Abendessen – der Duft grösteter Zwiebeln zog durch die frische Waldluft. Nach monatelangem Aufenthalt in Norwegen hatte uns der Einkauf in einem schwedischen Supermarkt ganz besonders viel Spaß gemacht! Endlich waren auch Tomaten und Gurken wieder bezahlbar!
Spät in der Nacht fuhr ein schwedisches Wohnmobil an, wir waren also nicht mehr allein im Wald. Kurz nach Sonnenaufgang fotografierten wir den Leuchtturm und traten danach gestärkt die lange Weiterfahrt an.



